Wie viel Prozent der Einnahmen privater Krankenkassen kommen ungefähr vom Staat (Beamtenbeihilfe)?

12 Antworten

Das Beihilesystem der Beamten unterscheides sich dadurch, das es keinen Arbeitgeberzuschuss zur Versicherung gibt. Der Beamte ist nur für 50% Privat versichert. Wenn ein Beamter krank wird und zum Arzt geht, erhält er von diesen eine Rechnung und muss ggf. in Vorleistung gehen. Die Rechnung erhält er in 2-Facher ausfertigung. Eine schickt er an die Beihilfestelle seines Dienstherrn, die andere an seine Krankenkasse.

Von der Beihilfestelle werden in 50% der Rechnung erstattet, von der PKV die andere Hälfte. Das Geld wird jeweils direkt an den Beamten ausgezahlt, die Beihilfestelle und die Versicherung treten nicht in Kontakt.

Besonders problematisch wird es, wenn sich ein Beamter freiwillig gesetzlich versichern möchte. Dann muss er Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil selbst tragen, da das Beamtenrecht keinen pauschalen Versicherungszuschuss vorsieht, sondern die Beihilfe je Einzellfall gewährt wird.

Danke. Die Frage wird damit allerdings nicht im Ansatz beantwortet. 

Die Verbindung besteht ja indirekt sehr wohl. Das Beihilfegeld geht auf das Konto des Beamten, hierüber landet es ja letztlich bei der pKV.

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@Brieftasche1982

Da die Fragestellung sich anscheinend auf die Beamtenbeihilfe bezog, habe ich versucht die auf diesen Wege auch zu Beantworten.

Daher möchte ich konkreter auf die Finanzbeziehungen eingehen: Es gibt weder von Bund noch von Ländern planmäßige Zahlungen, Finanzhilfen usw. an private Krankenkassen. Die Krankenkassen müssen als Versicherungsunternehmen wie jedes andere Unternehmen selbst steuern zahlen.

Wenn es etwas Geld von Staat geben sollte, dann sind es Fördermittel oder Finanzspritzen wie bei jeden anderen (maroden) unternehmen auch.

Sollten ein Privatversicherter Sozialleistungen (z.B. Hartz 4, Grundsicherung im Alter) beanspruchen müssen, so wird die Krankenversicherung dann im Rahmen dieser leistungen beschränken. Da dies nicht so oft vorkommt, dürfte dieser Betrag bei unter 1 Mio Euro liegen.

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Die privaten Versicherungen bekommen nichts vom Staat. Dafür, dass die Beihilfe einen Teil der Leistungen für den Beamten erbringt, zahlt der
Beamte weniger Beitrag an die Versicherung. Es gibt also weder eine
direkte noch eine indirekte Finanzierung durch den Staat. Der Staat bezuschussst also ausschließlich den Beamten selbst, indem dieser Geld spart. Also quasi ein Gehaltszuschuss (so wie bei Angestellten der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung).

Die gesetzlichen Krankenkassen bekommen direkte staatliche Zuschüsse. Derzeit fließen jährlich 14,5 Mrd. € aus Steuern in den Gesundheitsfonds. Den Zuschuss zahlen somit also auch privat Krankenversicherte.

Die Krankenversorgung eines Beamten funktioniert in zwei Schritten. Zunächst erhält der Beamte oder dessen Angehörige eine Rechnung vom Arzt, Labor, Krankenhaus etc. und zahlt diese direkt. Er kann dann diese Rechnung  bei der Beihilfe und der Krankenkasse einreichen und erhält von diesen die Auszahlung direkt.

Die Krankenkasse zahlt alleine der Beamte in monatlichen Beiträgen von seinen Bezügen, die Krankenkasse und die Beihilfe stehen in keinen Verbindungen zueinander.

Danke. Die Frage wird damit allerdings nicht im Ansatz beantwortet. Die Verbindung besteht ja indirekt sehr wohl. Das Beihilfegeld geht auf das Konto des Beamten, hierüber landet es ja letztlich bei der pKV.

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@Brieftasche1982

nein - der Beamte bekommt Beihilfe und die beantagten Leistungen der PKV und bezahlt damit seine Arztrechnung direkt an den Arzt .. die PKV hat mit den Ärzten selbst nichts zu tun ...

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@Brieftasche1982

Nein, der Beamte bekommt von der Krankenkasse und von der Beihilfe jeweils direkt das Geld, die indirekte Beziehung besteht darin, dass die Beihilfe je nach Status des Beamten 50 oder 70 % der Arztkosten übernimmt und bei der Krankenkasse daher etweder ein 50 % oder ein 30 %-Tarif abzuschließen ist. Die Versicherungsprämie zahlt dann aber der Beamte selbst und alleine. Von der Beihilfe erfolgt nie und in keinem Fall irgendeine Zahlung an die Krankenkasse.

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