Wieviele Frauen in Deutschland oder auch anderswo würden (höchstwahrscheinlich) nicht abtreiben?

9 Antworten

Hallo

Die Abstimmung in Irland zeigte ja gerade, dass 2/3 für Abtreibung sind.

Ich denke, dass etwa 30-50% der Frauen nicht abtreiben würden. Bei den Männern würde ich das eher ähnlich sehen.

Vom Glauben hängt es eher weniger ab, auch religiöse treiben ab. In Ländern, wo die Religion vorherrscht und es keine Aufklärung gibt, gibt es mehr Abtreibungen als in Ländern, wo es legal ist und über Verhütungen etc. gesprochen wird.

Für mich käme Abtreibung nicht in Frage, ausser das Kind ist behindert. Aber ich bin trotzdem für das Recht auf Abtreibungen.

Freundlichen Gruss

Thomas

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Ich würde jetzt nicht sagen, dass 2/3 für Abtreibung sind. 2/3 sind für eine eingeschränkte Legalisierung im Falle von Abtreibungen. Ich hoffe mal nicht, dass die auch alle persönlich abtreiben würden. Außerdem haben 36 % ja gar nicht abgestimmt, also auch nicht unbedingt für "Yes".

Was kann denn das Kind dafür, dass es behindert ist? Mord ist immer Mord. Es gibt übrigens auch leichte Behinderungen.

Die, die dann abtreiben, scheinen nicht wirklich religiös zu sein, es sei denn sie sind scheinheilig oder schizophren.

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@harrbart

Also in Irland wird eine Abtreibung bis zur 12. Woche möglich sein.

Für Abtreibung zu sein heisst nicht, dass man das tun würde. Erstens werden 50% der Frauen gar nicht ungeplant schwanger. Und von den 50% der Frauen, die ungeplant schwanger werden, entscheiden sich wiederum auch nur 50% für eine Abtreibung.

Die 36% die nicht abgestimmt haben, werden hätten wohl etwa gleich abgestimmt.

Nein, eine Abtreibung ist kein Mord. Natürlich gibt es leichte Behinderungen. Man muss ja nicht wegen jeder Behinderung abtreiben. Aber man weiss auch nicht, wie schwer sie sein wird. Fakt ist, dass 2/3 der Behinderungen meistens schwer sind, etwa 25-30% mittel und nur 5% leicht.

Natürlich sind die, welche religiös sind und abtreiben, trotzdem religiös. Fakt ist, dass die Religion mit ihrer Lehre bei den Menschen Schuldgefühle auslöst. Diesen Frauen fällt es extrem schwer, sich für eine Abtreibung somit zu entscheiden.

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@armeskaenguru

Woher hast du deine Daten? Sie scheinen mir aus der Luft gegriffen.

Was ist Abtreibung dann, wenn sie kein Mord ist? Es ist vorsätzliche Tötung eines menschlichen Wesens (und auch ein menschliches Wesen ist nicht sofort vollständig entwickelt, aber trotzdem ist es ein menschliches Wesen am Beginn seines Lebens), und vorsätzliche Tötung ist Mord. Auf jeden Fall hat sie den gleichen Effekt wie Mord.

Man muss wegen überhaupt keiner Behinderung abtreiben, und früher hat man das auch nicht gewusst. Was heißt schon schwerbehindert? Mein Vater ist "nur" Diabetiker und hat GdB 100.

Wer wirklich religiös ist, der würde nicht abtreiben. Und, wenn Religion es schwer macht, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, da sie an das Gewissen appelliert, so ist das eine sehr gute Sache.

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@harrbart

Die Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern basieren auf Statistiken.

Wäre Abtreibung Mord, wäre es eine Straftat. Aber der Gesetzgeber hat es nicht als Mord taxiert.

Natürlich muss man bei Behinderung nicht abtreiben. Willst Du Dich aber ein Leben lang um ein behindertes Kind kümmern? Kannst Du gerne machen, verlange es aber nicht von anderen.

Natürlich treiben auch religiöse Frauen ab. Religion, welche dem Menschen nur Schuldgefühle macht ist keine gute Sache.

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@armeskaenguru

Nochmals : Mord heißt, vorsätzlich zu töten. Nicht jeder Mord ist eine Straftat, es ist noch gar nicht mal so lange her, da wurden auch lebende Menschen nach den damaligen Gesetzen legal ermordet.

Ich würde niemals abtreiben, denn im Gegensatz zu den Gottlosen halten wir uns an das Gebot "Du sollst nicht töten". Und wer ein Kind abtreibt, der tötet es, darüber braucht man nicht zu diskutieren, das ist einfach ein Fakt und bei Spätabtreibung wird auch eindeutig von "Tötung" gesprochen.

Wer sich nicht ein Leben lang um sein Kind kümmern will, der ist ein schlechter , egoistischer und gewissenloser Mensch. Und wenn man das nicht möchte oder nicht kann, sollte man das Kind eben abgeben, damit macht man sich nicht so schuldig, als wenn man es töten würde. Zumal es ab der 23. SSW außerhalb der Mutter überleben würde. Und wirklich behinderte Kinder sterben ohnehin bald nach der Geburt oder schon im Mutterleib, alles andere sind Behinderungen, die in der Natur nun mal vorkommen und mit denen man leben kann, dieses Leben wie Müll wegzuschmeißen, ist grausam, herzlos und naturwidrig.

Wenn religiöse Frauen abtreiben, sind es entweder Heuchlerinnen, Scheinheilige, oder schizophren. Wenn Religion die Menschen besser macht und verhindert, dass sie böses tun, ist es eine wunderbare Sache.

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@harrbart

Abtreibung ist kein Mord.
Sag niemals nie.
Spätabtreibung ist auch keine Tötung, sondern ein Schwangerschaftsabbruch.
Du hast keine Ahnung was es heisst, sich ein Leben lang um ein Kind zu kümmern. Das sind keine schlechten Menschen. Und was bringt es einem Kind, wenn es dann in ein Heim kommt. 50% der behinderten Kinder landen in Heimen.
Nein, religiöse Frauen, die abtreiben, sind keine Heuchlerinnen. Religion macht den Menschen nur ein schlechtes Gewissen.

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@harrbart
dieses Leben wie Müll wegzuschmeißen, ist grausam, herzlos und naturwidrig

Im Gegenteil, gerade in Naturvölkern werden behindert geborene Kinder so gut wie immer zum sterben irgendwo ausgesetzt.

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@armeskaenguru

Mord ist eine bewusste und vorsätzliche Tötung. Das trifft auf Abtreibung zu.

Natürlich ist Spätabtreibung eine Tötung, wie kann man denn so verblendet, um noch nicht mal das einzusehen?! Das würde wohl selbst jeder Biologe und Mediziner von Tötung sprechen. Weißt du überhaupt, was bei Spätabtreibungen passiert? Da das Kind ein fertiger Mensch und lebensfähig ist, wird er i.d.R. mit einer Giftspritze GETÖTET, um dann tot geboren zu werden. Das ist kein "Schwangerschaftsabbruch, das ist Mord und nichts anderes als Mord!

Natürlich sind das schlechte Menschen, sofern man einen Mörder nicht als etwas positives empfindet.

Was bringt es überhaupt einem Menschen, geboren zu werden?! Dann sollte man konsequenterweise gleich gar keine Kinder bekommen. Dass 50 % der behinderten Kinder in Heimen, ist auch wieder eine völlig aus der Luft gegriffene Zahl.

Religiöse Frauen, die abtreiben, verstoßen eklatant gegen Glaubensgrundsätze. Religion macht niemandem ein "schlechtes" Gewissen, mit Religion scheint es eher so zu sein, dass viele Menschen ohne sie gar völlig gewissenlos wären. Eigentlich sollte man annehmen, dass man auch ohne Religion über ein Gewissen verfügen sollte, aber beim Thema zeigt sich immer wieder, dass dem leider nicht der Fall ist.

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@Deamonia

Da hast du ja mal tolle Vorbilder, meine Nerven.

Kommt wohl drauf an, welche Behinderung die Kinder haben. Es gibt erstens äußerst geringfügige Behinderungen und zweitens gibt es viele Behinderung, die man nicht sofort nach der Geburt bemerkt und in Kulturen ohne moderne Medizin evtl. sogar niemals. Niemand kommt mit der Aufschrift "Ich bin behindert" auf die Welt.

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@harrbart

Nein, Abtreibung ist kein Mord.Spätabtreibung nennt man eine Abtreibung, welche nach der gesetzlichen Frist durchgeführt wird. Es ist keine Tötung. Ein Fötus ist bis ca. 22.-23. SSW nicht lebensfähig. Fertig ist der Fötus noch nicht.Eine Frau, die abtreibt, ist kein schlechter Mensch.Du hast keine Ahnung über behinderte Kinder, wie viele davon in Heimen leben.Religion macht den Menschen ein schlechtes Gewissen.

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@armeskaenguru
Spätabtreibung ist auch keine Tötung, sondern ein Schwangerschaftsabbruch

Für das Kind ist ein Schwangerschaftsabbruch immer tödlich.

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@armeskaenguru

Hab ich auch nicht behauptet.

Allerdings erfüllt eine Abtreibung als Handlung durchaus die Kriterien, die auch für die Einschätzung als Mord gelten, auch wenn die deutsche Justiz Abtreibung als solche nicht als Mord im juristischen Sinne einstuft.

Die Tötungshandlung Abtreibung geschieht mit Vorsatz, wird geplant und ist mit einem Vorteil für mindestens einem/einer der Beteiligten verbunden. Das steht zwar im Widerspruch zur juristischen Beurteilung einer Abtreibung, ändert aber nichts an den Kriterien für Mord.

Nur dass das klar ist: Es liegt mir fern, jemand moralisch zu beurteilen oder eine Abtreibung leichtfertig als Mord zu bezeichnen. Aber hier bei GF wird oft allzu "lässig" Abtreibung etwas verharmlosend dargestellt. Für das ungeborene Kind ist es das nicht. Für Geschwisterkinder ist es das meistens auch nicht.

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@wolfruprecht

Ein Fötus ist noch nicht geboren, folglich ist es kein Mord.

Wichtig ist auch die Frau, denn sie muss ein Kind 9 Monate austragen und ist über viele Jahre dafür verantwortlich. Wenn sie kein Kind möchte, ist das ihr gutes Recht.

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@armeskaenguru

"Die Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern basieren auf Statistiken."

Bitte eine Quelle, wenn möglich.

"Wäre Abtreibung Mord, wäre es eine Straftat."

Abtreibung ist eine Straftat, auch wenn es kein Mord ist.

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@carn122004

Ich weiss jetzt gerade nicht, welche Statistik Du genau meinst, weil ich ja diverse Zahlen genannt habe.

Was den Schweregrad der Behinderung betrifft, gebe ich mal http://www.snf.ch/sitecollectiondocuments/nfp/nfp45/nfp45_gredig_sb.pdf an. Wobei das die Betroffenen sind, die eine Antwort gaben. Da sagen 16% leicht, 36% mittelschwer und 48% schwer oder sehr schwer. Da aber sehr schwer Beeinträchtigte gar nicht antworten können, ist der Teil höher. Aus einer anderen Statistik waren 66% schwer, ca. 30% mittel und rund 5% leicht. Darin sind die schwer Beeinträchtigten laut Arztzeugnis berücksichtigt.

In Deutschland wird keine Frau für eine Abtreibung bestraft (innerhalb 14 Wochen, Beratung und 3 Tage Bedenkfrist). 

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@armeskaenguru

Wir haben 5 Kinder. Ich weiß, wovon ich spreche. Vom Beginn der Empfängnis an war klar, dass mit der Befruchtung ein neuer Prozess in Gang kam, der seinen natürlichen Lauf nahm und mit der Geburt eines Kindes seinen Abschluss findet.

Wenn das Kind erst ein Kind ist, wenn es geboren wurde, was ist es dann, am Tag vor seiner Geburt?

3 Tage vor seiner Geburt?

10 Tage vor seiner Geburt?

30 Tage vor seiner Geburt?

100 Tage vor seiner Geburt?

Bis zum Ende der 3-Monatsfrist ab Beginn der Schwangerschaft "darf" die Mutter ihr ungeborenes Leben "straffrei" beenden lassen, am Tag darauf nicht mehr. Was ist an diesem einen Tag für das ungeborene Leben qualitativ anders geworden?

Wenn sie kein Kind möchte, ist das ihr gutes Recht.

Das stimmt. Das sollte sie sich aber vor dem Schwangerwerden überlegen. Mit Beginn der Schwangerschaft endet dieses Recht, denn dann hat sie diese Verantwortung für ihr heranwachsendes Kind --- oder meinetwegen ihren Fötus, der mal "zum" Kind geboren wird. Mit dem Abbruch einer Schwangerschaft verfügt eine Frau eben nicht (nur) über ihren eigenen Körper, sondern auch über den Körper ihres ungeborenen Kindes/Fötus. Dieses/Dieser hat einen eigenen Blutkreislauf, eine eigene Blutgruppe, eigenes Erbgut, ist ein eigener Organismus, aber von der Mutter 9 Monate total abhängig und später noch über Jahre mit abnehmender Tendenz. Dieses Leben beendest du mit einer Abtreibung.

Die Definition ist willkürlich gewählt, wann menschliches Leben juristisch ein schützenswertes Gut ist und als Mensch mit Personenrecht gilt. Biologisch ist die Sache allerdings eindeutig klar: Mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle beginnt ein neues Leben. Genausogut könnte man juristisch dieses Leben ab diesem Moment schützen, warum nicht? Dass dies hierzulande nicht geschieht --- und in vielen anderen Ländern auch --- sagt sehr viel aus über die Haltung zum Leben an sich und zu Kindern im speziellen.

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@wolfruprecht

Hallo

Aber kein Verhütungsmittel ist zu 100% sicher. Und wenn es versagt, hat die Frau das Recht, die Schwangerschaft zu beenden. Zudem natürlich bei Vergewaltigung und wenn das Kind behindert ist.

Freundlichen Gruss

tm

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@armeskaenguru

"Ich weiss jetzt gerade nicht, welche Statistik Du genau meinst, weil ich ja diverse Zahlen genannt habe."

Auf die:

"Nein, eine Abtreibung ist kein Mord. Natürlich gibt es leichte Behinderungen. Man muss ja nicht wegen jeder Behinderung abtreiben. Aber man weiss auch nicht, wie schwer sie sein wird. Fakt ist, dass 2/3 der Behinderungen meistens schwer sind, etwa 25-30% mittel und nur 5% leicht."

"Was den Schweregrad der Behinderung betrifft, gebe ich mal http://www.snf.ch/sitecollectiondocuments/nfp/nfp45/nfp45_gredig_sb.pdf an."

Das sind Prozentsätze, wieviele der geborenen behinderten Menschen eine leichte, mittlere, etc. Behinderung haben.

Ich dachte, du meintest die Prozentsätze von leichter, mittlerer, etc. Behinderung von ungeborenen abgetriebenen Menschen.

Da ist mir keine Statistik bekannt, aus der hervorgeht, wieviel Prozent der Abtreibungen wegen Behinderung jetzt leichte, mittlere, schwere, sehr schwere, pseudo-"nicht lebensfähig" und echt-nicht-lebensfähig betreffen (bei letzterem sind einige Abtreibungsbefürworter gerne sehr ungenau, um möglichst viele Behinderungen unter das Label "nicht lebensfähig" zu bekommen; deshalb wäre auch interessant, wieviele tatsächlich und nicht nur um der Propaganda willen nicht lebensfähig sind).

"In Deutschland wird keine Frau für eine Abtreibung bestraft (innerhalb 14 Wochen, Beratung und 3 Tage Bedenkfrist)."

Außerhalb der gesetzlichen Grenzen wird eine Frau sehr wohl bestraft, eben weil Abtreibung entgegen deiner Aussage eben doch eine Straftat ist.

Kommt natürlich sehr selten vor, dass da eine verurteilt wird; Verurteilungen wegen Abtreibung betreffen meist solche gegen den Willen der Frau, z.b. wenn ihnen jemand das Kind aus dem Bauch treten will.

Interessant im übrigen auch, dass die ganzen Befürworter der Streichung von § 218 StGB dabei selten zu bedenken scheinen, dass dann einer Frau eine Abtreibungspille ins Essen oder Getränk zu schmuggeln eventuell nicht mehr strafbar wäre; jedenfalls dann, wenn Abtreibung per Pille wirklich total harmlos ist, denn dann ist es eigentlich auch keine richtige Körperverletzung.

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@armeskaenguru

"Aber kein Verhütungsmittel ist zu 100% sicher. Und wenn es versagt, hat die Frau das Recht, die Schwangerschaft zu beenden."

Schon hundertmal erklärt, aber es interessiert keinen; trotzdem nochmal:

Nein, sie hat nicht das Recht, die Schwangerschaft zu beenden, z.b. weil das Verhütungsmittel versagt hat; es wird geduldet, weil man davon ausgeht, dass sie aktiv daran hindern noch schlimmere Konsequenzen hat.

"Zudem natürlich bei Vergewaltigung"

Da kann man davon sprechen, dass sie in D ein Recht auf Abtreibung hat.

"wenn das Kind behindert ist."

Da hingegen nicht; es gibt kein Recht abzutreiben, weil das Kind behindert ist. Es gibt ein Recht abzutreiben, wenn medizinisch zu vermuten ist, dass die Behinderung eine erhebliche seelische Gefahr für die Schwangere darstellt; womit erstmal die Ärzte entscheiden; und wenn die sagen: "Passt schon.", dann darf keine Abtreibung durchgeführt werden.

Somit hat sie definitiv nicht das Recht, wegen einer Behinderung abzutreiben.

"Wenn sie kein Kind möchte, ist das ihr gutes Recht."

Weshalb sie es ja nach der Geburt zur Adoption freigeben kann. Dann hat sie kein Kind. Das ist ihr gutes Recht.

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@armeskaenguru

Ich kenne eine Frau, die aufgrund einer Vergewaltigung gezeugt wurde. Ihre Mutter entschied sich gegen eine Abtreibung — obwohl dies problemlos möglich gewesen und gemacht worden wäre — und gab das Kind später zur Adoption frei. Diese Frau ist ihrer Mutter für die Entscheidung gegen eine Abtreibung unendlich dankbar.

Wenn du für ein Recht auf Abtreibung nach einer Vergewaltigung eintrittst, dann sagst du im Prinzip zu jemanden wie dieser Frau: Dich hätte man auch töten dürfen!

Ich könnte so etwas nie einem Menschen ins Gesicht sagen (hoffe ich zumindest). Es ist immer leicht, darüber distanziert theoretisch zu schreiben oder zu sprechen. Mach das, laut und für die Umstehenden hörbar, sag genau diesen Satz so jemand ins Gesicht und schau ihn an: "Dich hätte man auch töten dürfen!"

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@carn122004

Hallo

Nein, das betrifft nicht Ungeborene, sondern geborene Menschen.

Bei der Abtreibung wegen Behinderung ist Trisomie 21 sicher der häufigste Grund.

Eine Abtreibungspille ins Essen oder Getränk zu schmuggeln geht gar nicht. Von mir aus kann das Gesetz so bleiben, was aber die Verurteilung der Ärztin aufgrund Information über Abtreibung betrifft finde ich, dass das nicht bestraft gehört.

Freundlichen Gruss

tm

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@carn122004

Hallo

Die Frau hat die ersten 14 Wochen das Recht, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden (ob Kind behindert ist oder nicht, nach Beratung und Bedenkfrist).

Adoption ist für 99.9% der Frauen keine Option. Kaum eine Frau will 9 Monate schwanger sein, ein Kind gebären und dann zur Adoption freigeben.

Freundlichen Gruss

tm

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@wolfruprecht

Hallo

Das würde ich sicher nicht sagen. Es geht ja nicht um eine ungeplante Schwangerschaft oder Vergewaltigung, die ausgetragen wurde.

Sondern z. B. bei einer Vergewaltigung, wenn die Frau abtreiben will. Dann darf sie das und man darf sie nicht zwingen, das Kind auszutragen. Wenn sie sich entscheidet, die Schwangerschaft trotzdem fortzusetzen und das Kind zur Adoption freizugeben, dann darf sie auch das. Es ist eine Wahlfreiheit für die Frau, ob sie eine Schwangerschaft fortsetzten oder abbrechen will.

Freundlichen Gruss

tm

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"Vom Glauben hängt es eher weniger ab, auch religiöse treiben ab. In Ländern, wo die Religion vorherrscht und es keine Aufklärung gibt, gibt es mehr Abtreibungen als in Ländern, wo es legal ist und über Verhütungen etc. gesprochen wird."

Schwache Argumentation. Daraus, dass auch religiöse abtreiben folgt nicht, dass es vom Glauben nicht abhängt.

Und die absolute Zahl an Abtreibungen in Ländern ohne Zugang zu Verhütung mit der absoluten Anzahl an Abtreibungen in D zu vergleichen ist nichtssagend. Der relevante Vergleich wäre Zahl der Abtreibung pro 1000 Geburten und/oder % der Frauen, die sich bei ungeplanter Schwangerschaft für Kind entscheiden.

Und selbst dann weiß man noch wenig, da D ja eine andere wirtschaftliche Lage und andere Sozialsysteme hat.

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@carn122004

Abtreibung gibt es in jeder Religion. Auch wenn diese dagegen ist. Die Leute haben dann halt einfach ein schlechtes Gewissen und die Entscheidung fällt ihnen noch schwerer, als sie ohnehin schon ist.

Bei ungeplanter Schwangerschaft entscheiden sich etwa 50% für das Kind und 50% dagegen. Entscheidend ist eher der Anteil der Abtreibungen in % der Frauen. In Deutschland, Schweiz, USA etc. liegt der etwa bei 20-25%. Also 20-25% der Frauen treiben einmal im Leben ab. In Ländern ohne Verhütung ist diese Zahl höher (so wie sie in Deutschland etc. früher auch mal höher war).

Natürlich spielt die wirtschaftliche Lage u. ä. mit hinein. Aber das war ja nicht die Frage.

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@armeskaenguru

"Abtreibung gibt es in jeder Religion. Auch wenn diese dagegen ist. Die Leute haben dann halt einfach ein schlechtes Gewissen und die Entscheidung fällt ihnen noch schwerer, als sie ohnehin schon ist."

Immer noch schwache Argumentation. Daraus, dass es irgendwas trotz einer bestimmten Eigenschaft (hier Religion) gibt, folgerst du, dass diese Eigenschaft absolut zwingend null komma null gar keinen Einfluss auf die Häufigkeit hat.

Jeder, der sowas bei der Analyse der Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten macht, würde sich lächerlich machen.

"In Deutschland, Schweiz, USA etc. liegt der etwa bei 20-25%."

Welchen Daten entnimmst du, dass in den USA ähnlich oft wie in D oder der Schweiz abgetrieben würde? Die Daten, die ich kenne, deuten alle darauf hin, dass in D und der Schweiz etwa 1/3 weniger Abtreibungen pro selber Zahl an Frauen stattfinden.

"Natürlich spielt die wirtschaftliche Lage u. ä. mit hinein. Aber das war ja nicht die Frage."

Ähm, doch.

Wenn du eine Statistik machst:

Land A: Abtreibunsquote a

Land B: Abtreibunsquote b

Land C: Abtreibunsquote c

Land D: Abtreibunsquote d

und c,d>a,b und C,D religiöser als A,B und C,D schlechterer Sozialstaat als A,B, und dann ziehst du daraus diese Schlussfolgerung:

"In Ländern, wo die Religion vorherrscht und es keine Aufklärung gibt, gibt es mehr Abtreibungen als in Ländern, wo es legal ist und über Verhütungen etc. gesprochen wird."

machst du einen eklatanten Denkfehler; denn du hast ohne Grund, Anlass, Nachdenken oder sonstiges den Einfluss der Sozialsysteme für deine Schlussfolgerung ignoriert.

Damit kann deine Schlussfolgerung einfach grottenfalsch sein; oder sie kann trotzdem richtig sein; nur du kannst es nicht wissen; und kannst folglich nicht beanspruchen, dass du da irgendwas anderes als deine persönlichen Vermutungen verbreitest, die halt stimmen oder auch nicht.

Ich verstehe das echt nicht; du arbeitest professionell im medizinischen Bereich; vergleichbare Fehler würden dir vermutlich bei jeder Arzneimittelstudie sofort ins Auge springen, du würdest die Hand vors Gesicht schlagen und dich wundern, wie man solche Fehler machen kann und einfach bekannte Variablen, die sicher einen gewissen Einfluss haben, ignorieren kann.

Aber hier siehst du es einfach nicht.

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@carn122004

Hallo

Nein, ich habe nirgends gesagt, dass ich im medizinischen Bereich arbeite.

In der Schweiz treiben etwa 20-25% der Frauen im Leben einmal ab. Anbei mal ein Link, dritter Abschnitt, die Zahlen sind immer noch aktuell: https://www.beobachter.ch/sozialfragen/abtreibungen-panne-mit-der-pille

In Deutschland sind es gleich viele, ca. 20-25% (vergleiche die Zahlen der Schweiz mit Deutschland, einerseits Anzahl Abtreibungen und Einwohner).

In den USA ist die Anzahl etwa gleich (wobei ich bei der Suche nach einem Link eine höhere Zahl noch fand).

Religion mag schon einen Einfluss auf die Abtreibung haben, schlussendlich gibt es auch in religiösen Ländern Abtreibungen und nicht wenige.

Das Sozialsystem mag einen Einfluss haben, aber das war ja nicht die Frage, die ich beantwortet hatte.

Aber man muss sich nur mal die Entwicklung in unseren Ländern anschauen, wie viele Abtreibungen es z. B. vor der Pille gab und nach der Legalisierung der Abtreibungen und die letzten Jahre. Während in der Schweiz die Abtreibungen immer noch sinken, sind sie in Deutschland letztes Jahr erstmals nach Jahren des Sinkens wieder angestiegen.

Freundlichen Gruss

tm

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@armeskaenguru

"In den USA ist die Anzahl etwa gleich"

Wahrscheinlich unzutreffend.

Beleg:

https://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/01/17/509734620/u-s-abortion-rate-falls-to-lowest-level-since-roe-v-wade?t=1529560564219

"The report by the Guttmacher Institute, a research group that supports legalized abortion, puts the rate at 14.6 abortions per 1,000 women of childbearing age (ages 15-44) in 2014."

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch#Statistik

"Abbrüche pro 1000 Frauen 15–45-j.[174]8 8 7,8 7,6 7,8 7,5 7,3 7,3 7,2 7,1 7,1"

Die Abbruchrate also Zahl der Abbrüche pro 1000 Frauen im Alter 15-45 pro Jahr ist in den USA beinahe DOPPELT so hoch wie in Deutschland.

Nur 2 mögliche Erklärungen:

a) In Deutschland wird viel weniger abgetrieben als in den USA; dann ist zu erwarten, dass auch der Prozentsatz der Frauen, die in ihrem Leben abtreiben, ein anderer ist.

b) Die Statistiken sind vollkommen unzuverlässig; damit sind Behauptung, in den USA und in D würden ähnliche Prozentsätze an Frauen im Leben abtreiben, und Gegenbehauptung reine Spekulation.

Wie kommst du zu dem offensichtlichen Irrtum, in den USA und in D gäbe es Abtreibung in ähnlichem Ausmaß?

Schweiz hat übrigens noch niedrigere Abtreibungsrate als D, somit gilt das da erst recht.

Es ist auch nicht weiter überraschend, dass in D und USA unterschiedlich viel abgetrieben wird, denn:

  • USA hat kein gescheites Sozialsystem
  • USA hat erheblich schärfere soziale Differenzen (die für schwierigeres soziales Umfeld sorgen, womit schlechte Verhütung und Abtreibung begünstigt sind)
  • USA hat ein erheblich laxeres Abtreibungsrecht; bis zur 24. SSW p.m. ohne Grund, Bedenkfrist oder Beratung; D hat Pflichtberatung, die in einem Teil der Fälle vielleicht hilft
  • USA hat erheblich höhere Kriminalitätsbelastung und inhaftiert erheblich größere Teile der Bevölkerung (mit ähnlichen Folgen wie zweiter Punkt)

Es wäre vielmehr absolut unerklärlich, wenn in den USA vergleichbar viel abgetrieben würde wie in D.

Wie kommt man zu diesem Irrtum?

"Aber man muss sich nur mal die Entwicklung in unseren Ländern anschauen, wie viele Abtreibungen es z. B. vor der Pille gab und nach der Legalisierung der Abtreibungen und die letzten Jahre."

Vor der Pille gab es weniger Abtreibungen als heute.

So hat z.b. Planned Parenthood USA aka ProFamilia in den 50zigern für die gesamte USA die Zahl der Abtreibungen auf 100000 geschätzt; heute gibt es mehr als 500000 in den USA.

Vor der Legalisierung in GB ging man in den 60gern von 100000 Abtreibungen pro Jahr aus; heute sind es 180000.

Wobei natürlich denkbar ist, dass die mit den 60gern beginnende Aufweichung der rigiden Sexualmoral wohl zu erheblich mehr Abtreibungen führte, da Sex in einem für ein Kind unpassenden Umständen vermutlich häufiger wurde. Die Abtreibungslegalisierungswelle der 70ger war dann eher die Folge davon, dass die Zahl der unerwünschten Schwangerschaften durch die Änderungen des Sexualverhaltens anstiegen.

Es lässt sich aus den Statistiken weder eindeutig ablesen, dass Abtreibungsverbote keine Reduzierung bewirken noch dass sie eine solche bewirken.

Aber viele ProChoiler und viele ProLifer wollen das nicht akzeptieren, sondern lesen die Statistiken eben genau passend zur eigenen Überzeugung und vermeinen dann zu wissen, was tatsächlich wahr ist.

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26
@carn122004

Hallo

Ich hatte mal auf einer Seite gelesen, dass etwa 20-25% der Frauen in den USA abtreiben. Das wären also gleichviele wie in der Schweiz oder Deutschland. Als ich nun das suchte, fand ich es aber nicht, sondern eben eher höhere Zahlen, wobei sicher nicht doppelt soviel wie bei uns.

In der Schweiz sind die Abtreibungszahlen ähnlich wie in Deutschland. Die Zahl der Abtreibungen und Einwohner im Verhältnis ist gleich. Zudem kann man in der Schweiz 2 Wochen weniger lange abtreiben als in Deutschland, das wäre auch zu bedenken.

Die Zahl der Abtreibungen ist sicher zurückgegangen seit der Pille und Legalisierung der Abtreibungen. In der Schweiz kann das klar nachgewiesen werden. Schwierig ist halt, als Abtreibungen noch nicht straffrei waren, auch nicht Statistiken über die Abtreibungen geführt wurden, weil sie ja eigentlich strafbar waren (auch wenn es kaum eine Verurteilung gab). Heute wird das ganz genau erfasst und kann seit vielen Jahren genau analysiert werden. In der Schweiz sinken die Abtreibungen ständig, in Deutschland auch, ausser letztes Jahr und dieses sieht es auch nicht danach aus.

Freundlichen Gruss

tm

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Das sind solche Fragen, die man eigentlich gar nicht beantworten kann, wenn man nicht wirklich in der Situation ist und vor dieser Entscheidung steht. Entsprechend würde ich so eine Umfrage, sofern es sie gäbe, auch nicht zu wichtig nehmen. Denn wenn es nicht mehr rein hypothetisch, sondern harte Realität ist, ändern viele ihre Meinung doch recht schnell, in beide Richtungen.

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In beide Richtungen?

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44
@harrbart

Ja. Wenn jemand eigentlich immer total gegen Abtreibungen war, kann sich diese Ansicht durchaus ändern, wenn es z.B. die eigene Tochter im Teeniealter betrifft und plötzlich Schulabschluss, Ausbildung und somit große Teile der Zukunft auf dem Spiel stehen.

Und jemand, der eigentlich nie ein Kind wollte, kann dann, wenn es passiert ist, ebenfalls plötzlich ganz anders denken und handeln, weil's dann eben keine abstrakte, sondern eine ganz konkrete Situation ist.

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@HappyMe1984

Es entscheiden sich ja auch viele Teenager, das Kind trotz allem zu bekommen. Die Eltern sollten das Kind nicht auch noch zwingen, abzutreiben.

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44
@harrbart

Zwang sollte niemals im Spiel sein. Aber eben auch kein aktives Hindern daran, wenn die Frau das Kind wirklich nicht bekommen möchte, egal in welchem Alter und aus welchen Gründen.

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12
@HappyMe1984

Also, wenn ich eine Tochter oder Frau hätte, dann würde zumindest die aktiv daran hindern.

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41
@harrbart

und würdest dich damit strafbar machen...

Außerdem: Wie würdest du das machen wollen? Deine Tochter oder Frau 9 Monate lang zu Hause anketten und Zwangs ernähren?

Sie dürfte in der SS dann auch niemals zum Arzt, oder überhaupt mit irgendwem Kontakt haben, denn dort könnte sie ja von ihrer Gefangenschaft & Folter berichten, und hier würde dann höchstwahrscheinlich die kriminologische Indikation greifen, so das eine Abtreibung bis zur Geburt möglich wäre...

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12
@Deamonia

Ich würde alles mir mögliche tun, um zu erreichen, dass sie nicht abtreiben.

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Man kann zu diesem Thema keine allgemein gültige Antwort geben. Es kommt immer auf den Fall an.

Mein Arzt hat mir damals zu einer Abtreibung geraten, weil mein Kind ein "Zwergenwuchs" gäbe, dass war für mich kein Grund. Ich hab meinen Sohn nicht getötet - hat heute 185 cm.

Die Mutter meiner Freundin, war mit einem Kind schwanger, welches weder Arme noch Beine hatte, sah man auf dem Ultraschallbild. Sie hat es schweren Herzens abtreiben lassen und macht sich Vorwürfe - aber mal ehrlich was wäre das für ein Leben gewesen, ich finde das nachvollziehbar.

Da könnte man tagelang diskutieren und käme zu keinem Ergebnis

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Unglaublich, was diese abscheulichen Ärzte sich anmaßen: Nicht schon schlimm genug, dass sie das Kind auf jedewede Normabweichungen durchleuchten, nein, dann setzen sie die Frauen auch noch unter Druck, abzutreiben wegen jeder Kleinigkeit.

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23
@harrbart

Ja war damals schlimm für mich, war ja sogar ein Wunschkind ! Aber wenn er klein wäre hätte man ihn doch genauso lieb, was soll sowas ? Hier werden Kinder im voraus schon aussortiert, ob es Sinn macht oder nicht.

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12
@Bomber666

Zumindest sollte es den Ärzten verboten werden, die Frauen zu Entscheidungen zu drängen. Ich meine, neutral informieren ist das eine, aber der Frau zu sagen, sie SOLL abtreiben, das geht gar nicht, das eine Sauerei.

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33
@harrbart

Das machen, wenn überhaupt, auch nur die wenigsten Ärzte! Sie können beraten und Empfehlungen aussprechen aus medizinischer Sicht. Aber sie sagen nicht: du sollst...

1
3
@harrbart

Dass die Föten auf Schäden durchleuchtet werden ist ein grosser Fortschritt und die Techniken werden laufend verfeinert (z.B. Bluttest). Bei schwerwiegenden Problemen empfehlen die Ärzte den Frauen abzutreiben. Es ist die Aufgabe der Ärzte, Empfehlungen zu machen. Beispielsweise hatte mein Freund  schlechte Leberwerte, da hat ihm der Arzt auch empfohlen, keinen Alkohol zu trinken.   

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@prochoice3

Mord ist kein Fortschritt.

Wie in dem Beispiel ja genannt, werden die Frauen schon bei kleinen Auffälligkeiten dazu gedrängt, abzutreiben. Dass die Ärzte die Frauen auch noch dazu auffordern, ist wirklich schon mehr als eine Schande, etliche Frauen werden durch die anmaßenden Empfehlungen der Ärzte dazu gebracht, abzutreiben.

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@Deamonia

Doch, es ist Mord. Mord heißt, es wird bewusst und vorsätzlich getötet.

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