Wieso wird Sarrazin bei seinem Markus Lanz - Auftritt so niedergemacht und als Verlierer betitelt?

13 Antworten

In der Diskussionsrunde, LibertyForAll, waren die Teilnehmer, die dem Rassismus gegenüber kritisch eingestellt sind, in der Mehrheit. Insofern hatte der Rassist Sarrazin eine Minderheitenposition inne.

Nach meinem ersten Eindruck scheint sich dieses Verhältnis bei den Antworten auf deine Frage umzukehren.

Seinen Rassismus hat Sarrazin ja selber zur Sprache gebracht:

Um zu verhindern, dass durch Zuwanderung von Frauen mit geringer Intelligenz und hoher Geburtenrate die sozioökonomische Struktur radikal verschlechtert wird, soll an Frauen ab einem bestimmten Qualifikationsniveau, wenn sie ihr erstes Kind vor dem 30. Lebensjahr bekommen, das Kindergeld vorschüssig ausgezahlt werden.

Rassistisch ist es, wenn Menschen aus anderen Kulturen anhand von Intelligenztests überprüft werden, die nicht dem Anforderungsprofil des Herkunftslandes entsprechen, von ihnen also Qualifikationen abverlangt werden, die sie sich nicht aneignen konnten. Herr Sarrazin bedient sich eines wissenschaftlich unhaltbaren Intelligenzbegriffs, der die Intelligenz für ähnlich personengebunden hält, wie Körpergröße oder Augenfarbe.

Rassistisch ist die Behauptung, niedere Intelligenz (besonders bei muslimischen Frauen) sei grundsätzlich mit hoher Geburtenrate gekoppelt. Die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln und die anderen Sozialstrukturen in Deutschland bewirken spätestens in den nachfolgenden Generationen einen Rückgang der Geburtenrate der eingewanderten Familien. Und die Konfrontation mit dem Anforderungsprofil des Einwanderungslandes bewirkt auch eine veränderte Intelligenzstruktur der nachfolgenden Generationen.

Rassistisch ist es schließlich auch, wenn die Zuwanderung nur als Bedrohung gesehen wird. Deutschland hat in seiner Geschichte vielfältige Umgestaltungen der Bevölkerungsstruktur erlebt. Das war stets auch mit Konflikten verbunden. Aber die Menschen mit anderen Vorerfahrungen waren aufs Ganze gesehen auch immer eine kulturelle Bereicherung - man denke nur an die Vielfalt des Speisezettels ;-). 

Noch nicht mitbekommen, dass die Begriffe "Rassistisch, Rassismus'" inzwischen dermaßen abgenutzt, missbraucht und deinformativ sind, das der häufige Gebrauch derselben einen eher selbst in eine "bestimmte" Ecke stellt.

Außerdem:

Das Herabschauen auf irgendeine Gruppe innerhalb der Gruppe, hat es schon immer gegeben, überall auf der Welt und zu allen Zeiten. Wenn es nicht der Schwarze war, (auf) den man treten musste, dann halt der Assi, der Rote, der Gelbe, der Christ, der Moslem, der der der... der die das Fremde überhaupt...

Das scheint irgendwie im Menschen programmiert zu sein, nicht zuletzt wohl deshalb, damit er sich selbst erhöhen kann.

Rassismus, oder wie auch immer man dieses Phänomen nun nennen mag, wird wohl letztlich niemals "abschaffbar"' sein und immerzu ein Teil unseres Wesens.

Ich fand es zum Beispiel auch echt faszinierend (im negativen Sinn) wie schnell nach mehreren Generationen Kommunismus die gleichen alten Gruppen, z.B. in Jugoslawien, sofort wieder auf einander los gegangen sind, nachdem die Staatskorsette gefallen waren.

Desweiteren ist "Bereicherung" immer relativ und letzlich, vor allem wenn man selbst ständig von Demokratie, Grundrechten usw. redet, muss man es bestimmten Leuten wohl auch einfach zugestehen, dass sie "das Fremde" nicht wollen, Angst davor haben, was auch immer...

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@Dunkerjinn

So, wie es Pescatori formuliert, verwendet er das Wort Rassismus aber nicht falsch. Der Fehler ist, dass viele Rassismus mit Rechtsradikalismus zusammen setzen. Das ist natürlich nicht wirklich richtig. Auch wenn ein Rechtsradikaler im Kern immer auch typischerweise dem Rassismus zugetan ist, ist Sarrazin nicht automatisch ein Rechtsradikaler.

Das Herabschauen auf irgendeine Gruppe innerhalb der Gruppe, hat es schon immer gegeben, überall auf der Welt und zu allen Zeiten

Ein Stück weit gebe ich dir Recht, ja. Aber deswegen ist das "erlaubt"? War ja schon immer so?

Rassismus, oder wie auch immer man dieses Phänomen nun nennen mag, wird wohl letztlich niemals "abschaffbar"' sein und immerzu ein Teil unseres Wesens.

Das allerdings halte ich eher für Unsinn. Es ist für einen Menschen problemlos möglich, Rassismus zu überwinden. Es ist für einen Menschen problemlosmöglich, an anderen Werten den eigenen Status festzumachen. Beispielsweise Menschen nach moralischen Werten, charakterlichen Zügen und vielem mehr festzumachen. Es ist problemlos möglich, sich selbst dadurch zu erhöhen, dass man in einem anderen Weltbild (jenseits des Rassismus) als besser dasteht. Beispielsweise über finanzielles Vermögen u.ä.

Das scheint irgendwie im Menschen programmiert zu sein, nicht zuletzt wohl deshalb, damit er sich selbst erhöhen kann.

Der Rassismus ist nicht genetisch einprogrammiert. Das ist eher unsinnig. Er ist nur die einfachste Variante, sich selbst zu erhöhen. Denn dafür muss man nichts tun. Man muss nichts leisten. Man muss sich nicht anstrengen.

Und deswegen ist er gleichzeitig aber auch so primitiv und plump. Und gleichzeitig ist deswegen auch Sarrazin als Rassist so durchschaubar und primitiv.

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@mepeisen

Wenn Du wirklich glaubst, dass dieses "Herabschauen und ggfs. auch -treten" auf "Minderheiten", egal ob man das nun Rassismus oder anders nennt, ob das nun genetisch oder anerzogen oder was auch immer ist, nicht ein Teil des Menschseins ist, dann, Entschuldigung, bist du wirklich naiv oder hast dich in der Welt noch nicht richtig umgeschaut.

Es kommt auch nicht darauf an, wie man das benennt, kann schon sein, dass ich teilweise die "falschen" Formulierungen benutze, aber die ganze Lebenserfahrung und die ganze Realität, seit es Menschen gibt und soweit sie bekannt ist, belegt das doch ganz klar.

Wenn Du das ändern kannst, für dich und in deinem Umfeld, dann ist das super, ich glaube aber nicht mehr, wie ich das in jungen Jahren noch getan habe, dass man "den Menschen" ändern kann.

Die ganze Diskussion um Begriffe und Formulierungen, um irgenwelche Belege, Untersuchungen usw. laufen letztlich leider immer auf Luftblasengeblubber hinaus, und ich muss gestehen, ich bin es allmählich ein wenig leid.

Ich könnte darüber lachen, wenn es nicht für irgendwelche Menschen immer recht bitter bis lebensbedrohlich wäre!

Schönen Tag noch!

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@Dunkerjinn

Du missverstehst mich völlig. Ich sage nicht, dass es kein teil unserer Gesellschaft ist. Ich sage nur, dass es nicht in den Menschen genetisch einprogrammiert ist. Ein einzelner Mensch ist für sich nicht rassistisch. Rassismus ist eher eine Frage des sozialen Umfeldes und der Erziehung, wenn man so will.

Ich drücke es mal anders aus: Wenn es Menschen gut geht und sie keine Ängste haben, ihren Status zu verlieren, dann sind sie auch bedeutend weniger anfällig für Dinge wie Rassismus. Dazu gibt es dutzende wissenschaftliche Studien und Abhandlungen.

Ich habe auch nicht behauptet, dass das Ändern einfach ist. Um Gottes Willen. Ich bin kein Traumtänzer. Ich bin selbst bis zu einem gewissen Grad ratlos, wie man dem Problem der Fake-News und Fake-Infos begegnen sollte. wie willst du einem Menschen mit Vernunft begegnen, der in sich unvernünftig ist?

Wie willst du einem Sarrazin begegnen, der behauptet, gewisse Ausländer-Gruppen seien in sich dümmer? Ich kenne sie, diese Ausländergruppen. Ich kenne viele, wo der Mann sich zwar nicht direkt freut, aber doch akzeptiert, dass seine Frau einen Schulabschluss macht, dass seine Tochter in 2 Jahren gut Deutsch gelernt hat und die Schulnoten so stark nach oben zeigen, dass sie bald Abitur schaffen wird. Wo der Mann, von Sarrazin als Macho verschrien, der Frauen unterdrückt, der Hausmann wird und die Frau bald Geld verdienen geht. Weil sie schlau ist. Weil sie endlich die Chance dazu erhält.

Das Problem ist: Es gibt viele dieser Einzelfälle. Und wie begegnest du einem beratungsresistenten Rassisten, der so etwas einfach nicht hören will? Da bin ich ein Stückweit ratlos?

Für viele, die Sarrazin hinterher rennen, existiert diese Welt nicht. Die wahre Welt, die sich offenbart, wenn man sich mit einem Problem mal in der Tiefe auseinandersetzt. Sie wollen diese Tiefe nicht. Diese Differenzierung. Für sie gibt es nur schwarz/weiß und Oberflächlichkeit.

Rassismus ist halt die plumpe und einfache Form dieser Oberflächlichkeit. Wenn man sich auf die echte Welt, auf die bunte Welt einlässt, dann hat Rassismus einfach keine Chance im Leben. So einfach ist das. Und leider so kompliziert, das auch wirklich mal den Rassisten beizubringen.

Im übrigen halte ich Rassismus zwar auch für ein Problem, aber nicht für das Hauptproblem unserer Zeit. Das Problem ist eher, dass erklärte Holocaust-Leugner und Demokratie-Feinde so etwas instrumentalisieren, um Massen hinter sich zu scharen, die aus unsubstantiierten und unbegründeten Ängsten heraus, unseren aktuell verdammt hohen Wohlstand zu verlieren hinter her rennen.

Zu Beginn der Nazi-Zeit waren auch nicht alle Deutschen Rassisten und Nazis im Herzen. Vielen ging es schlecht und sie haben die einfachste der Lösungen gewählt: Da rannte einer vorweg, der einen Sündenbock schuf und alle rannten hinter her, weil sie nicht nachdachten, weil sie für Sachargumente nicht mehr empfänglich waren. Als es dann zu spät war und sie aufgewacht sind, da war das Kind in den Brunnen gefallen.

Ein wunderbarer Vergleich zum Brexit. Ich habe einige Kontakte zur Londoner Arbeiterszene, wo Anfangs auch laut "Juhu Brexit" geschrien wurde. Wo niemand mehr empfänglich war für Sachargumente. Wo sie alle den absurden Märchen und Lügen der Brexit-Feiglinge hinterher rannten. Plötzlich ging die Wahl so aus. Plötzlich waren alle Brexit-Feiglinge verschwunden, haben sich aus der Verantwortung gestohlen. Und jetzt, nach 2 Jahren, merken die Menschen in England, gerade die Arbeiter, dass vieles im Land schon jetzt kaputt gegangen ist. Wie gut es ihnen eigentlich vorher ging. Und vielen dämmert, dass es noch schlimmer wird, wird der Brexit (wie auch immer) endlich vollzogen. Leider hat die britische Regierung nicht den Mut für eine erneute Volksabstimmung. Sie würde deutlich anders ausgehen.

Ich weiß, ich vergleiche vielleicht Dinge, die man nicht vergleichen darf. Mir geht es nicht um Greueltaten in diesem vergleich. Das will ich dazu betonen. Mir geht es um Situationen in der Vergangenheit und im Hier und Jetzt, dass die breite Masse gerne Populisten hinter herrennt, einfachen Lösungen wie dem Rassismus, und jede Vernunft ausschaltet und wie gefährlich das ist.

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@mepeisen

Deine Worte und wie Du sie formulierst, gefällt mir (natürlich), denn sie zeigen ein Denken, ein Mit-Denken, ein Verständnis, vermutlich auch eine echte Toleranz, wie man es sich bevölkerungsübergreifend wünschen würde. Denn wenn die Menschen mitfühlen, mitdenken, usw. würden, dann wären wir wirklich ein Riesenstück weiter!

Dass das nicht der Fall ist, wissen wir beide! Und ob sich das je ändern wird?!?

Ich denke inzwischen, dass Menschen, auch dann wenn es ihnen gut geht, sie nicht mit dem Status zufrieden sind, dass dann solange gezündelt wird, bis wieder irgendwo ein Feuer brennt bis hin zum Flächenbrand.

Du kannst mir aber glauben, niemand wäre glücklicher als ich, wenn ich noch erleben würde, dass das Gegenteil sich entwickelt bzw. Tatsache ist!

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Sarrazin beschreibt das Problem korrekt. Zuwanderer kommen dabei gar nicht vor, in dem ausgewählten Abschnitt nicht und sie sind auch nicht Teil des Problems. Es ist unser hausgemachtes Problem, dass besser qualifizierte Frauen wenig Kinder bekommen. Das hat nachteilige Konsequenzen.

Sein Vorschlag aus dem Buch ist allerdings bestenfalls eine Provokation, absolut unhaltbar. Das ist Eugenik und damit wirklich rassistisch.

Doch das Problem bleibt bestehen. Akzeptieren wir, dass wir immer weniger und dabei immer dümmer werden? Ein Problem, dass alle gut entwickelten Länder haben und für das natürlich auch ich keine Lösung habe.

Das Video ist alt und bezieht sich auf 'Deutschland schafft sich ab' von 2010, Sarrazins Buch, das überraschend ein Bestseller wurde und die meiner Meinung nach unsägliche Integrationsdebatte auslöste (lange vor der Flüchtlingswelle). Auch ein Sarrazin lernt dazu. Er spricht heute nicht mehr von Intelligenz sondern von kognitiver Kompetenz, die die Bereiche Kultur und Einstellungen neben der Intelligenz berücksichtigt und aussagen soll, in wieweit sich jemand hier bei uns nützlich machen kann.

Nun kann denn ein stetiger Strom von Zuwanderern das oben genannte Problem lösen? Durchaus - wenn die richtigen Leute kommen. Und daran hat Sarrazin, der Mahner, der Pessimist, so seine Zweifel.

Ich finde es gut, dass er seine Meinung sagt, und beachtenswert, dass er das sogar in so einer Talkshow schafft.

Und meine Meinung dazu. Zuerst denke ich, dass es tatsächlich gut gelaufen ist bis jetzt. Zwar wird immer auf den Muslimen rumgehackt, doch Deutschland hat auch so nebenbei die Intelligenz aus ganz Osteuropa abgesaugt. Vorher schon hat Persien eine halbe Elite an uns verloren, auch die ersten Einwanderungswellen aus anderen muslimischen Ländern wie z. B. Afghanistan sind nicht zu unterschätzen.

Zweitens brauchen wir heute Leute, die eine stinknormale Ausbildung machen können und wollen, auch weil unsere eigene Jugend, wenn sie auch nur halbwegs normal begabt ist, sich selbstverständlich zu Höherem berufen fühlt.

Also alles halb so wild, Herr Sarrazin. Danke trotzdem, wir brauchen Bedenkenträger und das eigentliche Problem ist mitnichten dauerhaft gelöst. Es lässt sich leicht ausrechnen, dass wir nicht nur eine dauerhafte Zuwanderung sondern eine dauerhaft steigende Zuwanderung brauchen.

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Doch das Problem bleibt bestehen.

Das Problem ist, auf diesen Nenner betrachtet, durchaus verständlich. Und wie du richtig schreibst, ist der Umkehrschluss zum Rassismus wirklich Blödsinn.

Lustigerweise ist das Problem der Chancengleichheit in der Bildung bei gleichzeitiger Förderung der Begabungen etwas, was schon vor vielen Jahrzehnten Thema war und immer wieder hochkommt. Ein klassisches SPD-Thema und doch spricht man derzeit der SPD die Kompetenz hierfür ab. Kurios. Wirklich kurios. Das hat mit Ausländern u.ä. erst mal noch gar nichts zu tun. Es wird nur wieder in den Blickpunkt gerückt, weil die Mängel in der Bildungspolitik (in allen Bundesländern), das Verpennen über Jahrzehnte, plötzlich ganz offen zu Tage tritt.

Nun kann denn ein stetiger Strom von Zuwanderern das oben genannte Problem lösen? Durchaus - wenn die richtigen Leute kommen.

Das geht in Richtung der Greencard-Debatte bzw. des Facharbeiter-Zuzugs. Klar, bin ich dafür. Wie gerne hätte ich bei meiner täglichen Arbeit einen Kollegen neben mir, der mir Arbeit abnimmt. Im Moment arbeite ich für 3. Weil der Arbeitsmarkt leergefegt ist. Mir egal, ob der nur gebrochen Deutsch redet. "Amtssprache" in der Entwicklung in großen Konzernen ist eh englisch. Bin ich sofort dafür :-D

Ich finde es gut, dass er seine Meinung sagt, und beachtenswert, dass er das sogar in so einer Talkshow schafft.

Ja und Nein. Ich finde es gut, dass solche Meinungen mal diskutiert werden. Aber ich finde es schlecht, dass ein Herr Sarrazin sich nicht klar gegen Rechtsradikale und Rassismus positioniert. Das vermeidet er. Warum, weiß nur er. Bisher kam dazu von ihm nur eins zwei mal etwas Halbherziges.

Es würde in der Debatte verdammt gut tun, wenn man Populisten und Rassisten mal die Maske herunter reißt. Und wenn ein Sarrazin genau das überdeutlich öffentlich tun würde. Aber womöglich wäre das für seinen Bucherfolg kontraproduktiv.

Ich beschäftige mich derzeit in unserer Kommune mit der Digitalisierung an unseren Schulen. Und ich erlebe so viele Dejavu-Situationen in der Diskussion. So alt bin ich noch nicht. Aber in meiner Schulzeit vor einigen Jahrzehnten gab es auch schon diese Diskussionen um guten Unterricht. Als das Internet noch im Babystrampler steckte.

Eines ist aber auch klar. Facharbeiter-Zuzug ist das eine. Die Kinder der Facharbeiter ist aber wieder eine andere Baustelle. Das eine (wer zieht zu) löst das andere (Integration, Schulbildung der Familien/Kinder usw.) nur bedingt. Klar, wer eine gute Ausbildung hat, direkt hier loslegen kann und gut verdient, der ist potentiell schneller und besser integriert. Aber ein Selbstläufer ist das nicht.

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@mepeisen

Das Problem der Chancengleichheit

wurde in der Nachkriegszeit erkannt und wirkungsvoll angegangen und zwar mit Schulgeld-, Lehrmittelfreiheit und Förderprogrammen. Das hatte z. B. zur Folge, dass viele Kinder aus Arbeiterverhältnissen studieren konnten oder jedenfalls höhere Abschlüsse erreichten als ihre Eltern. Ich bin ein Kind dieser Bildungsreform.

Dass die soziale Durchlässigkeit, also die Zahl derer, die die Abschlüsse ihrer Eltern übertreffen, seit damals stetig zurück gegangen ist, ist eine logische Folge und ein Beleg für den Erfolg der Reform. Alle die begabt genug gewesen sind, sind aufgestiegen, denen, die es nicht geschafft haben, fehlte die nötige Begabung, die sie dementsprechend auch nicht an ihre Kinder weitergeben konnten.

Dank dieser Bildungsreform sind die Deutschen also im Großen und Ganzen bereits da, wo sie hingehören.

Migranten haben es immer sehr schwer. Ich arbeite zeitweise als Hauslehrer in Migrantenfamilien. Sie probieren alles, machen dann auch alle Jobs, alles ihren Kindern zuliebe, aber sind früh völlig ausgebrannt und kaputt, was mich nicht wundert. Deren Kinder genießen aber wieder die Vorzüge unseres Bildungssystems. Unsere Oberstufengymnasien sind voll von Migrantenkindern, die meistens haben es aus einer Gesamtschule dorthin geschafft.

Am Bildungssystem hätte ich auch so einiges auszusetzen, nicht aber die fehlende Chancengleichheit. Es gibt zweite und dritte Bildungswege etc., so dass eigentlich jeder so weit kommen kann, wie es ihm zu steht, auch Schüler, die durch ihre Elternhaus, in dem z. B. nur Türkisch gesprochen wurde, benachteiligt sind, oder solche, die von der Grundschullehrerin wegen Schwarzköpfigkeit oder dem ungebildeten Eindruck, den die Eltern hinterlassen haben, vorerst aussortiert wurden. (Ja, das gibt es.)

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@FelixLingelbach

Natürlich wurde da viel getan. Aber die Tendenz geht trotzdem in die falsche Richtung. Beispiel Digitalisierung. Wenn sich eine finanzschwache Familie für die Kinder keine Tablets usw. leisten kann, das aber zukünftig im Bildungswesen immer wichtig er wird, wie dann lösen, so dass Bildung kostenfrei bleibt? Diesen Herausforderungen stellen wir uns gerade und da gibt es verdammt viele Teilaspekte zu beachten.

Oder Stichwort Begabtenförderung: Mich stört gewaltig dieser permanente Versuch, über einen Einheitsbrei alle gleich machen zu wollen. Die Bildung der Zukunft muss die Begabten einer Klasse gezielt fördern. Wieso sollen die Begabten von der (schlechteren) Klassengemeinschaft in einem Unterrichtsfach gebremst werden? Das ist der größte Unsinn, den man heutzutage noch vertreten sollte.

Oder das zwangsweise Integrieren von "speziellen Kindern" in normale Schulen. Ein riesiger Unsinn.

Nicht falsch verstehen. Ich finde es toll, wenn ein blindes Mädchen in die normale Klasse integriert wird, wenn sie bei The Voice Kids teilnimmt (zu Recht übrigens) und Erfolg hat. Mehr davon. Aber das sollte nicht zwangsweise zur Normalität werden. Das ist finanzieller Schwachsinn, jede Schule, jede Klasse nun durch solche Kinder zu belasten. Die Lehrer sind dafür auch nicht ausgebildet.

Ich mache es mal am Beispiel Autismus fest. Das ist denke ich ein gutes Beispiel, denn oft haben solche Menschen ja eine Hochbegabung, eine Inselbegabung. Ich finde das faszinierend, habe selbst mal einen Kollegen mit leichtem Autismus im Team gehabt und war extrem angetan. Dennoch bedürfen solche Kinder einer sehr speziellen Betreuung, die eine normale Schule im Regelfall nicht leisten kann und leisten wird. Wenn es im Einzelfall klappt, super, machen wir das. Wenn nicht, dann lassen wir es und versuchen, solche Kinder gezielt dort zu betreuuen und die Inselbegabungen zu fördern, wo wir das passende Umfeld haben und die korrekt ausgebildeten Fachkräfte.

Unterm Strich: Ja, das ist alles richtig, dass wir im Bildungsbereich eine theoretische Chancengleichheit haben. Aber über all diese Chancengleichheit muss man sich quasi täglich überprüfen, ob nicht irgendwo schleichend die Chancengleichheit schwindet durch äußere Einflüsse und man muss vor allem einen Weg finden, besser und gezielter individuell zu fördern aus dieser Chancengleichheit heraus, statt alle Schüler gleich schalten zu wollen. Und genau an diesen zwei Punkten hapert es für mich gewaltig. Dieses ständige Selbst-überprüfen findet nicht statt und die Begabtenförderung ist derzeit eher miserabel.

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Sendungen dieser Art dienen wegen der Quote dazu, Stimmung zu machen und dafür die entsprechenden Personen einzuladen.

Die Zuschauer die nicht die Bücher von beiden gelesen haben , können sich kaum ein objektives Bild machen.

Wenn sich Todenhöfer und Sarrazin für eine solche Sendung zur Verfügung stellen, sind sie entweder mediengeil oder wollen einfach nur ihre Bücher verkaufen.

Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

2 Reitbeteiligungen? Eigentümer verärgern...?

Hey :)
Es ist so das ich eine Reitbeteiligung für 100€ im Monat habe, ich komme 2 mal die Woche und Reitstunden sind gratis (darf in einer 'mitreiten').
Ich würde sooo gerbe öfter kommen, aber 4-5 mal die Woche würde 200€ Kisten und das Geld haben wir (Mein Vater, Meine Oma und ich) nicht, ich habe mal gefragt (ich weiß nicht genau wie viel Geld uns im Monat zur Verfügung steht, da habe ich einfach gefragt ob es geht, es aber nicht verlangt!).
Ich habe den dicken Hafi aber echt lieb und er mag mich auch, er wiehert mir immer zu wenn er mich sieht, folgt mir ohne bocken (stehen bleiben zum fressen oder keine Lust, plötzliches wälzen usw.) und wir kommen auch beim reiten super zusammen klar, wir sind ein richtig tolles Team geworden (er läuft jetzt mit mir ohne Gerte ohne zu zögern die GGA auf Kommando, beim Probereiten musste die Eigentümerin trotz Gerte mit der Peitsche hinterher weil er nicht wollte).

Letzens habe ich eine unglaublich nette Familie, neu auf dem Hof, kennengelernt, habe der Tochter ein bisschen beim reiten geholfen (sie ist Anfänger mit ihrem Pony, ich bin vorweg geritten damit das Pony hinterher trabt, habe den ein oder anderen Tipp gegeben usw.) und dann durfte ich das Pony kurz reiten, da mich die Mutter meine RB reiten sehen hatte und erzählte das sie jemanden Sucht der das Pony vernünftig Reitet und sie das Pony noch nie mit Reiter galoppieren sehen hat.
Dann bin ich es geritten und war 'Schockverliebt', ein sehr tolles Pony!
War danach mit der Tochter auch viel braver und motivierter.
Die Tochter hat mir erlaubt ihr Pony ab und zu zu reiten (die Mutter ließ sie das letze Wort haben da es ja ihr Pony ist) und habe mich natürlich sehr gefreut, als Gegenleistung kriegt sie von mir Reitstunden (ich bin zwar kein Profi, aber die GGA kann ich ihr schon beibringen, sie sitzt im Schritt und Trab sich schon echt gut).
Morgen ist die erste, ich freue mich auch schon riesig darauf da sie ein fröhliches und sooo nettes Mädchen ist, und ich finde das mehr als fair (die Reitstunden waren meine Idee weil ich meiner Meinung nach eine Gegenleistung erbringen sollte, wenn ich schon nichts zahlen kann).
Bei den Reitlehrern am Hof kostet eine Einzelstunde 20€ und das sind auch keine richtigen Reitlehrer (Trainer C Schein usw nicht vorhanden).

Jetzt mache ich mir sorgen das aber die Eigentümerin meiner RB sauer sein könnte...
Obwohl ich das Pony nicht an den Tagen an denen ich meine RB habe reiten will, nur Dienstags die Reitstunde, das aber erst spät am Nachmittag, da bin ich längst mit dem Pferd durch (ohne jeglichen Zeitdruck da für die Reitstunde keine feste Zeit ist und das Mädchen erst Ca 2 1/2 nach mir kommt, also kann ich mich voll auf das Pferd konzentrieren und mich drum kümmern).
Meint ihr das geht in Ordnung?
Wie würdet ihr als Eigentümer reagieren...?

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