Wieso wird Deutschland bei der UN von einem Israel-Hasser vertreten?

18 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist egal von wem Deutschland in der UN vertreten wird, er waehlt ja nicht aus persoenlicher Sicht, sondern nach dem was die Regierung ihm vorschreibt.

Die FDP hat Anfang des Jahres versucht eine Resolution im Bundestag durchzubringen, die aufrief, sich von einseitigen, in erster Linie politisch motivierten Initiativen und Allianzen antiisraelischer Mitgliedstaaten zu distanzieren und Israel und legitime Israelis zu schuetzen, aber die wurde mir 2/3 Mehrheit abgelehnt.

Aber es scheint sich auch etwas zu aendern: in der UN Versammlung im Mai hat Deutschland gegen die Resolution gestimmt, die grob gesagt Israel fuer die Gesundheitszustaende in den besetzen Gebieten verantwortlich macht.

2/3 Ablehnung ist ein Armutszeugnis.

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@verreisterNutzer

Tja... das muss aber um die Zeit herum gewesen sein, als Trump die Golanhoehen als Teil Israels anerkannt hat. Vielleicht hing es damit zusammen.. KA.

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Die "Frage" liest sich eher wie Propaganda israelischer Hardliner .. denen jemand wie Trump gegefällt der alles frisst was Israel, d.h. die bisherige Regierung macht.

Nein, im aller Freundschaft zu Isreal und ohne die palestinensichen Extremisten zu verharmlosen oder gar Terror zu rechtfertigen, darf man Israel auch kritisieren, wenn es Völkerrecht bricht wid mit der Siedungspolitik und anderen Massbahmen in den besetzten Gebieten.

Der Fragesteller holt jetzt sicher die Antisemitismuskeule aus dem Schrank. Dann muss er aber auch due ca 50 % jüdischen Wähler kritisieren die die Regierungspolitik auch nicht gut finden.

"Dann muss er aber auch due ca 50 % jüdischen Wähler kritisieren die die Regierungspolitik auch nicht gut finden."

Richtig, oder sind das aus der Sicht von Leuten wie dem Fragesteller auch alles Israel-Hasser? Und sind AfD-Wähler dann Deutschland-Hasser?

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@HansImGlueck178

Das AfD-Wähler anscheinend einen notorischen Hass gegenüber Deutschland empfinden, halte ich für so abwegig nicht.

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Was für Resolutionen waren das denn?

73/94. Tätigkeiten des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten

73/97. Anwendbarkeit des Genfer Abkommens vom 12.August 1949 zum Schutze von Zivilpersonen in Kriegszeiten auf das besetzte palästinensische Gebiet, einschließlich Ost-Jerusalems, und die anderen besetzten arabischen Gebiete

73/98. Israelische Siedlungen in dem besetzten palästinensischen Gebiet, einschließlich Ost-Jerusalems, und in dem besetzten syrischen Golan

73/92. Hilfe für Palästinaflüchtlinge

73/28. Schaffung einer kernwaffenfreien Zone in der Nahostregion

73/22. Jerusalem

73/96. Tätigkeit des Sonderausschusses zur Untersuchung israelischer Praktiken, die die Menschenrechte des palästinensischen Volkesund anderer Araber der besetzten Gebiete beeinträchtigen

73/99. Israelische Praktiken, die die Menschenrechte des palästinensischen Volkes in dem besetzten palästinensischen Gebiet, einschließlich Ost-Jerusalems, beeinträchtigen

73/158. Das Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung

Gerade in Hinblick auf die Nazivergangenheit darf die Bundesrepublik nichts unterstützen, bei dem versucht wird, durch Vertreibung neuen, eigenen Lebensraum zu gewinnen. Sie muss auf Einhaltung der Menschenrechte pochen. Sie muss sich auf die Seite des Friedens stellen. Und sie muss auch auf Einhaltung der Dinge beharren, die von den Vereinten Nationen beschlossen wurden.

Die Bundesrepublik dürfte sich in ihrem Abstimmungsverhalten auch nicht von anderen europäischen Staaten unterscheiden.

Vielleicht sollte die Bild-Zeitung mal ins Detail gehen? Oder du?

Oder Du? Gerade wegen seiner Vergangenheit steht der deutsche Staat in der Pflicht zweimal hinzuschauen und nicht blind beim UN-Sitznachbarn abzugucken. Fast die Hälfte aller Resolutionen richten sich gegen den jüdischen Staat, fast genauso viel wie gegen jeden anderen Staat auf der Welt zusammen. Das ist einseitig und erstickt in Doppelstandards.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_United_Nations_resolutions_concerning_Israel

Der PLO-Präsident, Holocaustleugner (leidenschaftlich in seiner Doktorarbeit) und Antisemit Machmud Abbas, der übrigens der Nachfolger vom Friedensnobelpreisträger und Terrorist Arafat ist, dessen Lehrer der Großmufti Jerusalems und stolzer SS-Funktionär Mohammed Amin al-Husseini war. Vielleicht sollte sich Deutschland auch diesen Abschnitt der Vergangenheit vor Augen führen, anstatt sich (in dem Zusammenhang doch schon antisemitsch) gegen Israel zu stellen.

Während es Raketen von radikal-islamischen Terroristen auf Israel hagelt, erntet dieser jüdische Staat 7 Resolutionen, die plädieren, dass er doch bitte davon ablasse, sich zu verteidigen und auch präventiv vorzugehen. Nein, Israel darf das nicht, weil - ja warum eigentlich? Warum dürfen alle anderen Länder machen, was sie wollen, aber Israel bekommt sogar die Fehler der PLO zugeschoben und oben drauf einige rein imaginäre. Das ist widerlich und eine Schande für die deutsche Regierung. Kürzlich stimmte man im EuGH für eine Kennzeichnung von israelischen Produkten aus besetzten Gebieten. Gibt es daneben weitere Staaten, die dieser Regelung unterliegen? Nein, warum eigentlich nicht?

Israel bestetzt übrigens besetztes Gebiet und das ist in dieser Ausnahmesituation seit Jahrzehnten auch richtig.

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@Traumtuer54

Oh, besetztes Gebiet besetzen, welch nobles Handeln. Erinnert mich an das Wartheland.

Die bösen "antiisraelischen" Resolutionen zielen fast ausschließlich auf Frieden, Menschenrechte und darauf, dass die Palästinenser ihr eigenes Land verwalten dürfen. Die Friedensresolutionen richten sich immer an beide Kontrahenten, also nie an Israel allein.

Du bist also dafür, dass den Palästinensern nur noch kleine Reservate übrig bleiben, dass ihnen sämtliches Wasser abgezweigt wird?

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@Traumtuer54

Wenn Israel nicht durchgehend das Völkerrecht brechen würde, sähe das vermutlich anders aus. Sie treten eben die Rechte der besetzten Gebiete mit Füßen wie aktuell kein anderer Staat.

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@HansImGlueck178

Eine Frage die gerade aufkommt:

Wann gibt eigentlich Israel das von Syrien wider dem Völkerrecht annektierte Gebiet wieder zurück?

Hinweis: Dieses Posting kann Spuren von Polemik als Spielart 
des Sarkasmus enthalten.
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Auch Israels Regierung muss sich für ihre Politik Kritik gefallen lassen und es nicht gleich mit Antisemitismus abtun.

Mir ist durchaus die schwierige und komplizierte Lage im nahen Osten gewusst, dies rechtfertigt aber noch lange nicht einen Narrenfreiheit für die Politik der israelischen Regierung.

Der Siedlungsbau in besetzten Gebieten ist nun mal falsch. Russland hat auf der besetzten Krim ein Bauwerk errichtet und wurde deswegen kritisiert. Bloß weil der Staat Israel heißt, heißt es noch lange nicht das es alles darf.

Um es noch mal klar zu sagen. Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist kein Antisemitismus!

Das ist eine sehr gute Frage. Der deutsche Vertreter ist hier in meinen Augen wirklich zu einseitig.

Andererseits muss man aber auch sagen: die israelische Siedlungen werden mehr oder weniger rechtswidrig errichtet, es geht Israel darum, sein Land defacto zu vergrößern, auch wenn es de jure eigentlich gar nicht erlaubt wäre.

Auch muss man sagen, dass die Bild ein bedingungslos proisraelisches Medium ist - Heusgen ist kein Israelhasser, aber mehr Verständnis für die israelische Seite würde ihm nicht schaden.

"mehr oder weniger rechtswidrig errichtet"

Nein, das ist ganz klar völkerrechtswidrig, denn man hat sich auf bestimmte Rechte für besetzte Gebiete geeinigt. Auch die Rechte und Pflichten im Bereich der Kulturerhaltung tritt Israel beispiellos mit Füßen.

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@HansImGlueck178

Die Welt scheint für den Fragesteller einfach zu sein:

Findest du in Ordnung wenn sich Israel an Vereinbarungen halten soll (welche die USA inzwischen nicht mehr mit verfolgt) -> bist du fast schon ein Nazi.

Findest du es nicht okay wenn Menschen in Not unterstützt werden die nicht jüdisch sind -> bist du fast schon ein Nazi.

Gilt natürlich automatisch wenn du Deutscher bist. Mit Völkerrecht kannst du da nicht kommen, das existiert mutmaßlich in einer anderen Form beim Fragesteller.

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