Wieviel Stunden gibt es bei tiefenpsychologischer Behandlung?

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3 Antworten

Wieviele Stunden du bekommst, richtet sich nach deinem Bedarf. Ja ich weiß, jetzt werden einige sagen, nein nein, nach spätestens 3 Verlängerungen und 120 Stunden ist Schluss. Dann muss 2 Jahre Pause gemacht werden. Das stimmt aber nicht. Das ist ein Mythos, dagegen kann man sich wehren. Siehe hier:

http://www.gegen-missbrauch.de/news,144,es_gibt_keine_2_jahresfrist_nach_theraphieende.htm

Ansonsten gilt, dass du zuerst nur einige Stunden bewilligt bekommst. Dann stellt deine Psychologin einen Verlangerungsantrag den die Krankenkasse auch bewilligen muss und wenn dieser durch ist, kann sie nochmal eine Verlänerung begründen. Danach wirds etwas schwieriger (siehe oben), aber man kann sich durchsetzen, wenn es weiter nötig sein sollte.

Also heißt die Antwort: Bis die Begründung, dass es nötig ist, nicht mehr ausreicht und daher nicht bewilligt wird. Das ist dann der Zeitpunkt, wo du wieder selbständiger geworden bist.

Nochmal etwas kürzer: Es gibt maximal 5 Probestunden, dann wird ein Antrag gestellt (nur eine Formalität) und von der Krankenkasse anschließend 25 Stunden bewilligt. Diese Kurzzeittherapie kann über ein Gutachterverfahren im ersten Schritt auf 50 Stunden verlängert werden.

"Kopfchaos": Ja, das ist nicht ungewöhnlich, dass am Anfang, gerade bei einer Anamnese eine Menge aufgewühlt wird. Es ist aber sinnvoll, das beim nächstenmal dem Therapeuten zu sagen, der dann wahrscheinlich darauf eingehen wird. Dieses Kopfchaos ist kein Grund da nicht mehr hinzugehen, sondern zeigt eher, dass die Therapie notwendig ist ...

Nach den Psychotherapierichtlinen gilt für Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie: Bis zu 5 probatorische Sitzungen. Kurzzeittherapie 25 Std. (bei Gruppentherapie 25 Doppelstd.) Langzeittherapie 50 Std. (bei Kindern u. Jugendlichen 90 Std.; Gruppentherapie 40 Doppelstd.) Eine Langzeittherapie kann im besonderen Fall auf 80 Std. verlängert werden (bei KiJu 140; Gruppe 60 Doppelstd.) Unter ganz besonderen Bedingungen kann nochmal bis zur Höchstgrenze verlängert werden, d.h. bei TP auf max. 100 Std. (KiJu 180 Std.; Gruppe 90 Doppelstd.). Nach Erreichen der Höchstgrenze, ist keine Verlängerung mehr möglich. Zu überlegen ist bei noch bestehender Therapiebedürftigkeit dann ein Therapeuten- und/oder Verfahrenswechsel oder eine andere Behandlungsform (Psychotherapie ist nicht zwingend wirksam). Grundsätzlich sind Neubeantragungen innerhalb der genanten Zweijahresfrist schwierig. Eine Therapie ohne Ende ist im Kassensystem nicht vorgesehen. Es ist übrigens nicht korrekt, dass nach Bedarf entscheiden wird. An eine Genehmigung sind immer zahlreiche weitere Voraussetzungen gebunden, die erfüllt sein müssen (z.B. eine ausreichend günstige Prognose (diedem Gutachter schlüssig und fundiert dargelegt werden muss), Störungsbild, für das Psychotherapie auch indiziert ist, Veränderungsbereitschaft, kein zu hoher Krankheitsgewinn, aktuelle Möglichkeiten, zuzeit genug innere und äußere Distanz zu haben, um Psychotherapie überhaupt machen zu können (ambulante Psychotherapie ist keine Akutversorgung!) uvm.). Abzuwägen ist auch immer, ob Psychotherapie oder z.B. psychosomatische Grundversorgung bei einem Arzt oder eine Krisenintervention (z.B. Sozialpsychiatrischer Dienst) oder oder oder indiziert ist usw. usf.

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