Wieviel Hartz IV sollte hier bezahlt werden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich gehe jetzt einmal davon aus das sie mit dem Partner eine BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) bildet, dass würde auf jeden Fall dann zutreffen, wenn er der Vater des Kindes wäre.

Ohne eigenes Einkommen stünde ihnen dann derzeit min. 2 x 382 € Regelbedarf für den Lebensunterhalt zu + 1 x 245 € Regelbedarf für ein Kind zwischen 0 - 5 Jahre + die derzeit tatsächlich zu zahlende Warmmiete, also auch wenn diese nach dem SGB - ll als nicht angemessen für 3 Personen gelten würde.

Dann müssten diese KDU - Kosten der Unterkunft in der Regel für max.weitere 6 Monate anerkannt und bei Bedarf übernommen werden.

Bei den KDU - sind aber keine Kosten für den normalen Haushaltsstrom enthalten, dafür ist eine Pauschale im Regelbedarf enthalten, der Abschlag muss also daraus bzw.aus eigenem Einkommen gezahlt werden.

Die Warmmiete wird dann durch die Personen im Haushalt geteilt und das ergibt dann den Kopfanteil der KDU - dazu kommt dann der jeweilige Regelbedarf und das zusammen ergibt dann den jeweiligen Bedarf der Person.

Angenommen die Warmmiete läge bei 600 €, dann würde der Kopfanteil bei jeweils 200 € liegen, der Bedarf von ihr und dem Partner läge dann bei jeweils bei min.382 € Regelbedarf + 200 € Kopfanteil = min.582 € pro Monat.

Der des Kindes würde bei 245 € + 200 € = min.445 € pro Monat liegen.

Das Kindergeld ist Einkommen des Kindes und wird solange es dieses zur Deckung des eigenen Bedarfs benötigt auf dessen Bedarf angerechnet.

Die 204 € Kindergeld würden also erst einmal auf die 245 € Regelbedarf angerechnet, es bliebe zunächst einen ungedeckten Bedarf von 41 € + diese angenommenen 200 € Kopfanteil der KDU = min.241 € pro Monat.

Nun käme es auf die Höhe des Krankengeldes oder ALG - 1 an, dies wäre dann wie das Kindergeld sonstiges Einkommen und würde fast vollständig auf den Bedarf angerechnet.

Wenn er also außer diesem kein weiteres Einkommen ( z.B. Erwerbseinkommen ) hat, dann kann man ab dem 18 Lebensjahr min.erst einmal 30 € Versicherungspauschale in Abzug bringen.

Sollte er auch noch ein KFZ - haben, dann könnte er auch noch die KFZ - Haftpflicht in Abzug bringen, der Rest seines Einkommens würde dann zunächst auf seinen eigenen Bedarf angerechnet.

Erst wenn dieser mit seinem dann noch übrigen anrechenbaren Einkommen gedeckt wäre, würde der übersteigende Betrag als Einkommen der Partnerin und ggf.des Kindes auf deren Bedarf angerechnet.

Würde dann noch ein Bedarf ungedeckt sein, dann käme eine ALG - 2 Aufstockung in Betracht.

Dann müsste man allerdings evtl.vorrangige Ansprüche auf Wohngeld und Kinderzuschlag prüfen, dafür findet man im Internet kostenlose Rechner.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dann sollen die Beiden den Bescheid nochmals genau ansehen.

Die Wohnung ist auf keinen Fall zu groß, sie sollten eher eine größere Wohnung haben. Bisher bekommen sie nämlich nur einen Zuschuss zur Wohnung in Höhe von 50 Euro, was mir zu wenig erscheint.

0
@Allexandra0809

Ohne genaue Zahlen kann man nichts weiter dazu sagen !

Du gehst ja von der jetzigen Situation aus, also müsste man auch wissen was derzeit an Einkommen erzielt wird und wie hoch die Warmmiete ohne Abschlag für den normalen Haushaltsstrom ist.

Da sie Elternzeit beim Arbeitgeber ( AG ) beantragt hat, gehe ich davon aus das ihr Elterngeld aus ihrem vorherigen Einkommen berechnet wurde.

Wenn sie das Elterngeld nur für 1 Jahr bekommt und dieses monatlich über 300 € liegt, dann kann sie einen max.Freibetrag von 300 € geltend machen, der würde dann nicht als anrechenbares Einkommen auf den Bedarf angerechnet.

Vom übersteigenden Betrag der über 300 € liegt, kann sie dann min.nochmal eine 30 € Versicherungspauschale in Abzug bringen, hätte sie z.B. auch noch ein eigenes KFZ - was auf ihren Namen laufen würde, könnte sie auch noch den KFZ - Beitrag für die Haftpflicht in Abzug bringen.

Würde der Partner dann auch noch ein KFZ - haben auf das er angewiesen wäre, also nicht in angemessener Zeit günstiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen würde, dann könnte er auch die KFZ - Haftpflicht und pro Km - für eine einfache Strecke 0,20 € erst einmal notieren und addieren.

In seinen 100 € Grundfreibetrag sind 30 € Versicherungspauschale enthalten, diese kann er auch zunächst in Abzug bringen, die verbleibenden 70 € muss man dann zunächst für notwendige berufsbedingte Aufwendungen einsetzen.

Läge dann die addierte Summe über diesen 70 €, kann auf Nachweis bei Notwendigkeit der übersteigende Betrag zusätzlich zu seinem Freibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll in Abzug bringen, so würde sich dann das anrechenbare Erwerbseinkommen nochmals verringern.

1
@isomatte

Woher kommen denn diese derzeit 50 € Zuschuss für die Wohnung, ist doch dann sicher Wohngeld von der Wohngeldbehörde, denn laut deiner Frage wurde ja noch kein ALG - 2 beim Jobcenter beantragt ?

Das würde dann nämlich entfallen, beides gibt es nicht.

Wurde der evtl.Anspruch auf Kinderzuschlag bei der Agentur für Arbeit schon geprüft, dafür findet man einen kostenlosen Rechner im Internet ?

Denn das wäre wie das Wohngeld eine vorrangige Leistung.

1

Danke dir für deinen Stern !

2
@isomatte

Habe das mit den 800 € KG - und den 700 € Elterngeld erst jetzt gelesen !

Wenn er also derzeit keine Arbeit hat, dann könnte er nur den evtl.zu zahlenden KFZ - Haftpflicht Beitrag + 30 € Versicherungspauschale in Abzug bringen, der Rest wäre dann anrechenbares Einkommen.

Geht man mal nur von diesen 30 € aus, dann hätte er um die 770 € anrechenbares Einkommen.

Von diesen ca.770 € ginge sein eigener Bedarf von 382 € Regelbedarf + 1/3 von der Warmmiete ab, der übersteigende Betrag würde dann auf den Rest der BG - angerechnet.

Sie könnte von ihren 700 € Elterngeld min. diese max.300 € Freibetrag + 30 € Versicherungspauschale in Abzug bringen, es bliebe dann bei ihr max.ein anrechenbares Einkommen von um die 370 € pro Monat.

Das Kind hätte ein Einkommen von 204 € Kindergeld, diese würden von den 245 € Regelbedarf abgezogen, es bliebe dann vorerst ein ungedeckter Bedarf von 41 € + 1/3 von der Warmmiete.

Nun müsste man den zunächst ungedeckten Bedarf von der Mutter + den vom Kind addieren und dann den übersteigenden Betrag vom Partner, den er dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigt abziehen.

Was dann noch als ungedeckter Bedarf bliebe, stünde ihnen dann vom Jobcenter oder vorrangig Wohngeld + Kinderzuschlag zu, dieser würde pro Kind bei derzeit monatlich max.185 € liegen.

Bei der Mutter wäre der ungedeckte Bedarf dann bei ca.12 € für den Regelbedarf + 1/3 von der Warmmiete und beim Kind von 41 € + 1/3 von der Warmmiete.

2
@isomatte

Vielen Dank für die tollen Antworten. Antrag auf ALG II wurde gestellt. Er hat jetzt Krankengeld bekommen, soll sich jetzt wieder bewerben, da ab Montag nicht mehr krankgeschrieben.

Mir erscheint, dass der Antrag auf ALG II nicht so ganz in Ordnung ist, denn meines Erachtens müssten sie mehr bekommen. Wohngeldantrag wurde nicht gestellt. Muss mir doch den Bescheid mal zeigen lassen, damit ich da mehr Infos habe.

Die Frau hat kein eigenes Auto, aber der Mann schon, denn sonst kommt er nicht zur Arbeit, da zu diesen Zeiten keine Bahn fährt. Er ist Bäcker und daher etwas andere Arbeitszeiten :-)

Gerne werde ich ich wieder melden, wenn ich nähere Infos habe. Jedenfalls erstmal vielen Dank. Der Stern ist bei Deinen Antworten mehr als nur berechtigt.

0
@Allexandra0809

Wenn man von den oben genannten ca.770 € Krankengeld auch noch die monatliche KFZ - Haftpflicht in Abzug bringen kann, dann wird sein anrechenbares Einkommen ja nochmal geringer.

Angenommen er müsste da monatlich 30 € zahlen, dann blieben max.um die 740 € anrechenbares KG - übrig und davon ginge dann zunächst sein Regelbedarf für den Lebensunterhalt von 382 € ab und dazu dann 1/3 von der Warmmiete, der übersteigende Betrag wäre dann auf den Rest der BG - anzurechnen.

Würde die Warmmiete also angenommen bei 600 € und der Kopfanteil bei jeweils 200 € liegen, dann würde sein Bedarf bei angenommen 582 € liegen und der übersteigende Betrag bei angenommen 158 €.

Diese 158 € würden dann vom ungedeckten Bedarf von Mutter und Kind abgezogen, also von den 12 € + 41 € + jeweils 1/3 Kopfanteil von der Warmmiete.

Da erscheinen mir diese 50 € auch etwas zu gering !

Bitteschön, ja melde dich, dann kann man mehr dazu sagen, man braucht Zahlen, nur damit kann man auch etwas anfangen.

1

... also ist der Partner schon über ein Jahr arbeitsuchend bzw. krank und ich fürchte, er har noch nicht einmal Anträge gestellt auf Wohngeld bwz. Grundsicherung bzw. Hartz IV, wenn hier so eine Frage kommt.

Er möge es tun, zudem helfen die Damen und Herren der Diakonie u.a. der Mutter bzw. dem Kind, so jedenfalls bei uns.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke. Dann sollen sie mal zur Diakonie und sich dort beraten lassen.

0

Das kann man heute nicht sagen weil in eins - zwei Jahren euer Einkommen schon wieder anders aussehen kann.

Ach, wenn ihr zusammen lebt dann wird euer Gesamteinkommen berechnet.

Wollte eigentlich wissen, ob es derzeit etwas geben sollte, also nach dem Elterngeld.

0

Es kommt auf das Einkommen drauf an.

0

Grundsicherung rund 400€ pP= 800€

Kind rund 300€ =1100€

plus Wohnung ..

Was möchtest Du wissen?