Wing Tsun trainieren?

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3 Antworten

Ich war auch absoluter Neuling was Kampfkünste angeht, aber das fängt alles ganz langsam an. Man lernt erstmal die Bewegungsabläufe der 1. Form, Siu Nim Tao. Diese Schläge/Stöße sind die Basis für die Trainingskämpfe. Balance ist schon relevant. Geschicklichkeit, Schnelligkeit, das kommt dann alles wie von selbst, je öfter du alles wiederholst. Ich musste während meinem 6 jährigen Training nie gegen Holz schlagen, dafür gab's nen Wandsack. Verrenkungen musste ich keine machen, deshalb war das Training für mich trotz Wirbelsäulenerkrankung möglich. Krafttraining war nicht extra nötig, die Schläge/Griffe sind trotzdem sehr effektiv, man lernt ja auch die verschiedenen Prinzipien, damit kann man den Gegner schnell aus dem Konzept bringen. In meiner Schule lief das alles sehr relaxed ab und das Training hat großen Spaß gemacht. Hätte ich nicht wegen meinen neuen Arbeitszeiten aufhören müssen, würde ich es immer noch machen. Ich kann's nur empfehlen. Ich hoffe, das hat dir etwas geholfen.

Wenn Dir an Chi usw liegt, bist Du beim Wing Tsun falsch. Wing Tsun ist eine Kampfkunst, in der es primär um körperliche Selbstverteidigung geht (inclusive Vorkampfphase, als das verbale Geplänkel vorher).  

Da ist nichts "Mystisches" bei.  

Wie dein Training konkret aussieht, ist von Verband zu Verband, sogar von Schule zu Schule sehr unterschiedlich.  

Generell gibt es Formen, also festgelegte Bewegungsabläufe, die man Stück für Stück erlernt. Den Löwenanteil macht das Partnertraining aus. Das heißt, es wird eine Übung vorgegeben, die man dann wiederholt. 

Wenn Du Wert auf die komplette, anwendbare Kampfkunst legst, dann suche Dir eine Trainingsstätte, wo es keine Graduierungen gibt, weil dort der gesamte Stoff auf (meist) 12 Schülergrade und mindestens 5 Lehrergrade aufgeteilt wird.  

Pro Schülergrad kannst Du ca 3 Monate rechnen. 9.-12. Schülergrad sind oft zweigeteilt = 16 × 3 Monate = 4 Jahre.  + 1.Lehrergrad 2 Jahr  +  2. LG 3 Jahre + 3. LG ca 4 Jahre + 4.LG ca 5 Jahre + 5. LG 5 Jahre..... Dann hast Du die Basics!!!! z.B . Die komplette Schrittarbeit...nach insgesamt 23 Jahren!!!

Will sagen: Es gibt in der Kampfkunst viel Schmuh ... gerade beim Wing Tsun. Dennoch liebe ich diese Kampfkunst, die richtig unterrichtet, ohne Graduierungen, mit Sparring und Senariotraining wirklich effektiv anwendbar ist, aber nur dann. Fehlt etwas davon, ist es eine nette Beschäftigung für die Freizeit - aber nicht besonders effektiv. 

Wing Tsun ist für mich powervolle Logik in Bewegung - ich trainiere seit über 10 Jahren -  und kein bisschen esoterisch. Ja es gibt ein Übungstool namens ChiSao, mithilfe dessen man seinen Körper schult, Deckungslücken zu erfühlen und zu erschaffen.

Was man braucht, bzw sich dort antrainiert: Koordination, stabile Struktur und Haltung (Balance) in der Bewegung, powervolle Schläge, explosive Schrittarbeit und günstiges Winkeln (Position zum Gegner).  

Knochendichte...ja, durch Holzpuppentraining, aber das ist kein Primärziel. Gute Taktik, "Technik" und wirkungsvolle Schläge + evtl Einsteckvermögen sind wichtiger.   

Lezter Tipp: Frage nach Preisen!

Schülergraden, Schülergradlehrgängen, allgemeine Lehrgänge, Lehrergradkosten. Kostet ein Lehrergrad inclusive dazugehörigem Laufzettel, Lehrgängen, Trainerschein mehr als 500 €, dann lauf. Ich kenne Kosten bis zu 1000 € für den Lehrergrad oder auch "höherer Grad" genannt.  

Augen auf und nicht belabern lassen! Nur mit Stoff der Schülergrade kannst Du noch lange nicht kämpfen, lernst noch lange keine Holzpuppe kennen.  Wenn Du Blut geleckt hast, brauchst Du die höheren Grade. 

Oder eben eine Schule ohne Graduierung.

LG

Ich (m 16) selber mache Wing Tsun jetzt seit ca einem halben Jahr und kann mich nich gut in die Lage reinversetzen wie es bei mir war. Man muss aber sagen, dass das WT Training von Schule zu Schule etwas anders ist, also die einen machen bestimmte Sektionen früher, dafür lernen die anderen etwas Anderes früher usw aber bei mir war/ist es so, dass es 3mal wöchentlich Training gibt, 1mal Schnellkrafttraining, also auf Pratzen hauen so schnell es geht, das war anfangs sehr anstrengend für mich weil es richtig auf die Kondition geht, aber mittlerweile hat sich mein Körper gut dran gewöhnt, dann am nächsten Trainingstag wird "normal" WT trainiert, also die ganzen Bewegungen, Formen, Gleichzeitigkeiten, wie man auf bestimmte Angriffe reagiert usw und anfangs hab ich mich damit echt schwer getan, weil es einfach etwas völlig neues war, es ist hald viel Kooardination und Reflexe, die man natürlich anfangs nicht drauf hat, aber mittlerweile merke ich, wie es immer besser wird. Und am dritten Trainingstag wird die Hälfte der Zeit wie am 2ten Trainingstag "normal" WT trainiert und dann die andere Hälfte noch Escrima, was zwar an sich nichts mit Wing Tsun zu tun hat, aber oftmals neben Wing Tsun in Schulen unterrichtet wird. Escrima ist Waffenkampf. Sei es Messer, Stöcke, Macheten, Kugelschreiber usw... da lernst du, wie du dich verhältst wenn ein Angreifer eine Waffe hat und du auch, wenn der Angreifer eine Waffe hat, du aber nicht, oder wenn du eine Waffe hast, der Angreifer aber nicht... Also wie gesagt, ich hab jetzt bloß mein Training geschildert, es kann von Schule zu Schule anders sein, aber was aufjedenfall für alle Schulen gilt, ist, dass man sich anfangs sehr schwer tut wegen der Kooardination, Reflexe, neue Bewegungsabläuf und und und..aber wenn du am Ball bleibst, wird das schon automatisch kommen. Hoffe, konnte dir helfen

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