Wieviel Abfindung nach Kündigung

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7 Antworten

Wären 4 Monatsgehälter utopisch???

In Kündigungsschutzprozessen schlägt ein Arbeitsrichter i.d.R. eine Abfindung von einem halben Bruttomonatsgehalt vor.

Gibt es noch mehr Kündigungen? Wurde eine Sozialauswahl getroffen? Gibt es einen Betriebsrat? Sozialplan?

Du kannst es ja mal mit den vier Bruttomonatsgehältern versuchen. Wenn der AG dies absolut nicht zahlen möchte, könnt Ihr Euch evtl. auf drei Bruttogehälter einigen. Einen Versuch ist es immer wert. Zwei Monatsgehälter finde ich persönlich zu wenig.

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Kommentar von WeltWunderGang
02.02.2015, 10:19

gibt keinen Betriebsrat und keinen sozialplan und ja es wurden in anderen Niederlassungen noch mehr gekündigt

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In der Regel werden pro Jahr Betriebszugehörigkeit ein Monatsgehalt gezahlt, also für dich mindestens 5 Monatsgehälter.

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Kommentar von Familiengerd
02.02.2015, 22:48

"In der Regel" ist die Faustformel 1/2 Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr - im Übrigen (je nach konkreter Situation) Verhandlungssache.

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Wie die Antworten zeigen, gehen die Meinungen (nicht unbedingt Kenntnisse) über Abfindungshöhen weit auseinander. So ist es auch in der Praxis - siehe z.B. http://www.abfindunginfo.de/berechnung-der-abfindung.html

Wenn Dir von einigen geraten wird, zum Anwalt zu gehen, solltest Du folgendes bedenken:

  1. Sofern kein Sozialplan, keine Betriebsvereinbarung o.ä. existiert, mit der die Abfindungen geregelt sind, kannst Du nicht auf eine höhere Abfindung klagen, sondern nur gegen die Kündigung. Wenn das Gericht diese als unwirksam beurteilt, gilt das Arbeitsverhältnis weiter (Abfindung entfällt).

  2. In der ersten Instanz trägt jede Partei ihre Anwalts- und Gerichtskosten selbst. Wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast, könnte von der Abfindung nicht viel übrig bleiben, weil sie auch noch wie Arbeitslohn zu versteuern wäre.

  3. Wenn Du keine guten Gründe hast, die gegen die Wirksamkeit der Kündigung sprechen, wirst Du auch keine höhere Abfindung bekommen. Denn mit der Klage wird das vorliegende Abfindungsangebot unwirksam. Allein wegen der Betriebszugehörigkeit entsteht kein Abfindungsanspruch.

  4. Gericht und Anwalt arbeiten zunächst immer auf einen Vergleich hin und orientieren sich dabei an der sogenannten "Regelabfindung" (0,5 Monatsgehälter/Jahr der Betriebszugehörigkeit) gem. KSchG § 1a. Für den Anwalt hat das auch den Vorteil, dass er ein höheres Honorar beanspruchen kann. Ich will damit sagen: Du musst clever genug sein und hinreichend Argumente haben, dass Du das Gericht von einer höheren Abfindung überzeugst - das Gericht und der Anwalt haben daran kaum ein Interesse.

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Zunächst einmal haben Ar­beit­neh­mer bei Be­en­di­gung Ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses kei­nen Rechts­an­spruch auf ei­ne Ab­fin­dung.

"Es gibt keine Vorschriften und schon gar keine gesetzlichen Regelungen darüber, wie hoch eine Abfindung sein sollte. Die Höhe der Abfindung, die der Arbeitgeber an Sie zahlt, ist ausschließlich Verhandlungssache."

Mehr hier :

http://www.dr-hildebrandt.de/abfindung/abfindung_06.htm

Utopisch ist dein Angebot sicher nicht !

Gruß S....

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Die Faustformel (auch 'Regelabfindung' oder 'Daumenformel' genannt) dient der Erleichterung bei der Berechnung von Abfindungen.

Maßgebliche Größen sind die Höhe des zuletzt gezahlten Monatsgehalts (brutto) und die Beschäftigungsdauer im Unternehmen.

Allerdings werden unterschiedliche Formeln verwendet.

Am weitesten verbreitet ist die Formel, wonach die Abfindung ein halbes Monatsgehalt pro Jahr der Beschäftigung beträgt.

Beispiel: Eine Arbeitnehmerin, die 10 Jahre beschäftigt war und zuletzt 2.000 € im Monat verdiente, würde nach der Faustformel eine Abfindung von 10.000 € erhalten (2.000 €/2*10 Jahre).

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Also laut BGB bekommt man pro Jahr Betriebszugehörigkeit 0,5 Brutto Monatsgehälter als Abfindung. Das wären bei Dir dann bei Dir etwas mehr als 2,5 Gehälter. Aber die oben gestellten Fragen sind auch zu berücksichtigen.... Ich würde auf jeden Fall auf "Wiedereinstellung" klagen! Das ist den meisten Arbeitgebern schon mal 1-2 Gehälter mehr wert als Abfindung!

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Kommentar von WeltWunderGang
02.02.2015, 10:18

Es wird auf wiedereinstellung geklagt. hab ich vergessen zu schreiben

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Kommentar von Familiengerd
02.02.2015, 22:46
Also laut BGB [...]

Wo denn da?!? Im BGB wirst Du dazu absolut nichts finden!

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es einen Abfindungsanspruch nach dem Kündigungsschutzgesetz KSchG § 1a "Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung" und - in Zusammenhang mit gerichtlichen Auseinandersetzungen - § 9 "Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch Urteil des Gerichts, Abfindung des Arbeitnehmers" sowie § 10 "Höhe der Abfindung".

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Kommentar von Jarlaxle74
03.02.2015, 23:27

Mea Culpa, ich hab es mit den Kündigungsfristen verwechselt...

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Ist Abfindung nicht eine freiwillige Leistung?

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