Wieviel darf die Miete erhöht werden?

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4 Antworten

Es ist nicht richtig, wie hier viele schreiben, dass die ortsübliche Vergleichsmiete nur ein Richtwert ist, der überschritten werden kann. Die ortsübliche Vergleichsmiete ist die obere Grenze für eine Mieterhöhung bei Wohnungen. Allerdings ist die ortsübliche Vergleichsmiete nicht nur abhängig von Straße und Hausnummer, sondern auch von der Ausstattung und dem Umfeld (wohnwerterhöhende und wohnwertmindernde Merkmale) der Wohnung. Die Online-Abfrage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung berücksichtigt alle Merkmale der Wohnung bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/.

Hinsichtlich der Kappungsgrenze (20% in 3 Jahren ohne Modernisierungserhöhungen) und der Sperrfrist (15 Monate) hat Rolfe schon alles gesagt.

Ach so, nochwas: die ortsübliche Vergleichsmiete nach dem Mietspiegel muss natürlich mit der verlangten Nettokalt-Miete verglichen werden, also ohne Betriebs- und Heizkosten.

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Mieterhöhung

Bei freifinanzierten Wohnungen - im Gegensatz zu Sozialwohnungen - darf der Vermieter im Laufe des Mietverhältnisses die Miete auf die ortsübliche Vergleichsmiete anheben. Ortsüblich ist die Miete, die für vergleichbare Wohnungen am Wohnort des Mieters durchschnittlich gezahlt wird.

Nach dem Gesetz hat der Vermieter verschiedene Begründungsmittel zur Auswahl. In seiner schriftlichen Mieterhöhungserklärung kann er sich entweder auf einen Mietspiegel berufen oder auf ein Sachverständigengutachten oder auf drei Vergleichswohnungen, in denen heute schon soviel gezahlt werden muss, wie er mit seiner Erhöhung jetzt fordert. Neu ab dem 1. September 2001 ist, dass der Vermieter sich auch auf die Auskunft einer Mietdatenbank stützen kann, soweit sie von der Gemeinde selbst bzw. von Mieterverein und Hauseigentümerverein gemeinsam geführt wird. Neu ist vor allem aber auch, dass es so genannte "qualifizierte Mietspiegel" gibt. Mietspiegel, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt worden sind und von der Gemeinde bzw. den beiden Interessenverbänden - Mieter und Vermieter - gemeinsam anerkannt worden sind, haben jetzt einen besonderen Stellenwert im Mieterhöhungsverfahren. Soweit es vor Ort einen qualifizierten Mietspiegel gibt, muss der Vermieter auf die Zahlen dieses Mietspiegels zurückgreifen. Tut er dies, begründet er das Mieterhöhungsverfahren beispielsweise mit Vergleichswohnungen, muss er zumindest die Zahlen des qualifizierten Mietspiegels im Mieterhöhungsschreiben mit nennen.

Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete kann der Vermieter aber nicht einseitig "anordnen", es gilt das Zustimmungsverfahren. Danach wird die Mieterhöhung nur wirksam, wenn der Mieter zustimmt oder wenn ihn das Gericht zur Zustimmung verurteilt. Der Mieter muss zustimmen, wenn die Mieterhöhung formal in Ordnung ist, der Vermieter nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete fordert, die Jahressperrfrist und die Kappungsgrenze eingehalten sind.

Jahressperrfrist heißt, dass nach Einzug in die Wohnung bzw. seit der letzten Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete mindestens 12 Monate liegen.

Kappungsgrenze bedeutet, dass der Vermieter relativ niedrige Mieten nicht "auf einen Schlag" auf die ortsübliche Vergleichsmiete anheben darf. Die Miete darf hier in drei Jahren höchstens um 20 Prozent steigen.

Zur Überprüfung der Mieterhöhung hat der Mieter ausreichend Zeit. Er kann den Monat, in dem er die Mieterhöhung erhält, und in den beiden darauf folgenden Monaten abklären, zum Beispiel mit Hilfe des örtlichen Mietervereins, ob er zustimmt oder nicht.

Eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete ist ausgeschlossen, wenn ein Staffel- oder Indexmietvertrag abgeschlossen oder eine Festmiete vereinbart wurde.

Unabhängig von Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete kann der Vermieter die Miete erhöhen, wenn er Modernisierungen am Haus oder in der Wohnung durchgeführt hat.

Weitere Informationen in der Broschüre des Deutschen Mieterbundes "Mieterhöhung". Quelle: http://www.mieterbund.de/

Sehr Ausführlich.Danke für die Info, hättest ein DH bekommen.

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Sehr gute und ausfühliche Antwort,sie hat mir sehr geholfen. Vielen Dank.

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Die Grundmiete (also ohne Nebenkosten) darf binnen 3 Jahren nur um 20 % erhöht werden. Sie darf erstmals 15 Monate nach der letzten Mieterhöhung erneut erhöht werden, wobei Miet- erhöhungen wegen stattgefundener Modernisierungsmassnahmen unberücksichtigt bleiben (die zählen also nicht mit).

Wann war die letzte Mieterhöhung und wie wurde die Mieterhöhung begründet?

Genaue Angaben hab ich leider nicht, weil ich das Schreiben nicht vorliegen habe... Sie haben es wohl mit irgendeinem Paragraphen begründet. Standart also, das müssen sie ja so machen. Die letzte Mieterhöhung ist schon einige Jahre her... Allerding darf doch nicht der Quadratmeterpreis, welchen sie einfordern, höher liegen, als der im Mietspiegel, oder!?

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@KleineFrage

Doch ich denke schon, weil das ja nur der Durchschnitt ist und kein festgelegter Wert. Sonst würden ja alle Wohnungen in der Straße das gleiche kosten.
Im Mietvertrag steht genau drin wie oft und wieviel die Miete erhöht werden darf.

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@Hunley

Also in dem Mietspiegel steht: 4,01 € bis 5,40 €... Hmm... also werden sie es wohl hinnehmen müssen!?

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@KleineFrage

Doch darf er;-). Das ist nur ein Richtwert, kommt ja dann auch auf die Wohnungsausstattung an etc., guck am besten die Antwort von Rolfe.

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@koira1975

Wohnungsausstattung ist laut Mietspiegel: Einfach. Also kein balkon, kein fahrstuhl, Wohnung im 2. OG mit modernisiertem Bad. grrr

Warum muss immer alles teurer werden... Vielen Dank!

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@KleineFrage

Der Mietspiegel richtet sich nach gleicher Ausstattung, Lage, Komfort etc. nicht nach Straßen i.d.S., eine Abweichung von 15% ist auch normal.Ansonsten schließe ich mich an.

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