Wieso zerstöre ich mein Leben durch meine Computer-Sucht?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Lieber Michi,

das was du hier erzählst, erinnert mich sehr stark an den derzeitigen Zustand meines 15 jährigen Sohnes. Ihn interessiert absolut nichts mehr, außer mit seinen beiden Kumpels der vorigen Schule online zu zocken.

Vor einigen Monaten hat es begonnen, dass er plötzlich nicht mehr zur Schule gehen wollte, er hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, sogar geweint. 
Dann merkte ich, dass er sich immer mehr zurückzieht, er sitzt den ganzen Tag nur in seinem Zimmer und spielt bis zwei oder 3 Uhr morgens am Pc.
In seinem Zimmer sieht es aus, da kann man nicht einmal mehr normal durchgehen, weil er alles (seien es leer getrunkene Eisteeflaschen, oder auch z.B. geöffnete Chipspackungen) einfach auf den Boden wirft.

Keiner darf in sein Zimmer, weder sein jüngerer Bruder (der natürlich seine Nähe sucht), noch unsere Haustiere oder ich, da ist er genervt ohne Ende und wirft uns quasi raus.
Mit seinen beiden Freunden kommuniziert er ausschließlich nur noch über den Computer, oder per WhatsApp.

Beruflich wollte er immer Informationstechniker werden, da dies das Einzige ist, was ihn wirklich interessiert ... bis jetzt, denn plötzlich ist er sich da auch nicht mehr so sicher ... er fragt sich sogar, wofür er später überhaupt arbeiten gehen soll!

Da ich das Alles nicht mehr länger mit ansehen konnte, habe ich Rat gesucht und auch gefunden, Gott sei Dank.

Wir hatten kürzlich ein Erstgespräch in einer Ambulanz für psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Mittlerweile ist er bis Ende des Schuljahres von der Schule freigestellt, weil seine Pc Sucht (eine anerkannte Krankheit) und sein sonstiges Verhalten auf eine Belastungsdepression (Vorstufe zum Burnout) hindeuten.

In ein paar Tagen hat er die psychologische Diagnostik, danach wird bestimmt, welche Therapie für ihn am geeignetsten ist.

Selbstmordgedanken hatte er zum Glück noch nie, aber er denkt öfter über den Sinn des Lebens nach.

Was du beschrieben hast punkto Abschiedsbrief schreiben, kenne ich von mir persönlich ... ich hatte so oft den Gedanken mir das Leben zu nehmen, ohne es zu wollen! Das nennt man Zwangsgedanken und diese wird man ohne psychologische Hilfe und wenn es sein muss durch Medikamente nicht so schnell los. 

Ich bitte dich, es noch einmal mit einer Psychotherapie zu versuchen, klappere einige Therapeuten ab, die Chemie MUSS zwischen euch stimmen, sonst klappt das nicht. Falls dir Medikamente verschrieben werden, dann nimm sie bitte auch, sie werden dir helfen wieder mehr Lust auf andere Dinge im Leben zu bekommen. Da spreche ich aus eigener Erfahrung, weil ich selbst unter Panikattacken (Angststörungen) und Depressionen leide.

Ich wünsche dir alles Liebe und bitte halte uns auf dem Laufenden!

Ganz liebe Grüße aus Wien ... Kopf hoch, das wird wieder, du musst es nur wollen und wirklich bereit sein etwas dagegen zu tun!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerTaugeNix
06.08.2016, 17:14

Danke für den guten Rat. Durch Hilfe von Psychologen, Psychotherapie und Antidepressiva hat mein Leben wieder Farbe bekommen. Fühlt sich gut an sich wieder am Leben zu erfreuen. Ich wünsche dir und deinem Sohn alles alles gute für die Zukunft. Ich bin froh, dass Sie für Ihren Sohn da sind. Die Bedeutung von Familie wird einem erst in schweren Zeiten bewusst. Liebe Grüße Michi

0

Versuch deinen Computer zu vergesse und steig wieder in deinen normalen Alltag ein.Bitte! Denk daran du hast jetzt damit viel Zeit verschwendet und dadurch vieles benachteiligt aber es reicht nun! Mache dir deine Ziele klar und mach dich und deine Familie wieder glücklich und stolz.Als Alternative hör Musik mit Kopfhörern um dich davon abzugewöhnen und treffe dich mal am Wochende wieder mit deinen Freunden geht was essen oder sowas.

Viel Glück!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo, Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken über dieses Thema gemacht, da ich mich in einer ähnlichen Situation befand, ich habe meine sozialen Kontakte, meine Familie und sogar meine Freundin mit der Spielerei riskiert. Ich habe für verschiedene Spiele mehrere hundert Euro (eher im oberen Bereich, letztes Beispiel 450€ für ein Handyspiel ausgegeben). Ich hab selber gemerkt das ich keine Kontrolle mehr hatte. Ich wollte aufhören habe es aber nie geschafft und immer mehr riskiert. Ich habe dann, auch dank meiner Freundin die Notbremse gezogen und mich mit dem Thema beschäftigt. Das wichtigste ist rede mit deinen Eltern, erkläre Ihnen die Situation und wie du dich fühlst. Dann zeige deinen Eltern was du spielst und um was es darum geht. Denn das Grundsatzproblem was ich in den meisten Fällen sehe, ist das fehlende Interesse, bzw die generelle Abneigung der Eltern gegenüber dem Spiel. Man wird als Kind meist schon mit 10-14 alleine dem Internet bzw den Spielen überlassen, mit allen guten und auch allen Schattenseiten. Dabei würde es in den meisten Fällen genügen wenn sich Eltern ein paar Stunden mit dem Spiel beschäftigen um die größten Gefahren zu erkennen und dementsprechend Maßnahmen zu ergreifen. Denn wenn ich bereits mehrere hundert Stunden Zeit und viel Geld investiert habe, kann ich das Geschaffene schlecht loslassen. Den Stecker ziehen ist dabei meist die schlechteste aller Maßnahmen da es automatisch die Eltern zu einem Feindbild formt und die Distanz und Abschottung nur größer wird und Rückfälle nur wahrscheinlicher sind. Eine Computerspielsucht kann nur bedingt mit anderen Süchten verglichen werden. Totale Abstinenz ist in den wenigsten Fällen die beste Therapie, da sowohl Pc als auch Internet in der heutigen Welt absolute Grundvoraussetzung sind. Deshalb mein Appell an die Eltern: Zeigt mehr Interesse an dem was eure Kinder da treiben, setzt euch zu ihnen und lasst euch erklären was gespielt wird und versucht es einfach mal selber. Ich verspreche euch in den meisten Fällen werden das die längsten Gespräche die Ihr seit langem mit eurem Kind hattet.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Probiere deine zockzeiten mal langsam runterzustellen. Am Anfang ist es hart, aber nach und nach wird es besser werden. Was auch hilft ist, etwas mit Freunden zu unternehmen, die viel draußen sind. Die können dir die Augen öffnen und dich zum nachdenken bewegen. Ich hatte das Problem mit dem zocken auch und bin jetzt fast immer draußen. Ich habe meine zockzeiten auf Freitag und Samstag verlegt. Also genau so, dass ich für Sachen wie Schule noch gut lernen kann.

Lg 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Den sicheren Trick aus der Sache herauszukommen, kann ich dir hier nicht geben. Du siehst, welche Probleme Du Dir selbst machst, spielst aber trotzdem weiter.

Du brauchst einen Anspruchpartner vor Ort. Gehe in eine Suchtberatungsstelle, die auch Spielsüchtige behandelt, so schnell wie möglich. Da die Stellen meistens überlaufen sind, kann es eine Wartezeit geben. Die kannst Du schon nutzen das Spielen zu reduzieren. Wenn Du jetzt nicht versuchst die Kurve zu schaffen, sieht es für Dich nicht gut aus.

Wenn Du etwas ändern willst, brauchst Du auf jeden Fall professionelle Hilfe.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerTaugeNix
03.04.2016, 01:35

Ich war vor kurzem 4 mal beim Psychotherapeuten aber hatte das Gefühl, dass mir die Sitzungen nichts brachten. Es kam mir so vor als würde er nicht wirklich auf mich eingehen und fixierte sich immer nur auf die Sucht. Vielleicht lags an mir, vielleicht auch am Therapeuten. Ich denke  du hast Recht, dass ich dem ganzen noch eine Chance geben sollte und meine Spielzeiten reduzieren soll. (was ich immer wieder versuche aber immer rückfällig werde)

0

Wie wärs, wenn du dir mal einen strengen Zeitplan machst? Zu der Zeit lernen, dann 1 stunde Freizeit( könntest du zocken), dann deine Lieblingsserie schauen. Also so ein schema etwa. Vielleicht hilft es. Eventuell noch strafen überlegen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerTaugeNix
03.04.2016, 01:39

keine schlechte Idee. habe noch nie wirklich so einen Plan angelegt. entweder garnicht oder 24 Stunden hieß es bei mir immer. werde ich versuchen danke!

0

Zusammen mit den Kommentaren, die Du auf Antworten gegeben hast, würde ich sagen, dass Du ADS hast (ohne Zappelphilipp-Syndrom).

Aber das musst Du selbst abklären lassen. Eine Diagnose macht ein Psychiater.

Du kannst Dich vorher schon mal schlau machen, indem Du ein  bisschen googelst. Über ADS wird viel Unsinn im Netz verbreitet, auf Laienmeinung brauchst Du nicht Wert zu legen.

Depressionen und Süchte sind oft Begleiterscheinungen bei unbehandeltem ADS, also nicht so ungewöhnlich.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Bin auch PC-Süchtig. Früher hatte viele negative Gedanken gehabt...

Ok zur Sache - Hast du irgendwelche Informationen über Selbstentwicklung aus dem Internet, im welche du umsetzen willst?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerTaugeNix
03.04.2016, 01:30

Weiß gerade nicht was du damit genau meinst. Ich habe einen Persönlichkeits/Kompetenztest bei der Arbeiterkammer gemacht.Ich hatte katastrophale Persönlichkeitswärte. Ich war extrem unterdurchschnittlich in Organisaton, Schmerzgrenzen, Motivation und noch einigen anderen bereichen die mir gerade nicht einfallen. Meintest du sowas in der Richtung?

0

Wenn es dir doch spaß macht dan mach es docv weiter ich spiele auch oft am pc aber ist halt ein teil meines lebens ich kann ja in ner virtuelöen welt auch viel Erleben

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerTaugeNix
03.04.2016, 01:22

es macht mir spaß. aber nicht glücklich. klingt unlogisch ich weiß. wenn ich aber so weiter mache lande ich früher oder später auf der straße. meine eltern werden mich nicht ewig erhalten

0

Was möchtest Du wissen?