wieso wird eine Säure als stark bezeichnet?

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3 Antworten

Gehen wir der Einfachheit mal davon aus wir haben nur einprotonige Säuren. Abgeben können schwache Säuren genausoviel wie starke. Nur unterschiedlich gerne, sprich bei starken Säuren ist das Proton schwach gebunden und lässt sich leicht entreißen. Wenn eine starke Säure ihr Proton verloren hat wird sie zu einer schwachen korrespondierenden Base (das ist nicht der Reaktionspartner sondern das Reaktionsprodukt Salzion)

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Die Stärke einer Säure ist immer nur im Verhältnis zu einer anderen definiert.

Oder genauer müsste man eigentlich von einem Säure-Basen-Paar in Verhältnis zu einem anderen sprechen.

In deinem Beispiel sind HCl  / Cl⁻ das eine Paar.
H₃O⁺ / H₂O sind das andere.
Die Säuren sind HCl und H₃O⁺, die Basen Cl⁻ und H₂O.

Wasser spielt eigentlich keine besondere Rolle, sondern ist nur das gebräuchlichste Lösungmittel, in Haushalt, Industrie und Labor.
H₂O / OH⁻ ist auch ein Säure-Basen-Paar, in sauren Lösung aber eher ohne Belang.

Es gibt noch viele weiter Säure-Basen-Paar, auch solche, die so extrem sauer oder basisch (=alkalisch) sind, dass Wasser da nicht mehr mitspielen kann.
Die stärksten "normalen" Säuren, also abseits der "Supersäuren", sind mehr als millionenmal so stark wie H₃O⁺.
Daher sollte man eher HA + ??? -> A⁻ + H???⁺ schreiben.

Die "Drei Fragezeichen" deshalb, weil ich nicht so wirklich der Fachmann für Supersäuren bin, und erst recht nicht für die passenden Lösungsmittel.

Es soll sogar Säuren geben, die CH₄, also Methan, zum CH₅⁺ protonieren, was ja eigentlich gar nicht geht, weil CH₄ ja nicht mal ein freies Elektronenpaar hat, also eigentlich gar nicht als Base wirken kann.

Deshalb lernt man ja Chemie auch noch in der Oberstufe und an der Uni, weil es immer noch ein wenig anders ist, als man es mal gelernt hatte.

Es geht also weniger um das "viele" oder "wenige", oder um "gern" oder "ungern".
Das Gernhaben drückt der pKs-Wert aus, der ist für eine Säure charakteristisch.
Man könnte es auch als Druck bezeichnen, der hinter den Protonen steckt, oder als Saugkraft, die sie anzieht.

Wie viele Protonen wie wandern, hängt von den Konzentationen ab, und das regeln die Säuren schon ganz allein unter sich, nach den Regeln.
OK, dise Regeln dann zu lernen, ist nun auch wieder ein Problem, aber ein anderes.
Eher ein mathematisches, kein chemisches.

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Die Säurestärke spiegelt nur die Bereitschaft zur Protonenabgabe wider; ob ein Reaktionspartner da ist und wie gerne der sie aufnimmt hat nichts damit zu tun. Auch die Anzahl der abzugebenden Protonen ist egal, sonst wäre Zitronensäure stärker als Salzsäure.

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Kommentar von Yalana
20.06.2016, 21:12

hm, dann habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. hier steht:

http://www.chemie.de/lexikon/S%C3%A4urekonstante.html 

Hat beispielsweise HA ein großes Potenzial, ein Proton abzugeben und A ein kleines Potenzial, ein Proton anzunehmen, nennt man HA eine starke Säure. Das Gleichgewicht (1) würde auf der rechten Seite stehen. Hätten beide Partner ein hohes oder beide Partner ein niedriges Potenzial, wäre HA eine schwache Säure. Das Gleichgewicht (1) würde in beiden Fällen auf der linken Seite stehen.

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