Wieso wird die aus der sicht der evolution sinnvolle lästernd ausgrenzende natur des menschen in der psychologie nicht berücksichtigt ?

5 Antworten

Um ehrlich zu sein ist das relativ hahnebüchender Unsinn, gerade mit dem Bsp.!

Gerade wenn du evolutionspsychologisch argumentieren möchtest, oder Darwins Überleben des Stärken oder besser best Angepasstesten!

Es ist doch so, dass Mobing gerade solche Personen trifft, die heute eigentlich die erfolgreicheren Individuen sind, denn in der Regel sind heute intelligente Personen klar im Vorteil, nicht sportliche, oder gut aussehende. Ausnahmen wie Models oder Leistungssportler natürlich ausgenommen. Natürlich ist nicht abzustreiten, dass attraktive Personen Vorteile genießen, da sie unberechtigterweise gleich beim ersten Treffen als fleißiger, kompetenter etc. bewertet werden, Stichwort "Halo Effekt".

Aber sieh dich doch mal um auf Karriereleitern, da wird nach Leistung ausgewählt, eher selten nach optischen Merkmalen, außer bei Positionen mit hohem Kundenkontakt eher. Um den Advocatus Diaboli zu spielen, du hättest tatsächlich Recht mit deiner These, wenn man Menschen aufgrund geringer Leistungen in Beruf, Studium oder Schule ausgrenzen und demütigen würde (Und auch das tut man, siehe mal was man von einem Hartz 4 Emfänger hält), die heute verbreitete Form von Mobbing ist hingegen nicht gewinnbringend!

Wieso benennst du meine Frage zuerst hahnebüchenen unsinn und gehst dann trotzdem relativ punktgenau darauf ein anstatt deine behauptung zu stützen? Diese bewertung kann ja nur eine funktion auf einer anderen meta ebene haben. Welche würde ich gerne von dir wissen.

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@Funmichi

Rhetorisch gesehen ist es immer ratsam, Thesen denen man nicht zustimmt, oder deren Behaupter in irgendeiner Weise, als dumm oder pathologisch darzustellen, sieht man oft sehr gut von Politikern ausgeführt. Wenn man das überzeugend macht, kann man so eine weitere Diskussion vermeiden. Warum deine These so nicht haltbar ist, habe ich dialektisch überzeugend im Foglenden ausführlich erörtert.

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@Chrismatic

Du bestätigst mich sogar "hättest tatsächlicht recht mit deiner these", denn was darauf folgt trifft tatsächlich zu wie du es in klammern dann nochmal (widersprüchlich) klarstellst.


Und beim letzten beispiel des mobbings wertest du es zwar als "nicht gewinnbringend", bestätigst aber dessen verbreitung.

Das sind die zwei wichtigsten widersprüche in deiner ausführung. 

Wie kann das hahnebüchener unsinn sein wenn du es sogar phasenweise klar bestätigst? 

Auch der konjunktiv baut da keine ausreichende distanz auf.

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@Funmichi

Du reißt meine Aussagen in solcher Weise aus dem Kontext, dass sie nunmehr nur sinnentleert im Raum stehen.

Zu der Passage, bei der ich dir, wie du sagst, recht geben würde: Es heißt hier wörtlich: "
Um den Advocatus Diaboli zu spielen, du hättest tatsächlich Recht mit deiner These, wenn"

Hier führe ich zum einen die Kondition "Wenn" ein, also deine These wäre nur mit meiner Abänderung als richtig zu betrachten. Viel wichtiger weise ich aber darafhin, dass ich nun nicht meine, und gegebenfalls auch keine vertretbare Meinung aufführen werde, sondern als "Advocatus Diaboli" spreche.

Zum letzten Beispiel: Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt und Verkehrsstraftaten sind auch verbreitet, aber niemand bei klarem Verstand wird darin einen gesellschaftlichen Gewinn sehen, dies kann man auf Mobbing und im Geringeren auch auf Lästern beziehen.

Niergendwo bestätige ich deine These klar, ich führe lediglich wie es gutes wissenschaftliches Arbeiten verlangt, auch Ausnahmen und Beispiele für deine Posititon an.

Ich möchte nun nochmal es etwas einfacher ausführen:

Wo liegt denn ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen, wenn jemand wegen seiner unschönen Nase etwa häufig negative Dinge zu hören bekommt, derjenige aber Talente in anderen Bereichen hat, etwa ein guter Artzt werden könnte, oder Musiker. Letztlich würde ihm dieses Ziel aber erschwert werden, worunter die ganze Gesellschaft zu leiden hat.

Zum anderen möchte ich auf Dale Carnegie verweisen, ein Urgestein in Management und Coaching Literatur. Sein bahnbrechendes Grundlagenwerk "Wie man Freunde gewinnt. Die Kunst beliebt und einflussreich zu werden" wird noch heute aufgelegt. In dem Werk setzt Carnegie sich mit vielen erfolgreichen Personen außeinander und lässt auch eigene Coaching Erfahrungen einfließen.

Jedenfalls kommt er ua. zu dem Schluss, erfolgreiche Menschen reden immer nur gut über andere Personen, lästern nicht und versuchen immer jeden zu integrieren. Auch neueere psychologische Studien belegen, wer lästert ist tendentiell weniger beliebt, das liegt auch einfach daran dass dann negative Worte und Meinungen mit der Person assoziiert werden.

Nun ist es aber wirklich genug.

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Nun wird ein Psychologe einem Patienten mit einer Nase wie Pinoccio sicher nicht erzählen, dass er voll und ganz dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Das wäre auch nicht Sinn und Zweck einer Therapie.

Sondern er wird ihm helfen, die eigene Sicht auf dieses Merkmal zu verändern. Er wird ihm erklären, dass man durchaus ein wertvoller Mensch und ein wichtiges akzeptiertes Mitglied in der Gesellschaft sein kann, auch wenn man nicht zum erlesenen Kreis der extrem schönen Menschen zählt.

Das wäre dann eine positive Botschaft.

Der lässt ihn nicht in seiner Blase, dass die anderen nur unfair sind. (Sind sie auch, denn für körperliche Besonderheiten wie eine lange Nase kann keiner etwas, allerdings ist auch keiner davor gefeit, dass ihm etwas passiert und er plötzlich - weil nicht mehr vollumfänglich leistungsfähig und fit - zu Gruppe der lästernd oder mobbend ausgegrenzten Personen zählt.

Während in der Evolution Ausgrenzung ein Mittel ist, um z. Bsp. den Schutz einer Gruppe nicht zu gefährden, hat Ausgrenzung heute fast immer was mit Konkurrenzdenken zu tun.

Wenn man den neuen Mitarbeiter (gut ausgebildet, ungebunden (zeitliche Verfügbarkeit) und leistungsbereit als Konkurrenz sieht und Angst hat, dass man im Leistungsvergleich selbst unterlegen sein könnte, dann versucht man den Neuen mit Mobbing zum Aufgeben zu bewegen.

Wenn man selbst nicht aus seiner Komfortzone herauswill und nicht möchte, dass jemand beweist "mehr ist machbar" - dann mobbt schon mal eine ganze Schulklasse. Weil sie den Klassenbesten nicht als Maßstab haben möchten, sondern ihr eigenes Mittelmaß.

Nur - inwiefern macht das evolutionär Sinn???

Zumal die Entwicklung der Menschheit mit wachsender Relevanz  von Wissen und kognitiven Fähigkeiten dazu führt, dass "Survival of the fittest" - "Es überleben nur die am besten angepassten" - zunehmend an Bedeutung verliert.

Das ist eine gute Frage. Denn ich selbst kann mich daran erinnern wie damals mir jemand gesagt hat "Du bist kein Brat Pitt aber du hast einiges in der Birne...". Und seitdem hat sich einiges bei mir geändert.

Zudem wollte ich nie Brat Pitt sein ^^ Aber davor haben mich die Leute immer "geschont" behandelt. Heute bin ich froh wenn mir jemand ins Gesicht sagt was er an mir schlecht findet, wenn es etwas gibt.

Ich denke es liegt daran, dass der Psychologe nichts "riskieren" darf. Eine Art Weicheiberater. Leider hat er auch kaum eine andere Wahl. Denn in unserer heutigen Gesellschaft wird ja jeder für alles verklagt, wenn die Folgen doch negativ waren. Auch Lehrer dürfen ja Kinder nicht mehr erziehen, weil sie wegen jeder kleinen Sache verklagt werden.

Denn eine harte Wahrheit kann leider auch nach hinten los gehen. Ich bin aber der Meinung, dass es manchmal notwendig ist das Vögelchen vom Felsen zu schubsen damit es auch lernt zu fliegen. Das gehört einfach dazu. Sonst wird der Mensch immer in der unteren Schicht bleiben wenn er zu sehr "geschont" wird. Depressionen sind die Folge.

Sehr gute antwort(auch wenn ich eigentlich eine wertung unterlassen wollte) ein treffender vergleich. Mit dem risiko kann ich durchaus zustimmen, gerade mit diesen ganzen klagewellen wie zb germanwings usw. danke!

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