Wir haben einen Wasserschaden in der Küche durch unsere Waschmaschine, wer übernimmt welche Kosten?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

@Banachraum2:

Die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers umfasst auch eine Leitungswasserversicherung. Diese deckt alle Schäden durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser. Also auch wenn Wasser aus der Waschmaschine ausfläuft da wo es das nicht darf. Denn versichert ist nicht die Wasserleitung, sondern das Wohngebäude, wenn es durch solches Wasser beschädigt wird.

Der Vermieter muss den Schaden also seiner Versicherung melden. Da ihr nicht sicher sein könnt, ob sich die Wohngebäudeversicherung noch an Euch hält, um z. B. Regress zu nehmen, meldet man den Schaden auch vorsorglich der privaten Haftpflichtversicherung.

Es könnte z. B. sein, dass ihr irgendwas mit der Maschine angestellt habt, was dann zu dem Wasseraustritt geführt hat und die Versicherung des Vermieters weist Euch das nach.

Zunächst also wird die Wohngebäude-Versicherung alles bezahlen, was notwendig ist, um den Schaden zu beseitigen und dann wird sie schauen, ob sie von irgend jemandem was zurück bekommt.

Eure Privathaftpflichtversicherung oder die Deines Vaters wird alles tun, um z. B. nachzuweisen, dass insbesondere Du nichts dafür kannst. Wenn sie es schafft, die Ansprüche abzuwehren, musst Du oder Dein Vater auch nichts bezahlen.

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Also kann es sein, dass ich etwas zahlen muss? Dazu müsste die Versicherung mir allerdings nachweisen, dass ich fahrlässig gehandelt habe oder?

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@Banachraum2

In der Tat müßte Dir die Versicherung nachweisen, dass Du oder jemand, der von Dir beauftragt war, an der Maschine was rumgebastelt hat, was zu dem Wasseraustritt geführt hat.

Am Ende kommt es noch auf die Bedingungen der Haftpflichtversicherung an. In der Regel sind Allmählichkeitsschäden ausgeschlossen. Also ein Schaden, der nicht durch ein bestimmtes Ereignis eintritt, sondern sich unbemerkt im Lauf der Zeit erst ausbreitet. Die Frage ist auch, ob Mietsachschäden eingeschlossen sind. Wenn ja, könnten dann wiederum auch solche Allmählichkeitsschäden gedeckt sein.

Geh aber einfach mal davon aus, dass die Wohngebäudeversicherung alle Schäden übernimmt und am Ende auch die Privathaftpflichtversicherung oder Du persönlich dafür in Anspruch genommen wirst.

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@bwhoch2

Danke für die hilfreiche Antwort. Die Haftpflichtversicherung meines Vaters deckt zum Glück Mietschäden ab. Das ist auf jeden Fall schon mal eine gute Voraussetzung. Der Versicherung habe ich den Schaden bereits gemeldet.

Ich habe nur etwas Angst, dass ich am Ende etwas aus eigener Tasche zahlen muss. Als Student steckt man das leider nicht so leicht weg. Deshalb bin ich auch etwas panisch und sehr vorsichtig.

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@Banachraum2

Na, also. Dann sieht es doch gut aus. Vorsichtig zu sein ist gut, aber für Panik besteht kein Anlass.

Nun kommt es darauf an, dass der Vermieter korrekt handelt. Er muss den Schaden seiner Versicherung melden. Diese wird möglicherweise einen Gutachter schicken, der feststellt, welche Schäden am Haus noch aufgetreten sind. Z. B. Wasserflecken in der unteren Wohnung. Er wird auch feststellen, ob ein Trockungsgerät eingesetzt werden muss. Wenn ja, bei Euch in der Wohnung oder in der Wohnung darunter. Wenn dann tatsächlich ein Trocknungsgerät 2 Wochen oder länger laufen muss, besteht die Möglichkeit der Mietminderung auch für Euch, denn der Lärm ist so stark, dass man das eigentlich nicht aushalten kann. Vor allem nicht nachts. Der Mietausfall wird ebenfalls von der Wohngebäudeversicherung übernommen. Gleiches könnte natürlich den Bewohnern unter Euch blühen. Das alles jedoch nur, wenn es wirklich richtig nass ist und die Nässe bereits unter Euch angekommen ist. Ist die Nässe noch nicht durch, reicht es vielleicht auch, die nasse Stelle für längere Zeit frei zu lassen und so aus trocknen zu lassen. Das alles weiß aber der Gutachter am besten.

Die Versicherung ist sehr darauf aus, dass wirklich gut getrocknet wird, da sie Folgeschäden fürchtet.

Sollte wirklich ein Anspruch an die Haftpflichtversicherung gestellt werden, ist das allem Anschein nach nur noch ein Streit zwischen den Versicherungen. Was die Versicherung erfolgreich abwehrt, kann  Dir nicht angelastet werden. Insofern wirkt sie wie eine Rechtsschutzversicherung.

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@bwhoch2

Ich habe gerade mit meiner Hausverwaltung telefoniert, die meinte, dass die Gebäudeversicherung nicht zahlen wird, da der Schaden nicht durch eine Leitung im Haus verursacht wurde. Ich verstehe das alles nicht und bin total verzweifelt!

Heute früh habe ich mit meiner Haftplichtversicherung telefoniert und diese meinte, dass dies die Gebäudeversicherung zahlt!

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@Banachraum2

Dann hat der Mitarbeiter der Hausverwaltung, der am Telefon war, eben keine Ahnung.

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@DerHans

Das vermute ich aktuell auch! Versuche schon seit einigen Stunden ihn wieder zu erreichen...Das raubt echt Nerven. Aber nach den Kommentaren hier (Vielen Dank euch allen!), Internetrecherche und der Information meiner Haftpflichtversicherung bin ich mir mittlerweile sicher, dass es darüber laufen muss!

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@Banachraum2

Der Mann von der Hausverwaltung handelt leichtfertig. Er vertritt die Eigentümer und diese müßten das allergrößte Interesse haben, dass Schäden, die durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser evt. am Haus entstanden sind, genau ermittelt und bestens beseitigt werden.

Die Versicherung heißt nicht Wasserleitungsversicherung, sondern Leitungswasserversicherung. Also nicht die Wasserleitung ist die Gefahr, sondern das Leitungswasser im Gegensatz z. B. zum Putzwasser, Regenwasser, Badewasser, Mundwasser usw.

Leitungswasser wird aus der Wasserversorgung in das Haus geleitet. Meist mit hohem Druck (ca. 3 bar). Dieser Druck kann nun dafür sorgen, dass ein Wohngebäude in große Gefahr kommt. Ein plötzlicher Wasserrohrbruch, der nicht sofort bemerkt wird, kann ein ganzes Haus unbewohnbar machen.

Wenn dagegen irgendwo nur eine Dichtung defekt ist oder sonstwo ein kleines Leck an der Leitung selbst oder einer daran hängenden Installation - und dazu gehört auch eine angeschlossene Waschmaschine - , dann tritt Leitungswasser bestimmungswidrig aus, verursacht einen Schaden und und gegen Folgen solcher Schäden ist diese Versicherungsart gerichtet.

Läßt man eine Badewanne einlaufen, tritt das Wasser nicht bestimmungswidrig aus und wenn es überläuft, dann hat man typischerweise einen Haftpflichtschaden. Läuft es jedoch bestimmungsgemäß durch das Abflussrohr und ein solches ist undicht, ist das Wasser längst nicht mehr in der Leitung, durch die es ins Haus gekommen ist, aber es handelt sich immer noch um Leitungswasser und wenn dieses eben bestimmungswidrig das Abflussrohr verläßt und somit das Haus schädigt, tritt wieder die Leitungswasserversicherung ein.

Lass Dir also von der HV keinen Unsinn erzählen.

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@bwhoch2

Danke für den Mut! Meine Hausverwaltung hat sich trotz mehrerer Anrufe und Mailboxnachrichten heute nicht mehr bei mir gemeldet! Morgen werde ich sie weiter terrorisieren! :) Als hätte man sonst nichts zu tun^^

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@Banachraum2

Danke für die Auszeichnung. Ich hoffe, ich konnte Dich einen Schritt weiter bringen.

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@bwhoch2

Definitiv!! Der Schaden wird jetzt von der Gebäudeversicherung übernommen, für die Regressansprüche an die private Haftpflichtversicherung müssen wir allerdings noch auf eigene Kosten feststellen lassen, wo die Ursache des Lecks der Waschmaschine liegt! Das ist allerdings ertragbar :)

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Die Versicherungen setzten auf Unwissenheit. Wenn du eine Hausratversicherung hast, dann wird diese auch zur Schadensregulierung herangezogen. Die Tatsache, das es eine Hausversicherung des Vermieters gibt ist nur relevant, wenn es zu einem Schaden, der im gesamten Haus verlegten Wasserrohre gekommen ist. Dann betrifft es nicht den Mieter. Wasseraustritt  aus einem defekten Schlauch einer Waschmaschine muss deine Hausrat-Haftpflichtvers. zahlen. Wartung eigener Geräte im Haushalt ist zu empfehlen. 

Wieso glauben Mieter, dass die von ihnen verursachten Schäden von unbeteiligten zu beseitigen seien. Die Hausversicherungen des Vermieters werden nur tätig wenn ein allgemeiner Schaden am Hause und hier in einer davon betroffenen Wohnung festgestellt worden ist. Viele unfachmännisch ausgeführte Installationen führen zu Wasserschäden etc.,der Tatsache  muss sich der Mieter stellen.

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