Wird die Menschheit die Erde jemals verlassen?

25 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Könnte gut sein, aber wir werden das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nichtmehr mitbekommen. Ich schätze da muss man noch mit ein paar hundert Jahren rechnen bis wir so weit sind. Und bis dahin kann auf unserer Erde noch einiges passieren.

Ich finde das Thema ziemlich spannend, aber ich glaube wir sollten aufpassen, dass unser Technischer Fortschritt nicht unsere moralische Fähigkeit die damit einhergehende Verantwortung zu schultern abhängt.

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Ich stimme dir vollkommen zu. Leider sind wir technisch bereits sehr viel weiter entwickelt, als wir es in moralischer Hinsicht sind. Wir Menschen könnten schon viel mehr erreicht haben, wenn wir aus unserer Vergangenheit gelernt hätten.

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@Indecisive

Ich schätze das liegt daran, dass wir Moral heutzutage als etwas weitgehend veraltetes betrachten, da ihre Legitimation meistens in der Religion verankert ist. Nachdem die Wissenschaft vermeintlich über die Religion triumphiert hat, stellt sich die Frage was das für unsere Moral und unserer Werte bedeutet. Ich sehe dieses Problem noch nicht als gelöst an.

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@Warumdennu

Man kann auch aus Einsicht und daraus folgender Fairness heraus moralisch einwandfrei handeln - dazu braucht man keinen Gott und keine obskuren Rituale.

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@Dichterseele

In der Theorie magst du recht haben. In der Realität sind aber die wenigsten Menschen so rational wie du, was ihre Werte angeht. Werte sind fast immer kulturell/familiär/religiös geprägt und oftmals einfach von der Gesellschaft übernommen, ohne sie allzusehr zu hinterfragen. In einer Gesellschaft muss es bestimmte kollektive Werte geben damit sie funktionieren kann. Es ist nur natürlich, dass die Menschen Werte, die sich bewährt haben festhalten und an die nächsten Generationen weitergeben. In Religionen wird das in Form von Dogmen und Geschichten gemacht. Wenn du zu einer Einsicht gelangen würdest? Wie würdest du sie weitergeben?

Wissenschaft versucht die objektive Welt zu beschreiben und dabei so objektiv wie möglich zu sein. Damit umfasst sie einen großen Teil unserer Realität, aber eben nicht alles. Wir sind keine rein rationalen Wesen, wir brauchen Geschichten, wir brauchen Träume, wir brauchen Hoffnung und Ideale und ganz besonders brauchen wir Bedeutung um uns in dieser Welt zu orientieren. Um zu entscheiden was es wert ist getan zu werden und was nicht. Deshalb brauchen wir Religion oder zumindest etwas ähnliches.

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@Warumdennu

Eben weil das breite Volk seine Werte nicht hinterfragt, bin ich für ethische Bildung. Und auch Wissenschaftler haben oft Vorurteile...

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@Dichterseele

Joa ich denke ein offener Ethik- und Religionsunterricht in dem verschiedene Religionen und Philosophen behandelt werden würde wäre durchaus sinnvoll.

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Nein, jedenfalls nicht in den nächsten 1.000 Jahren.

  1. Grundsätzlich werden nie alle Menschen die Erde verlassen.
  2. Die Menschen, welche die Erde (vielleicht) verlassen werden, werden die Intelligenz darstellen, die Ingenieure, die Naturwissenschaftler, nicht die Mühseligen, die Beladenen und die Unterdrückten aus dem Bahnhofsviertel.
  3. Den Mars besiedeln, sprich eingraben, da es ja kein schützendes Magnetfeld gibt, ist a) nicht einfach und b) hat mit einer Besiedlung im Sinne von Millionen von Leuten nichts zu tun.
  4. Wenn es denn den Menschen hinaustreibt in die Weiten des Weltalls, wird sich die bemannte Raumfahrt nur innerhalb unseres Sonnensystems abspielen. Nicht schlecht, aber auch nicht das, was sich der SF- und Raumfahrtfan vorstellt.
  5. Terraforming ist jetzt nichts, worauf man sich stützen könnte (und es würde Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende dauern). Es ist also, wie der Warp-Antrieb, ein extrem exotisches Konzept der Astrobiologie und -chemie.
  6. Galaktische Reiche und Imperien wird es nie geben, weil die einzelnen Sonnensysteme durch unendliche Räume und Zeiten getrennt sind.
  7. Fermis Paradoxon: Die Galaxis hat einen Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren. Selbst bei einer Geschwindigkeit von nur 10 % LG hätte die Milchstraße in einem überschaubaren Zeitraum besiedelt werden können. Er fragte also bezüglich Aliens: "Wo sind sie denn alle?" Das gilt auch umgekehrt für uns: Die Lichtgeschwindigkeit kann von keinem materiellen Körper erreicht oder gar überschritten werden, es sei denn, die Relativitätstheorie wäre falsch, wofür es aber keinerlei Hinweise gibt. Dann würde eine Besiedlung der Galaxis rund eine Millionen Jahre dauern, also jenseits allen Denkens und aller Möglichkeiten unserer und folgender Generationen liegen.
  8. Nein, meiner Meinung nach endet die Zivilisation dort, wo sie begonnen hat: auf der Erde.
  9. Die Frage tauchte aber in ähnlicher Form doch schon vor rund 45 hier bei GF auf. Seitdem haben sich die Bedingungen nicht geändert. Also was soll's?
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Grundsätzlich ist es doch nicht falsch, eine bereits zuvor aufgekommene Frage neu einzustellen, oder? So bleibt ein gesellschaftlich relevantes Thema präsent, und es wird auch neueren Usern die Chance gegeben, ihren Input darzulegen bzw. von den Ansichten anderer User zu lernen :) ----- Ich stelle es mir eigentlich auch nicht so vor, dass die gesamte menschliche Spezies auf einen Schlag die Erde verlässt. Eher so, dass es vielleicht irgendwann einzelne kleine Sekundärpopulationen des Menschen auf Mond oder Mars geben könnte. Das kann als gewaltiges, internationales Raumfahrtprogramm der Großmächte stattfinden, oder auch als ein ambitioniertes Projekt eines oder mehrerer privater Weltkonzerne. Terraforming ist dabei nicht das einzige Kolonisierungskonzept - es gibt auch die Idee, sogenannte "Space-habitats" zu errichten. Das sind permanente Siedlungen, die darauf ausgelegt sind, Menschen in unwirtlichen Umgebungen eine Lebensgrundlage zu bieten. Momentan fehlen uns noch einige entscheidende Schritte bis dahin, aber das Konzept ist wesentlich näher in Reichweite als Terraforming.

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@Indecisive

Nein, das ist kein "gesellschaftlich relevantes" Thema, wenn Du mal im privaten Umfeld recherchierst. Die meisten Leute können damit nichts anfangen.

Und Stationen auf anderen Planeten und Monden werden höchstens ein paar tausend Wissenschaftler und Techniker umfassen; gemessen an der Gesamtbevölkerung ein extrem kleiner Bruchteil.

Das sind doch Space-Habitate. Selbst wenn wir noch die Idee von Gerard O'Neill nehmen mit großen Raumkolonie, so waren auch die nur für wenige Hundert bis Tausend Menschen gedacht.

Und alle diese Stationen, Habitate und Städte müssen sich irgendwann selbst versorgen, denn ein ständiger Strom Nahrung, Wasser und Rohstoffen von der Erde aus zu liefern, wird auf wenig Akzeptanz stoßen.

Na ja, aber wer weiß schon, wie es weitergeht? Bisher sind das doch alles Phantasien, wenn nicht sogar Phantastereien. Ja, und ich bedauere es, mindestens 500 Jahre zu früh geboren zu sein.

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Ich finde es müßig, über Dinge zu spekulieren, die wir eh nicht mehr erleben werden. Diese Ideen kannst Du in einem Science-Fiction-Roman verbraten, wenn es Dir Spaß macht - Jules Verne hat ja seinerzeit auch vieles vorausgesehen...

Wir sollten uns besser Gedanken darüber machen, was wir hier und jetzt tun können, um unser Leben auf dieser Erde zu verbessern.

Die Herausforderungen von heute sind Umweltverschmutzung (samt Folgen), Kriege (aufgrund mangelnder sozialer Bildung und Erziehung) und Überbevölkerung.

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@Dichterseele: ich kann deine Gedankengänge nachvollziehen - diese Vorstellungen scheinen wirklich noch in einer sehr weit entfernten Zukunft zu liegen. Aber was ist, wenn wir die Erde bereits irreparabel geschädigt haben? Diese Überlegung ist nicht ganz abwegig, wenn man mal ehrlich ist. Vielleicht bleibt unseren Erben garnichts anderes übrig, als dieser Welt in hundert oder zweihundert Jahren den Rücken zu kehren... Sofern dieses Unterfangen bis dahin realistisch ist.

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@Indecisive

Dazu fallen mir nur zwei alte Sprichwörter ein:

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?"

"Warum umständlich, wenn's einfach auch geht?"

Der Tick, alle Probleme mit großartiger Technik zu lösen ist der Hybris des Menschen geschuldet. Es ist nicht nur unrealistisch, zu glauben, wir könnten einen neuen Planeten bewohnbar machen und auswandern, bevor die Erde restlos kaputt ist, sondern auch ineffektiv, weil die Kosten dafür immens höher wären, als jene für die Rettung unserer Umwelt.

Im übrigen gehört es zu den Gesetzen der Natur, dass eine Spezies, die ihre eigene Lebensgrundlage zerstört, ausstirbt. Wenn wir es nicht schaffen, habgierige Wirtschaftsmagnate, korrupte Politiker und irrsinnige Kriegstreiber zu stoppen, werden nicht viele unserer Art übrig bleiben.

Selbst wenn es einigen Menschen gelingen würde, in eine andre Welt zu fliehen - wer wäre das dann? Wohl genau jene Superreichen, die diese Welt kaputt gemacht haben! Diese Leute verhalten sich wie Mietnomaden, die auf Kosten anderer herum marodieren. Überleben würden sie auf dem neuen Planeten nur, wenn sie sich ein ökologisches Bewusstsein aneigneten - aber mit dem könnten sie auch jetzt gleich die Erde retten...

Es gibt nur eine Lösung:

Der homo errans muss sich zum homo sapiens entwickeln!

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Ein sehr guter Einwand, der mir so noch garnicht in den Sinn gekommen war. Aber es ist naheliegend - von einem solchen Kolonisierungsprogramm würde natürlich in erster Linie die Gesellschaftselite profitieren: Unternehmer, Ärzte, Biologen, sonstige Wissenschaftler, Facharbeiter... Unterschichtler müsste man nicht in großem Stil mitnehmen, da sich auf einem anderen Planeten ohnehin eine neue, autonome Gesellschaft und somit auch ein neues Proletariat bilden würde. Der einzige Punkt, der mir zu denken gibt, ist: Können wir wirklich davon ausgehen, dass die Erde noch gerettet werden kann, oder ist es dafür schon zu spät?

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@Indecisive

Wir können unsere Zerstörungsaktionen einstellen und notfalls wird sich die Erde retten, indem sie sich der Menschheit entledigt. Wir sind nur vorübergehend auf Besuch hier und sollten uns nicht überschätzen.

Und was die Gesellschafts-Schichten angeht: Es kommt in erster Linie auf den Charakter der Leute an - und der ist nicht zwangsläufig bei den Reichen oder technisch versierten Leuten der beste...

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