Wieviel niedriger war die Sterblichkeitsrate an Zivilisationskrankheiten vor 100-200 Jahren?

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8 Antworten

Die Frage, die sich dabei stellt ist, was ist eine Zivilisationskrankheit? Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die für gewöhnlich erst im höheren Lebensalter auftreten. Diese Krankheiten können sich also nur in Gesellschaften signifikant häufen, in denen die Lebenserwartung hoch genug ist. Bei einigen Krankheiten ist die Ursache geklärt, aber bei den anderen ist die vermutliche Ursache reine Spekulation. Es ist also nicht klar, ob es sich um eine Krankheit handelt, die durch die fortschreitende Zivilisation verursacht wurde, oder ob es sich einfach um eine Erkrankung handelt, die regelmäßig im höheren Alter auftritt.

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Auch die veränderten veränderten Umweltfaktoren mögen eine Rolle in der Entwicklung von Krankheiten spielen. Aber selbst die einschlägige Literatur ist sich da uneins.

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Abgesehen davon, erstreckt sich Deine Frage auf eine Zeit in der erstens die diagnostischen Verfahren, sowie die Pathologie, und die statistische Erhebung von Daten (in Deinem Fall Todesursachen) weit weniger fortgeschritten waren als heute. Wir müssen also zunächst davon ausgehen, dass die Menschen bei weitem nicht so alt geworden sind, zweitens, diverse Krankheitsbilder nicht erkannt worden sind und drittens die Todesursachen an sich nicht wirklich erfasst wurden.

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Schauen wir uns bei wikipedia die Liste der Erkrankungen an, die am häufigsten als Zivilisationskrankheiten in der Literatur genannt werden, so fällt auf, dass der überwiegende Anteil nicht tödlich verläuft. Übergewicht zb. kann, wie andere Erkrankungen auch, zu Bluthochdruck führen, das ist aber in gewissen Grenzen nicht zwangsläufig so. Auch Gicht, Karies und Neurodermitis mögen schmerzhaft, aber nicht tödlich sein.

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Mich wundert vor allem, dass die Autoimmunerkrankungen nicht aufgeführt sind. Diese würde ich am ehesten auf der Liste vermuten.

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Kurz und gut: Es gab keine Liste, die ein Ranking der Todesursachen darstellen würde. Du hast das sehr gut erkannt, Hunger, Infektionskrankheiten und Kriege haben die Bevölkerung meist so stark dezimiert, dass sich allein kaum ein Mensch hohen Alters finden ließ.

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Interessant diesbezüglich wäre eine Expertise der römischen Senatorenschicht zwischen dem 1 Jh. vor und dem 3. Jahrhundert nach. Chr.. Diese sind nämlich verhältnismäßig alt geworden, ohne unter denselben Zivilisationsfaktoren wie wir heute zu leiden.

Hallo :)!

Die Hauptursachen von Krankheiten haben sich in den letzten 100-200 Jahren stark verschoben. Deren Anzahl ist trotz stärkste Bemühungen der Medizintechnik und Pharmakologie nicht weniger geworden, sie haben sich nur von der Sache her verändert. Herz-Kreislauf Leiden und Krebserkrankungen (wenn nicht von Geburt an bestehend) brauchen eine gewisse Zeit um sich zu manifestieren. Wenn aber die Sterblichkeitsrate hoch ist, und die meisten Menschen an Hunger,Pocken, Pest, Cholera, Typhus, TBC schon in relastiv Jungen Jahren erkranken und sterben, können sich weniger Arterienverschlüsse, Herzinfarkte, Krebserkrankungen ausbilden.Demzufolge hatte man früher nur paar "Einzelfälle" mit seltsamen Symptomen, deren nähere wissenschaftliche Untersuchung als irrelevant erschien. Hatte man damals eine ältere Patientin z.B. mit Cystiösen Eierstockkrebs und allen Symptomen vor sich (blass, kränklich, dürr,wachsänliche Haut, Haarausfall, Lichtempfindlichkeit)so schloss man auf "übernatürliche" Kräfte, und erst nach Obduktion (+ :( ) auf Krankheit(=Gewebs-Veränderung), aber man wusste nicht genau auf welcher. Siehe: Eleonore Fürstin von Schwarzenberg: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Vampirprinzessin (Schöne alte Zeit:)!) Fazit: vor 100-200 Jahren starben die meisten Menschen so früh, daß sich oben beschriebene Krankheiten nur selten ausgebildet haben. Gruß: I.B.

Herzversagen konnte man damals bereits feststellen aber noch nicht retten und man wusste auch nicht woher es kam (heute bekannt: falsche nahrung, stress etc) - der Mensch starb einfach... Auch Krebs gab es damals, man erkannte es allerdings höchstens bei der Autopsie. Und man konnte nur beim Dahinsiechen zusehen...

Beides gab es auch damals schon und beides führte damals unweigerlich zum Tod! Damals mehr als heute! Die Leute starben jünger, weil man ihnen nicht helfen konnte (wie denn auch wenn sie meistens nicht einmal wussten woran jemand litt) Meistens wurde es unter natürlicher ungeklärter Tod gepackt (Tod nicht durch Fremdeinwirkung aber Ursache ungeklärt)...

Die Erkrankungen gab es damals auch, nur waren sie noch nicht bekannt, so wie heute.

Damals konnte man halt nur wenige Dinge feststellen. Die moderne Medizin entwickelte sich im Grunde genommen erst in der ZEit. Aber die Sprünge, die man bis huete gemacht hat, kamen eigentlich erst groß nach dem 2. Weltkrieg in die Gänge.

Anfang des 20. Jahrhundert waren z.B. zwar Fingerabdrücke bekannt, aber man wusste nicht, wie man sie einordnen sollte. Das war ja das Problem bei "Jack the Ripper".

diese frage lässt sich aus mehreren gründen nicht so einfach beantworten. da wäre zb. dass die lebenserwartung durch den stand der medizin nicht so hoch war wie heute. und wer weiss vllt. gab es damals ja schon krebs und der ein oder andere hatte bestimmt auch schon herz-kreislaufprobleme. lg koli

Glaube nicht, dass die Diagnostik damals Herz-Kreislauf-Erkrankungen näher spezifizieren konnte...

Vor etwa 100 Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen bei 46 Jahren und heute liegt die Lebenserwartung der Deutschen bei 80 Jahren

Das kann Dir wahrscheinlich niemand beantworten, denn vor 100-200 Jahren kannte man viele Krankheiten nicht.

Andere Frage: weisst Du, wieviele Menschen an Aids gestorben sind, bevor man die Krankheit erforscht hat?

"Ungeklärte Todesursache" - auch heute noch aktuell, denn die Wissenschaft ist noch lange nicht am Ende ....

>> wahrscheinlich

mit sicherheit

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