Wird das Pflegegeld während der Verhinderungspflege weiterhin gezahlt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo.

Zum einen steht nicht dir das Pflegegeld zu, das Pflegegeld steht rechtlich dem Pflegebedürftigen zu. Gibt er es an dich weiter so ist das OK.

Für die Verhinderungspflege (VHP) stehen jährlich für maximal 6 Wochen 1612€ für die Verhinderungspflege bereit.

Angehörige bis zum 2. Grad, auch verschwägert erhalten keine Entlohnung für die VHP. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Zusätzlich zur VHP können auch noch 50% aus der Kurzzeitpflege dazugenommen werden, vorausgesetzt, die Kurzzeitpflege wurde noch nicht beansprucht.

Somit stehen für 9 Wochen maximal 2418€ bereit.

Die VHP ist eine Erstattungsleistung. Der Pflegebedürftige muss mit der Bezahlung der VHP in Vorkasse treten wenn durch privatpersonen die VHP erfolgt und durch Beleg bei der Kasse die Rückerstattung beantragen.

Dazu ist eine Quittung erfordrlich aus der de Name der Person hervorgeht die die VHP erbringt, es muss das vereinbarte Stunden- Honorar und der Gesamt Betrag ersichtlich sein und wie viele Std. tgl. und insgesamt für die VHP erbracht wurden. Diese Quittung wird bei der Kasse zur Erstattung eingereicht.

Die VHP ist STUNDENWEISE zu beantragen, denn dann können die Gelder bis zum letzten Cent ausgenutzt werden.

Wenn nicht rechnet die Kasse die VHP taggeweise an und somit könnte Geld verfallen.

Das Pflegegeld wird bis zu 28 Tage bei Erbringung von VHP , wenn sie ganztägig erfolgt weiter gezahlt. Danach wird das Pflegegeld eingestellt.

Errfolgt die VHP Stundenweise, so wird das Pflegegeld nicht gekürzt und weiter bezahlt. Denn diese Leistungen sind somit einander kombinierbar.

Du kannst einen örtl. ambul. Pflegedienst mit der VHP beauftragen, dann kann der PD die erbrachte VHP direkt mit der Kasse abrechnen.

Und wichtig: die VHP ist formlos bei der Pflegekasse STUNDENWEISE, seihe Anmerkung oben, zu beantragen und nach hinten offen. Begrenzt du die VHP so muss jedesmal ein neuer Antrag eingereicht werden.

Ich danke dir für die ausführliche Antwort. Allerdings habe ich noch ein paar Fragen dazu.

Also der erste Schritt wäre ein Antrag auf VHP Stundenweise. Dann wird die VHP durchgeführt, der Ersatzpfleger stellt dann eine Quittung aus und bekommt das Geld von der gepflegten Person. 

Hier habe ich gleich drei Fragen.

1) Wenn die VHP stundenweise beantragt wird, fällt dann die Regelung mit den 28 Tagen weg?

2) Wie hoch kann man den Stundensatz für die Pflege ansetzen? Die Pflegestufe 3 sagt ja, dass täglich mindestens 5 Stunden Hilfe geleistet werden muss. So ein Gedankenspiel: 1612€ / 28 Tage = 57,57€ / Tag. 57,57€ / 5 Stunden = 11,51€ / Stunde. Wenn ich täglich ca. 6-7 Stunden Zeit für die Pflege brauche, sind dann 10€ / Stunde angemessen?

3) Die Pflegeperson ist seit Geburt schwerbehindert. Sie bekommt Leistungen nach SGB XII (Grundsicherung). Von dort aus kommt auch das Pflegegeld. Die Pflegeperson ist nicht in der Lage mit dem Geld für die VHP in Vorleistung zu treten. Was gibt es da für Möglichkeiten?

Ich danke dir für deine bisherige Hilfe und freue mich auf deine Antworten.

LG

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@mbraun

1) Wenn die VHP stundenweise beantragt wird, fällt dann die Regelung mit den 28 Tagen weg?

ja, die fällt dann weg, wie ich schon schrieb.

Zu 2)

Die ermittelten Zeiten zur Pflegestufe durch den MDK haben letztendlich nichts mehr mit den erbrachten leistungen zu tun. Denn kommt ein ambul. PD ins Haus, müsst ihr euch dort Leistungen nach Leistungskomplexen einkaufen. Für jeden Leistungskomplex erhält der Pflegedienst ein festgedeckeltes Honorar, egal wie lange er benötigt.

Wichtig bei der Stundenweise VHP ist, dass die tgl. erbrachte Zeit unter 8 Stunden liegt.

Und diese von dir angesetzten 10€/h sind angemessen.

Da sie eine Pflegestufe hat, wurde sie doch vom MDK eingestuft. Somit erhält sie von der Pflegekasse das Pflegegeld. Vom Sozialamt erhält sie die zusätzliche Grundsicherung.

Sucht ihr euch einen ambul. Pflegedienst für die VHP so kann dieser die Leistungen direkt mit der Pflegelasse abrechnen.

Nicht die Person die die Pflegeerbringt stellt die Quittung aus, die Quittung müsst ihr ausstellen und von der person die die VHP erbrachte unterschreiben lassen.

Sprecht mit dieser Ersatzperson, dass ihr erst die Erstattung durch die Pflegekasse abwarten müsst bis sie ihr Geld bekommt.

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Das Pflegegeld läuft zu 50% weiter. Du bekommst für die Verhinderungspflege 1600 €

So einfach ist das nun auch wieder nicht.

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@Griesuh

Nee, einfach ist es nicht. Ist ne Menge Papierkram. Ich glaube die Kassen spekulieren schon darauf, dass es vielen zu mühsam ist und deshalb ihre Anträge erst gar nicht stellen.

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