Wird der provozierte Krieg der Türkei gegen Griechenland die Vernichtung der Türkei bedeuten?

11 Antworten

Wenn dies ein Krieg bedeuten würde, wäre es nicht unwarscheinlich, dass es ein Weltkrieg werden würde. Es macht mir schon bisschen Sorge, vorallem wegen den Grenzen an der Meeresküste, die auch disputiert ist. Aber es ist am besten nicht die Ruhe zu verlieren. Im Kriegesfall vermute ich, dass die Orthodoxen Staaten eher auf Griechenlands Seite wären und die Islamischen auf Türkeis. Wobei in solch einer Welt die Meinung meiner Unwissenheit auch recht wenig bewirkt. Von Griechenland aus gesehen könnte Russland gegen die Türkei kämpfen, obwohl die altruistischen Gründe des Staates vermutlich auch nicht 100% wären; Denn bei solchen Situation wollen Einflussreicher Staat meist sehen wo er Einfluss nehmen kann und die Sache zu seinem Gewinn leiten kann. Kriege zeigen oft das schlimmste in Staaten auf. Jetzt habe ich auch gesehen, dass Armenien und Azerbaijan für eine ethnisch Armenische Region in Azerbaijan kämpfen und Erdogan ist an Azerbaijans Seite, was mich wieder daran erinnert wie wenig wir im Frieden leben. Deshalb: Gott beware, dass solch ein Krieg nie passieren wird!

Amen. Aber im 21. Jahrhundert spielen vermeintlich gemeinsame Religionsbezüge kaum eine Rolle. So pflegt etwa Serbien als ein Land mit orthodoxer Bevölkerung sehr enge Beziehungen zur Türkei, auch militärisch 🤷‍♂️.

"Auf Türkeis" gibt's nicht, das heißt "auf der der Türkei". Und Bergkarabagh ist völkerrechtlicher Bestandteil Aserbaidschans und völkerrechtswidrig von Armenien besetzt, wenn auch überwiegend armenisch besiedelt.

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Dieses Sæbelrasseln hat den Energiehunger der Türkei zum Grund (Erdgas). Beide Länder sind jedoch Natomitglieder, ein Krieg innerhalb der Nato wäre ein Novum. Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, wie das Seerecht und die tangierten Territorien auszulegen sind, wem nun die jeweiligen Seegebiete gehören, auf denen Probebohrungen stattfinden.

Die Türkei versucht überall seine Hoheitsgebeite auszuweiten.

Wenigstens in Griechenland wird das nicht so ohneweiters gelingen.

Die griechischen Inseln in der Ägäis sind immer schon griechisch, es wohnen auch immer schon Griechen dort.

Die Türkei argumentiert etwas bizarr, dass die Inseln ja viel näher an der Türkei liegen.

Dabei wird aber unterschlagen, dass das heutige türkische Festland griechisch war und von der Türkei erobert wurde und die meisten Griechen getötet wurden.

Daraus nun heute ein Recht abzuleiten, dass die Hoheitsgewässer der griechischen Inseln nicht mehr griechisch sind, wird von der UNO, der EU und der Nato nicht akzeptiert werden.

Angefangen hat es in Zypern, das man zur Hälfte annektiert hat, was aber nie von irgend jemand anerkannt wurde.

Die räumliche Nähe von Inseln zu irgendeinem (fremden) Staat spielt völkerrechtlich überhaupt keine Rolle. Dann müssten die ganzen "Panhandle"-Inseln Alaskas zu Kanada gehören, Pantelleria u. Lampedusa zu Tunesien, die Kanalinseln (Jersey, Guernsey usw.) zu Frankreich, die Andamanen zu Myanmar, usw. usw.

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@Sandlerkoenig07

Vor allem müsste mir dann jemand erklären, warum Madeira zu Portugal gehört und nicht zu Marokko ;) Oder warum Hawaii US-amerikanisch ist...

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@Judith171

Warum nicht? :) Die Kanaren sind ja sogar wieder spanisch.

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Es geht hier auch nicht darum, welche Insel wohin gehört, sondern wieviel Seeanspruch solche Inseln haben.

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Kannst du mir mal zeigen, wo im Vertrag von Lausanne was über die Meeresgrenze geht?

Richtig, sie ist nicht Bestandteil des Vertrags.

Nach internationalem Seerechtsübereinkommen muss die Grenze vertraglich vereinbart werden, was bisher nie geschehen ist.

Es ist einfach lächerlich von der Türkei zu erwarten, dass sie einfach so akzeptiert, dass das Griechische Hoheitsgebiet direkt vor der türkischen Küste beginnt...

Die Türkei ruft schon von Anfang an zum Dialog und zur Festlegung der Grenzen auf, dann soll Griechenland das Angebot doch mal annehmen, wenn sie meint, sie wäre im Recht... Man kann ja auch bspw den Internationalen Gerichtshof in Anspruch nehmen, welche ebenfalls gegen Griechische Ansprüche plädieren würde...

Die Meeresgrenze? Was willst die verhandeln?

Die Griechen mögen nicht die schlausten sein aber derartig dumm sind sie garantiert nicht.

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@Couchpotao

Ja genau. Die Meeresgrenze muss vertraglich vereinbart werden, kannst du im internationalen Seerechtsübereinkommen nachlesen, aber Griechenland nähert sich dem nicht.

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@Couchpotao

Anscheinend nicht, denn die Türkei nimmt sich das, was ihnen zusteht und Griechenland kann rein gar nichts machen 🤷🏻‍♂️

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Die türkische Regierung hat damals den Vertrag von Sevres nicht akzeptiert, da das osmanische Reich vernichtend geschlagen wurde.
Daraufhin kam es zum Aufstand und nach dem Türkisch-Griechischen Krieg wurde neu verhandelt. Die Türkei hat den Westen der heutigen Türkei bekommen, die sie laut Vertrag von Sevres nicht einmal hatten.

Was ist nun ? Die Türkei fordert und fordert und fordert und fordert. Erinnert mich persönlich auch an das Vorgehen der Deutschen Regierung in den 30iger Jahren (Böhmen, Mähren usw)

Es gab die 6 Meilen Grenze, die Türkei will diese ausweiten. Warum ? Wegen Bohrungen. Also erzähl hier bitte keine Propaganda von „Die nehmen sich was ihnen zusteht“

Laut Vertrag von Sevres wäre die Türkei ein ganz kleiner kleiner Staat.

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Lies den Artikel:

Die ostägäischen Inseln, deren Gebiet bis vor die türkische Küste reicht, gehören gemäss dem Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 zu Griechenland. Unter dem Regime Erdogan beginnt die Türkei nun aktiv dagegen aufzubegehren. Gastkommentar von Ekkehard Kraf Nicht zum ersten Mal stehen sich griechische und türkische Flottenverbände in der Ägäis gegenüber. Ob die Situation derzeit gefährlicher ist als 1987 und 1996, lässt sich nur schwer entscheiden. Der Konflikt um die maritimen Grenzen zwischen den beiden Ländern ist mittlerweile fast ein halbes Jahrhundert alt.Anfang der siebziger Jahre hatten griechische Ölfunde bei der InselThasos Spekulationen über Erdölvorkommen im Ägäischen Meer aufkommen lassen. Um ihre eigenen Ansprüche deutlich zu machen, vergab die türkische Regierung im November 1973 der staatlichen Erdölgesellschaft TPAO die Konzession für die Suche nach Erdöl in insgesamt 27 Gebieten der Ägäis, die weit westlich der ostägäischen Inseln lagen. Griechenland stützt sich auf die von ihm unterzeichnete und ratifizierte UN-Seerechtskonvention (Unclos). Diese sieht für (bewohnte) Inseln einen Festlandsockel und die Möglichkeit der Ausdehnung der nationalen Hoheitsgewässer von 6 auf 12 Seemeilen vor sowie eine Ausschliessliche Wirt schaftszone (AWΖ) bis zu 200 Seemeilen, innerhalb deren der jeweilige Küstenstaat über die exklusiven Nutzungsrechte der natürlichen Ressourcen verfügt. Die türkische Seite vertritt demgegenüber die Auffassung, dass es sich bei der Ägäis um einen Son derfall handle. Die griechischen Inseln sässen auf dem türkischen Festlandsockel, die Grenze verlaufe als Mittellinie zwischen dem griechischen und türkischen Festland. Die östlich dieser Linie liegenden griechischen Inseln seien Enklaven innerhalb des türkischen Ägäisteils. Die Unclos gelte schon deshalb nicht, weil die Türkei ihr nicht beigetreten sei. Athen hat bis heute von einer Ausdehnung der Hoheitsgewässer in der Ägäis abgesehen, aber nicht prinzipiell darauf verzichtet. Die Türkei hat mehrfach betont, dass sie einen solchen Akt als Casus Belli betrachten würde, im Schwarzen Meer und im Mittelmeer jedoch ihre Hoheitsgewässer auf 12 Seemeilen ausgeweitet. Nach dem Zwischenfall vom Januar 1996, bei dem es um die Zugehörigkeit einer Felseninsel ging und es ohne das Eingreifen der USA zu einem militärischen Zusammenstoss gekommen wäre, setzte auf beiden Seiten ein Umdenken ein, gefördert auch durch die gegenseitige Hilfe bei den Erdbeben 1999. Wie bereits in den beiden Jahrzehnten zuvornahm man wieder einen Anlauf, um den bilateralen Streit zu lösen. Die Türkei, die sich damals um die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit der EU bemühte, zeigte sich vor allem zwischen 1999 und 2004 kompromissbereiter als zuvor. Doch aus verschiedenen Gründen, für die nicht nur eine Seite verantwortlich war, wurde das damals gute bilaterale Klima nicht für eine Lösung des Konflikts genutzt. 2009 begann die griechische Schuldenkrise, die andere Prioritäten setzte. Die bilateralen Gesprächsrunden – insgesamt 60 – wurden indes bis Anfang 2016 fortgeführt, bis sie auf Wunsch der Türkei ausgesetzt wurden. Nun ist der Konflikt wieder aufgeflammt, doch im Unterschied zu früher stehen nicht so sehr die Frage der Hoheitsgewässer,sondern die Ansprüche auf die AWZ im Vordergrund. Die Türkei glaubt, mit dem im November 2019 mit dem libyschen Ministerpräsidenten vereinbarten Abkommen ihre Ansprüche gesichert zu haben. Der türkische Kontinentalsockel reicht gemäss diesem Abkommen, in dem die griechischen Ansprüche komplett ignoriert werden, bis zur Ostküste Kretas. Doch nicht nur deshalb ist das Abkommen völkerrechtlich fragwürdig. Es wurde auch vom libyschen Parlament abgelehnt und nicht ratifiziert. Um ihre aus diesem Abkommen abgeleiteten Ansprüche zu manifestieren, kündigte die Türkei bereits Wochen im Voraus die Entsendung des Forschungsschiffs «Oruc Reis» an. Flottenverbände beider Länder marschierten in der Seeregion südöstlich von Kastelorizo auf, während die «Oruc Reis» immer noch vor Antalya lag. Ende Juli kam es zu einer kurzzeitigen Entspannung. Nachdem Griechenland und Ägypten am 6.August in einem Abkommen die Ausdehnung ihrer AWZ geregelt hatten, nahm die «Oruc Reis» schliesslich doch noch Kurs auf das betreffende Gebiet. Eine AWZ ist kein nationales Hoheitsgewässer, weshalb sie auch von ausländischen Schiffen ungefragt befahren werden darf. Ausländische Kriegsschiffe können dort sogar Manöver abhalten.
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@verreisterNutzer

Fortsetzung:

Untersagt sind lediglich Eingriffe in das ausschliessliche Nutzungsrecht des Meeresbodens, etwa durch seismische Untersuchungen, wie die «Oruc Reis» sie durchführen sollte. Ein solches Vorhaben war aber angesichts der von türkischen und griechischen Kriegsschiffen ausgehenden Geräuschkulisse nur schwer durchführbar, weshalb die griechische Marine auch nicht eingriff, sondern sich auf ihre Präsenz beschränkte. Ungefährlich ist eine solche Situation nicht, da es leicht zu einem Zwischenfall kommen kann. In der Tat kam es zu einem Zusammenstoss zwischen zwei Fregatten, bei dem das türkische Schiff leicht beschädigt wurde. Eine weitere Die türkische Politik hat sich gegenüber früher gewandelt. Angesichts der durch das internationale Seerecht gestützten griechischen Position ging es ihr vor allem darum, eine maximale Umsetzung der griechischen Ansprüche zu verhindern und Verhandlungen zu erwirken. Trotz dem provokativen Verhalten war die Politik Ankaras letztlich defensiv. In der Ära Erdogan hat die Türkei sich in vielem verändert, auch in derAussenpolitik. Jedenfalls muss man sich fragen, auch wenn in den Medien bereits vom «Erdgaskonflikt» gesprochen wird, ob es tatsächlich vornehmlich um die Energierohstoffe geht, die im Meer vermutet werden, von denen niemand bis jetzt weiss, ob und in welchem Umfang sie tatsächlich existieren. Oder geht es der Türkei darum, die Doktrin des «Blauen Vaterlands» («Mavi Vatan») durchzusetzen, die einen unverhüllten Anspruch auf die Vorherrschaft im östlichen Mittel meer und in der Ägäis darstellt? Bei der Definition der jeweiligenAWZ soll nicht dieVölkerrechtspraxis ausschlaggebend sein, sondern der Wille des regionalen Hegemonen. Die anderen Staaten werden als nicht ebenbürtig betrachtet, sondern die türkische Regierung erwartet, dass sie sich ihrem neoosmanischen Dominanzanspruch unterordnen. Diese schon länger zu beobachtende Haltung hat zu einer zunehmenden Isolation der Türkei in der Region geführt. Griechenland kann dagegen erstmals im maritimen Streit mit dem Nachbarland auf Verbündete zählen. In der Region sind dies Israel und Ägypten, zu denen sich die Beziehungen in den letzten Jahren dynamisch entwickelten. Auch Frankreich hat sich wie diese beiden Länder dezidiert an die Seite Griechenlands gestellt und dies mit militärischen Gesten unterstrichen. Dieser Schritt trägt eher nicht zu grösserer Spannung bei, da er letztlich gegenüber der Türkei abschreckend wirkt. Griechenland hat bereits deutlich gemacht, dass es bei allfälligen Verhandlungen lediglich um die Abgrenzung der AWZ und den Kontinentalsockel gehen soll. Die türkische Seite will dagegen über alles, ohne Vorbedingungen und Beschränkungen,sprechen.
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@verreisterNutzer

Fortsetzung:

Zur Vertrauensbildung trägt gewiss nicht bei, dass Erdogan bei seinem letzten Besuch in Athen Ende 2017 die Revision des Vertrags von Lausanne forderte, mit dem 1923 die bilateralen Beziehungen nach dem griechisch-türkischen Krieg geregelt wurden. Äusserungen türkischer Politiker, nicht nur der Regierungspartei AKP, Griechenland halte türkische Inseln besetzt, verstärken auf griechischer Seite das ohnehin schon grosse Misstrauen noch mehr. Griechenland und das Osmanische Reich hatten sich bereits 1913, nach den Balkankriegen, im Friedensvertrag von Athen darauf geeinigt, die Entscheidung über die Zugehörigkeit der ostägäischen Inseln dem Schiedsspruch der sechs damaligen europäischen Grossmächte zu überlassen. Deren Entscheidung wurde 1923 in Lausanne noch einmal festgehalten und auch von der Türkei akzeptiert. Die Dodekanes wurde 1947 gemäss dem Pariser Vertrag von Italien, dem die Inselgruppe im Lausanner Vertrag zugesprochen worden war, an Griechenland abgetreten. Der griechische Ministerpräsident Mitsotakis brachte einmal mehr die Möglichkeit ins Spiel, den Streitfall dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag vorzulegen, wie es die griechische Position seit 1975 ist. Dies wäre indes nur möglich, wenn auch die Türkei zustimmte. Nur einmal, 1975, war dies kurzzeitig der Fall. Eine dauerhafte Entspannung oder gar einen Durchbruch bei den strittigen Fragen darf man vorerst nicht erwarten. Die Schweizer Diplomatie sollte sich davon indes nicht abschrecken lassen.Ihr Vermittlungsangebot war im Zusammenhang mit dem Konflikt die erste gute Nachricht.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 28.08.2020, Seite 8

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Kannst du mir mal zeigen, wo im Vertrag von Lausanne was über die Meeresgrenze geht?
Richtig, sie ist nicht Bestandteil des Vertrags.

Die Türkei hatte damit aber ihre Ansprüche auf Zypern aufgegeben. Zypern ist heute ein autonomes Land und Mitglied der EU und hat fast 80% Bevölkerungsanteil griechischer Abstammung.

1950 hatte die Türkei dann einseitig wieder einen Anspruch auf Zypern gestellt und teilt das Land seitdem auf. Demnach soll Nord-Zypern türkisches Land sein. Das wurde aber von keinem anderen Land der Welt jemals anerkannt.

Deswegen fahren die türkischen Schiffen unter militärischem Begleitschutz vor die Gewässer Nord-Zyperns und erheben Ansprüche auf die dortigen Bodenschätze.

Das ist im Grunde so als würden russische Kriegsschiffe plötzlich in der Nordsee auflaufen und behaupten, dass es jetzt zu ihrem Territorium gehört...

Griechenland rüstet bereits seit Jahren gegen die Türkei auf, obwohl sich beide in der Nato befinden...

Ein Angriff auf Griechenland oder Zypern, wäre damit gleichzeitig ein Angriff auf die EU und die Nato-Partner reiben sich gegenseitig auf... wer sich dabei die Finger leckt ist an erster Stelle Putin ;)

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Ich denke nicht, dass es zu einem Krieg kommt, im schlimmsten Fall herrschen "kriegerische Zustände“. Die Provokationen der Türkei sind seit Jahrzehnten bekannt. Zudem sind beide Nato-Mitglieder. Es ist trotzdem ein riesiges Geschäft. Sowohl die Medienindustrie als auch die Waffenlieferungen an beiden Länder verdienen eine goldene Nase. Dieses Spiel ist bekannt. Es geht um Milliarden-Geschäft wenn nicht um Billionen.

Woher ich das weiß:Recherche

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