Wird der Deutsche Nationalstolz unterdrückt?

Das Ergebnis basiert auf 28 Abstimmungen

Ja 50%
Nein 50%

5 Antworten

Nein

Wenn man sich als Teil einer Gemeinschaft fühl, die etwas positives geleistet hat, kann man darauf auch stolz sein. Auch wenn die Zugehörigkeit rein zufällig zustande gekommen ist und der eigene Anteil verschwinded gering ist. Viele beim Daimler sind stolz auf die tollen Autos, die dort gebaut werden, auch wenn sie selber nur die Lohnabrechnung machen.
In diesem Sinne können die Deutschen sicher auf ein paar Sachen stolz sein. Sie haben aus der Geschichte gelernt und Frieden mit allen Nachbarn. Im Gegensatz zu Frankreich, England, USA, Russland kein Krieg seit über 70 Jahren. Zig Millionen Flüchtende zuerst aus den Ostgebieten, dann Russland-deutsche aufgenommen und integriert. Stabilisierender Faktor der Weltpolitik.
Deutsche Ostpolitik mit Frieden zu Polen durch den Verzicht auf Gebietsansprüche. Trotz der Demontage der Industrie wurde die DDR zur führenden Wirtschaftsnation im Ostblock, mit etwas besseren Bedingungen die BRD im Westen. Mit der stark angestiegenen Zahl der Flüchtlinge 2015 sind wir doch ganz gut fertig geworden und viele davon sind integriert. Auch bei der Corona Impfung stehen wir besser da wie viele andere Staaten. Klar ist NICHTS perfekt, alles kann man kritisieren und schlechtmachen. Aber im großen ganzen ist Deutschland ein ganz ordentlicher Staat. Und daran haben viele Anteil, sei es, dass sie Steuern zahlen, Kinder oder Alte pflegen oder sich sonst engagieren. Die dürfen doch auch etwas Nationalstolz haben. Übrigens unabhängig davon, wo sie herkommen, jede die einen deutschen Pass hat, ist eine Deutsche. Und nein, dieser Stolz wird nicht unterdrückt. Nur die Miesmacher behaupten, Deutschland sei ein schlechtes Land und jede, die darauf stolz ist, sei ein schlechter Mensch.

Nein

Der deutsche Philosoph Schopenhauer hat's auf den Punkt gebracht:

"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen." - Parerga und Paralipomena, Erster Band, Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel IV: Von dem was einer vorstellt.

Von Experten earnest und LeProblemo bestätigt
Nein

Dafür, dass er so unterdrückt wird, schreien Rechtspopulist*innen und -Extremist*innen ziemlich laut nationalistische Parolen herum (wohlgemerkt auch im Bundestag) oder müssen überall Deutschlandflaggen zeigen.

Worauf ist man denn da stolz? Zufällig in der BRD geboren worden zu sein? Wenn man auf so eine "Leistung" stolz ist, sollte man sein Weltbild hinterfragen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Politikwissenschaften

Komisch dass solche Aussagen nur von hier kommen xD

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Worauf ist man denn da stolz? Zufällig in der BRD geboren worden zu sein? Wenn man auf so eine "Leistung" stolz ist, sollte man sein Weltbild hinterfragen.

Gleiches gilt dann aber auch für die Sache mit 2. WK, wo sich schließlich auch viele Unbeteiligte Verantwortlich fühlen, auch wenn sie zufällig in der BRD geboren wurden und das weit nach dem Ereignis. Komischerweise scheint es da ja auch Unterschiede zu geben. Sich verantwortlich fühlen und sich zu bücken ist anerkannt, Nationalstolz jedoch nicht.

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@Photon123

Die Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen betrifft uns ja auch als deutsche Gesellschaft nachhaltig und nachweislich; in rassistischen Vorurteilen oder auch in feigen Anschlägen.

Das ist bei dubiosen Nationalstolzvorstellungen nicht gegeben.

Was hat das eigentlich mit "bücken" zu tun?

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@Rocker73

Nein, das betrifft jede Gesellschaft. Rassismus gibt es nicht nur in Deutschland und es gibt wohl auch kaum ein Land, wo es gerade Ausländer allgemein besser haben.

Anschläge machen nicht nur Rechte, sondern auch oft Einwanderer / Asylanten, wie man in der Vergangenheit immer wieder sehen konnte. Auf den Straßen wegen Israel waren auch sehr viele unterwegs, die nicht "biodeutsch" waren.

Mit bücken meine ich mit dem Mainstream zu schwimmen, das zu sagen was anerkannt ist und bloß keine Probleme ansprechen, die irgendwas mit Einwanderung, Asylanten etc. zu tun haben und sich selbst als Deutscher möglichst klein und "schuldig" halten.

Ich halte Nationalstolz für völlig legitim. Sieht man ja auch beim Fußball, wenn Deutschland gewinnt...ist auch eine Art Nationalstolz. Da geht es dann ja scheinbar auch. Ich selbst bin nicht stolz auf DE, weil hier einiges absolut schief läuft im Land und ich auch sonst nicht so der Typ dafür wäre, aber ich gestehe es anderen zu ohne dabei gleich an rechte Dinge zu denken.

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@Photon123
Anschläge machen nicht nur Rechte, sondern auch oft Einwanderer / Asylanten, wie man in der Vergangenheit immer wieder sehen konnte. Auf den Straßen wegen Israel waren auch sehr viele unterwegs, die nicht "biodeutsch" waren.

Stimmt, ist aber gerade nicht der Punkt.

Wenn dich das aber nur interessiert, um rechtsextreme Verbrechen herunterzuspielen, ist deine Begründung doch eher ideologisch argumentiert (Whastaboutism).

Ich halte Nationalstolz für völlig legitim. Sieht man ja auch beim Fußball, wenn Deutschland gewinnt...ist auch eine Art Nationalstolz. Da geht es dann ja scheinbar auch.

Finde ich genauso fragwürdig; schließlich stand ich doch nicht auf dem Platz oder ein Verwandter von mir.

Aber jeder, wie er lustig ist.

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@Photon123

Und ich frage dich nochmal:

Wo siehst du in der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ein "bücken"? Kannst du mir das beantworten?

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@Rocker73

Hab ich dir gesagt. Aufarbeitung ist nicht nötig. Die Sache ist im Grunde durch. Man hat sich zig mal entschuldigt für Dinge, die weit in der Vergangenheit sind und mit denen die meisten lebenden Leute nichts am Hut haben, aber mit in den Topf geworfen werden. Man hat auch Zahlungen geleistet, die Situation für Ausländer hier um 180 Grad geändert etc.

Man muss mal drüber reden wie in der Schule, aber das wars dann auch. Es geht nicht darum das zu verschweigen, es geht mir vor allem um die Haltung und die ist "gebückt", wenn man nicht mehr über bestimmte Dinge reden darf oder nur noch das sagen darf was andere einem vorschreiben oder aber auch immer das "Schuldpaket" mit sich schleppt.

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@Photon123
Hab ich dir gesagt. Aufarbeitung ist nicht nötig. Die Sache ist im Grunde durch. Man hat sich zig mal entschuldigt für Dinge, die weit in der Vergangenheit sind und mit denen die meisten lebenden Leute nichts am Hut haben, aber mit in den Topf geworfen werden. Man hat auch Zahlungen geleistet, die Situation für Ausländer hier um 180 Grad geändert etc.

Oh Gott, steh mir bei.

Du meinst also, dieser Zivilisationsbruch ohne historischen Vergleich kann durch Zeit und durch Zahlungen völlig verbüßt werden? Wie unglaublich politisch naiv.

wenn man nicht mehr über bestimmte Dinge reden darf oder nur noch das sagen darf was andere einem vorschreiben oder aber auch immer das "Schuldpaket" mit sich schleppt.

Worüber darf man denn nicht reden? Auf, hau´s raus! Was darf nicht gesagt werden? Das will ich wissen.

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@Rocker73
Du meinst also, dieser Zivilisationsbruch ohne historischen Vergleich kann durch Zeit und durch Zahlungen völlig verbüßt werden? Wie unglaublich politisch naiv.

Ja. Denn jetzige Generationen haben dazu nichts beigetragen. Das ist wie mit dem Nationalstolz / Stolz, den man ja auch nicht haben darf, wenn man nichts geleistet hat ;) Politisch naiv ist es alles so laufen zu lassen wie es ist.

Worüber darf man denn nicht reden? Auf, hau´s raus! Was darf nicht gesagt werden? Das will ich wissen.

Das weisst du ganz genau. Einige Beispiele habe ich auch bereits genannt. Man sieht es ja auch am jüngsten Beispiel von Würzburg. Kein Wort von Merkel. Und warum? Weil man das Problem nicht ansprechen will und weil man irgendwelchen Rechten keine Vorlagen liefern will. Die Opfer werden dafür nochmals geopfert. Würden Ausländer gejagd werden, dann würde Merkel und sämtliche anderen Politiker gleich parat stehen und was sagen. Darüber muss man sich auch nicht streiten, denn das ist Fakt. Aber damit auch genug.

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@Photon123

Du leidest unter schweren Wahnvorstellungen.

Da es aber angenehmer ist, in seine xenophoben Blase zu bleiben, anstatt mal zu überlegen, ob die Verbrechen in Würzburg und NSU, Chemnitz, Halle oder Hanau (um nur ein paar zu nenen) wirklich vergleichbar sind, lass ich dich mal in Frieden.

Ja. Denn jetzige Generationen haben dazu nichts beigetragen.

Kann es sein, dass du es nicht kapieren willst?

Nochmal. Freilich hat die jetzige Generation keine Schuld für das, was damals geschah. Sie hat aber eine zivilgesellschaftliche Verantwortung, die sich aus der deutschen Geschicht ergibt. Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit entschieden abzulehnen und dagegen vorzugehen. Der Schatten des NS-Regimes reicht bis in die Gegenwart.

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Nein

Zumindest nicht von mir. Ich bin nicht auf etwas stolz, woran ich keinen Anteil habe.

Nein

Nein, ist doch nicht verboten, auf seine durch Geburt erworbene Nationalität stolz zu sein.

Ich selber kann Nationalstolz nicht nachvollziehen. Wüsste auch nicht, was mir das bringen soll. Aber jeder wie er eben mag.

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