Will nicht leben und nicht sterben?

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8 Antworten

Hallo  euthymia,

um diese Zeit Deiner extremen Belastung zu überwinden, wurde Dir auch geraten  eine Reise zu machen.

Neben der Reise in eine Landschaft „da draußen“ gibt es auch eine Reisen in Landschaften „da drinnen“.

Was wir draußen suchen,  können wir oft auch drinnen finden.

Und was wir draußen verachten, verachten wir auch drinnen.

Das mag Dir sehr "verschwurbelt", unsinnig vorkommen. Es kommt mir aber bei Dir in den Sinn und ich versuche herauszufinden, was mich zu diesen seltsamen Äußerungen anregt.

Sicher kennst Du Dich mit dem berühmten Herrn aus Königsberg  viel besser aus als ich. Aber wenn ich lese, dass Du Dich Emanuel Kant so verbunden fühlst, dann denke ich an das Empfinden, das mich beschleicht, wenn ich die hoch intellektuell gedrechselten Sätze des Meisters nachzuvollziehen versuche. Wenn ich das länger betreibe, werde ich sehr durstig nach sprachlosem Leben, nach Gefühlen der Weite und Offenheit.

Wenn wir nun unsere innere Welt ganz dem Denken verschreiben, besteht dann nicht die Gefahr, dass weite Seelenlandschaften verkümmern?

Du schreibst:

Ich fühle mich als hätte ich genug von allem, was ich gesehen habe, will ich nicht weiter über mich ergehen lassen.

Hat dieser nahezu selbstzerstörerische Überdruss vielleicht etwas mit der einseitigen Art Deiner Weltbegegnung zu tun?

Die Denkraster, mit denen wir uns die Welt einzuverleiben suchen, erstarren - wenn sie nicht durch Impulse aus den Bereichen jenseits unserer Sprache erneuert, infrage gestellt, bereichert werden.

Gibt es für Dich keine Musik, keine Gedichte, kein Malen, keine Träume, keine Sehnsuchtslandschaften, keinen Tanz, keine Stille, keine inneren und äußeren Begegnungen, die alles das, was Dir so arg genug war, plötzlich in ein ganz neues und bereicherndes Licht rücken?

Ich wünsche Dir glückliche Ausflüge in vielleicht noch unentdeckte Landschaften!

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Du schreibst leider nicht, wie alt Du bist.

Bist Du in der Pubertät, sind solche Gefühle und Gedanken nicht ungewöhnlich. Ein junger Mensch kann sich oft nicht wirklich mit seiner Umwelt identifizieren.

Aber auch als Erwachsener hat man hin und wieder den Eindruck, stets zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

Unsere Erfahrungen und Erlebnisse prägen uns und dies kann manchmal verwirrdend sein.

Der Zustand, mit dem Leben nicht zurecht zu kommen, aber sich auch gleichzeitig nicht in den Tod zu sehnen, ist gar nicht so selten.

Frage Dich, warum Du die Gesellschaft verachtest und was Dich, deiner Meinung nach, von der Gesellschaft abhebt.

Einsam zu sein kann Deinen Gemütszustand verschlimmern. Sprich mit jemandem über Deine Empfindungen - notfalls mit dem Hausarzt oder einem Psychologen.

Alles Gute!

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Das klingt nach einem immensen Zwiespalt in Dir. Nach starkem Misstrauen in... die Menschheit, großer Verletzung, Verzweiflung. Der Versuch "stark" zu bleiben.... dem Leben gerecht zu werden, aber ohne dem Wissen wie. Wie das funktionieren kann, ohne verletzt zu werden.

Es klingt auch so, als würdest Du Dich selbst immer mehr verraten. Und es tobt ein Kampf in Dir. Auf der Sehnsucht nach Leben. Mit dem Wissen, dass es dort Dinge gibt, die enorm verletzen können.......

zu viel interpretiert? - Mag sein.
Die Worte sind Dir zu nah!? - Dann vielleicht stückweise sich damit auseinandersetzen. Weil in dem Fall hast Du Dich wohl schon längst innerlich verloren. Und so wird es schwer eine Basis im Leben zu finden. Vor allem dann, wenn man eine Basis versucht zu finden, indem weggesehen wird.......

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Hi, die eine Falle ist doch, dass man jemanden sucht, der zu einem passt. Und dann denkt man der/die könnte es sein und wird dann enttäuscht, wenn niemand 100% zu einem passt.

Die nächste Falle ist die, dass man niemanden findet, solange man sucht.

Noch eine Falle, solange man jemanden sucht, denkt man, man sei alleine. Weil man ja jemanden bräuchte. Aber wenn man denkt man bräuchte jemanden, dann ist das eigentlich die Hoffnung, dass es mit jemandem besser wird. Also Hoffnung in der Zukunft. Umgekehrt hat man aber jede Sekunde einen Grund, warum man sich jetzt schlecht fühlen müsste und so wird das alleinsein zur Last.

Noch eine Falle, zu sagen, man kennt die Gesellschaft schon. Was wir im Fernsehen, Zeitung, Internet sehen ist nicht die Gesellschaft, wir denken uns höchstens ein Bild, wer oder was dahinter sein/stehen könnte, aber das ist es alles nicht und wir lassen uns von unserem eigenen selbst schlecht gemalten Bild auf den Arm nehmen. Es spiegelt also auch nur das wieder, was wir über uns selbst denken. Und da kommen halt auch manchmal gnadenlos die schlechten Seiten zum Vorschein. Andere Personen und Menschen(gruppen) kann man nur direkt kennen lernen und auch erst nur an der Oberfläche. Auf dem Weg gibt es wieder die kleinen Unterschiede, siehe erster Punkt :)

Das Leben is eben eins der härtesten. ..Rätsel..

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Geh mal mit jemandem auf irgendeine Reise. Da lernst du neue Leute kennen, schöne Orte und du weißt wieder, warum sich das Leben lohnt. Es gibt so viele schöne Dinge! Das wird schon wieder :) NIE die Hoffnung aufgeben ♥ Ganz liebe grüße

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Du musst unter Menschen. Wenn dir das nicht gelingt lasse dich therapieren. Oder "Erst mal zum Penny".

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Ein Ende sollten eher Deine düsteren Gedanken haben.

Du brauchst Tapetenwechsel. Neuen Input. Fahr mal mit jemandem weg, um aus dem täglichen Trott herauszukommen. Es gibt Millionen Sachen, die einen im Leben begeistern können. Man muss nur unterwegs sein und etwas sehen...

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es"

(Erich Kästner)


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Welche Antwort würde dir eigentlich gefallen? Bei den vielen

ähnlichen Fragen und den dann doch sehr unterschiedlichen  Antworten -
nichts dabei für dich? Das du mal darüber in Ruhe nachdenken kannst, was
andere antworten? Das du mal inneren Frieden findest? Hast du es mal
mit Meditation versucht? Egal welche Richtung?

Habe doch ein wenig Freude auch an deiner Unzulänglichkeit und sei
gnädig mit uns und unseren Fehlern. Irgendwie ist dir die Sonne
abhandengekommen - finde sie wieder. Lasse dir helfen, wenn wir es
nichtkönnen.

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