Wird Deutsch vom Französischen in Luxemburg verdrängt?

Das Ergebnis basiert auf 6 Abstimmungen

Ja, jedes Jahr gibt es weniger Deutsch und mehr Französisch 83%
Nein, Deutsch ist genauso stark wie 10 Jahr zuvor 16%
Ja, aber das liegt daran, dass Englisch alle anderen verdrängt 0%

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, Deutsch ist genauso stark wie 10 Jahr zuvor

Man muss unterscheiden zwischen den echten Luxemburgern und den "Zugereisten", in der Mehrzahl Portugiesen, Franzosen, früher viele Italiener. Diese Gruppe spricht neben ihrer Muttersprache hauptsächlich Französisch. Luxemburger dagegen tun sich leichter mit Deutsch, da es eng verwandt mit Luxemburgisch ist. Zu Hause wird neben den luxemburgischen Sendern vorwiegend Fernsehen auf Deutsch geschaut.

Untereinander wird Luxemburgisch gesprochen und, da ein Großteil der Grenzgänger und auch Einwohner (die Luxemburger sind nur noch ganz knapp in der Überzahl gegenüber den Ausländern) Frankophonen sind, hört man auf der Straße, in Restaurants oder in Geschäften oft mehr Französisch und seltener Deutsch und Englisch. Jeder gebürtiger Luxemburger wir aber im Laufe der Schulzeit außer Luxemburgisch Deutsch, Französisch und Englisch (in dieser Reihenfolge) lernen.

Der Eindruck, dass Deutsch verdrängt wird, kommt einfach dadurch auf, dass Frankophonen überwiegen und in letzter Zeit auch sehr viele englischsprachige ins Land kommen, wobei die Anzahl der deutschsprachigen einigermaßen konstant bleibt.

Die meisten Luxemburger sind zwei- oder dreisprachig (und manche sprechen noch mehr Sprachen), und man sollte nicht davon ausgehen, dass - wenn jemand dort Französisch spricht - dieser nur Französisch kann und sonst nichts.

Laut Statistiken können nur ca. 20% gar kein Deutsch, dazu gehören wohl auch einige der zahlreichen Portugiesen - aber auch diese können Französisch in Luxemburg (habe ich selber in einem portugiesischen Lokal ausprobiert). Französisch wird in der Praxis am meisten benutzt.

80 % können Deutsch und/oder Luxemburgisch, und auch diese wenden dennoch oft Französisch an. Auch die deutschen Pendler (z.B. aus dem Saarland) können zumeist auch Französisch (was im Banksektor und Versicherungssektor auch wichtig ist).

Auch Leute, die sich untereinander auf Luxemburgisch unterhalten, können oft auch Hochdeutsch. Dass sie dies untereinander nicht anwenden, ist auch logisch. Luxemburgisch ist im Grunde ein deutscher Dialekt mit standardisierter Schreibweise.

Ja, jedes Jahr gibt es weniger Deutsch und mehr Französisch

Also ich habe vor einigen Wochen einen deutschsprachigen Anwalt in Luxemburg gesucht. Das war ein echtes Problem. Auch der eher deutschsprachige Dialekt scheint aus zu sterben.

von welchem Dialekt redest du?

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@Dachtichsmir

du sagt es: Landessprache, kein Dialekt. Und was das Aussterben anbelagnt: es ist eher das Gegenteil der Fall. Früher, vor 20-30 Jahren, wurde kaum Luxemburgisch geschrieben, Französich war die Korrespondenzsprache, heute ist es selbstverständlich, dass Emails, Briefe und sogar Strassenschilder (neben Französisch) auf Luxemburgisch sind.

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@Duponi

Hoffentlich überlebt die Sprache. Allerdings bestätigt das ja leider den FS und meine Antwort. Obwohl Deutsch die relativ meist gesprochene Sprache in Europa ist, hat man in Luxemburg immer größere Probleme, sich damit zu verständigen.

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@Dachtichsmir

das mag stimmen, aber nicht, weil Luxemburger kein Deutsch mehr können, sondern weil es zu viele Nicht-Luxemburger in Luxemburg gibt. Wenn man bedenkt, dass täglich bei +-600.000 Einwohner in Luxemburg etwa 200.000 Grenzgänger in Luxemburg arbeiten, die zu 75% aus Frankreich und Belgien kommen, ist es normal, dass man immer weniger Luxemburger trifft. Und Franzosen und Belgier tun sich halt schwer mit der deutschen Sprache.

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