Wieviel % der Erdbevölkerung würden einen Asteroideneinschlag mit globaler Auswirkung überleben?

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8 Antworten

Das kommt ganz darauf an, wie groß dieser Asteroid ist und wo genau er einschlägt. Schon ein nur einige hundert Meter großer Asteroid hätte globale Folgen, denn durch die aufgewirbelte Staubmenge und die freigesetzten Aerosole würde es sich im darauffolgenden Jahr, vielleicht auch sogar in den darauffolgenden Jahrzehnten enorm abkühlen. Missernten und Hungersnöte wären gerade in den ärmsten Gegenden die Folge, an denen sicher einige hunderttausend Menschen, vielleicht sogar Millionen zugrunde gehen würden.

Noch ganz anderes sieht es bei einem mehrere Kilometer großen Killer aus, ähnlich des Impaktors, der vor 66 Millionen Jahren den Dinosauriern den Garaus gemacht hat. In der heutigen Zeit würde ein vergleichbarer Einschlag die identischen Folgen haben und in einer Reihe von Kettenreaktionen die Nahrungskette in allen Ökosystemen zusammenbrechen lassen. Zuvor würden aber eine Reihe ganz anderer dramatischer Katastrophen, wie die Menschheit sie nie erleben musste, den Planeten verwüsten:

Nehmen wir eine Größe von etwa 11km Durchmesser und einer Masse vergleichbar mit der des Mount Everests an, würden zuerst als unmittelbare Einschlagsfolgen in einem Umkreis von 3500km vom Einschlagsort jedes Leben innerhalb von Sekundenbruchteilen verdampfen. Die Schockwelle würde sämtliche Städte und Dörfer noch in 7500km Umkreis zerstören und dort wahrscheinlich alle Menschen töten, die sich nicht innerhalb des Untergrunds oder in einem Luftschutzbunker befinden.

Die gewaltige Explosion würde außerdem einen elektromagnetischen Puls auslösen - jedes in Betrieb befindliche Gerät auf der ganzen Welt wäre danach funktionsunfähig. Dies würde zu einem weltweiten Stromausfall führen, da auch sämtliche Kraftwerke heutzutage Computergesteuert sind. Besonders verheerend würde sich dies in Kernkraftwerken niederschlagen: Sollten noch Reaktoren während des Einschlags irgendwo auf der Welt in Betrieb sein, so droht dort eine unvermeidbare Kernschmelze und ein nuklearer Supergau.

Nur wenige Augenblicke später würde der gewaltige Tsunami, der völlig unabhängig davon, ob der Impaktor an Land oder im Meer einschlägt, die gesamten Küstenlinien in seinem direkten Wirkungskreis verwüsten - und mit Küstenlinien meine ich auch die Gebiete, die sich noch mehrere hundert Kilometer landeinwärts befinden: Die Welle selbst wäre schon zwischen 30 und 60m hoch, erreicht sie jedoch die flachen Küstenschelfe, bäumt sich das Ungeheuer zu einer Wasserwand von 300 bis 500m auf, die alles überrollt. Jede Hafenstadt, zu denen einige der größten Metropolen der Welt gehören, wäre nur wenige Minuten nach dem Einschlag vernichtet. Dort würde niemand überleben.

Als weitere Direktfolgen würden Erdbeben und vermutlich auch gewaltige Vulkanausbrüche sehr viele Todesopfer fordern, denn die Erde würde auch in Gegenden beben, in denen es nur selten zu Beben kommt und wo die Gebäude deshalb nicht so stabil gebaut sind wie zum Beispiel in Japan oder Kalifornien.

Nur einige Stunden nach dem Einschlag würde sich die nächste Katastrophe anbahnen. Das emporgewirbelte Gestein, wir sprechen von mehreren Kubikkilometern, würde wieder in die Erdatmosphäre eindringen. Ein weltweites Bombardement aus flüssigem Gestein würde Städte, Dörfer, Felder und Wälder in Brand setzen. Noch dazu würden weltweit die Temperaturen auf mehrere 100°C steigen, da ein Großteil des Gesteins in der Atmosphäre verglüht. Sogar Flüsse und Küstenabschnitte würden zu kochen beginnen, der Himmel würde buchstäblich in Flammen stehen. Diese Hitze könnte nur überleben, wer sich tief unter der Erde in Sicherheit bringt.

Die Hitze würde nur einige Stunden anhalten, danach legt sich ein Mantel aus Ruß und Staub um die Erde. Der Himmel würde sich verdunkeln, nur die auf der Erde brennenden Feuer würden noch als Lichtquellen dienen. Die Dunkelheit würde monatelang anhalten und den zuvor gebackenen Planeten gewissermaßen Schockfrosten: Außer in den Küstengegenden würde überall, selbst in den Tropen die Temperatur weit unter den Gefrierpunkt fallen. Die gesamte Pflanzenwelt steht spätestens jetzt vor dem Aus - sie können keine Fotosynthese mehr betreiben und gehen ein, wenn sie nicht schon zuvor verbrannt oder erfroren sind.

Die Menschen könnten gegen all diese Szenarien nicht das Geringste tun - wir haben derzeit keine Abwehrmöglichkeit für einen Impakt. Selbst wenn wir unser gesamtes Nukleararsenal einsetzen würden, würde sich der Komet oder Asteroid nicht davon beeindrucken lassen - eine Sprengung ist unmöglich. Es ist vergleichbar mit einem Jungen, der mit einem Luftgewehr auf einen Güterzug schießt. Das einzige, was die Menschen tun könnten, wäre Vorkehrungen für die Zeit NACH dem Einschlag zu treffen.

Wie hoch die Opferzahlen dann im Nachhinein wirklich werden, hängt allein von eben diesen Vorkehrungen ab - und natürlich von der Zeit, die nach Entdeckung des Asteroiden oder Kometen bleibt. Kometen sind hier viel einfacher und auch erheblich früher auszumachen als Asteroiden, denn sie haben einen hellen Schweif. Die NASA schätzt, dass uns bei einem auf die Erde zufliegenden Kometen ungefähr zwei Jahre Vorbereitungszeit blieben. Ein Asteroid könnte jedoch buchstäblich aus dem Nichts kommen - wenn man ihn neun Wochen vorher entdeckt, wäre das schon ein großes Glück.

Trotzdem ist anzumerken, dass das Artensterben, das sich durch einen Einschlag in der heutigen Zeit ergeben würde, sicher weit weniger dramatisch auswirken würde als vor 66 Millionen Jahren. Wir haben heute auf unserem Planeten ein sehr viel kühleres Klima und darüber hinaus sehr viele verschiedene Klimazonen. In der Kreidezeit herrschte dagegen ein beinahe globales Tropenklima vor, bloß an den Polen gab es eine gemäßigte Zone. Tiere, die bei Schnee und Winter überleben konnten, hat es damals also so gut wie keine gegeben - heute sind weit mehr Tiere auf der Welt an einen langen, harten Winter angepasst. Pflanzen würden nach der Katastrophe ebenfalls viel schneller wieder austreiben und den Planeten ergrünen lassen.

Sollte der Mensch genug Zeit haben, könnte er unterirdische "Archen" anlegen, in welche er genug Nutztiere und Saatgut mitnehmen kann. Die Menschheit würde also mit großer Wahrscheinlichkeit einen Einschlag überleben und auch danach wieder gedeihen. Trotzdem ist das Risiko, dass wir in eine Art zweites Mittelalter zurückfallen, sehr hoch. Auch noch lange nach dem Einschlag würde unsere Infrastrukur und unser Gesundheitssystem noch nicht wieder vollumfänglich funktionieren, wodurch der Mensch dann als Langzeitfolgen Hungersnöten und verheerenden Seuchen gegenüberstünde.

Wie viele von uns aber nun sterben und wie viele gerettet werden könnten, ist von so vielen Faktoren abhängig, das man es unmöglich berechnen kann. Ich hoffe aber, dass du dir nun trotzdem ein Bild machen kannst, worauf du dich im Falle eines bevorstehenden Super-Impakts einstellen musst. ;-)

Ach ja, noch eine Kleinigkeit zum Schluss: Die Wahrscheinlichkeit, dass uns so etwas zu unseren Lebzeiten bevorsteht, ist astronomisch gering. Also mach dir nicht allzuviele Sorgen. =)

Das kommt drauf an, was Du unter globaler Auswirkung verstehst.

Wenn er so groß ist, wie amals bei den Dinosauriern, dann werden wohl kaum Menschen überleben. Denn dann gibt es mehrere Jahre (Jahrzehnte) einen atomaren Winter durch den Staub in der Atmosphäre.

Und dann verhungern halt die großen Tiere, wie wir Menschen.

Damals haben auch nur ein paar Zwergmäuse überlebt, aus denen sich dann alle Säugetiere entwickelt haben.

DaS kommt drauf an wie groß er ist. Es schlagen ja ziehmlich of welche ein, die sind aber eher kleiner und haben kaum eine Auswirkung.  Aber ein asteroid mit 10 km Durchmesser könnte schon ein paar Länder auslöschen wenn er mit sehr hoher Geschwindigkeit aufprallt

Das Teil was die Dinosaurier ausgelöscht hat muss schon einige Kilometer Durchmesser gehabt haben.

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Es kommt darauf an,  groß der Asteroid ist. Wenn er so groß ist wie der Saurierasteroid: keiner.

"Globale Auswirkung" ist ein Frontal-Crash. 

Da bleibt nix von Dir übrig.

Das Thema wird immer wieder mal gern von Hollywald aufgegriffen. 

Aus der SF-Literatur kann ich Dir "Luzifers Hammer" empfehlen. Da wird recht realitätsnah darüber phantasiert, was so alles geschieht, wenn ein Meteorit in den Bach fällt.

Wahrscheinlich niemand! Falls dabei ein Atomkraftwerk getroffen wird ist Schicht im Schacht!

0% bei der Größe "Globale Auswirkung".

Wie steht es mit "Flüchtlingen" in unterirdischen Atombunkern?

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@Gedankenpolizei

Bis die Vorräte aufgebraucht sind, falls der Atombunker denn überhaupt stabil genug für den Klunker aus dem All ist...

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@Gedankenpolizei

Welche unterirdischen Atombunker?

Zumindest in Deutschland wurden vor ca. 15-20 Jahren alle verschrottet.

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7,8 plus/minus 7,8%

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