Wieso wird manchmal ein chen an einem Namen hinzugefügt?

6 Antworten

Wenn der Name tatsächlich Holmes ist, dann muss es " ... die Holmesschen Grundbesitze ..." heißen.

Die Adjektivierung eines Namens durch Anhängen von "-sch/-sche/-scher" passiert ganz häufig in der Wissenschaft, um den Entdecker, Erfinder, Urheber einer Theorie, einer Gesetzmäßigkeit etc. mit diesem zu bezeichnen (z. B. Faradayscher Käfig, Ohmsches Gesetz) , aber auch bei Besitz, regionaler Zuordnung, Eigenschaften, Vergleich etc. (Beispiele: Hessischer Landbote, Thomas-Mannscher Bandwurmsatz, Kölsch [Kölnisch]).

Manchmal kommt bei Konsonantenhäufung ein silbenbildenden -i- dazu (Rheinische Post, nicht Rheinsche Post).


Das silbenbildende i, wie du es nennst, ist die Grundform.

Deswegen ja auch bei manchen die Unart mit dem Apostroph (Euler'sche statt Eulersche Gerade), der natürlich trotzdem falsch ist.

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Das ist bei manchen Manier, wenn sie Bezüge herstellen wollen, für die eigentlich der Genitiv zuständig ist:

Holmes' Besitztümer --Holmessche Besitztümer

Wackernagels Gesetz --› Wackernagelsches Gesetz

In der Wissenschaft hat sich das bereits etabliert: Ohmsches Gesetz, Eulersche Zahl, …

Oder: Grimmsche Märchen

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Das Suffix -sch ist eine Weiterentwicklung von -isch, weshalb auch die Variante mit Apostroph beliebt ist:

Eulerische Zahl --> Euler'sche Zahl

Das ist aber falsch. Sonst müssten wir armen Men'schen auch deut'sch schreiben. 

In diesem Fall ist es eigentlich kein -chen, dass angefügt wird, wie man es für Verniedlichungen benutzt, sondern es ist ein -schen und bedeutet, des Holmes, von Holmes, Holmes seins. 

Korrekt müsste es also heißen "Holmesschen" mit doppelt "s".


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