Wird die EU (über längere Zeit) zu den vereinigten Staaten von Europa?

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7 Antworten

Ich denke, dass die Kulturen bzw. Mentalitäten innerhalb der EU zu unterschiedlich sind für eine Vereinigung Europas zu einem Grossstaat.

In der USA gibt es auch sehr starke kulturelle Unterschiede zwischen den Staaten.

Radesch 13.07.2017, 10:15

Ja schon, in der USA spricht man aber zumindest die selbe (Mutter-) Sprache. Man zahlt gemeinsame Steuern, usw...

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TestBunny 13.07.2017, 10:24
@Radesch

Wir zahlen schon Steuern an den EU-Haushalt durch Mitgliedsbeiträge.

Nicht mal in Deutschland selbst sprechen alle die selbe Sprache und trotzdem sind die Bundesländer unter dem Staate vereint.   

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Jack98765 13.07.2017, 10:52
@Radesch

Ihr habt in der Schweiz 4 verschiedene Amtssprachen und wenn du Pech hast, kommst du als Züricher in Genf oder Ascona keinen Millimeter weit, weil du nur gebrochen Französisch bzw. Italienisch sprichst und die kaum Deutsch.

Ich als Nicht-Schweizer sehe die Schweiz sprachlich dreigeteilt und nicht als ein Land.

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Wenn Du an die "100" noch eine Null anhängst, mag das vielleicht zutreffen mit den Vereinigten Staaten von Europa.

Aber was soll die Bemerkung, daß jeder Europäer Englisch könne? Soll Englisch etwa gemeinsame europäische Amtssprache werden?

Nicht ohne Grund würden sämtliche EU-Mitglieder den Verlust ihrer Sprache und die damit einhergehende Abqualifizierung eines gewichtigen Teils ihrer Kultur konsequent ablehnen.

Da Großbritannien demnächst nicht einmal mehr zur EU gehört und Irland zweisprachig ist, wäre Englisch als EU-Amtssprache genauso sinnlos wie Esperanto: aufgesetzt und ungeliebt. - Man sieht das deutlich an den ehemaligen Sowjetrepubliken: Russisch war die Zwangssprache, und das erste, was die neu entstandenen (bzw. wiederentstandenen) Staaten verwirklichten, war die Einführung der ursprünglichen Landessprache.

Radesch 13.07.2017, 10:21

Ja vielleicht fehlt da wirklich eine "0" ^^.^Es geht ja mehr darum, dass jeder Englisch in der Schule lernt und man sich bereits heute EU weit verständigen kann. 

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laralee01 13.07.2017, 10:30

Deine Aussagen sind doch mir bisschen zu unqualifiziert. Englisch als EU-weite Sprache als sinnlos zu bezeichnen ist einfach nur Unsinn. English ist die Weltsprache und es macht sehr wohl Sinn, Englisch-Kenntnisse zu beherrschen, denn ohne diese Sprache läuft im internationalen Bereich gar nichts. Man denke nur an Wirtschaft.

Um mal deinen Beispiel aufzugreifen: Die ehemaligen Sowjetrepubliken pauken derzeit fleißig Englisch, weil sie auf internationaler Bühne verstanden haben wollen. Natürlich haben sie eine Landessprache, aber das heißt nicht automatisch, dass sie auf zweite Sprache gleich verzichten - genauso wie wir Deutschen.

Außerdem schließt Amtssprache nicht automatisch eine weitere Amtssprache aus, so wie in vielen Ländern auf der Welt praktiziert wird.

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Schwer zu sagen. Die Differenzen zwischen den europäischen Ländern sind weitaus gravierender als die Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten der USA und haben sich in den letzten Jahrzehnten auch nicht großartig in ihrer Konstellation verändert. 

Gemeinsame Sprache und Wirtschaftsraum sind eigentlich recht unbedeutend, wenn Lebensweise und Kultur nicht zusammenpassen.

Ich würde das Szenario zumindest nicht ausschließen, glaube aber eher, dass nach einer Zeit des Strebens nach Unabhängigkeit (siehe Schottland etc.), die Länder in einigen Jahrzehnten eventuell wieder schrittweise zusammenwachsen werden (Balkanländer, Skandinavien, etc.). 

Wie du selber geschrieben hast, wird die EU nicht in näherer Zukunft zum eigenständigen Staat entwickeln aufgrund vieler Differenzen. Im EU sind z. B. einige Balkanstaaten, deren Kultur überhaupt nicht mit typisch westlichen Kultur in Einstimmung stehen wegen der Politik oder Wirtschaft.

Aber dass EU ein eigenständiger Staat wird ist - theoretisch - möglich, immerhin gibt es viele politische und wirtschaftliche EU-Entscheidungen.

Eine Gegenfrage: Warum begrüßt du diese Entwicklung nicht?

Radesch 13.07.2017, 10:34

Dieses Vorhaben begrüsse ich aus zwei Gründen nicht:

  1. Ich bin Schweizer und bis jetzt sind wir sehr gut auch ohne in der EU zu sein gefahren. Falls die EU wirklich ein Grosstaat wird wächst wahrscheinlich der aussenpolitische Druck, dass die Schweiz ein EU-Mitglied werden sollte. Das wäre vermutlich das Ende unserer direkten Demokratie und damit auch unserer Polit-Kultur
  2. Fast wie Grund 1, aber nur bezogen auf sämtliche kulturellen Aspekte der anderen Länder. Irgendwann sprechen vielleicht alle die gleiche Sprache und verlieren meiner Meinung nach einen teil ihrer nationalen Identität und Kultur. Das mit der nationalen Identität wäre ja in Ordnung, ich halte nicht viel von Patriotismus, aber um die Kultur und Vielfalt wäre es Schade.

Ich bin grundsätzlich sehr sozialdemokratisch in EU belangen und bin auch für diverse Errungenschaften die die EU ausmachen (Freihandel, Personenfreizügigkeit, ...), aber als einen Staat will ich mir das ganze nicht vorstellen, da viele Leute einen Teil ihrer Identität aufgeben müssten.

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laralee01 13.07.2017, 10:52
@Radesch

Das ist ein wirklich toller Kommentar. Sowas wünsche ich mir auch von anderen Menschen hier.

zu 1. Interessant, darüber habe ich nicht wirklich nachgedacht. Das macht natürlich Sinn - Schweiz ist tatsächlich ohne EU gut gefahren - ganz sicher weil die Schweiz die EU einfach nicht braucht. Aber ich bin mir relativ sicher, dass die Schweiz auch die schlimmste außenpolitischen Druck nicht nachgeben wird - die Geschichte beweist es. Aber wie gesagt, das habe ich bisher gar nicht so recht nachgedacht.

zu 2. Das ist natürlich ein großes Diskussionsthema. Ob diese Entwicklung wirklich so dramatisch ist oder nicht, das weiß ich nicht. Aber ich persönlich glaube nicht, dass die kulturelle Diversität einfach so verschwinden wird. Sicherlich schwächer ja, aber es wäre immer vorhanden. Da blicke ich nach USA rüber und stelle dort immer noch viele kulturelle Eigenheiten fest: Indianer (obwohl fast ausgerottet oder vertrieben), Südstaatler, Amischen, Inuiten (Alaska), Asiaten, Mexikaner etc.

Aber egal wie es letztendlich wird: Jetzt verstehe ich deine Position besser. ;-)

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AalFred2 13.07.2017, 12:38
@Radesch

1. Nana. Die Schweiz ist ohne EU-Mitgliedschaft ganz gut gefahren, nicht ohne EU. Die ist nämlich deren Haupthandelspartner, was dazu führt, dass die Schweiz nahezu sämtliche EU-Regularien anerkennt und umsetzt, ohne hierüber mitbestimmen zu können. Was daran toll sein soll, erschliesst sich mir nicht.

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Radesch 13.07.2017, 14:52
@AalFred2

Du schon wieder ;)

Wir hätten jederzeit die Möglichkeit eine Regel, Norm oder Regulierung nicht anzuerkennen, wenn wir möchten (übrigens auch mittels Volksabstimmung ;)).

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AalFred2 13.07.2017, 15:04
@Radesch

Ich schon wieder.

Nein, habt ihr nicht. Verträge könnt auch ihr nicht in Einzelteilen kündigen. Auch nicht per Volksabstimmung.

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Radesch 13.07.2017, 15:07
@AalFred2

Schlau wäre das nicht, aber wir könnten uns einfach nicht mehr an besagte Regelung halten. Wäre natürlich ein Desaster für unsere Wirtschaft, deswegen wird das nicht gemacht.

BTW: Eine Antwort von dir wäre auch schön ;)

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laralee01 13.07.2017, 15:09
@Radesch

Ihr seid aber auch zwei tolle Hunde. :-D Radesch und Aalfred.

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AalFred2 13.07.2017, 15:09
@Radesch

Ja, theoretisch könnt ihr auch lebenslangen Urlaub für alle einführen.

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Radesch 13.07.2017, 15:18
@AalFred2

Ja können wir ;)

Wird aber nicht passieren, wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.

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Radesch 13.07.2017, 15:57
@AalFred2

Ich bin Schweizer und bis jetzt sind wir sehr gut auch ohne in der EU zu sein gefahren.

Das habe ich ja gesagt :P

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AalFred2 14.07.2017, 08:09
@Radesch

Stimmt, hast du. Erschreckende Lese- oder Verständnisschwäche auf meiner Seite. Sorry.

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Er kam zum Schluss, dass Europa sich, über einen langen Zeitraum hinweg, zu einem Grossstaat entwickeln wird. Erste Anzeichen seien die
Einführung des Euro, der Gemeinsame Wirtschaftsraum und das in der EU
jeder Englisch könne

Das sind vielleicht Anzeichen, dass es dazu kommen könnte, nur dienen der gemeinsame Wirtschaftsraum und die gemeinsame Währung eher dazu alles zu vereinfachen.

Wozu sollte man in einer Vereinigung weiterhin Zölle verlangen und die Idee des Euros war es innerhalb der EU nicht ständig in andere Währungen wechseln zu müssen und um Kursschwankungen zu entgehen.

Und zum Thema Englisch. Ja das kann jeder, weil es neben der Muttersprache auch überrall am Unterrichtsplan steht. Eigentlich müsste die Amtssprache Deutsch sein, denn es ist die meistgesprochene Muttersprache innerhalb der EU. Dagegen spricht aber die komplette Vergangenheit der deutschsprachigen Völker, wodurch viele wohl nicht gewillt wären auch nur ein Wort Deutsch zu lernen.

Kann sein, kann auch nicht sein - unsere Glaskugel gibt da auch nicht mehr her als deine. Als föderativer Bundesstaat ist das langfristig vorstellbar und eigentlich eine Grundvoraussetzung, um den Standard zu halten...

Wetten würde ich allenfalls darauf, dass das weder in deiner noch in meiner Lebenszeit passiert.


Radesch 13.07.2017, 10:13

Es ging mir mehr darum, verschiedene Meinungen zu hören oder aber Argumente die wir bei unserer Diskussion übersehen haben.

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atzef 13.07.2017, 10:16
@Radesch

Eure Diskussion ist schlicht Spökenkiekerei. :-) Sie kann gar nicht auch nur ansatzweise alle Parameter erfassen, die die zukünftige Entwicklung beeinflussen.

Als Deutschem sollte einem ansonsten klar sein, dass man mit Kleinstaaterei keine Blumentöpfe gewinnt. Soviel Geschichtsbewusstsein sollte sich schon entwickelt haben...:-)

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Radesch 13.07.2017, 14:54
@atzef

Aber manchmal macht das eben Spass :P

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Na hoffentlich.

Ich würde übrigens auch nicht behaupten, dass der Ostfriese und der Oberbayer die gleiche Kultur oder Sprache pflegen.

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