Wieso wird Leuten heute gesagt, dass es ok ist über/untergewichtig zu sein?

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Das Ergebnis besteht aus 4 Abstimmungen

Es ist NICHT ok über/untergewichtig zu sein 50%
Es ist OK über/untergewichtig zu sein 50%
Ist mir egal dass Millionen von Euro den Bach runter gehen. 0%

9 Antworten

Es ist NICHT ok über/untergewichtig zu sein

Was denkt ihr darüber?

Es gibt durchaus etliche Menschen, die nicht untergewichtig sind, sondern übergroß. Die heute typische Ernährung mit hohen Mengen raffinierter Kohlenhydrate führt zu einem erhöhten Wachstum der großen Röhrenknochen - die Menschen werden dadurch größer als eigentlich vorgesehen. Das Gewicht entspricht aber der eigentlich vorgesehenen Größe. Diese Menschen erscheinen untergewichtig, obwohl sie ihr Normalgewicht haben. Das Gewicht läßt sich nur symptomatisch ändern. So wie du es getan hast, indem du Muskelmasse aufgebaut und damit den Körper schwerer gemacht hast. Das ist ok, schadet nicht, es korrigiert die Optik.

Davon unabhängig gibt es Menschen mit pathologischen Gewichtsabweichungen. Hinter diesen Abweichungen stecken in der Regel durch Ernährungsfehler verursachte Stoffwechselstörungen. In einigen Fällen aber auch lebensbedingte Probleme (Frustessen, Hunger aus Angst, usw.) oder Schadstoffeinwirkungen (auch Nebenwirkungen von Medikamenten).

In jedem dieser Fälle muss man ursächlich ansetzen. Das ernährungsbedingte Unter- oder Übergewicht kann nur dann heilen, wenn man die Ursachen - die Ernährungsfehler - konsequent abstellt. Mit Kalorien hat das übrigens nichts zu tun.

Bei den Aussagen in deinem Text muss man beachten, dass von Übergewicht als Riskofaktor geprochen wird, nicht als Ursache! Risikofaktor bedeutet lediglich, dass die Faktoren häufiger gemeinsam auftreten. Das sog. metabolische Syndrom fasst dabei alle diese Faktoren zusammen und gibt ihnen einen Namen.

Dummerweise ist die Aussage, man können die oben genannten Krankheiten durch Gewichtsreduktion vermeiden, weitgehend falsch. Das trifft nur für einige Aspekte wie Apnoe oder Kurzatmigkeit zu, die direkt durch die zusätzliche Fettmasse verursacht werden. Die Gicht bspw. ist keine Folge des Übergewichts, sondern beides sind Symptome der gleichen Grundkrankheit - der ernährungsbedingten Stoffwechselstörungen, die sich im gesamten Organismus auswirken und sich daher in unterschiedlichen Symptomen ("Krankheiten") zeigen, die eben deshalb häufig gemeinsam auftreten. Nun ist es aber so, dass eine symptomatische Senkung des Untergewichts (bspw. durch Reduktionsdiät) überhaupt nichts an der Ursache ändert und deshalb auch keinen Einfluß auf die weiteren Symptome hat. Damit das passiert, muss das Übergewicht ursächlich(!) behandelt werden: Sorgt man dafür, dass die chronische Stoffwechselstörung verschwindet, verschwinden auch alle durch sie verursachten Symptome. Jedenfalls solange noch keine bleibenden Schäden vorliegen.

Man darf daher bei gleichzeitigem Vorliegen von bspw. Gicht und Übergewicht nicht einfach das Übergewicht für die Gicht verantwortlich machen - die Kausalität ist einfach nicht gegeben. Man muss die Ernährungsfehler korrigieren, die beide Krankheiten verursachen.

Wenn Gewichtsabweichungen pathologisch sind führt die Ursache in der Regel zu weiteren Krankheiten. Eine Aussage wie "Es ist OK, übergewichtig / untergewichtig zu sein" ist in dieser Situation natürlich falsch, verhindert eine ursächliche Theraphie und führt zu weiteren Krankheiten.

Wenn Gewichtsabweichungen nicht pathologisch sind, ist die Gewichtsabweichung natürlich OK. Maßnahmen können dann sogar kontraproduktiv sein (bspw. der Versuch durch "Kalorienbomben" zuzunehmen).

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:39

Die oben genannten Auschnitte sind wie schon gesagt nicht von mir, sondern von gesundheit.de, die in dem Artikel Professor Arnold Astrup aus Kopenhagen zitieren. 

Zudem muss gesagt werden, dass Leute die mit Übergewicht ein Leben lang leben eine fast 100% Chance haben irgendwann in ihrem Leben an einem Krankheitsbild zu leiden, welches direkt mit ihrem Übergewicht und dessen Folgen zu tun hat. 

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Es ist OK über/untergewichtig zu sein

Es stimmt ja nicht, dass suggeriert würde, dass man "systematisch zerstören" dürfte. Das ist deutlich übertrieben. Auch ist es nicht tragisch, wenn man - sagen wir mal - 10 kg mehr oder weniger Gewicht hat als "soll". Da sollten wir mal das Drama herausnehmen.

Es ist ja nicht so, dass den Leuten das nicht bewusst wäre. Aber ich sehe keinen Grund darin, sich fertig zu machen, nur weil man etwas mehr oder weniger wiegt als der Schnitt. Natürlich gibt es Extremfälle. Aber nur wenige Leute sind extrem dünn oder extrem dick, so dass es wirklich lebensbedrohlich wird. Die meisten sind ja eher etwas zu dünn/etwas zu dick.

Die Gesellschaft hat ja gerade (einigermaßen) gelernt, dass man auch Homosexualität akzeptieren sollte, nun sollten wir nicht anfangen, andere Abweichungen von der Norm zu diskriminieren.

Klar sollte man abnehmen, wenn man deutlich zu viel auf die Waage bringt. Aber auch ein solcher Mensch ist "ok" (wenn ich sage, ein Mensch ist "nicht ok", was würde das über mein Menschenbild aussagen?).

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:52

Homosexualität mit Übergewicht zu vergleichen ist etwa so wie einen Schuh mit einem Panzer vergleichen. Homosexualität an sich hat keine Gesundheitlichen Folgen. Übergewicht dafür sehr viele. Und auch 10kg Übergewicht bei einem Alltag ohne Sport und Bewegung ist sehr schädlich. Ich empfehle ihnen sich einige Studien und Artikel über dieses Thema anzuschauen. Aus diesen wird deutlich klar, dass viel Sitzen mit schon leichtem Übergewicht und wenig bis keinem Sport sehr schädlich für den menschlichen Körper sind.

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Die Publikation, die du zitierst, ist fast 20 Jahre alt. Inzwischen wissen wir mehr.

Untergewicht ist tatsächlich sehr gesundheitsschädlich, aber Übergewicht nicht. Da kommt es auf die Umstände an.

Leichtes Übergewicht ist tatsächlich mit einer höheren Lebenserwartung verbunden, und auch starkes Übergewicht ist nicht automatisch ungesund.

Übergewichtige, die nur dick sind, aber normalen Blutzucker, Blutdruck und Blutfette haben, müssen nicht abnehmen. Das sind die sogenannten "happy obese", immerhin etwa ein Viertel bis ein Drittel der Übergewichtigen.

Das heißt, es geht gar nicht um das Gewicht an sich. Es geht um die metabolischen Erkrankungen und um Bewegungsmangel. Jeder Erwachsene (oder mindestens jeder über 30) sollte seinen Blutdruck, seine Blutfette und seinen Blutzucker kennen und bei Bedarf behandeln lassen. Egal was er oder sie wiegt. Man kann nämlich auch ein schlanker Mensch mit hohem Blutdruck und schlechten Blutfetten sein.

Ach, und noch was: Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht. Menschen mit "Apfelform" (intestinalem Fett, Bauchfett) haben ein erhöhtes Risiko für metabolische Erkrankungen, Menschen mit "Birnenform" (Unterhautfett, Reithosenspeck) aber nicht.

Um zu bestimmen, ob das Übergewicht gefährlich ist oder nicht, genügt ein Maßband. Einfach die Taille an der dünnsten und Hüfte/Po an der dicksten Stelle messen und den Taillenwert durch den Hüftwert dividieren. Heraus kommt der Taillen-Hüftquotient oder die waist to hip ratio (WHR). Wenn dieser Wert bei Männern unter 1 liegt und bei Frauen unter 0,85, ist alles in Ordnung.

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Es ist OK über/untergewichtig zu sein

Deine Frage ist viel zu generell. Übergewicht ist es schon, wenn man 1 Kilo über dem errechneten Idealgewicht ist.

Ob übergewichtig oder nicht, das sagt nicht aus, wie gesund ein Mensch lebt. Jemand, der regelmäßig sport treibt und auf seine Ernährung achtet, kann durchaus übergewichtig und gesund sein.

Wenn jemand adipös ist (adipös bedeutet sehr stark übergewichtig) ist das schon etwas anderes.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er lebt. Ich schreibe den Rauchern auch nicht vor, aufhören zu rauchen. Oder ich meckere nicht rum, wenn andere Alkohol trinken oder zu wenig sport machen.

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Es ist NICHT ok über/untergewichtig zu sein

Weil sich sonst die ganzen Fetten diskriminiert fühlen (sry für den Ausdruck) und es in einem sozialen System nicht tolerant wäre, Personengruppen aufgrund von Körpermerkmalen zu diskriminieren

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tja das is ne gute Frage, obwohl ich teilweise selbst feministische Ansichten teile finde ich dieses ganze empowerment Zeug ab einem bestimmten Level schädigend. leichtes Übergewicht tut ja keinem weh , aber wenn dann jemand daherkommt , der 1,70 ist und 110 Kilo wiegt und sagt das ist okay , verstehe ich das nicht. sicher ist es schön das Mobbing gegen übergewichtige abnimmt. für manche Leute ist das auch nur eine Ausrede sich nicht zu bremsen.

lustig , dass die Amerikaner diesen Trend ins Leben gerufen haben, obwohl bei denen Fettleibigkeit ne Volkskrankheit ist.

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:19

In Deutschland ist Fettleibigkeit auch eine Krankheit. Schon wenig Übergewicht ist sehr schädlich wenn kein Sport betrieben wird. Diese Kombi von kein Sport plus viel Sitzen plus Übergewicht ist sehr sehr gefährlich. Das erinnert mich an die 60/70er als den Leuten noch gesagt wurde es seie ungefährlich Zigaretten zu rauchen.... Wie man so rücksichtslos Kindern auf diese höchst ungesunde Bahn steuert verstehe ich nicht....

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Dann ist es auch nicht OK Motorrad zu fahren, zu rauchen, Alkohol zu trinken, zu klettern usw.

Es gibt viele Leute, die risikoreich leben und die Gemeinschaft kommt im Krankheitsfall dafür auf.

Außerdem habe ich noch nie gehört, dass jemand sagt, dass es OK ist, übergewichtig zu sein.

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:13

Übergewichtig zu leben ist eine direkte Lebensentscheidung. Motorrad zu fahren heisst nicht gleich sich zu verletzen. Übergewichtig zu leben ist eine direkte entscheidung früher oder später ein Kranken/Pflege-fall zu werden, kein "Risikofaktor"

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Ich kann schon die Voraussetzung der Frage nicht wirklich nachvollziehen... Wer sagt denn, dass es okay sei?

Und wenn man sich die Zillionen von Fragen allein hier im Forum ansieht, die sich um Diäten drehen und häufig eindeutige Indizien von gestörtem Essverhalten aufweisen, dann scheint der grassierende Schlankheitswahn fast das größere Problem zu sein.

Letztlich ist jeder selbst für seinen Körper und seine Gesundheit verantwortlich.

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:48

Ich lese sehr oft Artikel wie "Ein bisschen Übergewicht mit längerem Leben verbunden", "wieso man sich für seine Kurven nicht schämen sollte" , "sollte man übergewichtige Barbies und andere Spielfiguren in den Verkauf bringen?". Eine direkte verharmlosung des Übergewichts. Und schlank zu sein ist da um einiges besser ( Magersucht oder Untergewicht ausgenommen ). Wahrscheinlich hast du meine Frage nicht gelesen. Dann würdest du merken, dass jeder jedem im Krankenkassensystem die Rechnungen zahlt. Dass heisst wenn jemand sich sagt " ach mir egal ich bleibe dick zahlen die anderen mir mal schön die Arztrechnung " muss der, der sich geziehlt gesund ernährt diesem typen die Arztrechnung mitbezahlen. Gibt es jetzt viele vom ersten typ und wenige vom zweiten ( wie es heute der fall ist ), explodiert die Krankenkassenrechnung irgendwann.

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Das Geld geht nicht "den Bach runter", es verdienen ja Menschen dieses Geld.

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Kommentar von KendrickGaug
02.03.2017, 19:10

Das Geld geht den Bach runter, weil unsere Gesellschaft oft extrem ungesund lebt ( Übergewicht, Rauchen, kein Sport und viel Sitzen ). Dazu kommt dass unseren Kindern vermittelt wird, es seie OK ungesund zu leben. Das ist Geld den Bach runter schütten. Es gibt Leute da draussen die das Geld brauchen könnten, da sie ernsthafte Krankheiten haben, die sie nicht verhindern hätten können. 

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