wintec cair sattel und hkm gently schabrake? :O :* :3

5 Antworten

Doch, grade wenn der Sattel nicht einwandfrei passt. Das bisschen Cair-Kissen bringt da nichts. Im Gegenteil, das ist oft genau das Problem.

Beim Wintec ist das Problem, dass es ein Baumsattel ist, bei dem man den Baum nicht ändern kann, sondern nur das Kopfeisen. Das bringt allerdings gar nichts. Es gibt heute einen Sattel, die sich als erstaunlich gut passend auf vielen verschiedenen Pferden erweist. Leider wurde er im Test einer großen Zeitschrift falsch aufgelegt und schnitt somit nicht so gut ab, doch war der so falsch gesattelt, dass das jeder pferdeverständige Laie sieht. Ich hättte gerne den Test nochmal mit korrekt gesatteltem Sattel gesehen. Dieser Sattel hat gar kein Kopfeisen mehr. Dann nämlich muss man auch den Baum nicht ändern können. Hat er ein Kopfeisen, ist immer das Zusammenspiel mit dem Baum äußerst wichtig, mein Sattler verändert seltenst nur das Kopfeisen, in 80% der Kopfeisenänderungen muss er den Baum mit ändern. Eigentlich nur dann nicht, wenn der Baum schon gepasst hätte, das Kopfeisen aber nicht. Ansonsten verändert er relativ häufig im Laufe eines Pferdelebens den Baum von dessen Sattel ... und der Sattler polstert mindestens einmal im Jahr, eventuell auch öfter, um, weil sich die Polsterung setzt. Beim Wintec Cair wird sie immer schwammiger mit der Alterung des Sattels, bei anderen Wintec Modellen kann der Sattler die Kissenfüllung nur raus nehmen, indem er die Kissen vollständig öffnet, was die komplette Statik des Kissens verändert. Die meisten Kunden, die einen Sattel mit festen Kissen umpolstern lassen mussten, kaufen kurz drauf einen neuen Sattel - mit loser Polsterfüllung. Einfach, weil der Sattel keine saubere Einwirkung mehr zulässt.

Definitiv wichtig ist bei allen Sätteln, dass sie auf dem Pferd im Schwerpunkt liegen. Da tut sich dann nicht nur der Reiter leichter, korrekt zu sitzen und einzuwirken, sondern es schont auch den Pferderücken um einiges im Vergleich zu einer schlechten Schwerpunktslage. Schon alleine deshalb sollte man immer einen korrekt angepassten Sattel verwenden. Das muss kein neuer sein, oft hat der Sattler einen gebrauchten, der von der Zusammenstellung aus Baum, Kissen, Kopfeisen etc. entsprechend angepasst werden kann.

Die von Dir genannte Sattelunterlage ist einfach eine dicke Satteldecke: Für eine exakte Einwirkung sehr ungünstig, für die Verteilung von Lastspitzen, z.B. unter dem Steigbügelriemen bei längeren Rücken hilft hier die Dicke nicht viel, da das Material auf der Haut auch noch eine Rolle spielt, da würde ich eher zu einer hochwertig lammfellbesetzten Schabracke oder Medicheval oder sowas greifen. Bei Lammfell übrigens Vorsicht vor Billigprodukten (wie vom Reitsportdiscounter): Nimmt man hier den Flor auseinander, findet man lauter Nähte - die sind aus Schrott zusammengesetzt, Resten, die bei der Herstellung guter Produkte übrig bleiben. Blöd nur, dass diese Nähte die Pferdehaut reizen - grade dann, wenn es wärmer unter der Sattelunterlage wird, das Pferd dampft oder gar schwitzt drunter.

Als Faustregel gilt: die Euros, die man am Sattler spart, gibt man hinterher mehrfach für Osteopathen etc. wieder aus. Von daher hole ich immer den Rat meines Sattlers ein, auch wenn ich ein gutes Gefühl habe, bitte ich ihn um seine Meinung. Ich lasse alle meine Sättel jedes Quartal kontrollieren und immer wieder ist auch etwas zu ändern - Pferde verändern sich halt nicht nur im Lauf ihres Lebens, sondern auch im Jahresgang. Dass man bei Pferden ab 20 Jahren Senkrücken "hinnimmt" und auf das Alter schiebt, halte ich für absolut verwerflich. Die Osteopathen wissen, dass ein Senkrücken erst ab der echten Rente von altersbedingten Schwächen kommt und vorher ein Resultat von ohne oder mit schlecht angepasstem oder baumlosem Sattel reiten oder von pysiologisch schlechtem Reiten oder einer Kombination daraus kommt. Und es muss klar sein, dass ein Senkrücken schon bei kurzen Dornfortsätzen Kissing Spines und damit große Schmerzen verursacht.

Ich selber würde mir nie wieder einen Wintec Sattel kaufen habe mehrere Pferde und auf keinen paßt der Sattel wirklich gut benutzte den Sattel nur noch zum angewöhnen (ohne Reiter) für Jungpferde, wenn die Jungpferde dann soweit sind laße ich den Sattler kommen und einen anpaßen. Es kann jeder Sattel Satteldruck verursachen wenn der nicht richtig angepaßt ist, Schabracke bringt nix.

Und NEIN - den Gang zum Sattler kann man sich nur dann sparen, wenn man selber einer ist. Nur ein Sattler erkennt, ob der Sattel (immernoch) gut passt und nur ein Sattler kann den dann ggf. anpassen.

Wer am Sattel spart, spart in jedem Fall am falschen Ende und hat in spätestens ein paar Jahren ein Pferd mit miserabel bemuskeltem Rücken, Kissing Spines und diversen anderen Wehwehchen - weil der liebe Besitzer zu geizig war.

Jeder, der ein eigenes Pferd hat, muss das wissen. Und jeder, dem was an seinem Pferd liegt, lässt den Sattel vierteljährlich überprüfen.

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