Wieso wird gewaltloser Ungehorsam/Widerstand nicht weiter praktiziert?

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9 Antworten

Warum machen sie es nicht wie Gandhi?

Weil nicht in jedem Menschen ein aktiv duldungsfähiger Gandhi steckt. Sein Verhalten, welches zwar gewaltlos war aber über passiven Widerstand weit hinausging, erforderte eine Stärke, die die meisten Menschen nicht einmal ansatzweise aufbringen können.

Siehe dazu bitte auch https://de.wikipedia.org/wiki/Satyagraha


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Kommentar von PeterParker33
13.07.2017, 12:06

Danke, werde ich lesen.

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Der hat doch gezeigt, wie es geht, und Indien zur Freiheit geführt gegen ein übermächtiges Britisches Reich.

Ghandi hatte es mit Engländern zu tun, mit einem Land einer alten Demokratie.  Da kann so was funktionieren.

Bei einem Hitler oder einem Herrn Erdogan oder anderen Diktatoren funktioniert es aber nicht. Ein Hitler hätte Ghandi kaltlächelnd verhungern lassen oder sogar erschießen. Und Erdogan wäre ein Ghandi auch egal.

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Schöner Gedanke, allerdings war Gandhi eine Ausnahmepersönlichkeit; Mahatma "die große Seele" hatte schon fast den Status eines Heiligen und konnte Menschen führen - sowas kann nicht jeder.

Ausserdem: Gegen die fundamentalistischen intoleranten Strömungen des Islam hat selbst Ghandi vergebens gekämpft; Indien musste letztendlich geteilt werden und es gibt bis heute keinen wirklichen Frieden mit Pakistan.

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Kommentar von GanMar
13.07.2017, 12:15

Gegen die fundamentalistischen intoleranten Strömungen des Islam hat selbst Ghandi vergebens gekämpft; Indien musste letztendlich geteilt werden

Das ist natürlich auch ein Aspekt, der häufig unbeachtet bleibt. Gandhis ganz spezielle Methode kann nur dort ihr Ziel erreichen, wo sie auf eine entsprechende Qualität von "Sittlichkeit" trifft, also die Möglichkeit besteht, daß der Gegner quasi ein schlechtes Gewissen bekommt. Ein Gegner, eine Gruppe, eine Gesellschaft, welche vollkommen andere Moralvorgaben haben könnte als wir uns vorstellen können, ist möglicherweise mit Gandhis Methode überhaupt nicht angreifbar.

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Hallo PeterPartker, 

zum Mal solltest du nicht alle Kurden in einen Topf werfen. Es gibt durchaus Kurden, die auch andere Strategien haben, als Gewalt anwenden. 

Außerdem kann man nicht einfach sagen "macht es doch wie XYZ".. denn bei XYZ ist es eine ganz andere Situation gewesen, mit einer ganz anderen Einstellung, ganz anderen Menschen, ganz anderen Normen und Werten. 

Man kann das so nicht einfach vergleichen. 

Es wird gewaltloser Ungehormsam/Widerstand praktiziert. So wie ja auch beim G20 Gipfel. Da gab es nicht nur die Radikalen mit der schwarzen Bekleidung, sondern auch dutzende friedliche Protestanten. 

Nur gibt es nun mal Menschen, die so frustriert sind über ihre Lage und so wütend sind, dass sie es nicht anders als mit Gewalt ausdrücken können.. ihre Strategie ist "wenn ich sie unterdrücke oder gar auslösche, dann ist auch mein Problem weg". Man sieht ja, wo das hinführt.. und das es anscheinend nichts bringt.. 

Weder die Angriffe durch amerikanisches Militär schaffen frieden, noch eben die Anschläge durch Kurden.

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Kommentar von PeterParker33
13.07.2017, 12:12

Gandhis Weg ist der einzig richtige.

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Kommentar von atzef
13.07.2017, 12:15

Wenn "Angriffe durch amerikanisches Militär" keinen Frieden schafften und nichts brächten, würdest du heute als BDM- oder HJ-Führer/in herumirrlichtern...

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Spaß beiseite! Gandhi war ein außergewöhnlicher Mensch! Aber er war auch der rechte Mann zur geeigneten Zeit am rechten Ort! Nach den Schrecken des Weltkrieges waren die Engländer schlicht kriegsmüde! Sie waren auch zerknirscht, weil ihren die USA als führende englisch-sprachige Nation den Rang abgelaufen haben! Dieses Trauma wirkt nach - und ist auch mit Schuld am Brexit!

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Was in Indien klappte, klappt noch lang nicht in der Türkei. In Indien stand ein ganzes Volk geschlossen gegen eine handvoll Kolonialherren. Hinzu kamen dann übrigens noch Massenstreiks, die sehr oft sehr wirksam sind. All solche Voraussetzungen sind in der Türkei garnicht gegeben. Mein Tipp, denke nicht so viel in moralischen Kategorien, denn das ist dem Denken meist nicht zweckdienlich.

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Kommentar von PeterParker33
13.07.2017, 16:26

Doch das klappt überall. Wenn Bilder rumgehen, wie wehrlose Menschen geschlagen werden...

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Kommentar von PeterParker33
13.07.2017, 16:27

Natürlich geht das nicht ohne Opfer, in Idien gab es ja auch ein Massaker...

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Stalin ist krepiert wie ein Stück Vieh - Hitler hatte ein unrühmliches Ende. Im Gegensatz zu Gandhi liegen sie heute auf dem Müllhaufen der Geschichte. 

Sie hätten zwar Gandhi körperlich auslöschen können - aber nie die Ideen und das Charisma Gandhis. Und vor charismatischen Gestalten mit ihren Ideen, davor fürchten sich Diktatoren. 

Als Jesus gekreuzigt wurde - war das das Ende? Das Christentum gibt es schon 2000 Jahre - Gandhi wurde von einem rechtsgerichteten Fanatiker erschossen - seine Ideen sind zeitlos, Gandhi hat das Christentum in einer wertvollen Weise sehr bereichert. 

LA

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Kommentar von dandy100
13.07.2017, 14:50

Tolstoi hat in seiner Kreuzersonate geschrieben, dass das Gute sich nie durchsetzt, aber immer durchscheint - so wie die Sterne, die zwar sichtbar, aber nicht erreichbar sind, so ist das Gute ein Ideal, das wir zwar nie erreichen werden, dem wir als Wegweiser aber trotzdem immer folgen sollen, wie ein Schiff auf dem Meer, das seinen Weg nur durch die Orientierung an den Sternen finden kann

Fand ich persönlich immer sehr gut ausgedrückt

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Deine Frage ist insofern Blödsinn, weil sie unterstellt, dass das Gros der Kurden das nicht tun würde. Das ist aber nicht der Fall.

Die versuchen ja, ihre Ziele zivilisiert, z.B. über die HDP, zu verfolgen...

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Kommentar von PeterParker33
13.07.2017, 12:04

OK, aber Gandhis Weg ging noch ein Stück weiter. Die haben sich den Behörden öffentlich widersetzt und sich schlagen lassen, ohne sich zu wehren.

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Gandhi in Ehren! Indien und Pakistan sind heute zwei Atommächte, die sich bis an die Zähne bewaffnet feindselig gegenüberstehen!

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