Wieso wird so oft behauptet, dass Einstein angeblich religiös war?

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13 Antworten

Weil man gern über gläubige intelligente Menschen redet, um Zweifler zum Glauben zu bewegen.

Einstein war nie zu seinen Lebzeiten wirklicher Atheist gewesen, sondern war ein durchaus "spiritueller" (aber nicht im esoterischen Sinn) Mensch. Er war wahrscheinlich Agnostiker oder Pantheist (Gott ist die Welt und der Mensch ist ein Teil davon).

Zudem gibt es diverse Briefe, mit denen er sich mit Priestern/Rabbis austauschte. Und diese kann man durchaus missverstehen oder einfach zu Missionierungszwecken zu seinem Vorteil nutzen (in dem man Teile davon weglässt oder aus dem Zusammenhang reißt).

Das Zitat "Gott würfelt nicht" sagte er in dem Zusammenhang, dass bei der Quantentheorie zufällige Zustände entstehen und war für ihn nicht vorstellbar. Hat also nichts direkt mit seinem Glauben zu tun.

Über diverse andere Zitate von Einstein sage ich nur eins: sehr zweifelhaft. Entspricht nicht seinem Wesen.

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Im April 1921 beantwortete Einstein auf die besorgte Frage eines New Yorker Rabbis, ob er denn auch an Gott glaube, auf die folgende Weise:

“Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit dem Schicksal und den Handlungen der Menschen abgibt.” (also deutlicher Pantheist!)

Ein weiteres Einstein-Zitat passt gut zu einem Mann, der die Strukturen und Regeln des Universum mit fast kindlichem Staunen bewundert: Das berühmte “Gott würfelt nicht!”, das Einstein 1926 in einem Brief an einen Kollegen formuliert:

“Die Quantenmechanik ist sehr achtunggebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, daß das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, daß der nicht würfelt.”

Einstein kann offenbar nicht so recht daran glauben, dass die von ihm bewunderten, klaren und eleganten Naturgesetze auf zufälligen Phänomenen beruhen sollen. 

Gegen Ende seines Lebens wird Einstein deutlicher. Damals hatten offenbar Religionsfans bereits damit begonnen, ihn wegen seines missverstandenen Zitats zu vereinnahmen, nach dem Motto “Der größte lebende Physiker bestätigt, dass Jahwe existiert”. 1954 stellt er dann klar:

“Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.”

Einstein lehnt das theistische Gottesbild der Juden, Christen und Moslems also auch hier eindeutig ab. Weiter schreibt er:

“Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. […] Keine noch so feinsinnige Auslegung kann etwas daran ändern. Diese verfeinerten Auslegungen sind […] höchst mannigfaltig und haben so gut wie nichts mit dem Urtext zu schaffen.”

Von der organisierten Religion hatte er sich schon als Jugendlicher losgesagt und kritisierte bis zum Ende seines Lebens deren “feinsinnige Auslegung” der Bibel. Stattdessen bestaunte er ehrfürchtig die Komplexität und die Schönheit der Welt.

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(siehe des Weiteren: https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2013/09/28/war-einstein-religios/)

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Wer also behauptet, Einstein habe an "Gott" geglaubt (an welchen auch immer!), der hat Einstein nicht mal ansatzweise verstanden!

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Es ist eine weit verbreitete menschliche Schwäche, Argumente nicht nach ihrer Stichhaltigkeit zu werten sondern danach, ob sie ins eigene Weltbild passen oder nicht. Das tritt naturgemäß verstärkt bei Gläubigen auf.

Und die Behauptung, Einstein hätte die Existenz von Gott bestätigt, passt halt wunderbar ins Weltbild von Gläubigen. Dass es überhaupt nicht stimmt und von Einstein sogar ausdrücklich betsritten wurde, interessiert dabei nur noch am Rande.

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Das Wort religiös wird von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich interpretiert. 

Einsteins Gottesvorstellung war eben weit  davon entfernt, eines jener allzu naiven Gottesbilder zu sein, über die viele Menschen scheinbar nicht hinausdenken können.

Auf jeden Fall hat Einstein die beiden folgenden Dinge gesagt (Zitate):

  • "Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind."
  • "Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.

Siehe auch https://www.gutefrage.net/frage/hat-albert-einstein-als-wissenschaftler-an-ein-leben-nach-dem-tod-geglaubt-denn-ich-behaupte-schon#answer-166421144 .

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Kommentar von grtgrt
12.02.2016, 16:21

Ein Atheist jedenfalls war Einstein ganz sicher nicht (auch das hat er selbst bestätigt).

Sich irgend einer Religion zuzuordnen, hat er jedoch angelehnt.

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Einstein war tatsächlich religiös. In einigen seiner Briefe hat er hin und wieder sich auf eine religiöse Erklärung für seine Taten gestützt. Zudem hat er eine Mitte zwischen der Wissenschaft und der Religion gesucht:
"Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind." - Albert Einstein.
Es ist ein großer Streit, wo Einstein wirklich positioniert war, aber anhand seiner Briefe kann man seine Religiösigkeit nicht leugnen.

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Kommentar von Justaskingmanw
12.02.2016, 12:05

Hast du vielleicht ne Quelle ? 

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Gegenfrage: Was ist an der Antwort wichtig?

Einstein war ohne Zweifel einer der genialsten Menschen aller Zeiten, und so weit ich das beurteilen kann sogar der genialste.

Aber er befindet sich in guter Gesellschaft. Er hat auf dem Wissen früherer Generationen aufgebaut und das Wissen zukünftiger Generationen geprägt. Und soweit ich das weiß, wusste er das alles sogar.

Das entbindet keinen Menschen, egal welcher Generation, davon, sich dem Wissen und der Wahrheit zu verpflichten.

Wahrheit, Stolz und Ehre, das ist wichtig.
Lehren, Demut und Unterwerfung, das bieten die Religionen.

Wie kann da jemand glaübig sein, der einen Funken ... hat?

Die Zukunft wird jetzt entschieden.

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Er hat gesagt, je mehr er forscht und über die Wissenschaft erfährt, desto mehr glaubt er an Gott. "Gott würfelt nicht" ist ein weiteres berühmtes Zitat von ihm. Ich nehme an, das sind die Aussagen, auf die sich die Leute berufen, die sagen, dass er gläubig war. Allerdings vergessen sie dabei wohl, dass er zum Beispiel ebenfalls gesagt hat, er fände den Glauben an einen persönlichen Gott lächerlich. Er war wohl eher der Meinung, dass eine gewisse unbestimmte Intelligenz hinter der Schöpfung und der Ordnung des Universums steht.

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Kommentar von Justaskingmanw
12.02.2016, 12:12

Verstehe, das passt schon eher

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Kommentar von Hamburger02
12.02.2016, 16:54

"Er war wohl eher der Meinung, dass eine gewisse unbestimmte Intelligenz hinter der Schöpfung und der Ordnung des Universums steht."

Ach nachdem er als Zeuge für den Bibelgott oft genug missbraucht wurde, soll er jetzt auch noch als Zeuge für den Kreationismus (Intelligent Design) herhalten? Es wird immer skuriler und hat mit Einstein mit Sicherheit nichts zu tun.

Da fällt mir ein anderes Einsteinzitat spontan ein:

"Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings nicht ganz sicher."

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Einstein war Agnostiker

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Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlose überlege Vernunft. - Die gängige Vorstellung, ich sei Atheist, beruht auf einem großen Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien heraus liest, hat diese kaum begriffen.

Zitat: Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie und Nobelpreisträger.

Damit sollte die Frage geklärt sein.

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Die Kirche auch jemand gescheites haben will (lel)

Nun ja, es sind Vermutungen, da man nicht wusste ob das Stimmt

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Kommentar von Justaskingmanw
12.02.2016, 12:01

Doch, man weiß, dass Einstein Agnostiker war.

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