Wieso werden unterschiedliche Berechnungen der Fahrtkosten bei Arbeitnehmer und Freiberufler vorgenommen?

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5 Antworten

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können nur mit der Entfernungspauschale angesetzt werden, also einfache Strecke.
Der Arbeitnehmer könnte ja dichter an seinen Arbeitsplatz ziehen.

Alle anderen Fahrten können mit Hin- und Rückfahrt angesetzt werden, auch die eines Arbeitnehmers auf Dienstreisen.
Insofern werden alle gleich behandelt, nur dass Freiberufler etc in der Regel keine erste Tätigkeitsstätte haben.

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Flokati76 06.09.2016, 15:12

Der Arbeitnehmer könnte ja dichter an seinen Arbeitsplatz ziehen.

Das ist nicht ernsthaft die offizielle Begründung dafür, dass der AN nur die Hälfte seiner (pauschalen) Kosten ansetzen kann, oder!?

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Petz1900 06.09.2016, 15:17
@Flokati76

Natürlich. Es waren sogar schon ernsthafte Überlegungen im Gamge, die Pauschale ganz abzuschaffen. Schließlich ist es ja das Problem des Arbeitnehmers wie weit er von seiner Arbeitsstätte entfernt wohnt. Manche ziehen sogar weiter weg und können dann auch noch den weiteren Weg ansetzen, ist das gerecht? Völlige Gerechtigkeit wird man nie erreichen....

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wfwbinder 06.09.2016, 15:28

so ist es

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Das stimmt nicht.

In § 4 Abs. 5 Nr. 6 wird ausdrücklich auf § 9 verwiesen.

Also gilt auch für Unternehmer bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb die einfache Entfernung X 0,30 €.

Darüber hinaus gehende Kosten sind nichtabzugsfähige Betriebsausgaben.

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Flokati76 06.09.2016, 17:46

Ein guter Hinweis, danke! Offensichtlich ist also die Strecke Wohnung-Arbeitsplatz/Betriebstätte anders als andere Fahrten zu sehen. Sagt uns auch der Gesetzgeber, warum er da eine Unterscheidung macht?

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Helmuthk 07.09.2016, 09:21
@Flokati76

Dann solltest Du mal den § 9 Abs. 1 Nr. 4a lesen.

Da steht nämlich, dass Arbeitnehmer für andere beruflich veranlasste Fahrten wie etwa Dienstreisen die tatsächlichen Fahrtkosten geltend machen können, also Bahnkarte oder die tatsächlichen Kilometerkosten für das eigene Fahrzeug.

Weil aber die Ermittlung der tatsächlichen Kfz- Kosten einigermaßen schwierig ist (AfA, Kraftstoff. Steuer, Versicherung, Inspektionen usw. für das ganze Jahr und dann Umrechnung auf den Kilometer), kann die Pauschale gewählt werden.

Das ist natürlich bei Unternehmern einfacher, weil sie ihre gesamten Kraftfahrzeugkosten in der Buchführung erfassen.

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Wieso werden Nachtzuschläge etc. von Arbeitnehmern steuerfrei gestellt?

Wieso muss ich jeden Cent Betriebsausgaben nachweisen, wohingegen Arbeitnehmer erstmal 1.000,- € Pauschale bekommen.

Ist keine direkte Antwort auf die Frage, aber ich wollte es mal einwerfen....

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agentharibo 07.09.2016, 12:39

Betriebsausgaben bedürfen der Nachweispflicht! Pauschalen können nur in Anzatz gebracht werden, wenn es das Gesetz zulässt. Welcher Unternehmer lässt sich allerdings auf steuerfreie Aufwandsentschädigungen ein, wie sie bei AN gezahlt werden?

Der Unternehmer trägt sein Geschäftsrisiko selbst.

Den Arbeitnehmer trifft kein Geschäftsrisiko.

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Arbeitnehmer dürfen lt. § 9 EStG nur den Entfernungskilometer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte angeben.

Sollten Arbeitnehmer allerdings ihr eigenes Fahrzeug für den Geschäftsbetrieb des Arbeitgebers benutzen, seht ihnen ein steuerfreier Aufwandsersatz von 0,30€ pro gefahrenem Kilometer zu.

Ich glaube allerdings kaum, dass Selbständige (z.B. Freiberufler) sich mit 0,30€ pro gefahrenem Kilometer abspeisen lassen.

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Petz1900 06.09.2016, 13:44

nicht ganz, das ist Rechtslage vor 2014.

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Flokati76 06.09.2016, 13:48

Das beantwortet aber noch nicht meine Frage, warum die Pauschalen unterschiedlich berechnet werden.

Ich interpretieren den Artikel so, dass Freiberufler/Selbstständige/etc. die gefahrenen Km absetzen können, da sie die "tatsächlichen Kosten" berechnen können. Aber wieso ist das bei Arbeitnehmern anders? Die fahren doch auch nicht zum Spaß an der Freude zur Arbeit...

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baindl 06.09.2016, 13:53
@Flokati76

Steht doch auch im verlinkten Text:

Der BFH sah das anders. Von den verschiedenen Einsatzorten habe keiner eine besondere "zentrale Bedeutung". In solchen Fällen gelte auch für Arbeitnehmer, dass sie die vollen gefahrenen Kilometer steuerlich als Werbungskosten geltend machen können. Gleiches müsse auch für Freiberufler gelten.

Der Betriebsausgabenabzug sei daher nicht auf die Pendlerpauschale begrenzt, urteilte der BFH. Vielmehr seien " grundsätzlich die tatsächlichen Aufwendungen für die Fahrten absetzbar".

Du kannst in Deiner Steuererklärung als AN auch, statt der Pauschale, die tatsächlichen Kosten angeben.

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Flokati76 06.09.2016, 14:01
@baindl

Dort geht es um einen speziellen Fall:

In solchen Fällen gelte auch für Arbeitnehmer, dass sie die vollen gefahrenen Kilometer steuerlich als Werbungskosten geltend machen können.

Der Abzug der tatsächlichen Aufwendungen betrifft nicht den AN:

Der Betriebsausgabenabzug sei daher nicht auf die Pendlerpauschale begrenzt, [...]

Unabhängig davon würde es auch nicht die Frage nach dem WARUM beantworten: Warum gibt es unterschiedliche Berechnungen und wie sind diese begründet?

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