Wieviel in % ist eine Zimmertür nach 20 Jahren noch wert?

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10 Antworten

Aber den Grund haben die Dir doch genannt. Das Tier wird den Schaden nicht in einem Anfall vollzogen haben, sondern über Monate/Jahre und dafür ist eben keine H. zuständig. Abschreiben, so mein Tipp. Wie beim Fußbodenbelag, der von solchen Tieren zerbrösselt wurde. Gutachter für den Schaden, Gutachter für die Kosten und Lasten, das laufende Gerichtsverfahren, den Anwalt, alles mit Vorauskasse natürlich. ... und dann gibt es 10% und 90% Kosten für den Vermieter, so meine Erlebnisse. Wir sind geheilt und es gibt eben keine Tiere mehr in unseren Hütten.

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Hallo,

leider lässt der Ursprungs-Post eine Reihe von Fragen offen, die aber für eine korrekte Einschätzung des Falles von (mit-)entscheidender Bedeutung sein können:

  • Handelt es sich bei der angesprochene Haftpflicht um eine "normale" Privat-Haftpflicht oder um eine Hundehalterhaftpflicht? (Hintergrund: Besteht nur eine PHV, lehnt diese alleine deswegen schon die Regulierung ab, weil sie schlichtweg nicht zuständig ist.)
  • Liefert die Haftpflichtversicherung denn ansonsten eine Begründung für ihre Ablehnung? (Gründe können sein: nicht vorhandene Deckung, Allmählichkeitsschäden, Mietsachschäden, etc.)
  • Oder wehrt die Versicherung die Ansprüche sogar aktiv ab? (Weil sie z.B. der Meinung ist, dass gar keine Haftungsgrundlage gegeben ist...?)

Fakt ist in jedem Fall schon einmal Folgendes: Auf der Grundlage der Schilderung kann man davon ausgehen, dass die Beschädigung der Türen auf ein fahrlässiges Fehlverhalten der Mieterin zurückzuführen ist. Damit ist sie schon einmal in der Haftung und somit verpflichtet, Schadenersatz zu leisten - und das unabhängig davon, ob für den angerichteten Schaden nun eine Deckung durch eine Versicherung besteht oder nicht.

Was nun die Höhe der - gerechtfertigten - Ansprüche angeht: im Bereich des Schadenersatzes aufgrund Haftpflicht besteht immer nur Anspruch auf maximal den Zeitwert.

Und bei 20 Jahre alten Türen muss man sich als Geschädigter sehr wohl einen erheblichen ZW-Abzug gefallen lassen. Da hilft das subjektive Gefühl "die Türen hätten es noch eine Zeit lang getan" leider auch nicht weiter.

Fazit: Eine 100%igen Ersatz (sprich Komplett-Erstattung neuer Türen) kann man als ausgeschlossen ansehen. Die gute Nachricht: Im Rahmen der Zeitwert-Regelung ist die Mieterin zum Schadenersatz verpflichtet - ob nun mit oder ohne Versicherung.

Viele Grüße

Loroth 

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Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, daß ich als Hundehalter für den kompletten Schaden aufkommen muß, den mein Hund verursacht. Auch, wenn die Türen 20 Jahre alt sind. Hätte der Hund sie nicht beschädigt, hätten sie nicht ausgetauscht werden müssen.

Was anderes wäre es bei Fußbodenbelag, der ja unter Umständen vor einer neuen Vermietung ohnehin getauscht werden muß.

Wie hat die HUK denn begründet, daß sie den Schaden nicht übernehmen will?

Ich an Deiner Stelle würde mal suchen, ob es für Vermieter irgendwo eine kostenlose Rechtsberatung gibt.

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Kommentar von DolphinPB
31.01.2016, 18:00

Die Hundehalterhaftpflicht wird den Schaden nicht übernehmen, denn Mietsachschäden (wenn denn überhaupt versichert) durch "übermäßige Beanspruchung", und um eine solche handelt es sich hier, sind ausgeschlossen

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Kommentar von AalFred2
01.02.2016, 13:27

Ja für den kompletten Schaden. Nach 20 Jahren dürfte so eine Tür ungefähr noch einen Wert von 10€ haben. Der Vermieter hätte ja durchaus auch gebrauchte Türen wieder einbauen können. Dass er neue genommen hat, kann er ja der Mieterin nicht anlasten.

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Das ist sehr ägerlich. Hast du denn in deinen Mietverträgen keine Zusatzvereinbarungen, wenn Tiere gehalten werden? Die Begleichung möglicher Kosten durch Schäden explizit abzusichern bietet sich an.

Zum alter der Türen möchte ich noch sagen, daß ich damals dabei war (ca. 1990), als mein Vater ein Haus umgebaut hat. Mittlerweile wohne ich darin. Die Türen aus Eiche hell massiv mit Glasausschnitten sind immer noch in Ordnung. Klar, die eine oder andere Macke haben sie, aber verhunzt sind sie nicht. Schon gar nicht austauschpflichtig. Es gibt Dinge, die sich kaum abwohnen. Türen gehören dazu, wenn sie von vorneherein nicht Nullachtfünfzehnbilligkram waren. Ich schätze, du hattest hochwertige Türen drin?

Willst du dein Recht, bleibt dir nichts anderes übrig, als einen Rechtsanwalt einzuschalten. Miet- und Vertragsrecht sollte er drauf haben.

Der Ersttermin zur Sondierung der Lage kostet kein Vermögen, wird dir aber eine sehr klare Aussage geben, ob sich eine Klage gegen die Mieter lohnt.

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Kommentar von 280652
31.01.2016, 22:07

Danke für die fundierte, ehrliche Antwort.

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 Diese 4 Türen wurden für ca. 2,8T€ erneuert.

2.800 € betrachte ich als überteuert.

Der Preis für eine neue Zimmertür dürfte so bei max. 400 € liegen.

Bei einer Haftpflichtversicherung wird nur der Zeitwert übernommen, der fast bei 0 Euro liegen dürfte.

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Der Unternehmenszweck von Versicherungen ist es, Geld einzusammeln und Gewinne zu machen.

Auszahlungen stehen diesem Ziel im Weg. Die Mieterin wird ihre Versicherung zwingen müssen, den Schaden zu bezahlen. Wenn sie eine extra Tierhaftpflichtversicherung hat.

Die Versicherung (oder die Mieterin) kann evtl. einen Abzug "neu für alt" vornehmen; dann bleibt ein Teil der Kosten beim Vermieter hängen.

2.800 € kommen mir extrem viel vor für das Austauschen von 4 Türblättern.

Das ist meine Meinung als Laie und keine Rechtsberatung. 

Mehr Infos z.B. hier: https://avw-gruppe.de/services/news-single/133-immobilienschaden-wann-darf-die-versicherung-die-rechnung-kuerzen/

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Kommentar von DolphinPB
31.01.2016, 18:01

Die Hundehalterhaftpflicht wird den Schaden nicht übernehmen, denn
Mietsachschäden (wenn denn überhaupt versichert) durch "übermäßige Beanspruchung", und um eine solche handelt es sich hier, sind ausgeschlossen

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Kommentar von Apolon
01.02.2016, 11:25

 Die Mieterin wird ihre Versicherung zwingen müssen, den Schaden zu bezahlen. Wenn sie eine extra Tierhaftpflichtversicherung hat.

Weshalb ? eine Haftpflichtversicherung ist auch da, um unberechtigte Forderungen abzuwehren !

 Die Versicherung kann evtl. einen Abzug "neu für alt" vornehmen;

Dieser Hinweis ist Unsinn, denn dies gibt es nur in der Kaskoversicherung bei Kraftfahrzeugen.

Dagegen wird ein Haftpflichtschaden nur nach Zeitwert abgerechnet, wenn überhaupt.

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Hallo,

Zimmertüren haben - je nach Machart - ohnehin nur eine Lebensdauer von 20 - 30 Jahren. Dann sind sie ohnehin vom Vermieter zu ersetzen.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn solche Schäden durch den Hund der Mieterin entstanden sind - aber für die Abnutzung einer Wohnung bekommt man ja auch die Miete. Natürlich waren die Hundekrallen und -zähne keine "normale" Abnutzung - aber neu waren die Türen ja eben auch nicht mehr.

Und bei 20 Jahre alten Zimmertüren stellt sich die Frage, ob sie nicht ohnehin mittlerweile derart abgewohnt waren, dass sie hätten vom Vermieter  ausgetauscht werden müssen.

Wahrscheinlich hat die Hundehalterhaftpflichtversicherung aus eben jenem Grund auch die Bezahlung abgelehnt? Einen Grund müssen sie ja angegeben haben.

Kann man sich nicht einigen, muss eben ein Gutachter her und evtl. ein Gerichtsurteil.

Dabei sollte man - auch als Vermieter - vorsichtig sein, denn klagt man auf die Gesamtsumme, dann wird man wahrscheinlich nur zu 1/3tel Recht bekommen (durchschnittliche Lebensdauer der Türen von 30 Jahren - 2/3tel der Zeit ist um). Dann würde der Vermieter aber auch 2/3tel der Gutachter- und Gerichtskosten tragen - das könnte teurer werden, als die Türen gleich selbst zu bezahlen.

Spiegelt aber nur meine Erfahrungen mit Mietwohnungen und Mietstreitigkeiten wider - und stellt natürlich keine Rechtsberatung dar.

Gutes Gelingen

Daniela



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Kommentar von DolphinPB
31.01.2016, 18:02

Die Hundehalterhaftpflicht wird wegen des Ausschlusses von übermäßiger Beanspruchung bei Mietsachschäden ablehnen.

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Kommentar von chvoyage
01.02.2016, 09:33
Zimmertüren haben - je nach Machart - ohnehin nur eine Lebensdauer von
20 - 30 Jahren. Dann sind sie ohnehin vom Vermieter zu ersetzen.

Woher nimmst Du diesen Blödsinn? Zimmertüren halten ewig in einem normal zivilisierten Haushalt.

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Zeit-, Rest- und Wiederbeschaffungswerte nebst Reparaturkosten legen Sachverständige, wie zum Beispiel der Firma POS Schadenmanagement, Belfor, PoligonWatro, fest - jedoch NIEMALS die LAIEN in einem Frageforum!

Wer allerdings ernsthaft glaubt, auf Kosten eines Versicherers 20 Jahre alte Türen gegen neue austauschen zu können, der bekommt es mit der geballten Sturheit eines bürokratischen Systems zu tun - und das ist auch gut so!!


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Zimmertüren halten bei normalem Gebrauch ewig. 

Grundsätzlich muss die Mieterin für den Schaden in voller Höhe aufkommen. Nun könnte man auf die Idee kommen , dass Dir durch die Erneuerung der Türen ein Vorteil entstanden ist. 

Trotzdem würde ich auf wenigstens 70 % bestehen 

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Kommentar von AalFred2
01.02.2016, 13:31

Du würdest also auch 20 Jahre alte Zimmertüren für 70% des Neupreises kaufen? Damit dürftest du ziemlich alleine sein.

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Ob eine gegnerische Versicherung das übernimmt oder nicht ist irrelevant, da Dein Anspruchgegner Dein Mieter ist. Wenn Du ein anständiges Übergabeprotokoll hast und am besten einen MV indem eine entsprechende Klausel gegen Schäden von Tieren enthalten ist bist Du gut aufgestellt.

In jedem Fall ist es schwierig, wenn der Mieter uneinsichtig ist.

Bei dem genannten Preis wurden wahrscheinlich Blatt und Zarge ausgetauscht und selbst dann sind 700 € / Tür sehr viel.

Frage Deinen Fachanwalt für Mietrecht, den kann ein Forum in diesem Fall nicht ersetzen

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