Wird das Internet irgendwann die Schule ersetzen?

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15 Antworten

Solange man noch nicht lesen kann (was man in der Regel in der Schule lernt), kann man auch die Informationen im Internet nicht lesen.

Oder meinst du, dass es klappen könnte, dass Kinder sich grundsätzlich mithilfe einer Anlauttabelle das Lesen im Internet selber beibringen?

Aber selbst bei Schülern, die schon sieben oder zehn Jahre unter didaktischer Anleitung ihrer Lehrer gelernt haben, findet man eine Menge "Internetanalphabeten", die nicht in der Lage sind, die sie interessierenden Informationen vernünftig aus dem Internet zu ziehen und zu verstehen. Diese Schüler heulen dann bei GF herum:

"Wikipedia ist mir zu kompliziert, ich verstehe das alles nicht, kann mir das nicht mal jemand erklären!"

Wer soll denn dann die restlichen Schüler erziehen (wie einige Eltern es meinen), wenn Schule durch das Internet ersetzt werden. Soziale Kontakte bleiben dann auf der Strecke.

Im Internet steht aber auch viel falsches. Zum Beispiel

Klarheit 33 hat keine Ahnung von nichts.

Auf kleine Fehler wird hier nicht geachtet. Wie willst du im Netzt lesen und schreiben und rechnen lernen? Gut es gibt Programme. Aber mit denen kommen Kinder erstmal nicht alleine klar. Und es gibt so viel Allgemeinwissen( was Kinder und Jugendliche oft erst mal nicht Interessiert, als erwachsene sind sie aber froh es zu wissen)

Es ist auch nicht jeder zum Selbststudium bereit.

Kurz: Das Internet wird auch in Zukunft mehr Raum im Unterricht einsetzten, die Schule aber in Europa zumindest nicht abschaffen.

In Australien allerdings gibt es das das die Kinder über den PC mitlernen wenn sie mitten im Busch wohnen. Aber die haben dann auch feste Zeiten.

Im Internet fehlt persönlicher direkter Kontakt von Mensch zu Mensch, die Auswahl ist beliebig, zum googeln braucht es Vorwissen: allein aus dem internet lernen wäre also eine schlechte Variante. Beim googeln gibt's auch eine geringe Verarbeitungstiefe, Informationen sind schlecht erinnert - was aber auch schon mal erwüscht sein kann, wenn ich bsplw für einen Vortrag mal eben das aktuelle BIP von Norwegen brauche, das auf Dauer aber gar nicht erinnern will. Hinzu kommt: für Kinder sind Beziehungen - gerade auch, wenn es um Lernen geht - enorm wichtig (für Erwachsene auch, aber weniger). Beziehungen lassen sich im internet nicht pflegen, die brauchen persönlichen Kontakt - dann hilft das internet wieder, Informationen auszutauschen (was auch Nachteile hat; gab mal Zeiten, da war ich nicht mehr erreichbar, sobald die Haustüt hinter mir geschlosssen war).

Alternative: Schulen schaffen, in denen Lernen Spaß macht - so sehr, dass die Kinder weinen, wenn Ferien sind; ein paar gibt es schon (wie ESBZ); ja, dass sie Lernen fördern statt zu deckeln. Bei den Unternehmen pricht es sich inzwischen herum, dass auf Schulnoten kein Verlass mehr ist. Lernen wird dann aber auch individueller, ein Horror für die, die gerne normieren möchten; müssen diie sich halt ein anderes Hobby suchen. Kaum wer braucht höhere Mathematik - wohl aber das Hintergrundwissen z.B. in Statistik, das erkennen lässt, wo mal wieder manipuliert ist.

NIEMALS. Schon in den 70er glaubten einige Fantasten, dass programmierte Maschinen die Schule und die Lehrer ersetzen könnten. Sie glaubten sogar, dass Maschinen BESSER seien als Lehrer (Menschen)....

Lies mal Issac Asimovs berühmte, sich fats "uralte" Kurzgeschichte "The Fun They Had".

Bswss 02.12.2013, 19:20

Edit:** schon fast uralte...**

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Und woher hast du die fuer ein Selbststudium notwendigen Grundkenntnisse, das Allgemeinwissen, sowie Analysewerkzeuge, ganz zu Schweigen von der Faehigkeit vernuenftig Lesen und Schreiben zu koennen? Richtig, das kommt alles aus der Schule, ob du es nun wahrhaben willst oder nicht.

Sei froh, dass du in einem Land lebst, in dem es ein ziemlich gutes Bildungssystem gibt, was darueberhinaus auch noch fast geschenkt ist. Selbst ein Studium kostet praktisch nichts und jeder kann, wenn er/sie denn will, die hoechsten Bildungsabschluesse erlangen, ohne sich in Schuldenberge zu stuerzen.

Ich kenne beruflich und aus eigener Erfahrung einige andere Schul- und Unisysteme der Welt und ich bin so froh, dass ich in Deutschland zur Schule und Uni gehen konnte. Das wirst du auch sein, aber du bist wohl noch zu jung, um das zu verstehen.

  • Schon um einen PC bedienen zu können, braucht es eine gewisse Vorbildung.
  • In der Schule ist die Themenauswahl begrenzt, im Internet nicht. Das mag nach Freiheit klingen - ohne Vorwissen fehlt allerdings Orientierung. Wie soll man diese Freiheit nutzen und genießen, wenn man gar keine Ahnung hat, was einen interessiert und was es überhaupt alles so gibt? In der Schule erhält man zumindest Einblicke und einen kleinen Überblick. So lässt sich neues Wissen bekannten Kontexten zuordnen. Manche Bereiche würde man ohne die Schule nicht oder kaum kennenlernen. Allgemeinwissen ist für die oben angesprochene Orientierung allerdings eine wichtige Bedingung.
  • Einen häppchenweisen Einstieg in ein Thema kann das Internet nicht immer bieten. Auch für Rückfragen steht nicht immer jemand zur Verfügung. Zwar gibt es viele Foren, doch können diese den direkten Kontakt und Austausch nur lückenhaft ersetzen. Viele sind eben keine großen Autodidakten, sondern brauchen Führung, Anleitung und Hilfe beim "Flüggewerden".
  • Generell ist menschlicher Kontakt wichtig, insbesondere bei Heranwachsenden. Nicht nur der direkte Kontakt zu Lehrpersonen, sondern auch zu Gleichaltrigen. Nicht überall gibt es die dörfliche Idylle, in der die Kinder sowieso miteinander spielen. Viele Leute lernt man erst in der Schule kennen.
  • Wirklich kritisches Denken lernt man in der Schule zwar nicht, aber im Internet noch viel weniger. Jeder kann schreiben, was er will, und es als "Wissen", "Wahrheit" oder "Fakt" bezeichnen.

Das aktuelle Schulsystem halte ich zwar für stark überarbeitungsbedürftig, aber es komplett abzuschaffen, und das auch noch nur zugunsten des Internets - um Himmels Willen, bitte nicht.

Ich bin froh und stolz drauf, dass wir in Deutschland ein Schulpflicht haben. Ich bin mir sicher, dass ein Selbststudium auch was nutzt aber wenn das wirklich mal soweit sein sollte das es keine Schule mehr gibt, was nicht passieren wird, werden die Leute lieber Spielerchen machen als fürs Leben zu lernen. Wir haben so ein Glück kostenlos ausgebildet zu werden. In anderen Ländern gibt es nicht mal Schulen. Niemand lernt lesen und schreiben. Das ist doch traurig.

Außerdem kann das Internet keine Lehrer ersetzten.

Manchmal habe ich auch so ein Gefühl, dass Internet die Schule ersetzen wird.

Im Internet kann, wie man bei GF gut sehen kann, jeder jeden Quatsch posten, ob richtig oder falsch. Um Richtiges von Falschem unterscheiden zu können, braucht es etwas, das man "Lebenswissen" nennt, und das hat das Internet nicht. Dazu kommt, dass du völlig vereinsamen würdest, wenn nur noch der Computer deine Gesellschaft beim Lernen wäre. Deine Kumpel und "sogar" die Lehrer haben die wichtige Funktion, dir den Umgang mit anderen Menschen beizubringen.

Also ich finde, Schreiben und Rechnen sollte man schon grundlegend lernen.

Aber den genauen Ablauf der Photosynthese ? Den kann man doch später einfach im Internet nachgucken, deswegen ist es eher unnötig sowas zu lernen.

Also ganz ersetzen wird es wohl nie.

LG

Ja und wenn alle nur noch vor ihren Rechner sitzen? Mann lernt in der schule nicht nur Deutsch, Mathe usw. Die Schule trägt ca. 70% zur Charakter vormung bei.

Vielleicht als Ergänzung, aber (hoffentlich) nie komplett.

Dann kannst Du im Internet lernen, wenn die Lehrer Ferien haben. ;-)

Wenn das Internet die Schule ersetzt, wird dann nicht das Internet zur Schule?

earnest 02.12.2013, 12:05

Das wäre aber ein schrecklicher Albtraum ...

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Nellyone 02.12.2013, 15:31
@earnest

Der Unterschied zwischen einer Schule (oder Uni oder sonstigem) samt Lehrern und co. und dem Internet ist doch: im Internet gibt es viel nützliches Zeugs, bei dem niemand alles zu 100% genau und aktuell im Kopf haben kann, weil der Mensch für diese Datenmengen nicht konzipiert wurde, allerdings auch sehr viel unnützes, außerdem ist das Internet in der Regel passiv. Schulen, Unis, Lehrer und co. sind dagegen aktiv, wenn es darum geht, Wissen zu vermitteln. Auch ist das ganze Bildungskonstrukt eine Art Filter, der eine Vorauswahl trifft (oder treffen sollte), was vermittelt werden soll und was nicht.

Einer der Gründe, warum das Internet diese Bildungseinrichtungen nicht ersetzen kann, ist der, dass Menschen von Natur aus stinkefaul sind und ohne genügens Anreiz (wie eine Säbelzahntigerin im Nacken) gerne mal nichts tun. Und da das Internet wie gesagt eher passiver Natur ist, kann das ja eigentlich nicht gut gehn. ;)

Allerdings, wenn der Anreiz gegeben ist, ist das Internet (genauso wie Bücher, die gelesen werden wollen) eine sehr gute Ergänzung zu den gängigen Bildungseinrichtungen, zumal das Internet auch gute und (nicht mehr ganz so) neue Möglichkeiten bietet, zum Beispiel seine Sprachkompetenzen mit mehr Praxis zu verbessern und zu verfeinern.

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Wenn ich nur an einem einzigen Tag Fragen und Antworten bei GF lese, dann kommt mir das Grauen vor solch abstrusen Vorstellungen, wie du sie hier formulierst.

All die vielen Geisterfahrer ohne Internet-Führerschein ...
Mit Vollgas auf der falschen Spur unterwegs.
Mit blindem Glauben an das, was sie im Netz lesen.

Klarheit33 02.12.2013, 12:16

Relax mal, das hier ist nur das Internet und nicht die reale Welt. Hier treiben sich lauter gelangweilte Menschen um, einschließlich mir als ich spät am Morgen die Frage stellte, hätte sie lieber anders formuliert.

Ich bin halt ein Autodidakt und bringe mir alles selbst bei und kann am besten alleine lernen und bin auch sehr wissbegierig. In der Schule wird das bei mir aber gehemmt.

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earnest 02.12.2013, 12:58
@Klarheit33

Ich bin völlig relaxed, falls das wirklich deine Sorge sein sollte.
Aber du bringst es selbst genau auf den Punkt:
"Das Internet ist nicht die reale Welt."

Und genau das ist der Grund, warum das Netz nie die Schule ersetzen darf - und auch nie die Schule ersetzen wird.

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