Wieso will die Bundesregierung die Preisbremse bei Arzeimitteln anziehen?

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8 Antworten

Wieso will die Bundesregierung die Preisbremse bei Arzeimitteln anziehen?

Weil es - wie an vielen Stellen - auch bei Arzneimitteln keinen Markt, sondern nur ein Oligopol gibt. Und weil dieses Oligopol die Politik allzu sehr in die Enge treibt:

  1. Die Kosten der Medikamente müssen (meist) noch die Kassen übernehmen. Man arbeitet zwar schon daran, dass das zukünftig "mehr Privatsache" wird, aber noch ist es eben so.
  2. Und die Kassen müssen das Geld dafür erst mal haben. Selbst drucken dürfen sie es nicht; also holen sie es sich vom Kassenmitglied. Und das bedeutet "höhere Krankenkassenbeiträge".
  3. Doch die findet der Wähler nicht gut: Kündigen also die Krankenkassen an, dass sie die Beiträge erhöhen müssen, schiebt der Wähler das (zu Recht) auf die Politik. Und typischerweise bestraft er dann die gerade amtierende(n) Regierung(sparteie(n)).

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Der Hintergrund ist, dass wir ein "Krankheits-System" und kein Gesundheitssystem haben. Pharmaindustrie und Ärzte werden für die Behandlung von Krankheiten und die Verschreibung von Medikamenten bezahlt. Nicht für die Gesundheit der Menschen.  

Also zeigen sie sich als gute Kapitalisten und versuchen, ihren Gewinn zu optimieren. 

Beispielhaft sei der berühmt-berüchtigte "5.555%-Fall" genannt:

Es gibt auf dem Markt ein AIDS-Medikament namens "Daraprim". Dieses Medikament ist für HIV-Patienten lebenswichtig. 

Vor einiger Zeit kaufte nun eine "medizinische Heuschrecke" das Patent für das Medikament. Und man machte, was man im Kapitalismus eben macht: Man erhöht den Preis so lange, wie die Nachfrage befriedigend bleibt. Und wenn die Nachfrage nicht nachlässt, kann man das endlos machen...

In diesem Fall stieg der Preis für das Medikament von 13,50 US-Dollar pro Tablette binnen eines Tages auf 750 Dollar pro Tablette. 

Einfach so. Weil es ging. Weil der Absatzmarkt trotzdem vorhanden war, denn die Leute werden ja nicht schneller gesund, nur weil das Medikament teurer wird. Und es wurde in diesem Fall nur deshalb negativ konnotiert, weil die "medizinische Heuschrecke" zu gierig war und alles auf einmal wollte.

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Nun könnte man sagen: "Ja darf man das denn? Kann man die Preise wirklich einfach so festlegen und erhöhen, wie man will?"

Und die Antwort lautet: "Ja! Absolut! Wir leben im Kapitalismus und nicht im Sozialismus. Da kann jeder seine Preise so frei festlegen, wie er das will. Man hätte auch 20.000 US-Dollar pro Tablette verlangen können. Insofern waren die 750 US-Dollar pro Tablette, also die Preiserhöhung um 5.555%, geradezu sozial."

Doch weil das - siehe oben - zu "politischen Problemen" führt (die gesundheitlichen, menschlichen oder einfach nur ethischen Probleme spielen auf dem Markt keine Rolle), versucht man nun, eine "Preisbremse" zu etablieren.

Die ist allerdings weder besonders wirkungsvoll (s. etwa "Mietpreisbremse"), noch besonders nachteilig für die Konzerne. Aber sie wird Teil des kommenden Wahlkampfes werden: "Seht her, Krankenkassen-Beitrags-Zahler! Wir haben für euch gekämpft! Also wählt uns gefälligst auch!"

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Sie zieht die Preisbremse noch nicht scharf genug an. Man vergleiche nur mal die Preise der Medikamente mit anderen weuropäischen Ländern, so z.B. Frankreich, Spanien und Italien, dann fällt auf, dass dort die Arzneimittel erheblich preiswerter als hierzulande sind.

Wir haben weine Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Davon fallen als Hauptkosten die des Krankenhausaufenthaltes sowie der Medikamente an. Da stwellt sich schon mal die Frage, Wem das wohl nutzt. Die Antwort ist nicht sonderlich schwierig, es sidn die Pharmakonzerne, deren Profite so rasant ansteigen. Alle anderen sind bei knapper Kasse wenig günstig dran. Zahlreiche Arme können sich teure Medikamente nicht leisten, wieder andere zhalen sie mit ihren überhöhten Krankenkassenbeiträgen sowie Rezeptgebühren und müssen z.T. auch noch feststellen, dass die Qualität nicht immer so ist, wie man sich das wünscht.

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Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ich werde das mal anhand der verschiedenen Kommentare erklären ;-).

Weil manche Leute der Meinung sind in den Markt einzugreifen wäre etwas gutes.

Hier ist erstmal ein wichtiger Punkt: Bei Arzneimitteln gibt es keinen wirklichen Markt. Auf einem Markt entwickelt sich  der Preis durch Angebot und Nachfrage.

Bei (insbesondere verschreibungspflichtigen) Medikamenten funktioniert es aber nicht so. Oder schon mal in der Apotheke um den Preis gefeilscht?

Insbesondere wenn Ärzte "geimpft" wurden, bestimmte Medikamente zu verschreiben, gibt es keine Preisbildung. Das nennt man dann auch angebotsinduzierte Nachfrage.

Zum Glück gibt es jetzt oftmals Generika, die die gleichen Wirkstoffe enthalten, aber ungleich günstiger sind.

Einer davon ist, dass die Pharmaindustrie ein Krebsmedikament zurückzieht und kurz darauf zum 10fachen Preis als MSmedikament herausbringt.

Das hier ist auch so ne Sache. Medikamente, die bisher in ihrer Wirkung einzigartig sind, das heißt also, es gibt keine Alternative zu den Medikamenten, werden gerne sehr teuer verkauft, einfach weil es keine Konkurrenz hierzu gibt.

Germany must Perish".. Deutschland soll unten gehalten werden

Das hier ist Bulls.... , bringt mich aber zum nächsten Punkt. In Deutschland sind die Medikamente so teuer wie oftmals in keinem anderen Land. Schon mal in einem anderen EU-Land gewesen und Medikamente für einen Bruchteil des Preises bekommen?

Oftmals wird Deutschland auch als "Versuchsballon" genommen um zu sehen, wie teuer man ein Medikament verkaufen kann.

Medikamente machen einen sehr großen Teil der Gesamtausgaben in der Krankenversicherung aus. Einsparungen würden hier also den Versicherten zu gute kommen.

All das sind Gründe, warum die Regierungen schon immer versuchen, die Kosten bei den Medikamenten einzudämmen. Versteht mich nicht falsch, ich bin dafür, dass Fortschritt und Entwicklung sich für Unternehmen lohnen. Ohne den Fortschritt bei der Arzneimittelentwicklung sähe es nicht so gut aus.

Jedoch ist es wichtig ein gesundes Maß zu finden zwischen Gewinne für Unternehmen und Kosten für Medikamente.

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Weil sonst verschreibungspflichtige, nötige Medikamente zu teuer werden! 

Beispiel Tecfidera, Packung für drei Monate, kostet derzeit EUR 3.667,-. Das zahlt natürlich die Krankenkasse, aber die muss das Geld auch erst einmal haben!

Ganz am Anfang, als Tecfidera neu auf dem Markt war,  hat diese  Packung noch über EUR 6.000,- gekostet.

Es gibt kein Generikum, wenn ein Medikament neu auf dem Markt ist! Dann hat es nämlich zehn Jahre lang Patentschutz. Sprich, ein Hersteller hat das Monopol und kann verlangen, was er will.

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Da gibt hunderte Gründe.
Einer davon ist, dass die Pharmaindustrie ein Krebsmedikament zurückzieht und kurz darauf zum 10fachen Preis als MSmedikament herausbringt.

Ist 'ne komische Sache mit dem Markt, der angeblich alles richtet.
Der Markt richtet gar nichts und schon gar nicht alles.

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Weil manche Leute der Meinung sind in den Markt einzugreifen wäre etwas gutes.

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du kannst sie doch mal anschreiben oder die CDU anschreiben - sicherlich bekommst du eine direkte Antwort.

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Um die Kosten einzudämmen.

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