Wieso wollen manche bewusst nichts lernen, obwohl sie täglich Gebrauch von Wissenschaft und Technik machen?

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6 Antworten

Hi,- das ist sicher auch eine Frage des Bildungsinteresses und -vermögens. Beide können ganz unterschiedlich ausgeprägt und ausgerichtet sein. Sicher kann man annehmen, dass wir in einer Welt leben, die den unmittelbaren Nutzen, also das "Wozu" als unmittelbares Interessensziel eher befördert als ein komplexes Interesse am "Wieso, Weshalb, Warum ...". >Die Sendung mit der Maus< war eben auch zu ihren Spitzenzeiten nicht für Alle Kult.

Etwas zu nutzen ist eben auch bequemer als etwas zu verstehen und Bildung als Abenteuerexpedition in unbekannte Gebiete zu verstehen ist eine Fähigkeit, die bereits mit der Frage wie und was Kinder spielen und in welcher Welt sie leben vor-entschieden wird.

Aber davon mal abgesehen: Ich kann mich für Astronomie oder Logikschaltungen in Computern oder meinen Chemie- und Physikbaukasten interessieren, Radios zerlegen und versuchen einen Transistor oder eine LED zu verstehen aber mein Auto möchte ich dann doch vielleicht einfach nur nutzen, ohne auch noch über Drehmomente, Turbolader o. a. darin nachzudenken.

Interesse an Allem ist dann vielleicht auch ein zu hoher Anspruch. "Alles" ist dann am Ende wieder dasselbe wie "Nichts". ;-)

Gruß


  1. Bevor das Lernen spannend und interessant wird, gibt es zuerst die Grundlagen zu lernen. Und diese schrecken meistens ab. Grammatik, Mathematik, Logik und solche Fächer sind für die wenigsten an sich interessant, aber man braucht diese doch für technisch-naturwissenschaftliches Verständnis
  2. Es hängt auch viel von der Erziehung ab. In einer Familie mit Eltern und Geschwister die ein breites Interesse haben oder einen interessanten Beruf ausüben, wird oft schon früh Interesse für Wissenschaft und Technik geweckt.

Frag mal einen Flugzeugingenieur, ob er in der Viehzucht arbeiten will.

Oder einen Informatiker, ob er als Arzt tätig werden will.

Allein diese beiden Beispiele zeigen, daß Menschen unterschiedliche Interessen haben.

Ohne diese simple Tatsache gäbe es Deine Wissenschaft und den Fortschritt nicht einmal ansatzweise in dem Ausmaß, wie Du es heute kennst.

Arbeitsteilung ist notwendig, um vorwärts zu kommen. Und massenhaftes Fachwissen aus nicht sonderlich zweckdienlichen Bereichen nehmen geistige Ressourcen nur unnötig in Anspruch. Eine hervorragende Qualifikation auf einem bestimmten Gebiet wird erst erreicht, wenn man sich eben speziell darauf konzentriert.

Es gibt sicherlich auch so manches, was Dich nicht interessiert, aber dennoch nicht unwichtig für die Menschheit als Ganzes ist.

Das behindert die Menschheit jedoch nicht. ;)

warehouse14

Arbeitsteilung ist notwendig, um vorwärts zu kommen.

Danke für die Argumente. Ich möchte diese keinesfalls widersprechen, weil sie leider stimmen. Meine Erfahrung ist, dass die wertvollsten und meistens erfolgreichsten Wissenschaftler diejenige sind, welche sich in zwei (oder drei) nicht-verwandten Disziplinen gut auskennen und darum die ,,Brücke" bilden können.

Beispiele:

Ingenieur und Jurist  (=Patentanwalt)

Ingenieur und Arzt   (Medizinische Technik)

Physiker und Philosoph (Technikfolgenabschätzung)

Ingenieur und Sprachsachverständlicher (Terminologe)

Fazit: Spezialisierung JA, aber Allgemeinwissen über den Zaun hinaus nützt auch. Wäre es nur um Fragen in dieser Plattform antworten zu können!

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Für diese Leute kommt der Strom aus der Steckdose, das Brot vom Aldi und das Fleisch aus der Kühltheke.

Das ist halt so, eröffnet aber auch Möglichkeiten für die, die es anders sehen.

Das ist ein großes Rätsel, aber ich denk, das die meisten denken, Hauptsache es funktioniert! Und ansonsten ein Handy just for fun aufzuschrauben ist auch Schwachsinn. Und noch dazu es ist wie du bereits sagtest sehr komplex.

Wichtig ist immer nur, was am Ende herauskommt.

Wissenschaft hat sehr viel herausgebracht, und im Detail betrachtet auch jede Menge Gutes. Doch am Ende ist bislang immer nur Zerstörung herausgekommen, egal, ob Vernichtung der Natur oder der Einsatz immer schlimmerer Waffen.

Wer am Ende nur noch Luft zum Ersticken und verseuchtes Wasser hat, dem ist es ziemlich egal, ob die die Wissenschaft an anderer Stelle auch Zahnbürsten mit WLan-Anschluß hervorgebracht hat.

Und wo es am Ende richtig hart zugeht, da werden mit Sicherheit diejenigen viel wichtiger sein, die noch wissen, daß Kartoffeln nicht auf Bäumen wachsen, und es wird dann ganz sicher niemanden interessieren, ob es auf dem Mars Bakterien gibt.

Ich selbst halte die Verteilung im Mittelmaß für nützlich. Was gemäßigt vorkommt, ist zumeist ok, aber wo es anfängt zu wuchern, da wird es zur Plage.

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