Wikipedia:Inzucht. Dieser Abschnitt in eigenen Worten, was sagt er aus?

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6 Antworten

Du musst davon ausgehen, dass jeder Mensch auf einem Allel Träger bestimmter Mutationen ist. Da diese jedoch meist autosomal rezessiv vererbt werden und bei jedem Menschen andere Mutationen vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung beim Kind gering.

Das veränderte Mukoviszidose-Gen trägt beispielsweise in Deutschland etwa jeder 25. Mensch. Er gibt es zu 50% an seine Nachkommen weiter, denn er kann ja das funktionierende oder das defekte Allel vererben. Das gleiche gilt für den Partner. Daher ist die Wahrscheinlichkeit einer Mukoviszidose-Erkrankung für ein Kind, dessen Eltern nicht aus einer Risikofamilie stammen = 1:25 x 50% x 1:25 x 50% = 1:2500.

Sind aber die Eltern verwandt, dann tragen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dieselben Genfehler auf ihren Allelen. Die jeweils mütterlichen Allele der Geschwister sind ja identisch und die väterlichen Allele auch.

Wenn sie bei der Fortpflanzung nun jeweils ihr mütterliches Allel an den Nachkommen vererben, dann hat der Nachwuchs zweimal das Allel seiner Großmutter mit dieselben Mutationen. So ist dann eine autosomal-rezessive Mutation bei dem Nachkommen homolog ausgeprägt.

Es gibt eine Vielzahl an Mutationen, die von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich ausgeprägt sind, und keine Probleme machen, weil sie nur auf einem Allel auftreten und das andere Allel quasi die Funktion übernehmen kann. Bei Blutsverwandten Eltern werden mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die Allele nur eines Elternteils der Geschwister weitergegeben und die genetische Vielfalt, die Fehler ausgleicht, fällt in dem Fall weg.

Eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit auf eine Erbkrankheit ist enorm hoch. Gerade in kleinen Dörfern, wo Inzucht ein großes Problem ist, sind 4 Kinder keine Seltenheit. Davon ist dann eines Behindert, wenn die Eltern über mehrere Generationen Blutsverwandt sind. Der genetische Pool in den Dörfer ist teilweise heute noch sehr gering und es gibt auffallend viele kranke bzw. behinderte Kinder.

EinNachtfuchs 13.07.2017, 00:54

Das nenne ich mal eine hilfreiche Antwort. Danke für die Mühe!

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Weder das eine - noch das andere.

Mit einfachen Worten ausgedrückt, geschieht das, was schon der frühe Mensch in der Urgesellschaft beobachtet hat:

Die Zahl der mißgebildeten, kranken, geistig oder anderweitig benachteiligten Individuen unter den Nachkommen steigt merklich an.

Die Anzahl der Nachkommen einer jeden Horde war schon damals sehr wichtig für das gemeinschaftliche Überdauern dieser sozialen Verbände.

Deswegen wurde schon damals die Fortpflanzung unter nahen Verwandten vermieden (Gentile wurden gebildet).

Ebenfalls schon sehr früh erkannte der Mensch, das ähnliches auch in der Tierzucht zu beachten ist.

Mit besten Grüßen

gregor443

Also wenn ich den Text korrekt interpretiere sind Erbkrankheiten nicht davon abhängig, wer die Eltern sind, sondern, dass wenn die Eltern einen jeweiligen Teil einer Krankheit haben und diese sich ergänzen, dann entsteht eine Krankheit. Weil sie erst dann dominiert. Klar ist die Wahrscheinlichkeit bei Inzest höher, aber nicht garantiert. Somit ist deine 2 Aussage treffend, weil es wahrscheinlicher ist, dass ein Familienangehöriger den fehlenden Gen-Pol besitzt und diese sich bei der Zeugung zu einem Dominanten Gen addieren

EinNachtfuchs 13.07.2017, 00:19

Aber nicht alle Geschwister haben doch eine (versteckte) Erbkrankheit? Die 25% kommen doch von der rezessiven Vererbung. Daher hätte ich eher auf meine erste Vermutung getippt.

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Anikkan 13.07.2017, 00:30
@EinNachtfuchs

Na ja. Das hängt immer noch vom Zufall der Vererbung ab. Es kann bei zwei Geschwistern durchaus sein, dass beide den selben Anteil der Krankheit besitzen. Gregor Mendel hat sich diesbezüglich damit auseinander gesetzt. Kannst ja mal googlen. Er bezog sich jetzt nicht direkt auf Krankheiten, aber er studierte die Vererbung


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Doch. Das wurde untersucht. Bruder und Schwester haben fast identische Gene.

Werden die weitergegeben kommt ein krankes Kind bei raus. Die Gene sind sich zu ähnlich. Das lernt man in Bio.

http://www.zeit.de/2014/40/inzest-paragraph-ethikrat

http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=229286

http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Warum-sind-viele-Inzest-Kinder-behindert-id3517636.html

Hier kannst du lesen warum behinderte Kinder und warum verboten.

Soweit ich weiß ist das 2. richtig aber gebe keine garantie ab dass es stimmt

Das das Kind mit 25%er Wahrscheinlichkeit eine Erbkrankheit aufweist 

Also 1/4, jedes 4. Kind

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