Wieso werden nationalsozialisten schlecht dargestellt und Kommunisten nicht?

13 Antworten

Um es kurz zu machen: Der Kerngedanke ist das relevante. Ein Diktator hat nicht das Ziel, eine ganze religiöse Gemeinschaft auszurotten, sondern seine Macht zu stabilisieren. Wenn er dabei über Leichen gehen muss, ist das ein Mittel zum Zweck. Hitler hingegen hatte es als Ziel, einen Genozid zu begehen. Hätte Hitler die Juden nur verfolgt, weil sie seine Machtbahn gefährdeten, wäre er auf dem gleichen Niveau wie die meisten anderen Diktatoren gewesen.

Zudem plante Hitler einen Krieg gegen die Großmächte, das ist für den Herrscher eines schwachen Landes wie Deutschland damals eher ungewöhnlich. Auch heutige Diktatoren brechen keine großen Kriege vom Zaun, sondern beschränken sich auf kleinere, getarntere Kriege und auch wesentlich kleinere Annexionenn (Vgl Österreich - Krim).

Wesentlicher Unterschied (der aber eigentlich auch keines von beidem besser macht als das andere):

Bei den kommunistischen Diktatoren richtete sich die Gewalt gegen "Andersdenkende", bei den Nationalsozialisten gegen ethnische Gruppen. (Es ging bei den Nazis allgemein gegen das jüdische Volk, weniger gegen den jüdischen Glauben, und überhaupt gegen alle "Nicht-Arier".)

"Andersdenkende" hätten Ihre Meinung ändern können, um der Gewalt zu entgehen, aber kein Mensch kann seine ethnische Herkunft verändern ...

Dazu gäbe es viel zu sagen, hier nur ein Aspekt: Zur Ideologie der Nationalsoziallisten gehörte es, Juden zu bekämpfen und schließlich zu vernichten. Nationalsozialismus ohne Judenverfolgung gibt es also nicht. Bei Stalin und Mao ist das insofern anders, als sie sich zur Legitimation ihrer Herrschaft auf Marx berufen haben, der aber solche Diktaturen nie und nimmer gut geheißen hätte. Der Marxismus (nach Marx) ist ja keine Ideologie zur Unterdrückung der Menschen, sondern ganz im Gegenteil. Die genannten Diktatoren haben sich deshalb missbräuchlich auf Marx gestützt. Das ist so ähnlich, wie bei den Imperatoren früherer Zeiten, die sich auf die Bibel gestützt haben, um im Nahen Osten oder in Südamerika Massaker anzurichten - wovon ja auch in der Bibel nichts steht. Der Kommunist, der sich auf Marx beruft, kann deshalb ebensowenig für die Diktatur Stalins haftbar gemacht werden, wie ein heutiger Christ für die Massaker, die durch angeblich "christliche" Armeen verübt wurden.

Das ist eine zwar schlichte, aber sehr zutreffende Erklärung. Die marxistische Ideologie ist, wie die christliche Lehre, eine grundsätzlich menschenfreundliche, denn sie zielt auf die gerechtere Verteilung der Güter und Abschaffung der Ausbeutung ab. Sie ist nicht zum Scheitern verurteilt: Die sozialdemokratischen Parteien berufen sich schließlich auf Marx. Sie wurde allerdings durch kommunistische Regimes pervertiert. Eine Ideologie wie die der NS, die  schon vom Grundansatz auf Herrenmenschendenken und Mord an (diversen) Bevölkerungsgruppen ausgerichtet ist, muss jedoch die Völker notwendig in  Krieg und Vernichtung stürzen.

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Die armen anarcho sozialististen und anarcho syndikalisten werden auch schlecht dargestellt ...anscheinend ist auf augen höhe zu viel verlangt für die spezies mensch

Meiner Meinung nach sind eigentlich beide Extreme gleich schlimm, sowohl links-als auch rechtsradikale. Ob der eine Diktator jetzt schlimmer als der andere war, da gibts denke ich mal keine klare Antwort, aber ganz ehrlich sehr viele kennen auch nur den geschichtlichen Hintergrund vom Holocaust und Hitler etc...darum rückt es vielleicht der Rest auch in den Hintergrund aufgrund mangelnder Bildung, viele kennen sich noch nichtmal mit dem 2 WK aus. (sehe es an meiner schule)

Wenn du dich über fehlende Bildung beschwerst, solltest du nicht vergessen, dich selbst zu bilden.

Lies erst einmal, was Marx geschrieben hat - dann überleg dir, ob die sogenannten "Linksradikalen" den Sozialismus so verwirklicht haben, wie er es wollte...

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