Wieso werden nationalsozialisten schlecht dargestellt und Kommunisten nicht?

15 Antworten

„Geschichte wird von Siegern geschrieben, nicht von Helfen“

Trift in sofern zu als dass die Verbrechen des dritten Reiches überall auf der Welt bekannt und als solche anerkannt werden. Deutschland hat nämlich den Zweiten Weltkrieg verloren. Die Stalinistischen Säuberungen, das Massaker von Katyn, die Gulags, usw. kennen nur wenige Menschen auf der Straße, weil die Sowjetunion den Krieg gewonnen hat. Alle Verbrechen die in der Vergangenheit geschehen sind, sind gleich schlimm. Ob nun die Ermordung der Juden im dritten Reich, die Ausrottung der indigenen Bevölkerung in Südamerika durch die Spanier im 16. Jahrhundert, die Ausrottung der Indianer Nordamerikas durch die weißen Siedler, der Völkermord an den Maori in Neuseeland durch die Briten, die brutalen Vorgehensweisen der Amerikaner und Franzosen in Vietnam und Indochina, die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, diese Liste ließe sich endlos weiter führen ... Jede Nation hat gehörig Dreck am Stecken, von den einen weis man es von anderen wissen es nur wenige.  
Auch ist es eher die Ausnahme, dass ein Land seine dunkle Vergangenheit so aufarbeitet wie Deutschland. Was ist mit der Türkei und dem Völkermord an den Armeniern zum Beispiel? Einem potenziellen Verbündeten will man darüberhinaus auch nicht Vorwürfe machen weshalb die Verbrechen der ach so tollen Briten, Franzosen und Amerikanern tendenziell eher totgeschwiegen werden ...

Dazu gäbe es viel zu sagen, hier nur ein Aspekt: Zur Ideologie der Nationalsoziallisten gehörte es, Juden zu bekämpfen und schließlich zu vernichten. Nationalsozialismus ohne Judenverfolgung gibt es also nicht. Bei Stalin und Mao ist das insofern anders, als sie sich zur Legitimation ihrer Herrschaft auf Marx berufen haben, der aber solche Diktaturen nie und nimmer gut geheißen hätte. Der Marxismus (nach Marx) ist ja keine Ideologie zur Unterdrückung der Menschen, sondern ganz im Gegenteil. Die genannten Diktatoren haben sich deshalb missbräuchlich auf Marx gestützt. Das ist so ähnlich, wie bei den Imperatoren früherer Zeiten, die sich auf die Bibel gestützt haben, um im Nahen Osten oder in Südamerika Massaker anzurichten - wovon ja auch in der Bibel nichts steht. Der Kommunist, der sich auf Marx beruft, kann deshalb ebensowenig für die Diktatur Stalins haftbar gemacht werden, wie ein heutiger Christ für die Massaker, die durch angeblich "christliche" Armeen verübt wurden.

Das ist eine zwar schlichte, aber sehr zutreffende Erklärung. Die marxistische Ideologie ist, wie die christliche Lehre, eine grundsätzlich menschenfreundliche, denn sie zielt auf die gerechtere Verteilung der Güter und Abschaffung der Ausbeutung ab. Sie ist nicht zum Scheitern verurteilt: Die sozialdemokratischen Parteien berufen sich schließlich auf Marx. Sie wurde allerdings durch kommunistische Regimes pervertiert. Eine Ideologie wie die der NS, die  schon vom Grundansatz auf Herrenmenschendenken und Mord an (diversen) Bevölkerungsgruppen ausgerichtet ist, muss jedoch die Völker notwendig in  Krieg und Vernichtung stürzen.

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Um es kurz zu machen: Der Kerngedanke ist das relevante. Ein Diktator hat nicht das Ziel, eine ganze religiöse Gemeinschaft auszurotten, sondern seine Macht zu stabilisieren. Wenn er dabei über Leichen gehen muss, ist das ein Mittel zum Zweck. Hitler hingegen hatte es als Ziel, einen Genozid zu begehen. Hätte Hitler die Juden nur verfolgt, weil sie seine Machtbahn gefährdeten, wäre er auf dem gleichen Niveau wie die meisten anderen Diktatoren gewesen.

Zudem plante Hitler einen Krieg gegen die Großmächte, das ist für den Herrscher eines schwachen Landes wie Deutschland damals eher ungewöhnlich. Auch heutige Diktatoren brechen keine großen Kriege vom Zaun, sondern beschränken sich auf kleinere, getarntere Kriege und auch wesentlich kleinere Annexionenn (Vgl Österreich - Krim).

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