Wieviel Unterhalt wenn Kind BaföG beantragt und studiert

4 Antworten

Ist schon eine Antwort. Wissen die von der Stelle das eure Tochter von beiden Elternteilen Unterhalt bekommt. Lasst das mal von eurem Anwalt durchchecken.

Bevor das Amt überhaupt etwas errechnet, werden die Einkommensteuerbescheide von BEIDEN Eltern verlangt. Vorher fangen die gar nicht an!

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Hallo,

das "Problem" liegt daran, dass Unterhalt und Bafög zwei verschiedene Sachen sind. 2 verschiedene Gesetze, zwei verschiedene Berechnungen, zwei verschiedene Berechnungsgrundlagen.

Nach Bafög stehen deiner Tochter 597 (bzw. 670€ wenn sie nicht familienversichert ist) zu, zu zahlen von beiden Eltern nach Maßgabe des Einkommen vom vorletzten Kalenderjahr. Wieviel du nach Bafög zahlen müsstest, steht auf dem Bescheid. Bei Bafög gibt es das Kindergeld noch oben drauf und wird eben (anders wie beim Unterhalt) nicht angerechnet.

Nach Unterhaltsrecht steht ihr 625€ zu, davon 265€ von dir, der Rest von deiner Ex-Frau. Grundlage hier ist das aktuelle Elterneinkommen,.

Wenn nicht gerade ein Anwalt eingeschaltet ist, wird das Kind das Bafög bekommen und gut ist. Da bei euch alles über den Anwalt läuft ist Unterhalt vorrangig zu zahlen!

DAs heißt in eurem Fall ist die Berechnung nach Bafög nachrrangig. Die Unterhaltszahlungen bleiben so wie sie sind. Deine Tochter bekommt nicht beides. Entweder Unterhalt oder Bafög und Unterhalt ist immer vorrangig.

Es ist klar, dass euch das verwirrt, da Bafög und Unterhaltsrecht eben nicht übereinstimmen.

Nach Unterhaltsrecht steht ihr 625€ zu

Es sind 670,-€, siehe Ziffer 7 der Düsseldorfer Tabelle.

Entweder Unterhalt oder Bafög und Unterhalt ist immer vorrangig.

Umgekehrt: Bafög ist immer vorrangig und mindert, falls gewährt, den Anspruch auf familienrechtlichen Unterhalt.

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@Eifelmensch

Damit meinte ich, dass wenn Eltern genug Einkommen haben Unterhalt zahlen müssen und erst wenn sie es nicht können, Bafög einspringt. Es scheint ja so, dass die Tochter 0€ Förderung bekommt und nur Unterhalt. Sie bekommt ja nicht Unterhalt UND dann noch die Zahlung nach Bafög. vielleicht hab ich mich aber auch missverständlich ausgedrückt ;-)

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@comedyla

Nichts für Ungut!
Bafög zählt wie Kindergeld zum Einkommen des Kindes und mindert damit nach § 1602 BGB die Bedürftigkeit.

Der Vergleich mit dem Kindergeld greift auch dahingehend, wenn das Kind das 25. Lebensjahr vollendet und trotzdem noch einen Unterhaltsanspruch hat. Dann müssen die Eltern auch noch zusätzlich den Bedarf in Form von Unterhalt decken, die vorher von den 184,-€ Kindergeld abgedeckt waren.

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Das was im Bafög-Bescheid als anrechnebare Unterhaltsleistung steht hat mit dem tatsächlichen Unterhaltsanspruch nichts zu tun und kann daher so auch nicht geltend gemacht werden.

Da die Tochter einen eigenen Hausstand hat liegt ihr Unterhaltsbedarf bei 670,-€ monatlich.
Das Kindergeld ist an sie auszukehren und wirkt bedarfsdeckend.
Die restlichen 486,-€ müssen von den Eltern im Verhältnis ihrer anrechenbaren Einkommen als Barunterhalt an das Kind gezahlt werden.
Falls ein Elternteil nicht leistungsfähig ist, kann es natürlich vorkommen, dass der andere Elternteil den gesamten Unterhalt für das Kind alleine tragen muss. Zunächst müssen die unterhaltsrechtlichen Einkommen beider Eltern ermittelt werden. Wie das geht steht in den unterhaltsrechtlichen Leitlinien des zuständigen OLG.
Vom ermittelten Einkommen sind jeweils ein Selbstbehalt von 1200,-€ und ggfls. vorrangige Unterhaltpflichten abzuziehen.
Die so ermittelten Beträge werden dann ins Verhältnis gesetzt und der jeweilige Anteil am Unterhalt auf die Eltern aufgequotelt.

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