Wieviel kann ein Mensch überhaupt lernen?

5 Antworten

Das Gehirn ist im Grunde eine Art Muskel, der trainiert werden kann. Aber alles hat Grenzen - wenn zuviele (neue) Informationen in kurzer Zeit einströmen, braucht es eine Pause zum Verarbeiten und "Einsortieren" des neuen Wissens. Es ist auch normal, dass nicht immer alle Sachen, die man gelernt hat, sofort parat hat. Ich hatte im Studium eine Phase, in der ich vier Sprachen parallel gelernt habe. Das ging eine zeitlang gut, aber irgendwann geriet dann doch einiges durcheinander und ich saß in der Klausur und mir fielen nur die Vokabeln der anderen Sprache ein. 

Es gibt auch die Theorie, dass alles, was man jemals aufgenommen hat, irgendwo gespeichert wird. Aber Wissen, das nicht trainiert und nicht verfestigt wird, rutscht dann eher ins Unterbewusste und ist eben nicht mehr so schnell abrufbar.

Unser Gehirn speichert Informationen nicht wie eine Festplatte, die irgendwann
voll ist. Anders als die Festplatte muß unser Gehirn gleichzeitig auch die Bedeutung der Information erfassen.

Lernen wir, dann wird nicht nur neues hinzugefügt. Es wird gleichzeitig zu Erfahrungen und Wissen verdichtet. Das führt dazu, daß unsere Erfahrung und unser Wissen durch lernen anwächst aber im Wesentlichen verfeinert wird.

Die Dinge in deinem Langzeitgedächnis sind dort weil du sie oft erinnert hast. Desto öfter du die Schublade aufmachst auf der steht "Hauptstadt von Ecuador", desto öfter findest du darin einen Zettel mit "Quito".
Also erst verstehen, was in dem Beispiel natürlich einfacher ist und dann wiederholen. Irgendwann ist das für dich so natürlich wie die Hauptstadt von Deutschland. Dann kannst du nach und nach Informationen dazu legen bis du ein ganzes Regal hast. Du hast also das Fach Aggregatzustände früh gelernt und es ist in deinem Weltbild. Dann tust du die Brown'schen Molekularbewegung dazu und dann die Thermodynamik und so weiter bis da ein Regal "Grundlagen der Physik" steht, dessen Inhalte du kennst ohne reinzuschauen. Wichtig: Desto mehr man weiß, desto einfacher ist es neues zu lernen, weil man das mit dem Alten sinnvoll verknüpfen kann und es somit die Lücken füllt. Dann kann man gar nicht mehr von A nach C ohne an B zu denken.

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