Wieviel Euro sollte ein Lehrer für eine Nachhilfestunde (60 min., Einzelunterricht) verlangen?

7 Antworten

Es kommt immer darauf an, wer unterrichtet und was auf den Unterricht bezogen für spezifische Qualifikationen und Erfahrungen vorliegen. Ein Student, der seit der eigenen Mittelstufe regelmäßig und häufig Nachhilfe gibt, kann ein besserer Lehrer sein, als jemand, der nie unterrichtet hat und gerade das Referendariat als angehender Lehrer beginnt. Für den Nachhilfeschüler ist ja nicht in erster Linie wichtig, welche Qualifikationspapiere jemand vorlegen kann - auch wenn die natürlich grundlegend schon eine Orientierung über die Fähigkeiten einer Person darstellen - sondern, dass die lehrende Person den Stoff versteht und gut vermitteln kann. Welche Erfolgsbilanzen haben also die Schüler eines bestimmten Nachhilfelehrers? Wieviele Wochen oder Monate (bei manchen Instituten/heterogener Gruppenunterricht weiß ich von Jahren!) benötigt der Schüler, um sich zu verbessern? Lernt der Schüler in der Nachhilfe auch zu Lernen und kann seinen Leistungsstand daher nach Beendigung des Unterrichts selber halten/weiterverbessern, oder fällt er dann schnell wieder ab und benötigt erneuten Zusatzunterricht? Spricht der Lehrer offen mit Eltern darüber, wenn der Unterricht aktuell Geldverschwendung ist, weil die Motivation des Schülers nicht stimmt, oder denkt er nur an den eigenen Verdienst? Ist er fähig den größeren Anteil der zunächst unmotivierten Schüler zu motivieren? u.s.w. ... Bei Studenten muss man seit einigen Semestern auch bedenken, dass diese Studiengebühren zu zahlen haben und darum ein zügiges Beenden des Studiums wirtschaftlich gesehen sinnvoll ist. Durch Jobben gefährden sie dies mitunter, was sich berechtigterweise in höheren Preisen für den Nachhilfeunterricht niederschlägt. Es gibt ferner Studenten, die Ihr ganz spezielles Wissen an sehr teuren - aber dafür auch meist sehr guten - privaten Hochschulen erwerben. Diese werden selbstverständlich mehr kosten, als ein regulärer Student, da auch sie selber für Ihren Bildungserwerb mehr bezahlen müssen und der Schüler schließlich von diesem profitieren kann. Hat jemand einen extra Raum für Unterricht in der Wohnung, wird er oder sie mehr kosten, als wenn der Unterricht am Küchentisch stattfindet. Handelt es sich um Mietpreise auf dem Land oder in der Stadt? Ludwigsburg wird teurer sein als Leipzig. Kauft jemand ein Auto, muss KFZ-Steuer, Versicherung, Reparaturen und Sprit zahlen um auf dem Land zu den Schülern zu fahren und hat Anreise-/Abreisezeit, so wird der Unterricht ebenfalls teurer sein. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass Kosten (vgl. z.B. Autobeispiel oben), die durch die Wünsche des Kunden entstehen (hier: Unterricht beim Schüler) diesem auch in Rechnung gestellt werden, wenn Lehrer arbeiten um zu verdienen und dies daher wirtschaftlich rentabel tun müssen. Der Lehrer wird hier die Anreise ebenso berechnen müssen wie der Handwerker. Anders verhält es sich vielleicht noch bei Schülern, die daheim wohnen und alles von den Eltern finanziert bekommen und sich eher einen Schüler suchen, um mal Unterrichtserfahrung zu bekommen damit sie entscheiden können, ob sie auf Lehramt studieren möchten oder nicht. Da könnte man eher ein Stück weit den Unterricht vergleichen mit einem ehrenamtlichen Praktikum, so dass als Honorar quasi ein kleines Anerkennungsdankeschön ausreicht (5-10 Euro/ganze Stunde und der Schüler fährt mit dem Rad einige Strassen weiter zum Schüler).

Die Preise, die ich bei Bekannten (alles Studenten am Ende des Studiums) mitbekomme, liegen zwischen 25 und 40 Euro bei 45-60 Minuten Unterricht, wobei die Schüler zum Lehrer kommen und die Lehrer alle über mehrere Jahre regelmäßiger Unterrichtserfahrung verfügen, sowie sich ihre Schüler meist in einigen Monaten bereits deutlich verbessern.

In meinen Augen ist ein Unterricht, der den Schüler voranbringt dies auch wert. Es muss schließlich berücksichtigt werden, dass die Schüler bei Erreichen eines höheren Schulabschlusses später auf dem Arbeitsmarkt ganz andere Chancen haben, und vermutlich während Ihrer Lebensarbeitszeit deutlich besser verdienen werden. Die Rendite, die Schüler somit langfristig durch den Nachhilfeunterricht erzielen ist also enorm und im Vergleich dazu die oben genannten Beträge immernoch peanuts.

Angemessen für Nachhilfe von Schülern für Schüler sind bis max. 10 Euro. Inklusive aller Nebenkosten sollte eine Nachhilfestunde, egal von wem gegeben, einen Betrag von 20 Euro nicht übersteigen. Wer unbedingt Nachhilfe von Doktoren oder Professoren wünscht, der wird auch sicher finanziell gut betucht, in der Lage und Willens sein, ein vielfaches an Nachhilfegeld zu zahlen, egal an wen und für was. Verschiedene Wettbewerber in diesem Bereich werben mit Kosten von bis zu 15 Euro bei bis zu 5köpfiger Gruppennachhilfe und 20 Euro für die Einzelnachhilfestunde inklusiv aller Nebenkosten und das bei Einbeziehung einer Erfolgsgarantie. Wer in punkto Nachhilfe nicht aufpasst, füllt u.U. anderen Leuten ihre Geldbörsen und strandet dennoch. Aufpassen und cool bleiben.

Meine Tochter hatte Nachhilfe bei einer pensionierten Mathelehrerin. 22,-- Euro die Stunde fand ich damals teuer. Letztendlich stellte sich der Stundenlohn aber als günstig heraus, weil jede Stunde effektiv war und ihr sehr geholfen hat.

für eine stunde qualifizierter nachhilfe finde ich 30 euro für angemessen. zum vergleich: ein handwerker kostet 40 bis 60 Euro pro stunde.

Das kommt darauf an, wer unterrichtet und ob diese Person den Verdienst versteuert. Z.B ein Schüler sollte unter 10 Euro verlangen. Wenn man Glück hat, reicht diese Nachhilfe schon für das Kind. Ausgebildete Lehrer, die damit einen Nebenverdiest haben, sollten max. 15 - 20 Euro verlangen. Handelt es sich um eine angestellte oder selbstständige Person, müssen die Sozialversicherungen mitfinanziert werden, der Stundenlohn wird entsprechend höher.

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