Wir wollen unsere Wohnung verkaufen. Muss ich Gewinn zu zahlen?

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3 Antworten

solange du die Wohnung für den gleichen oder geringeren Preis verkaufst als du sie gekauft hast machste keinen Gewinn sondern tauscht Sachgüter in Geld was nicht versteuert werden muss!

Ja, wenn ihr noch in diesem Jahr verkauft.

Und der Verkaufspreis über dem Kaufpreis liegt. Ihr seid nur dann von der Spekulationssteuer befreit, wenn ihr selbst im Jahr der Veräußerung und die beiden Jahre zuvor in der Wohnung gewohnt habt. Ihr müßtet also schon am 01.01.2010 in die Wohnung eingezogen sein. Wenn deine Angaben richtig sind, wohnt ihr aber erst seit dem Mai 2010 in der Wohnung.

Daher wäre es sinnvoll, die Wohnung erst im nächsten Jahr zu verkaufen, da dann der mindeste Einzugstermin der 01.01.2011 wäre.

TETTET 22.10.2012, 11:52

Oder wenn sie ausschliesslich selber darin gewohnt haben.

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Immofachwirt 22.10.2012, 14:45
@TETTET

Ja, steht in meinem zweiten Satz. Aber hier sind insbesondere die von mir genannten Fristen zu beachten.

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TETTET 22.10.2012, 14:50
@Immofachwirt

Wenn sie sie nur selber bewohnt haben, gibt es keine Fristen.

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Immofachwirt 22.10.2012, 16:32
@TETTET

Nicht raten, sondern Wissen ist hier gefragt.

In § 23 Abs. 1 EkStG (letzter Satz) kannst du nachlesen.

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TETTET 23.10.2012, 07:35
@Immofachwirt

Da steht exakt das, was ich schreibe. Damit dein Leseverständnis etwas besser wird heb ich mal das entscheidende Wort hervor.

"Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;"

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Immofachwirt 23.10.2012, 18:06
@TETTET

Ja, du hast Recht. Ich hatte überlesen, dass @azarov seit dem Kauf ununterbrochen die Wohnung selbst nutzt, weshalb ich den ersten Abschnitt überfolgen habe und mich nur auf den zweiten Abschnitt (nach dem oder) konzentriert habe.

Danke daher für die Korrektur.

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Ich vermute, dass du mit "Gewinn" die Spekulationssteuer meinst, die aber auch nur dann anfiele, würde man mit dem Verkauf einen tatsächlichen Gewinn machen.

Meiner Auffassung nach schließt die Selbstnutzung die Spekulationssteuer aus. Deshalb als Antwort auf deine Frage

Muss ich Gewinn zu zahlen?

Nein.

Bei keiner Selbstnutzung wären es 10 Jahre, die man eine Immobilie im Eigentum haben muss, so dass die Steuer nicht anfiele.

Hier wird das nochmals erklärt:

http://www.spekulationssteuer.de/spekulationssteuer-immobilien.htm

Irubis 22.10.2012, 14:35

ups... ich muss mich revidieren, ich hatte die geringe Dauer der Eigennutzung überlesen.

Immofachwirt liegt mit seiner Auskunft richtig.

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Irubis 23.10.2012, 14:45
@TETTET

Nö.

kurz und bündig ;-)

Das BMF hat dazu was rausgehauen:

Auszug aus:

Bundesministerium der Finanzen, IV C 3 - S 2256 - 263/00, BStBl I 2000 S. 1383 vom 05. Oktober 2000

Zweifelsfragen zur Neuregelung der Besteuerung privater Grundstücksveräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG (1)

5.4 Zeitlicher Umfang der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken

-25- Von der Besteuerung des Veräußerungsgewinns sind Wirtschaftsgüter ausgenommen, die ausschließlich, d.h. ununterbrochen

vom Zeitpunkt der Anschaffung oder Fertigstellung bis zur Veräußerung zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. Für die Bestimmung des Zeitpunkts der Anschaffung und der Veräußerung ist in diesem Zusammenhang jeweils auf den Zeitpunkt der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums abzustellen. Ein Leerstand vor Beginn der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken ist unschädlich, wenn er mit der beabsichtigten Nutzung des Wirtschaftsguts zu eigenen Wohnzwecken in Zusammenhang steht.

Dies gilt auch für einen Leerstand zwischen Beendigung der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und Veräußerung des Gebäudes, wenn der Steuerpflichtige die Veräußerungsabsicht nachweist;

im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren, d.h. in einem zusammenhängenden Zeitraum innerhalb der letzten drei Kalenderjahre, der nicht die vollen drei Kalenderjahre umfassen muss, zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Ein Leerstand zwischen Beendigung der Selbstnutzung und Veräußerung ist unschädlich, wenn das Wirtschaftsgut im Jahr der Beendigung der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Beispiel:

Eine Eigentumswohnung, die A im Jahr 1995 angeschafft und anschließend vermietet hatte, wird nach Beendigung des Mietverhältnisses im Dezember 1998 bis zur Veräußerung im Januar 2000 von ihm zu eigenen Wohnzwecken genutzt. Da A die Wohnung im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat, unterliegt ein erzielter Veräußerungsgewinn nicht der Besteuerung. Hätte A die Eigentumswohnung im Jahr 1999 auch nur kurzfristig zu anderen Zwecken genutzt (z.B. vorübergehende Fremdvermietung), wäre der erzielte Veräußerungsgewinn zu versteuern.

Man redet tatsächlich nicht von einer Mindestwohndauer, soweit das Gebäude ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde. Die 2 Jahre + X scheinen nur dann zuzutreffen, wenn die Immobilie auch anderweitig genutzt wurde. Bei ausschließlicher Eigennutzung gäbe es auch dann keine Spekulationssteuer, wenn die Eigennutzung weniger als 2 + x Jahre wären.

Ich muss mich wohl nochmals revidieren, ich habe offenbar das Gesetz zunächst missverstanden, du anscheinend nicht. Man lernt eben nie aus.

Das in dem BStbl genannte Beispiel hinkt abe rm.E.

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TETTET 23.10.2012, 14:56
@Irubis

kurz und bündig ;-)

Ich hatte es oben schon erläutert, auch wenn der Fachwirt es irgendwie nicht glauben wollte. Hab mir halt gedacht das reicht als Korrektur ;-))

Gruß

TETTET

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