Wieviel Kleingeld muss ein Einzelhändler annehmen? Was tauscht max. die Bank, wenn man kein Konto dort hat?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Auch Kleingeld ist gesetzliches Zahlungsmittel und muss beim Kauf auch angenommen werden. Beim Kauf! Nicht, wenn ich Geld einfach nur wechseln will.

Das Münzgesetz vom 21. Dezember 1999 (MünzG 2002), welches das MünzG 1950 zum 1. Januar 2002 ersetzt hat, ergänzt diese Vorschrift in Bezug auf deutsche Euro-Gedenkmünzen und definiert auch die zu nennenden Personen (§ 3 Abs. 1 und 2 <ABBR title=Münzgesetz>MünzG</ABBR> 2002). Die Annahmepflicht von deutschen, auf Euro lautende Gedenkmünzen ist auf Euro 100,-- je Zahlung beschränkt. Ergänzend gilt die Beschränkung auf 50 Münzen auch für aus Umlauf- und Gedenkmünzen zusammengesetzten Zahlungen (<ABBR title=Absatz>Abs.</ABBR> 1). In Absatz zwei werden Bundeskassen und die Deutsche Bundesbank verpflichtet, Euro-Münzen und deutsche Euro-Gedenkmünzen in unbegrenzter Zahl und unbegrenzter Höhe als Zahlungsmittel anzunehmen oder die in andere Nominale umzutauschen.

Quelle: Google

Grundsätzlich, soweit ich informiert bin, "muß" ein Einzelhändler gar kein Kleingeld annehmen! Es wäre allerdings extrem Geschäftsschädigend wenn dies verweigert würde. Ausgegangen davon, dass natürlich in dem Geschäft auch etwas gekauft wird. Es liegt also im Prinzip am jeweiligen Geschäft in welcher Höhe Kleingeld angenommen wird. Bei manchen Geschäften ist es so, dass die Mitarbeiter von der Geschäftsleitung angewiesen werden bis zu welcher Höhe sie Kleingeld annehmen dürfen. Zum Theme Banken ist das so ne Sache. Ausschliesslich die Bundesbank und natürlich deren Fillialen sind verpflichtet Kleingeld in jeder Höhe anzunehmen und zu tauschen! Per der Postbank war das auch mal so. Ob das immer noch so ist weiß ich nicht. Jede Bank kann das für sich entscheiden wieviel bzw. ob sie überhaupt Kleingeld von "Nichtkunden tauscht". Traurig aber wahr!

Was der Händler an Kleingeld akzeptiert, ist ihm überlassen. Man möge sich vorstellen (was ich übrigens vereinzelt erlebte), daß jemand an der Kasse 50 oder 100 Münzen auf den Tisch kippt, die der Verkäufer dann zählen soll. Wenn das jeder Zweite in der Schlange so macht, wäre das wohl auch geschäftsschädigend, weil sich für die übrigen Kunden die Wartezeit unangemessen verlängert. Banken nehmen in beliebiger Höhe Kleingeld an, wenn man sie ordnungsgemäß abgezählt in Rollenform abliefert. Das Papier dafür bekommt man in jeder Bankfiliale.

Das Münzgesetz bezieht sich auf Eurogedenkmünzen.

Ein Einzelhändler muss überhaupt nichts annehmen, genausowenig wie er dich bedienen muss. Er kann. Und solang man nicht mit einem Berg an Centstücken ankommt, wird dich keiner weg schicken.

Was möchtest Du wissen?