Wieviel Grad kälter ist die Wandoberfläche als die Luft in direkter Nähe?

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6 Antworten

Die Wandoberflächentemperatur ist abhängig von der Art und Weise der Beheizung des Raumes. Eine gewisse Abhängigkeit von der Witterung kann
es geben muss es aber nicht.

Bei Wandheizungen ist die Wandtemperatur von der Temperatur des Heizwassers abhängig und völlig unabhängig von der Aussentemperatur. Bei Heizleisten ist dies ähnlich.

Die Fußbodenheizung sorgt für mit ihrem hohen Anteil an Wärmestrahlung für
eine Wandoberflächentemperatur nahe der Raumlufttemperatur und kann
damit gut zur Schimmelvermeidung beitragen.

Problematisch sind die Kompaktheizkörper unter dem Fenster. Da diese einen großen Anteil an Warmluft bieten, gibt es hier größere Unterschiede zwischen der Raumlufttemperatur und der Oberflächentemperatur der inneren Aussenwandoberfläche.

Der Wärmestrahlungsanteil des Heizkörpers erwärmt Oberflächen direkt und damit auch die Wandoberfläche (direkt oder indirekt über die Sekundärstrahlung).

Der Warmluftanteil des Heizkörpers steigt naturgemäß zur Zimmerdecke und kühlt dort in der Regel an der Aussenwand ab. Da kühlere Luft schwerer wird, fällt diese an der Aussenwand neben dem Heizkörper nach unten.

Auf dem Weg nach unten überträgt die Luft weiter ihre mitgeführte Wärme an die AUssenwandoberfläche und kühlt weiter aus. Da wo sich Luft abkühlt,
verringert sich ihr Wasserdampfaufnahmevermögen. die rel. Luftfeuchte
steigt deshalb an.

Je tiefer die Luft nun an der Aussenwand sinkt und je kälter sie wird, um so feuchter wird die Luft. Dadurch wird die Aussenwand befeuchtet, was den Dämmwert mindert, die Heizkosten steigert und die Gefahr der Schimmelbildung steigt.

Hier einige Wärmestrahlungsanteile von Kompaktheizkörpern:

Typ 10 -> ca. 55%Typ 11 -> ca. 35%Typ 21 -> ca. 30%Typ 22 -> ca. 25%Tpy33 -> ca. 20%

Quelle: http://energieberatung.ibs-hlk.de/grundl_wasys_hk&konv.htm

Ha die Heizkörper Typ 22 und 33 sehr viel Warmluft und wenig
Wärmestrahlung bieten, ist dadurch bedingt die Differenz zwischen der
Raumlufttemperatur und der Wandobeflächentemperatur am größten.

Die Schimmelgefahr ist hierbei nun auch am größten und die Heizkosten
steigen damit auch an, weil die Wände verhältnismäßig feucht sind, durch
Luftfeuchteanrreicherung vor kühlerer Wandoberfläche.

Optimal lässt sich die Wandoberflächentemperatur mit dem IR-Thermometer
bestimmen. Entscheidend für die oberflächennahen Vorgänge ist nicht die
Temperatur 1cm davor, sondern der letzte Millimeter, da hierzwischen
sich die Tempertur nochmal entscheidend verändert.

Die oberflächennahen Luftfeuchtewerte lassen sich mit dem Mollier-h,x-Diagramm bestimmen. Bosy-Online bietet gute Diagramme im
pdf-Format an.

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Die Wandtemperatur wird natürlich in Abhängigkeit zur Außentemperatur, den Wetter- und Windverhältnissen stehen und natürlich auch je nach Bausubstanz und Mauerfeuchte unterschiedlich sein. Sie wird außerdem an den Ecken kälter sein als an anderen Stellen der Wand.

Muss also an Ort und Stelle gemessen werden.

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Das kannst Du nur mit einem Kontaktthermometer ermitteln.

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Ich würde an deiner Stelle einen elektr. Luftenfeuchter hinein stellen. Die kosten heute nicht mehr viel. Diesen stellst du hinein und lass ihn laufen. Das eingebaute Hygromerter schaltet automatisch ab, wenn die Luftfeuchtigkeit normal ist. Damit erreichst du, dass kein Schimmel entstehen kann. Schimmel braucht immer Feuchtigkeit zum wachsen.

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Kauf dir ein Infrarot Thermometer im Baumarkt. Und wenn du da bist, kauftst du gleich einen Feuchtemesser mit, der ist mindestens genauso wichtig.

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Worauf möchtest Du hinaus?
Es gibt sinnvolle Dämmsysteme zur Schimmelvorbeugung, Kalziumsilikatplatten wären z.B. eine gute Alternative.

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Kommentar von afzeipv
29.11.2016, 08:10

Ich habe einen ungenutzten Raum. Und diesen muss ich nicht unnötig beheizen. Solange die Differenz nicht über 6 Grad geht entsteht auch kein Schimmel. 

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