Willkürlich gekündigt ohne schriftlichen Mietvertrag?

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5 Antworten

Ich würde mich an den Mieterschutzbund wenden, die können bestimmt helfen und entsprechenden Paragraphen nennen.

Kommentar von Gerhart
07.10.2016, 08:25

Der Fragesteller wendet sich aber an GFnet, da hofft er auf qualifizierte und kostenlose Antworten und nicht auf derartige Beiträge.

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Mietverträge können auch mündlich geschlossen werden - so wie im Fall des Fragestellers.  A b e r    eine Kündigung des MV muss immer schriftlich erfolgen. Von Vermieterseite auch noch mit entsprechender Begründung und je nach Mietzeit mit gesetzlicher Frist. Ausnahme: Das Mietobjekt ist in einem Zweifamilienhaus und der Vermieter wohnt auch darin. Da braucht es keinen Grund, aber die Kündigungsfrist verlängert sich. Ebenso ist ein Mietaufhebungsvertrag immer möglich, sofern sich beide Parteien einig sind.

Solange keine Kündigung ausgesprochen wurde, muss auch keiner Besichtigung der Mietwohnung zugestimmt werden. Grundlage: deutsches Mietrecht

Die Absprachen zwischen dir und der Vermieterin hinsichtlich Auszug hinterlässt keine Zusage, dass du zu einem bestimmten Zeitpunkt kündigen wolltest. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der bestehende Mietvertrag zu einem unbestimmten Zeitpunkt im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst wird. Das muss die Vermieterin aber falsch oder nicht verstanden haben.

Du musst keinerlei Besichtigung zustimmen.

Es gibt keinen schriftlichen Mietvertrag mit der Konsequenz, dass es keinen definierten Mieter gibt oder du bestehst darauf, dass du und dein Lebenspartner als Mieterpartei diesen Vertrag abgeschlossen haben. Habt ihr eine Kaution hinterlegt? Ich verweise auf das BGB bezüglich der Übernahme der Betriebskosten - hier ist der Vermieter in der Pflicht diese Kosten zu tragen. Daher gibt es auch keine monatlichen Vorauszahlungen  auf die BK und demzufolge keine Abrechnung der BK.

Ich befürchte, dass ihr im Nachteil seid, denn ein Mietverhältnis unter Privatpersonen ist stets schriftlich abzuschließen, damit man daraus die entsprechenden Ansprüche ableiten kann. Eine Duldung gem. den allg. Bestimmungen des BGB sind anwaltlich zu prüfen. Ansonsten müsst ihr raus denke ich.

Kommentar von Gaskutscher
06.10.2016, 09:37

Wo hast du her das Mietverträge schriftlich sein müssen? Eine solche Regelung gibt es bei unbefristeten Mietverträgen nicht.

Das wiederum impliziert: Der abgeschlossene Mietvertrag ist zeitlich unbefristet.

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Sie will dir kündigen. Das soll sie dann schriftlich tun.

http://www.mietrecht.org/kuendigung/kuendigungsfrist-kein-mietvertrag-oder-muendlicher-mietvertrag/

So wie es sich für mich anhört habt ihr einen unbefristeten Mietvertrag.

So zerrüttet wie sich jetzt schon das Verhältnis darstellt kannst du wohl davon ausgehen, dass sie sowieso irgendwelche Mängel suchen und finden wird damit sie die Kaution behalten kann. Das unterstelle ich jedenfalls der Vermieterin aufgrund der Anschuldigungen, welche sie jetzt bereits tätigt.

Da kein Zeitpunkt festgelegt wurde -> keine rechtskräftige Kündigung. Sogar eher noch die Gefahr das ihr kündigen müsst und dann die Miete weiterzahlen müsst weil sie keinen Mieter für die Wohnung hat.

Also: Wieso macht ihr den gleichen Fehler wieder -> ab jetzt alles (!) schriftlich!

Kommentar von fragnet2010
06.10.2016, 11:47

Dieser Kommentar ist, mit Verlaub, Unfug. Ganz schnell vergessen. :-)

Fakt ist: Ihr habt den besten Mietvertrag, den man haben kann, nämlich den unbefristeten Mietvertrag nach BGB.

Auf die Kündigungsmöglichkeiten und Kündigungsfristen wirkt sich die mangelnde Schriftform bei einem auf unbestimmte Zeit
geschlossenen Mietvertrag nicht aus. Es bleibt dabei, dass der Vertrag nach den gesetzlichen Vorschriften ordentlich oder außerordentlich gekündigt werden kann. Dies bedeutet insbesondere, dass du, wenn deine Kündigungserklärung spätestens bis zum 3. Werktag eines Monats deiner Vermieterin zugeht (schriftlich mit Einschreiben/Rückschein), gem. § 573c Abs.1 BGB mit Ablauf des übernächstenMonats das Mietverhältnis beenden kannst. Auch die außerordentliche Kündigung gem. §§ 543,569 BGB ist möglich.

Für deine Vermieterin gilt nichts anderes. Auch sie kann das Mietverhältnis ordentlich und außerordentlich kündigen, wenn die erforderlichen Voraussetzungen der §§ 543,569 BGB für die außerordentliche Kündigung bzw. das berechtigte
Interesse für die ordentliche Kündigung i.S.d. § 573 BGB vorliegen. Diese liegen hier jedoch erkennbar nicht vor.

Kurz:

1. Deine Vermieterin hat dir nicht wirksam gekündigt. Dies kann sie auch nicht, es sei denn, ihr würdet euch schwerwiegendes Fehlverhalten (das abgemahnt werden müsste) zuschulden kommen lassen.

2. Besichtigungstermine müsst ihr überhaupt noch keine vereinbaren – ihr habt ja noch gar nicht gekündigt! Erst nach eurer offiziellen Kündigung kann die Vermieterin Wohnungsbesichtigungstermine – in Absprache mit euch, nicht am Wochenende und Feiertagen! – mit Interessierten vereinbaren.

Hoffe, das hilft.

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