Wind davon bekommen, Umgangssprache oder Hochdeutsch?

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6 Antworten

Hochdeutsch ist Deutsch ohne Färbung durch einen Dialekt

Umgangssprache ist einfach das Benutzen von respektlosen Ausdrücken oder Bildern oder nicht ganz geschliffener Sprache. Eben einfach so losreden, wie es gerade kommt. Das macht man in privaten Gesprächen.

Man kann auch was in Umgangssprache und Hochdeutsch ausdrücken. Das ist hier der Fall.

Wenn du aber wissen willst, ob es Umgangssprache oder geschliffenes Deutsch ist, erkläre ich es zur Umgangssprache.

Bei der Unterscheidung ob es eine Redewendung ist oder Umgangssprache, erkläre ich es zur Redewendung.

earnest 25.06.2017, 07:04

Umgangssprache muss nicht respektlos sein - und ist es in den meisten Fällen auch nicht.

Da biste auffem falschen Dampfer.

(Das war jetzt nur eine bildhafte, korrekte Beschreibung - und in keiner Weise respektlos.)

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Realisti 25.06.2017, 14:09
@earnest

Doch Umgangssprache ist weniger korrekt und respektvoll. Sie soll ja einen Kontrast zum geschliffenen Deutsch bilden und alles vereinfachen. Oft lebt sie sogar vom Kontrast zum geschliffenen Deutsch. Wenn dem nicht so wäre, wäre sie ja überflüssig.

Umgangssprache: "Läuft deine Karre wieder?"
Geschliffenes Deutsch: "Ist das Auto repariert?"

"Meine Olle macht mich kirre."
"Meine Frau regt mich manchmal auf."

Dein Damper ist übrigens auch repektlos, aber liebevoll respektlos. Du hättest ja auch einfach sagen können: "Du irrst dich." Statt dessen unterstellt man jemandem er wäre nicht in der Lage 2 Dampfer unterscheiden zu können. ;-)

Respektlosigkeit ist ja nicht unbedingt was Schlimmes. Ich sehe sie auch als eine Art von Ventil, zumal sie ja oft hinter dem Rücken der Respektsperson passiert.

Die leichtere Form, also Flapsigkeit gepaart mit Humor und oftmals Bildern aus dem Dialekt (bei uns Plattdeutsch) haben ja auch was Liebevolles. Eine abgeschäfte Version von Zurechtweisung oder Auflehnung gegen Respektspersonen, verpackt in allgemein verständlichen Bildern.

Übrigens hat jede Generation eine eigene Umgangssprache. Meine Kinder belächeln mich immer, wenn ich Worte aus meiner (ehemals jugendlichen) Umgangssprache benutze. Wenn ich so Sachen sage wie: "Wir feiern bis die Wände wackeln", oder "das finde ich voll cool", dann rollen sie mit den Augen und finden mich peinlich. Wogegen ganz alte, oft an das Platt angelegte bzw. komplette Sprichwörter von ihnen toleriert und mitbenutzt wirden:

Also: "Ich zieh dir die Ohren lang", "dafür erscheine ich dir noch als Geist", " oder "Der Teufel scheißt nur auf einen großen Haufen", solche Dinge darf ich sagen. Muß aber auch mit den Antworten leben: "Dein Altersheim wird immer schäbiger", "Je oller, je doller" oder auch "Oh Mama, mit dir gehts nicht und ohne auch nicht."

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Aischylos 30.10.2017, 17:52

Nein.

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von etwas Wind bekommen (ugs.) = etwas vorzeitig in Erfahrung bringen (gmd.)

Das ist eine Redensart, keine Redewendung, weil sie nur im übertragenen Sinn verwendet werden kann.

Das ist auf keinem Fall Hochdeutsch, ich glaube, dass Du hochsprachlich meinst.

Es ist Umgangssprache, es ist schon eher Rhetorik.

Die feinen Leute würden vielleicht sagen: Ich habe beiläufig neue Informationen erhalten. Aber heute mischen die alles mit englischen Begriffen, die kein normaler Mensch versteht.

Es ist hochdeutsche, aber eben bildhafte Sprache, so wie "mir ist eine Laus über die Leber gekrochen" oder "der hat nur Stroh im Kopf" oder "das ist nur alter Wein in neuen Schläuchen".

Du verwechselst "hochsprachlich" bzw. "schriftsprachlich" und "Hochdeutsch".

Der nachgefragte Ausdruck ist eine gängige Redewendung. Redewendungen nehmen oft eine Art Zwischenposition zwischen Schriftsprache und Umgangssprache ein. Ich würde sie als Sonderkategorie bezeichnen.

So sehe ich das auch hier. DIESE Formulierung ist schriftsprachlich geprägt. Es gibt auch eher umgangssprachlich geprägte oder mundartlich geprägte Redewendungen.

-Nachtigall, ick hör dir trapsen.

-Watt dem einen sein Uhl, iss dem annern sin Nachtigall.

-Kennste einen, kennste alle.

Gruß, earnest

1) Die Redensart ist umgangssprachlich nicht standarddeutsch.

2) Als Hochdeutsch bezeichnet man alle Varietäten, die den zweiten Lautwandel mitgemacht haben, auch solche Mundarten.

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