Wieviel Unterhalt während der Ausbildung?

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2 Antworten

Der Vater müsste ihr generell nur Unterhalt zahlen, wenn ihm die Tochter 

  • ihren Unterhaltsanspruch nachgewiesen hat (Ausbildungsvertrag, Angaben über eigenes Einkommen...) 
  • und zur Berechnung des möglichen Unterhaltes Auskünfte zu seinem Einkommen von ihm angefordert hat.

Da auch ihre Mutter ihr unterhaltspflichtig ist, muss auch diese ihr Einkommen offen legen. Denn nur dann kann der Gesamtbedarf der Tochter berechnet werden sowie das Verhältnis, in dem der Unterhalt auf die Eltern aufgesplittet werden muss....

Vom Gesamtbedarf ist das Nettoeinkommen der Tochter (abzüglich eines Freibetrags für ihre Fahrtkosten..., pauschal 90 Euro) sowie das Kindergeld abzuziehen. 

Ergibt sich dann noch ein "Rest", so ist dieser Betrag dann auf die Eltern aufzusplitten. 

  • Vom Vater kann sie seinen Anteil dann als Bargeld einfordern, 
  • ihre Mutter kann ihr ihren errechneten Anteil als "geldwerte Leistung" (Verpflegung, Unterkunft...) gewähren.

Rechenbeispiel:

  • Bei einem Brutto von 600 Euro bekommt die Tochter rund 477 Euro ausgezahlt, wovon dann nach Abzug des Freibetrages (-90 Euro) rund 387 Euro anrechenbar sind. 
  • Zusammen mit dem Kindergeld (+ 190 Euro) stehen ihr also 577 Euro zur Verfügung.
  • Nur wenn ihr errechneter Gesamtbedarf also höher als 577 Euro sein sollte, hätte sie nach Anspruch auf Unterhalt von den Eltern....
  • Ihr Gesamtbedarf wird errechnet aus dem Einkommen beider leiblicher Eltern zusammen und ist "ablesbar" aus der "Düsseldorfer Tabelle".

Zwar hat die Tochter während der Ausbildung evt. (je nach Höhe ihres eigenen Einkommens) einen Anspruch auf Unterhalt an ihre Eltern, dieser könnte allerdings durch den Abbruch des Studiums auch bereits "verwirkt" sein.

Zunächstmal besteht bei volljärhigen Kindern nur noch ein Unterhaltsanspruch für die Ausbildung zu einem Berufe. Den Grunde nach würde ich ich hier noch von einer Unterhaltspflicht ausgehen, da sie ein Lehre macht.

Für die Unterhaltspflicht ist aber noch die Bedürftigkeit des Unterhaltsempfängers und die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners notwendig.

Lehrgeld ist obligatorisches Einkommen und wird nach Abzug einer Mehraufwandspauschale von 90€ ( oder real nachgewiesen Mehraufwand )  vollständig auf den Barbedarf angerechnet. Ebenso das volle Kindergeld.

Geben wir mal von netto 475€ aus abzüglich 90€ zuzüglich 190€ mach 575€ die vom Bedarf abzuziehen sind.  Unterhalt würde erst geschuldet, wenn man auf die 4. Stufe der Düsseldorfer Tabelle kommt.

Der Bedarf kann dabei der Düsseldorfer Tabelle entnommen werden. Zu beachten ist ferner das auch die Mutter unterhaltspflichtig ist.

Neben den Bedarf ist auch noch die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners und der Bedarfskontrollbetrag zu beachten. Da das Kind nicht mehr piviligiert ist, fällt im Rang es hinter den Ehegatten zurück. Heißt im Klartext, das für den Ehegatten 1040€ anzurechnen sind ( Einkommen des Ehegatten reduziert den Betrag natürlich). Das Nettoeinkommen ist vorab zu bereinigen, d.h. es sind die Werbungskosten oder eine Pauschale abzuziehen.

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