Will Vegetarier werden,aber wie ?

16 Antworten

Super dass du Vegetarierin werden möchtest. :-) Es ist auch überhaupt nicht schwer, das gemeinsame Einkaufen und Kochen so zu organisieren, dass sich eine Person im Haushalt vegan ernähren kann, ohne dass es für die Anderen große Umstände macht. Einfach solche pflanzlichen Lebensmittel als Beilage kochen, die für sich allein in einer größeren Portion auch eine Hauptspeise sein können, wie z.B. Bohnen, Kartoffeln, Linsen oder Vollkornnudeln. Tierische Zutaten fügt man dann eben erst hinzu, wenn man die vegetarische Portion abgezweigt hat.

Vielleicht hilft es auch, wenn du gegenüber deinen Eltern gut argumentieren kannst warum du Vegetarierin sein möchtest. Dafür gibt es schließlich viele gute Gründe: Nicht nur, dass durch eine vegetarische Ernährung weniger Tiere, die genauso empfindungsfähig sind wie wir selbst, ausgenutzt, gequält und getötet werden. Die Produktion von Fleisch ist auch einer der größten Faktoren für Emission von Treibhausgasen und der Verschlimmerung des Klimawandels, sowie der Verschwendung der Ressourcen unseres Planeten. Man braucht bis zu 33 Kalorien an pflanzlicher Nahrung, um eine Kalorie tierischer Nahrung zu produzieren. Vom exorbitanten Aufwand für Wasser, Energie, Transport, Weiterverarbeitung und Lagerung ganz zu schweigen. In Deutschland werden 40% aller Ackerflächen zum Anbau von Tierfutter verschwendet. In den USA sogar 70% und in Brasilien werden riesige Flächen Regenwald dafür brandgerodet. Deutschland importiert zwei Drittel seiner Eiweißfuttermittel für Nutztiere aus Brasilien. Bei gleichem Aufwand könnte man viel viel mehr Menschen ernähren, wenn man die pflanzlichen Lebensmittel direkt für den Verzehr des Menschen verwenden würde. Die Fäkalien der Tiere sind durch Ammoniak-Ausdünstungen die größte Feinstaubquelle in Deutschland, und deren Entsorgung versucht das Grundwasser mit Nitrat. Außerdem erhöht der Verzehr von Fleisch das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen, die beiden häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Der Umstieg auf eine vegetarische Ernährung ist auch gar nicht so kompliziert. Man sollte sich am besten vor allem von den pflanzlichen Grundnahrungsmitteln ernähren. Das sind Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse und Samen. Natürlich kann man auch noch andere Dinge essen, aber das sollte schon der Schwerpunkt sein. Auf diese Weise hat man bereits fast den gesamten Bedarf an Proteinen inkl. aller essentieller Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sicher abgedeckt. Es ist nicht notwendig auf teure Fleischersatzprodukte zurückzugreifen.

Wenn nur sehr wenig weitere tierische Lebensmittel wie Milchprodukte oder Eier gegessen werden, kann es hilfreich sein Vitamin B12 zu supplementieren. Das ist aber überhaupt kein Problem. Abhängig von den Lebensumständen und persönlichen Gewohnheiten können noch andere Nährstoffe sinnvoll sein wie Vitamin D im Winter, oder auch im Sommer, wenn man nicht genug in die Sonne kommt. Manchmal auch Jod, wenn man kein Jodsalz verwendet, keine mit Jod angereicherten Nahrungsmittel verzehrt und auch nichts isst was aus dem Meer kommt.

Hin und wieder kann man lesen, dass Eisen bei einer vegetarischen Ernährung ein Problem sei. Eigentlich ist dies jedoch nicht richtig. Wenn man weiß wie, kann man mit einer pflanzlichen Ernährungsweise sogar für eine überdurchschnittlich gute Eisenversorgung sorgen. Vor allem Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen sowie grünes Blattgemüse, aber auch Brokkoli, Fenchel, Mangold oder Rosenkohl sind hervorragende pflanzliche Eisenquellen. Vitamin C haltige Nahrungsmittel helfen die Eisenaufnahme weiter zu optimieren.

Ein "Anfängerfehler" der immer wieder vorkommt ist zu Beginn des Umstiegs einfach nur das Fleisch weg zu lassen, die fehlenden Kalorien aber nicht ausreichend aus pflanzlichen Lebensmitteln zu ersetzen. Dann kann es passieren, dass man plötzlich Gewicht verliert und sich allgemein schlapp fühlt. Also die Devise: Darauf achten genug Kalorien zu essen. ;-)

Wer sich für eine vegetarische Ernährung entschließt hat immer eine gute Entscheidung getroffen. Man hilft den Tieren, der Umwelt und schont das Klima. Wenn man es richtig anstellt hilft man sogar sich selbst, in dem man sein Risiko für Zivilisationskrankheiten mindert. :-)

Ich denke der erste Schritt ist es wirklich es deiner Familie zu sagen und sie zu bitten deinen Wunsch ernst zu nehmen.

Außerdem solltest du beim Essen mit deiner Familie dann nicht einfach das essen "verweigern", sondern überlegen was du dir ggf. Noch dazu machen kannst, damit du nicht nur so wenig auswahl auf dem Tisch hast.

Bestimmt essen die ja aber auch nicht jeden Tag Fleisch und an den Tagen wo sie es tuen überlegst du dir eine vegetarische Alternative die möglichst wenig Aufwand bedeutet.

Ich finde übrigens, dass es richtig viele leckere vegetarische und vegane Rezepte gibt (z.B. auf dem "eat this: blog), obwohl ich auch echt gerne mal Fleisch esse!

Wenn es dir wirklich "nur" um das Tierwohl geht, du aber Fleisch total gerne magst könntest du ja auch erstmal nur noch Fleisch aus dem Bioladen essen, oder vielleicht nur Wild- weil das das "natürlichste" Leben hatte? Vielleicht ist das für deine Familie leichter zu akzeptieren,falls es da Probleme geben sollte und du kannst deinen Fleischkonsum langsam weiter verringern.

Du isst alles was auf den Tisch kommt nur eben das Fleisch nicht.

Warum muß man jetzt heutzutage Angst haben wenn man erklärt, das man bestimmte Sachen nicht essen mag?

Du bist zwölf, das heisst du kannst dich ohne Probleme Vegetarisch ernähren, weil du ja immer noch tierische Sachen wie Eier und Milch und Milchprodukte zu dir nimmst. Was du nicht machen solltest ist rein nur von Pflanzen zu leben, das ist im Wachstum sehr ungesund.

Du solltest dir aber auch die Haltungen ansehen wo Tiere gut gehalten werden und evtl. mit deinen Eltern darüber sprechen, das man dort sein Fleisch kauft. Besonders wenn du Fleisch magst, wäre das deine Alternative.

Meine Tochter ist seit sie 13 ist Vegetarier und lebt sehr gut damit unter uns anderen auch Fleischessern. Das einzige was ich beim Kochen anders mach ist das egal was ich mache das Fleisch (wenn welches dazu kommt) am Schluss beifüge und vorher ihre Portion raus nehme.

Aber seien wir mal ehrlich - ich glaube nicht das jede Familie jeden Tag Fleisch auf dem Tisch hat. Es gibt 100 000 000 Gerichte die ganz ohne Fleisch auskommen und schon immer so war.

Es gibt 1000 Ernährungsformen - das sind nicht die einzigen.

Es gibt auch pflanzliches und Fisch.

Hallo, ich bin 13 und lebe nun schon seit 7 Monaten Vegan. Du solltest damit anfangen erstmal Sachlich darüber zu reden und zu erklären warum du Vegetarisch leben möchtest. Bei mir war es so; ich habe meinen Eltern ganz klar gesagt ich esse kein Fleisch mehr und sie haben es auch so angenommen. Natürlich solltest du auch darauf achten das du durch z.B.Getreide oder Milchhaltige Produkte immer noch genug der wichtigen Nährstoffe zu dir nimmst. Fisch darft du als Vegetarier übrigens nicht essen sonst würdest du ein Pescetarier sein. Also Meiner Meinung nach sollte jeder sein Leben so weit es geht selber bestimmen und wenn jemand anderem deine Meinung nicht Gefällt muss er dies eben so hin nehmen.

LG und Viel Glück

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Sag es ihnen. Bei den meisten Gerichten kann man Fleisch und Fisch einfach weglassen. Dafür kannst du dann einfach mehr Beilagen essen. Bei Eintöpfen oder Soßen (z. B Bolognese) kannst du deine Eltern fragen, ob sie das Fleisch mit Linsen austauschen oder dir extra ein bisschen Tomatensoße kochen oder so. Aufpassen :Gummibärchen, manche Puddings/Joghurts enthalten Gelatine, manche Käsesorten enthalten tierisches Lab (Aus Kälbermägen) und sind damit nicht vegetarisch. Schön, dass du diesen Schritt in die richtige Richtung gehen willst ^^

Das ist ein super Vorschlag! Das Kind ist noch im Wachstum. Wenn man "einfach Fleisch weglässt" dann rauscht man schon in eine Unterversorung rein.

Woher sollen denn bittschön die Proteine kommen? Nicht, dass es nicht geht, aber nicht so einfach. Entweder entsprechend viele Milchprodukte konsumieren oder vollwertige Proteine aus Pflanzen zusammenbasteln.

Was blöd an der Sache ist: Der Mensch ist ein Allesfresser. Im Wachstum und der Entwicklung sollte man sich auch dran halten. Was danach jeder macht ist jedem selbst überlassen.

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@Krampus666

Man muss ja auch mehr Beilagen essen. Proteine kommen auch ausreichend in Getreide, Kartoffeln und Gemüse vor, Protein Mängel haben nur Leute, die kaum noch essen, also bei Magersüchtig en oder Menschen in 3. Welt-Ländern. Kann man nachlesen. Vollwertige Proteine bastelt der Körper sich selbst über den Tag verteilt aus diversen pflanzlichen Quellen zusammen. Ich habe seit 9 Jahren kein Fleisch mehr gegessen (und mich davon bestimmt drei Jahre nur von Beilagen ernährt, aber eben in angepassten Portionen) und lebe seit 2 Jahren vegan, von Proteinmangel oder sonstigen Mängeln keine Spur. Ich supplementiere vitamin B12 und lasse alle 3 bis 6 Monate mein Blut testen.

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