Wird auch ein formloses Testament anerkannt, oder muß ich dazu aufwendig zum Notar?

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3 Antworten

Wichtig ist, dass das Testament komplett handschriftlich erstellt wird. Es ist aber richtig, dass ohne fachmännische Beratung die Gefahr besteht, dass die Formulierung rechtlich nicht belastbar ist und dann zu Streit unter den Erben führt. Ebenfalls sind steuerliche Konsequenzen zu beachten. Auf meiner Website habe ich die erbschaftsteuerlichen Freibeträge eingestellt. http://www.rechtsanwalt-postulka.de

Man kann bei einem eigenhändigen Testament nicht so wahnsinnig viel falsch machen. Es muss eben vollständig handgeschrieben und unterschrieben sein - Datum ist sinnvoll, um ältere von neuen Testamenten unterscheiden zu können, aber nicht Pflicht. Da man Pflichtteile sowieso nicht ausschliessen kann, wird durch einen versehentlichen Ausschluss (weil man es eben nicht besser weiss) nicht das ganze Testament ungültig. Bei Unklarheiten wird ein Gericht das Testament nach dem mutmasslichen Willen des Erblassers auslegen.

Man muss dafür nicht zum Notar, sondern kann das Testament HANDSCHRIFTLICH auch selbst verfassen - DATUM und VOLLSTÄNDIGE UNTERSCHRIFT nicht vergessen !

Zu formlos sollte es allerdings in manchen Punkten auch nicht sein, da es "notfalls" ja auch ein Richter verstehen soll, falls es vor einem Gericht landet.

Ausserdem gibt es Pflichtanteile und ähnliche Zwänge, an denen man sich nicht vorbeidrücken darf, weil das unter Umständen das ganze Testament ungültig machen und zu einem ganz anderen als dem gewünschten Resultat führen könnte.

Bei vielen Sparkassen gibt es ausführliche Broschüren, in denen genau beschrieben wird, welche Arten von Testamenten es gibt und was man in jedem Fall berücksichtigen sollte, damit es keine Missverständnisse gibt.

Das ist zwar richtig, aber es ist dringend davon abzuraten ein Testament selbst zu verfassen. Die Chance formale Fehler zu begehen ist beliebig hoch.

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