Wieso wird in meinem Deutschunterricht die Größen der deutschen Literatur nicht behandelt?

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15 Antworten

Viele Schüler, auch am Gymnasium, werden von der ungewohnten Sprache der Klassiker abgeschreckt. Außerdem haben sie den Eindruck, dass es nicht um ihre Probleme geht. 

Da ist es dann besser, zu verhindern, dass sie in jungem Alter den Eindruck gewinnen, dass Goethe, Schiller, Brecht ... langweilig sind, nur weil sie jetzt nichts damit anfangen können.

Die eindrucksvollsten Leseerlebnisse hat man immer mit Büchern, die man selbst für sich entdeckt oder die jemand einem empfiehlt, den man sehr schätzt.

Aber vielleicht findest du "Tschick" von Wolfgang Herrndorf und "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf gut, obwohl nur ich sie dir empfohlen habe. Das Buch von Plenzdorf handelt davon, dass jemand den Werther von Goethe mit Begeisterung liest, gerade weil er nicht weiß, dass er von Goethe ist. 

Meine Tochter hat mit 8 Jahren das Tagebuch der Anne Frank gelesen und sich seitdem brennend für die Judenverfolgung und den Nationalsozialismus interessiert. Als das Thema im Unterricht behandelt wurde, fand sie das langweilig.

Lies also weiter das, was dich interessiert und freu dich, dass niemand dir das verleidet. Das ist viel wert.

Sicherlich kann Deine Fachlehrerin schon besser beurteilen, ob ein großer Teil der Schüler(innen) Deiner Klasse ihr folgen würde bei der Lektüre von Goethe, Schiller usw. Daß es Dir Freude macht, wunderbar. Denn Du bist jung genug und offenbar auch intelligent genug, Dich selbst an den Stoff heranzutrauen. Und ganz "unvorbelastet" zu lesen. Das habe ich, weil ich mit 16 Jahren die Schule verlassen mußte, auch gemacht. Und so habe ich ohne pädagogische Korrektur alles das gelesen, was Du vermißt. Und später erst dazu (im Internet) entsprechende Kommentare der Fachlehrer gelesen. Wir sind auf dem Gymnasium zwar auf den Weg gebracht worden, aber richtig verstanden habe ich die meisten Texte erst sehr viel später, als ich mehr Lebenserfahrung hatte. Auch das ist sicherlich ein Grund, weshalb Deine Lehrerin zögert. Aber Dir stehen alle Wege offen. Und ich bin sicher, wenn Du (allein) einige Theaterstücke von Schiller oder Lessing oder Kleist gelesen hast, kannst Du Deine Lehrerin mit Fragen löchern. Sie wird sich freuen - über Dich und Dein Interesse. Mein zusätzlicher Rat; lies hier mal alle Fragen, die sich auf Literatur beziehen. Man bekommt wunderbare Hinweise, wo man welche Interpretationen usw. nachlesen kann. Und so kommt man auch auf den Weg, der im Unterricht offenbar bei Euch nicht durchführbar ist .

eine wunderbare Antwort. DH

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Also hier in Bayern ist es so, dass man so ab der 9. / 10. Klasse Gymnasium anspruchsvollere Lektüren aus früheren Zeiten (Lessing, Schiller, Goethe,...) liest. Das fängt relativ entspannt an; In der 10. hatten wir dann "Nathan der Weise" und ab der 11. liest man ausschließlich solche Werke und auch recht viele davon (z.B. Faust, Effi Briest,...).

Man bespricht viele Werke aber auch nur über Referate, weil man keine Zeit hat, mehr als 4-5 Lektüren pro Jahr zu lesen.

Vor der 10. Klasse haben wir oft anspruchsloseres Zeug gelesen, aber nicht unbedingt unbekanntes oder unbedeutendes.

Das ist aber bei uns auch nur auf dem Gymnasium so. Auf der hauptschule bspw. liest man kaum Lektüren und wenn, sowas wie "Vorstadtkrokodile".

Ich denke, dass die Leute dort einfach nicht mit der Sprache der alten Schriftsteller klar kommen würden.

Wenn dich das aber generell interessiert, kannst du es ja unabhängig von der Schule lesen. :)

Es kann ja sein das du für solche Werke (vllt.) gebildet genug bist, aber das muss nicht auf deine ganze Klasse zutreffen. Was hilft es ihnen wenn sie nur Werke durchnehmen die sie überfordern? Gerade da sowieso 90% der Schüler kein Interesse daran haben. Deine Lehrerin hat ganz recht. Lieber etwas einfacheres, dafür machen mehr Leute mit und haben was vom Unterricht. Wenn dich diese Werke so interessieren, lies sie doch Privat.

ciao - ich bin jetzt wahrhaft die Letzte, die sich ins deutsche Unterrichtssystem einzumischen wagt, da ich in Italien lebe. Von Kollegen weiss ich jedoch, dass hier in Venedig zumindest, im Lyzeum sogar Goethe, Schiller, Mann, und sogar Kleist und Büchner gelesen werden. Ich kann mir - offen gesagt - gar nicht vorstellen, wenn diese - deutschen! - Grössen in Italien zum "Literaturunterricht" gehören, dies im Lande, aus dem sie stammen nicht Usus sein sollte.... Gibt es bei euch an der Schule einen "Unterrichtsinteressen-Club"? - oder ähnliches - dann würde ich dort einen Vorschlag einbringen.

Evtl. wäre es ansonsten auch an deinen Eltern bei einem Sprechtag oder "Austauschabend" (gibt es das in Deutschland?) darüber abzustimmen und einen entsprechenden Antrag der Schulleitung vorzulegen.

Ich verstehe dich sehr gut und wünsche dir gutes Gelingen, so du den Mut hast, deine Gedanken durchzusetzen!

LG

Auf was für einer Schule bist du denn?

Auf Gymnasien kommt mindestens Goethe bzgl. dem Thema Lyrik dran, auf Hauptschulen eher nicht, die meisten dort könnten wirklich nicht interpretieren, dass können schon auf dem Gymnasium die wenigsten.

Er ist Foerderschueler L.

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Wenn Du auf dem Gymnasium bist, solltest Du in einen Deutsch LK gehen, wenn Du auf der Realschule bist, solltest Du Deine Eltern (und über Deine Mitschüler evtl. auch die anderen Eltern) dazu bringen, mal mit dem Rektor zu sprechen. Wenn Du auf der Grundschule bist, dann warte halt noch etwas, wenn Du darauf eine höhere Schulform aufbauen kannst, kommt das mit diesen Dichtern noch.

Wenn es trotz allem nicht hinhaut, ist vielleicht Eure Lehrerin win bisschen unterbelichtet und versteht die Werke dieser Dichter selber nicht oder ist zu faul, sie zu lesen.

Die Anzahl der Ignoranten ist in allen Bevölkerungsgruppen etwa gleich hoch – wenn man mal die Nobelpreisträger ausnimmt.

Ich bin weder auf einem Gymnasium noch auf einer Realschule, sondern auf einer Lernbehindertenschule. :)

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Öhm... darf man fragen, warum du auf der Förderschule bist bzw. warum du dich nicht darum kümmerst, dass du auf eine höhere Schulform kommst? Zumindest von deiner Rechtschreibung und Grammatik her bist du da völlig falsch aufgehoben. (Ich glaub mal ans Gute im Menschen und daran, dass du kein Troll bist) - auf Realschulen liest du auf alle Fälle die von dir genannten Namen, aber ich denke mal, dass man auf Hauptschulen auch was von Goethe hört.

aufm gymi liest man fast ausschliesslich Max Frisch... -.-

seufzzzz - den Eindruck habe ich manchmal auch - aber ich bin natürlich nicht kompetent genug, um das zu beurteilen.

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Ich bin ein wenig entsetzt. Zum meiner Zeit war es völlig normal, in der Mittel- und Oberstufe des Gymnasiums Werke dieser Autoren zu lesen (dafür gabs halt keine Literatur vom Bestsellertisch).

Ich denke, das sind diese Anwandlungen, Schüler nicht zu langweilen, sondern da abzuholen, wo sie stehen. Das heisst wohl, dass in weiteren 20 Jahren gar nicht mehr gelesen wird?!

Es ist natürlich richtig, dass man auch mit anderen Büchern die Techniken der Textanalyse usw. vermitteln kann. Aber ich habe eigentlich schon den Anspruch, dass man so einen gewissenn Überblick über sein literarisches Erbe erhält ...

wir ham noch nie irgendwelche autoren durchgenommen bzw. bedeutende bücher. bin in der 9. am gymnasium. denke mal, dass da durch des g8 einfach die zeit nimma da ist!

Wir hätten aber die Zeit dafür.

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Eine vergleichbare Frage (er)klärte ich heute an anderer Stelle mit unserem katastrophalen Schulsystem.

Das Niveau an ALLEN deutschen Schulformen sinkt STÄNDIG, damit so - seitens der Politik - behauptet werden kann, dass sich das Niveau gehoben habe (eben auf Grund dessen, dass das Pensum für die Schüler schlicht drastisch vereinfacht wird).

Die Richtlinien des Faches Deutsch werden dich und deine Vermutung 100 % ig bestätigen - Gott sei's geklagt !

Statt sich (wieder) großen Autoren und ihren bedeutendsten Werken zuzuwenden, wird dieses und jenes und alles grausamst zu Tode analysiert !!!!!! SCHRECKLICH !!!

paulklaus

Ich geh auf ein Gymnasium und bei mir wird es, unter genau denselben Gründen, nicht durchgenommen.

Ich halte es auch für Blödsinn, aber ein großer Teil der heuigen Jugendlichen beschäftigt sich leider lieber mit ihrem Handy, der neuesten Mode und Filmen anstatt Thomas Manns "Buddenbrooks" zu verschlingen.

Die Frage hast du doch sch einmal gestellt. Lies dir doch erstmal meine Antwort durch.

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Mein Mathelehrer in Klassen 7-10 nahe Hamburg - las uns zur Auflockerung Geschichten von FRITZ REUTER vor - und als endlich die Wiedervereinigung kam, war es wunderbar, mit den Mecklenburgern und Vorpommern "Platt" schnacken zu können...

"Schund" wäre es, von angeblichem "Schund" überheblich zu tönen....

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