Wieso wird keine hypnose genutzt um psychische probleme zu lösen?

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4 Antworten

wenn etwas unbewusst ist, dann kannst du nicht darüber reden - sonst wäre es bewusst. Hypnose hilft da auch nicht.

Hypnose ist zwar eine anerkannte Therapie, aber damit wird auch sehr viel Humbug betrieben. jeder, der sich dazu berufen fühlt, macht es. auf YouTube kann man Paradebeispiele dafür finden, warum man Hypnose in die Hände von Fachleuten gehört.

Hypnose wird in skandinavien sehr oft in zusammenhang mit Zahnbehandlung angewendet- bei angst, aber auch um die Gewöhnung an Prothesen zu erleichtern. sehr viele Zahnärzte haben dort auch eine hypnoseausbildung.

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DottorePsycho 12.07.2016, 13:54

Auch in Deutschland gibt es tausende von Zahnärzten mit einer solchen Zusatzqualifikation.

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DottorePsycho 12.07.2016, 13:58
@DottorePsycho

Und sehr wohl kann man mittels Hypnose Zugang zu nicht mehr bewussten (also unbewussten) Erinnerungen, wie z.B: frühen Kindheitserinnerungen, erlangen.

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Schokolinda 12.07.2016, 16:35
@DottorePsycho

ach komm: einfach "doch!" sagen, kann jeder.

und was die Kindheitserinnerungen betrifft: da ist nach meiner Meinung die Gefahr viel größer, etwas eingeredet zu bekommen, als wirklich zu Erkenntnissen zu gelangen.

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Deine Frage impliziert eine falsche Annahme; die Hypnosetherapie wird sehr wohl genutzt, um psychische Probleme zu lösen.

Warum dies von den Deutschen Kassen NOCH nicht finanziell unterstützt wird, ist ein komplexes Thema.

  1. Zum einen ist die Hypnosetherapie erst seit rund 10 Jahren - endlich - auch in Deutschland als Psychotherapiemethode anerkannt. Bis 2005 war das Quacksalberei - erstaunlich, oder? Und dann, von heute auf morgen, wurde es legitimiert. Wer also argumentieren möchte, dass nur das helfen könne,was auch anerkannt ist, der muss sich hier eines Besseren belehren lassen. Hypnose hat auch in den Jahren vor 2006 schon funktioniert. In anderen Ländern sowieso.
  2. Die Hypnosetherapie ist eine hochpotente Methode, die in zahllosen Bereichen Anwendung finden könnte. Siehe hierzu auch einen Auszug aus dem Deutschen Ärztebrief:


    http://www.mind-shifting.de/hypnose/auszug-aus-dem-deutschen-aerztebrief-maerz-2004-s-125/


    Diese Omnipotenz ist vielen Kollegen und Ärzten ein Dorn im Auge. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Es ist jedenfalls immer wieder erstaunlich, wieviel Nicht- oder Falsch-Wissen ich bei Kollegen bewundern darf, wenn Hypnose zum Thema wird.
  3. Die Beweisbarkeit durch Studien ist im Bereich der Hypnosetherapie extrem schwierig, nach herkömmlichen Richtlinien z.T. überhaupt nicht durchführbar, teilweise auch völlig sinnfrei. Solange der Hypnosetherapie das alte Richtlinien-Korsett übergezwungen wird, wird sich hieran auch nicht viel ändern.
  4. Der Lobbyismus wirkt dann auch noch mit. Speziell die Pharmaindsutrie hat keinerlei Interesse an der Hypnosetherapie, aber auch die Tabakindustrie oder die Nikotinpflasterhersteller oder oder ....


Durch die fehlende Erstattung durch die Kassen kommt es auch zu dem Phänomen, dass vor allem Heilpraktiker, deren Kunden es ohnehin gewohnt sind, Gesundheits-Leistungen privat zu zahlen, zu den Fachleuten mit dem mit Abstand höchsten Maß an Berufserfahrung im Bereich der Hypnosetherapie zu zählen sind.

Ein Arzt oder Psychotherapeut, der Hypnosetherapie anwendet, aber etwas anderes abrechnet, darf mit Ärger rechnen, weshalb kaum ein Arzt oder Psychotherapeut diese Leistung anbietet. Immerhin kriegt er seine Praxis doch bequem mit Kassenpatienten voll.

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Weil es leider noch umstritten ist, ob die Hypnose wirken könnte.

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multiray 12.07.2016, 12:32

ich habe es mal gemacht, und es hat gewirkt. (spinnen angst losgeworden für mehrere monate)

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DottorePsycho 12.07.2016, 14:02

Umstritten ist, ob Mohammed den Mond gespalten hat. :-)

Die Wirksamkeit der Hypnosetherapie ist erwiesen - wissenschaftlich.

Dass das nicht jeder hören will und sich noch nicht rumgesprochen hat, ist ein anderes Thema. Die entgegenwirkende Kraft sind oft uralte Ängste vor Fremdbestimmung, die sie - wüssten die betreffenden Personen mehr über Hypnose - bedenkenlos fallenlassen könnten.

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Hypnose ist eine sehr umstrittene Methode in der Psychotherapie, da kann nämlich jede Menge schiefgehen.

http://www.meg-tuebingen.de/downloads/2011-03%20Schaden%20durch%20Suggestion.pdf

http://symptomat.de/Hypnose#Risiken\_.26\_Gefahren



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DottorePsycho 12.07.2016, 13:25

Wer etwas genauer hinliest, stellt fest, dass grundsätzlich auch bei konservativer Psychotherapie unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können. Dies tritt vor allem dann auf, wenn die Anamnese nicht gründlich und fachgerecht durchgeführt wurde oder wenn Vorerkrankungen vom Patienten verschwiegen werden.

In mehreren tausend Hypnose-Sitzungen konnte ich noch nichtmal Kopfschmerzen als Nebenwirkung notieren. Anders gesagt: Wer gründlich und gewissenhaft arbeitet, kann die allermeisten Risiken ausschließen. Beim Hausarztbesuch gibt es nicht weniger Risiken.

Umstritten ist die Hypnosetherapie nicht wegen einer Großzahl von Gefahren, sondern lediglich bei Kollegen ohne spezifisches Wissen über Hypnose wegen ihrer Omnipotenz. Auch die Pharmalobby hat etwas gegen Hypnose. Oder die Tabakindustrie. etc.

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dandy100 12.07.2016, 13:51
@DottorePsycho

Ich persönlich halte nichts davon, in die Psyche eines anderen Menschen einzugreifen während er in einen für ihn selbst nicht kontrollierbaren Zustand versetzt wird - egal wie erfolgreich so etwas verläuft, es geschieht nicht aus eigener Kraft - und vor allem aus eigener Einsicht -  heraus, etwas zu überwinden oder zu lösen.

Diese Form von Therapie kann nur strittig sein, denn sie raubt dem Patienten die Möglichkeit, eigenverantwortlich mit sich umzugehen und vor allem auch auch, einzugreifen.

Für mich stellt sich das als eine künstlich herbeigeführte Überwindung von Ängsten und Problemen dar, indem jemand sozusagen an ein paar Rädchen dreht und ich hinterher z.B keine Angst mehr vorm Zahnarzt habe, mir aber überhaupt nicht klar ist wieso das so ist  - der Zugriff auf das, was mit mir passiert ist, bleibt verwehrt.

Das betrachte ich nicht als sinnvoll und auch nicht als den richtigen Weg, um mit sich selbst fertig zu werden.

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DottorePsycho 12.07.2016, 13:55
@dandy100

Wenn Du das so siehst, ist Deine Haltung nachvollziehbar. Du gehst jedoch von völlig falschen Voraussetzungen aus; Deine Vorstellung von Hypnose hat mit der Realität von Hypnose NICHTS gemeinsam.

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DottorePsycho 12.07.2016, 15:24
@dandy100

Korrekt. Der Patient ist jederzeit in der Lage, die hypnotische Trance abzubrechen. Jederzeit.

Im Bereich der SHOWhypnose ist das ebenfalls so. Allerdings verkauft sich dort der Hypnotiseur gerne als "Mann mit der Macht", bei dem das nicht möglich wäre. De facto geht aber auch dort jederman freiwillig auf die Bühne.

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dandy100 12.07.2016, 15:44
@DottorePsycho

Dass der Patient die Hypnose selbstständig abbrechen kann, wußte ich tatsächlich nicht, ich bin immer davon ausgegangen, dass die Kontrolle des Bewusstseins des Klienten derart geschwächt ist, dass da nicht möglich ist.

Ich dachte, dass auch genau das der Sinn der Hypnose ist, nämlich die Kontrolle über die die Psyche abzugeben, damit Verdrängtes aus dem Unterbewußtsein überhaupt "geholt" werden kann.

Hm, scheint wohl nicht ganz richtig zu sein, ich werde mich mal weiter informieren, danke jedenfalls für diese Info

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DottorePsycho 12.07.2016, 15:49
@dandy100

Leider bist Du bei weitem nicht der Einzige, der ein solches oder ähnliches falsches Bild von Hypnose hat. Insofern ... Vorsicht bei der Informationsbeschaffung.

Ich bin übrigens wissenschaftlicher MA an einer Deutschen Uni und arbeite hauptberuflich mit Hypnose.

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