Wieso wird das deutsche Bildungssystem nicht vereinheitlicht?

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8 Antworten

Ich wäre ja dafür eine dritte Alternative endlich wieder zu erlauben.

Neben Regelschulen und Privatschulen sollte der Schulbesuchszwang rückgängig gemacht werden.

Vor 1938 war die Schulpflicht als Unterrichtspflicht zu versehen und war nicht an einem bestimmten Gebäude gebunden. Da gab es auch noch Hauslehrer neben der Schule.

In unseren direkten Nachbarländern ist der Hausunterricht offiziell erlaubt. Nur etliche Deutsche meinen, dass Bildung (welche?) nur in einem bestimmten Gebäude (Schule) von 7:30 - 12:45 in kasernenartig angeordneten Räumen (Klassen) und einem willkürlich zusammengewürfelten Verband (Schüler) funktioniere.

Nicht zu vergessen: Lernen genau nach Plan.

Klar gibt es Schulen, in denen es anders zugeht. Nur haben nicht alle Eltern das Geld dafür und diese Schule nehmen nicht alle Schüler an.

Weil Bildung eine Kernkompetenz der Länder ist, was ihnen durch das Grundgesetz zugesichert ist. Man könnte genauso gut fragen, warum Bildungssysteme nicht innerhalb der ganzen Europäischen Union vereinheitlich werden - es ist eben eine Frage des deutschen Föderalismus.

Ich halte es für gar nicht so schlimm: Durch eben diesen Föderalismus haben wir keine starren Systeme, die durch den relativ stabilen Einfluss der Großparteien im Bundestag konserviert werden, sondern zumindest in Ansätzen Möglichkeiten, auch neue Systeme (z. B. Ganztags-, Gesamt- oder Profilschulen) einzusetzen. Das Entscheidende an der Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft ist nicht, dass die Menschen exakt gleich qualifiziert werden, sondern dass sie in der breiten Masse gut qualifiziert werden. DAS ist das große Manko unseres Systems - keine Sondermeinung von mir, sondern bestätigt von praktisch allen führenden wissenschaftlich arbeitenden Pädagogen. Breit angelegte Chancen auf gute Bildung werden aber in Deutschland systematisch verhindert, vor allem durch das mehrgliedrige Schulsystem und die strukturelle Benachteiligung großer Bevölkerungsgruppen (Migranten, bildungsferne Familien etc.). Das ist damit ein Problem, was auf Bundesebene derzeit nicht gelöst werden kann, da vor allem CDU und FDP für eben dieses derzeitige System stehen und eine Abkehr vor ihrer Wählerschaft nicht verantworten würde.

august13 17.06.2011, 22:55

PS: Ich halte es für ein Gerücht (bzw. einfach für Unsinn), dass das Abitur in Bayern "um ein Vielfaches schwerer" ist als in Sachsen. Richtig ist nur, dass in einigen Bildungserhebungen deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse durch bayrische Schüler erzielt wurden, wodurch der Schluss gezogen wurde, dass in Bayern oft schwieriger zu bewertende Leistungsanforderungen bestehen.

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srami 18.06.2011, 11:45
@august13

es gibt interne Umrechnungstabellen, um die Abiturnoten in den Ländern in einen Bundesschnitt umzurechnen.

Dieser lag im Jahr 2000 zwischen dem faktor 0,7 (Bayern) und ca. 1,6 (für ein norddeutsches Bundesland). Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg hatten den Faktor 0,9 - also immer noch über dem Bundesdurchschnitt.

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srami 18.06.2011, 11:47

@august13: sehr gute Erklärung!!!

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Die föderale Struktur in Deutschland ist im grundgesetz verankert und darf nicht verändert werden. Und die Bundesländer wehren sich dagegen, ihre Eigenverantwortung im Bildungssystem abzugeben (vor allem eben die Bayern... und auch die Sachsen, denn die haben ein gutes Abi. Ein negativbeispiel ist Bremen).

Da dürfte der Föderalismus eine wesentliche Rolle spielen. Bei uns in der Schweiz ist es nicht anders: Wir haben 26 verschiedene Schul- und Bildungssysteme.

Weil der Michel das so will: Förderalismus! Die Länder wollen auch wo mitquaken, da bietet sich der Kulturbereich an. Kultusministerkonferenz der Länder! Toll! Das ist förderativ. Das entspricht der gesellschaftlichen Wirklichkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Dann bräuchten die Länder ja nicht sein. Das ist mit das Quäntchen zur Aufrechterhaltung dieses politischen Mechanismusses. Also muß das sein. Die Vereinheitlichung geht nicht, das würde einem kommunistischen Zwangs- und Plansystem entsprechen und ist also bundesrepublkanisch nicht gestaltbar! Ist auch richtig so! Sonst wären wir ja alle so blöd wie die da in Untertupfingen bei den Rattenhubers!

Bildung ist in Deutschland Ländersache und du weißt selbst wieviele Bundesländer wir haben. also kocht jeder sein Süppchen.

das wüsste ich auch gerne!

bildung ist ländersache...

aber bestrebungen sind da und es wird kommen

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