Wieso wird Lichthupe als Provokation/ Bedrängung interpretiert?

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7 Antworten

Ich mag es zwar echt nicht in diese emotional zugespitzte Diskussion hineinzuschneien, aber ich muss mal was loswerden:

Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wer diese nicht einhält, wird zum Problem. Richtig? Richtig.

Wer diese Begrenzung nicht ausschöpft und dabei den Verkehr behindert, wird zum Problem. Richtig? Richtig.

Nun gibt es Strecken mit unbegrenzter Geschwindigkeit. Warum ist hier unbegrenzt? Weil durch die Infrastruktur (bisher) kein Sicherheitsrisiko zu erkennen ist, dass man sagen muss, dass die Strecke reguliert werden müsste. Richtig? Richtig.

Nun gibt es aber auch die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Das ist ein Richtwert, den man vor allem aus versicherungstechnischen Gründen eingeführt hat. Er greift nur auf Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Wer schneller als diese Geschwindigkeit fährt, ist bei Unfall mindestens Teilschuldig, auch wenn er richtig gehandelt hat. Diese Richtgeschwindigkeit ist ziemlich alt im Vergleich dazu, wie sich in den letzten Jahren die Bremsleistung entwickelt hat.

Nun ist der Alltag für die meisten Leute kein Wellnessurlaub, vollgepackt mit Terminen, überall wird es knapp. Man ist generell darauf eingestellt, Zeit zu sparen, wo es geht und sich entsprechend auch Freiräume zu suchen, wo es geht.

Nun gibt es diejenigen, die beim Suchen der Freiräume Rücksicht auf andere nehmen (A) und diejenigen, die sagen "nach mir die Sintflut" (B).
Auch gibt es diejenigen, die diese Freiräume persönlich nicht brauchen, aber verstehen, dass andere sie brauchen (C) und diejenigen, die ihre Freiräume persönlich nicht ausschöpfen und erwarten, dass andere ihre auch nicht brauchen "man kann ja früher losfahren" (D)...

In der Regel kennt man sich auf der Straße untereinander nicht, also kann man bloß sagen "er/sie fährt schneller oder langsamer als ich oder gleich schnell wie ich". Zu den "Gleichen" kann man nichts Negatives oder Positives aussagen. Aber was ganz viele denken, ist: So wie ICH es mache, ist es richtig (Gruppen B und D), während andere einfach nur ihr Ziel erreichen wollen nach dem Motto "Leben und leben lassen" (A und C).

Ganz interessant ist, dass B-Leute die langsameren fast immer für D-Leute halten und die D-Leute die schnelleren immer für B-Leute. B und D - Leute haben gemeinsam, dass sie auf die jeweils andere Gruppe aktiv-aggressiv reagieren. Dass andere zur A oder C Gruppe gehören könnten, fällt ihnen in ihrer blinden Aggression gar nicht ein.

Ganz anders sind die Typen A und C. Sie gehen meist davon aus, dass andere für ihr Fahrverhalten einen Grund haben und unterscheiden meist nicht zwischen A, B, C oder D, solange sie nicht akut in Gefahr gebracht oder provoziert werden.

Die Lichthupe wird meist von A und B getätigt. Intension bei A "Vorsicht!", Intension bei B "Weg da!". Ist der Empfänger ein C-Typ, wird er bei nächster Gelegenheit einscheren, D-Typ denkt schon, es wäre ein B-Typ. Fährt B zu nah auf, entsteht Provokation (Typ A nimmt ja Rücksicht). C reagiert dann vielleicht passiv-aggressiv, er nimmt ja auch auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht und will dann da keinen anderen mit reinziehen, indem noch etwas aktiv von ihm ausgeht. D reagiert aktiv aggressiv und bremst aus, was alle anderen abgesehen von B davon halten, interessiert ihn in dieser blinden Wut nicht.

Es ist eigentlich völlig Wurscht ob die Richtgeschwindigkeit 130 ist oder vielleicht in 10 Jahren 150, weil die Bremstechnik besser geworden ist, oder ob das schnellere Fahren mehr Sprit kostet (das ist jetzt mehr oder weniger ein persönliches Problem). Es geht nur darum, wer sich wie im Recht fühlt.

Ich denke mir nur, wenn mein Freund wieder die 1000 km nach Polen fahren muss, wer kann es ihm böse meinen, wenn er bei Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung mehr als Richtgeschwindigkeit fährt, damit er nicht den ganzen Tag am Fahren ist und auf den letzten Metern vielleicht am Steuer einschläft?

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Ich kenne das selber, mein Vater benutzt gerne die Lichthupe, wenn jemand einfach nicht die 3. Spur verlässt, obwohl er zBsp mit 100 dahinsiecht. Nun ohne zu drängeln setzt er die Lichthupe von einem ordnungsgemäßen Sicherheitsabstand ein. Das führte oft dazu, dass wir einfach von dem Fahrer ausgebremst wurden, wie man es auf einer normalen Straße macht, wenn jemand zu nahe zum eigenen Fahrzeug rankommt, oder dass wir, wie du schon geschrieben hast, als Drängler hingestellt wurden...finde das einfach nicht in Ordnung, die Lichthupe wurde ja nicht zum Drängeln erfunden - manche Leute haben einfach keine Ahnung, das ist die traurige Wahrheit

Gruß, Daniel

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Kommentar von blackhawk2014
03.12.2015, 09:47

Wenigstens einer, der keinen Müll in meine Frage interpretiert. Danke

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Wenn ich schon im Rückspiegel sehe, dass einer mit einem Affenzahn ankommt, mache ich freiwillig Platz sofern ich die Möglichkeit dazu habe. Interessiert mich nicht im geringsten. Was mich aufregt:  Ich fahre mit 130 auf der linken Spur. Von hinten kommt einer mit Affenzahn angerauscht, sitzt schon fast in meinem Kofferraum und betätigt wie wild die Lichthupe  - obwohl er unschwer erkennen kann, dass ich überhaupt keine Möglichkeit habe jetzt und sofort die Spur zu wechseln, weil die rechte Spur voller Lkws ist. Ich kann mich doch nicht in Luft auflösen, nur weil der hinter mir ein schnelleres Auto hat.  Ich fahre auch nicht betont langsam um den Raser hinter mir auszubremsen. (Würde genauso geahndet, wie unnötige Lichthupe, weil es ebenso eine Nötigung darstellt)

Eigentlich ist man (ich zumindest) nur so lichthupenempfindlich, weil sie meist zum Drängeln genutzt wird. Wenn jemand meint, er müsse mich mit 200 überholen - bitte schön - nicht mein Problem, wenn er ein paar Kilometer weiter in der Leitplanke hängt. (nicht nur einmal erlebt!)

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Kommentar von blackhawk2014
03.12.2015, 09:46

Drängeln muss ja auch nicht sein. Wenn rechts wirklich kein Platz ist, dann reihe ich mich auch ein, ist ja kein Problem.

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Ein-zweimal um anzukündigen das man deutlich schneller ist ist noch keine Provokation. Habe so auch schon die Polizei vor mir informiert das ich deutlich schneller fahren möchte als sie. Dies natürlich nur unter der Voraussetzung das rechts wirklich genug Abstand ist damit der Vordermann nicht auch wiederum auf der mittleren Spur abbremsen muss. Und dies mache ich nur wenn wirklich ein großer Geschwindigkeitsubterschied zwischen Vordermann und mir bestehen würde. Also nicht nur 40/50 km/h. Ich fahre auf einer freien Autobahn wenn es der Verkehr zulässt gerne 260-300 km/h. Somit bin ich im Normalfall deutlich 100-140 km/h schneller als die auf der mittleren Spur. Und dies ist ein Unterschied wo die meisten so oder so mich durchlassen. Sollten sie es mal nicht machen. Einfach locker bleiben und warten. Wenn der Vordermann sicher ist das er selber durch einen Spurwechsel nicht abbremsen muss lassen sie dich gerne vorbei. Solltest du jedoch einen haben der dich absolut aus Protest und oder Provokation nicht vorbei lassen möchte. Locker bleiben Nummernschild merken später notieren und Anzeige wegen Nötigung stellen. Dem wird sehr schnell entsprochen und auch geahndet.

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Kommentar von violatedsoul
03.12.2015, 09:37

Und deine Erklärung heißt dann "Weil ich nicht mit meinen üblichen 260 bis 300kmh durchbrettern konnte, erstatte ich Anzeige wegen nicht vorbeilassens?"

Warte mal ab, wem zuerst gesagt wird, dass er leicht danebenliegt mit seiner Fahrweise ;-)

Solche Raser wie du sind der Grund für Unfälle der schlimmsten Art!

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Kommentar von tabstabs
03.12.2015, 10:12

Violated ich fahre unfallfrei. Und das mit über deutlich 400.000 (ohne Rennfahrten und Rallys) gefahren KM. Ich erstatte Anzeige wenn ich es als Nötigung empfinde. Ja und das ist mein gutes Recht. Ich habe auch bisher weder ein Knölchen noch andere Verkehrsdelikte auf meinem Konto. Auch kein ich fahre 50 da wo 30 erlaubt ist. Ich nehme mir meine Freiheiten welche mir durch unser Gesetz eingeräumt
werden. Ich fahre wo 120 erlaubt ist 120. da wo ich keine Begrenzung habe fahre ich so schnell wie es mir dir Verkehr erlaubt. Und wenn einer dann meint auf einer dreispurigen Autobahn meint ganz links zu fahren obwohl Mitte und rechts frei sind zeige ich auch mein Interesse mit einem Lichtsignal an.
Das selbe gilt für Landstraßen wo 100 ist und der Vordermann fährt 80. auch dort kündige ich mein überhol Interesse mit einem kurzen akustischen Signal an bevor ich ausschere.
Man sollte sich besser erstmal an die eigene Nase fassen. Wenn man schnell fährt hat man auch Verantwortung für die anderen Verkehrsteilnehmer und muss mit deren Versagen rechnen. Und nicht jeden ist bewusst wenn man mit diesen Gesxhwindigkeiten fährt das man auch den Sicherheitsabstand einhält. Nicht jeder kapiert das dieser Abstand nicht heißt ich fahre nicht schneller als du sondern ich halte diesen Abstand aus Sicherheitsgründen. Wenn der Vordermann das nicht versteht ist es mein gutes Recht zu zeigen: hallo ich möchte vorbei ohne die aufzufahren und somit unser Unfallrisiko zu erhöhen.

Und ja jemand der mich nicht vorbei auslässt OHNE einen Sicherheitsaspekt der nötigt mich. Ich habe so schon 4 Anzeige erstattet. Beweismaterial lag Dank dashcam jedes Mal vor. Somit 4 mal vor Gericht Recht bekommen.

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Kommentar von tabstabs
03.12.2015, 13:01

Zu der dashcam diese werden sehr wohl mittlerweile zugelassen http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Erstes-Gericht-laesst-Dashcam-Video-zu-article14970391.html

Natürlich ist es eine Nötigung.

Verhindert ein Kraftfahrzeugführer durch stetiges Fahren auf dem linken Fahrstreifen einer BAB, dass er von einem nachfolgenden Fahrzeug überholt wird, so kann dies den Tatbestand der Nötigung erfüllen. Das ist allerdings nicht bereits bei jedem planmäßigen Verhindern des Überholtwerdens, sondern nur dann der Fall, wenn erschwerende Umstände mit so besonderem Gewicht hinzutreten, dass dem Verhalten des Täters der Makel des sittlich Missbilligenswerten, Verwerflichen und sozial Unerträglichen anhaftet (OLG Düsseldorf, 17.2.2000, 2b Ss 1/00 -10/00, rkr.). (Abruf-Nr. 000692)

Und dies geschieht täglich auf unseren Autobahnen.

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Nur weil du mit 180 angerauscht kommst, soll man also Platz machen? Ich sag dir was. Ich fahre manchmal bewusst "langsam", um Rennfahrerverschnitte etwas runterzuholen. Manche überholen dann auch rechts, damit sie drei Meter weiter endlich um die Leitplanke gewickelt sind......oder am Stauende andere mit ihrer Raserei in Gefahr bringen.

Autobahn heißt nicht Rennstrecke!

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Kommentar von TrudiMeier
03.12.2015, 09:40

Ich fahre manchmal bewusst "langsam", um Rennfahrerverschnitte etwas runterzuholen.

Ist genauso Nötigung, wie unnötiges Drängeln mit der Lichthupe. Ich versteh eins nicht - warum lasst ihr die Raser nicht einfach vorbei?

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Kommentar von blackhawk2014
03.12.2015, 09:44

Sowas nennt man Nötigung und ist mindestens genauso Ursache für Unfälle, wie das Rasen an sich.

Solltest du mal drüber nachdenken.

180 ist für dich Rennfahrer? Nur, weil nicht jeder Mensch Angst vor Geschwindigkeit hat, muss man die Leute nicht mit Absicht behindern und gefährden.

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Weil die Lichthupe sehrwohl eine Provokation ist, ganz einfach.
Zumindest wie Du sie scheinbar benutzt.

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Kommentar von apophis
03.12.2015, 09:15

Es ist als Überholsignal zu benutzen, nicht als "mach platz da, ich bin schneller losloslos"- Signal.

Zumal Du auch dezent die Richtgeschwindigkeit nicht genannt hast.

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