Wieso werden in den USA immer wieder Klagen in Millionenhöhe ausgesprochen?

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9 Antworten

Die unterschiedliche Höhe des Schadensersatzes hängt mit einer unterschiedlichen Aufgabe des Schadensersatzes zusammen. In Deutschland soll der Schadensersatz nur den tatsächlich erlittenen Schaden ausgleichen. In den USA setzt sich der Schadensersatz dagegen aus 3 Bereichen zusammen:

  1. Ausgleich des Nachteils (wie auch in D). Grundsätzlich muss in den USA aber auch der Geschädigte seinen Rechtsanwalt selbst bezahlen. Deshalb werden solche Klagen in den USA von Anwälten in der Regel auf Erfolgsbasis abgerechnet (sucession fee). Der Anwalt bekommt deshalb z.B. 50 % des Schadensersatzes. Um dies auszugleichen wird dies vom Richter quasi im Kopf in den Schadensersatz eingerechnet und dieser erhöht (bei dem Beispiel verdoppelt). In Deutschland gibt es eine extra Entscheidung über die Kosten des Verfahrens und dies ist nicht m Schadensersatz enthalten.

  2. In den USA gibt es die „punitive damages“. Aufgabe dieser Art des Schadensersatzes ist es den dafür zu sorgen, dass sich ein (gegebenenfalls sogar bewusst) sorgloses Verhalten nicht lohnt. In Deutschland wird durch alle möglichen Ämter diese Aufgabe wahrgenommen, die die Einhaltung von Vorschriften prüfen und dann z.B. durch Geldbussen für die Einhaltung sorgen. In den USA gibt es solche Behörden bei weitem seltener, weshalb ein solcher Strafcharakter beim Schadensersatz notwendig ist.

  3. Gibt es in den USA so genannte „class action“ Verfahren. In diesen Verfahren macht der Geschädigte nicht nur seinen eigenen Schaden geltend sondern auch noch den Schaden vieler anderer Personen, welche z.B. wegen Beweisschwierigkeiten, weil es Lapalien sind oder weil sie keinen Ärger wollen nicht vor Gericht ziehen. Bsp: Angenommen ein Wasserversorger würde allen seinen Kunden stets 1 % zuviel berechnen, dann kann ein Kläger in den USA geltend machen, dass noch nie eine solche Klage erhoben wurde, der Wasserversorger dies seit 5 Jahren so macht, der Wasserversorger 50.000 Kunden hat und durchschnittlich 10 $ pro Kunde und Jahr zu viel berechnet hat. Der Schaden berechnet sich dann: 500.000 (Kunden) x 10 $ x 5 Jahre = 25.000.000 $. Hierbei geht es also um das Abschöpfen des Vorteils bei einem bewusst fehlerhaft handelnden Marktteilnehmers. In Deutschland kann jeder nur seinen Schaden geltend machen.

Im angelsächsischen Recht (UK, USA) kennt man den Begriff des "punitive damage" -> Strafschadensersatz, der Schadensersatz für den Kläger, aber auch Strafe für den Beklagten sein soll. Also vulgär ausgedrückt: "Wenn du Scheiße gebaut hast, dann muss es richtig weh tun." http://de.wikipedia.org/wiki/Punitive_damages

Tut mir leid, aber so ganz stimmt das ja nicht. Die Höhe legt zum einen nicht die Jury, sondern wird vom vorsitzenden Richter festgelegt und das Urteil "schuldig" muss ebenfalls vom Vorsitzenden bestätigt werden. Die Jury ist so ähnlich, wie die Schöffen in Deutschland.

Der Grund für die hohen Schmerzensgelder liegt darin, dass nur ein Bruchteil der Amerikaner eine Krankenversicherung haben und die hohen Summen sowohl Behandlungskosten, als auch mögliche Folgeschäden abdecken müssen.

Amerika hat ein anderes Rechtsystem, da bekommt der Anwalt nur Geld wenn Er den Prozess gewinnt ! In der Regel bekommen die Anwälte ca. 50 % der erstrittenen summe, Staranwälte bekommen noch mehr !

Ich würde es begrüßen wenn solch ein System auch in Deutschland eingeführt würde !

Denn hier kann man den Gegenanwalt obendrauf bezahlen, selbst dann, wenn man Obsiegte aber die Gegenpartei nicht zahlungsfähig ist !

Eddy21

meines Wissens nach werden Strafen in den USA nicht nach dem tatsächlich entstandenen Schaden gesprochen, sondern in dem Grade, dass sie dem Verursacher auch wirklich "wehtun". So können vermeintliche Bagatellen schnell teuer werden.

Klagen, nicht Strafen ;-)

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In der USA kann man die Anwälte nach Erfolg bezahlen. Das steigert auch die Klagesumme. Außerdem gibt es zu viel Anwälte dort.

In Deutschland wird Recht von Leuten gesprochen, die etwas davon verstehen. In den USA gibt es die Jury.

In Deutschland gibt es festgelegte Grenzen für Geldbeträge. Anders ist es in Amerika, speziell USA!

Das ist falsch! Es gibt in Deutschland keine festgelegten Geldbeträge sondern es ist die Entscheidung des Richters. Der Schaden kann in Deutschland aber nie über den tatsächlich erlittenen Nachteil hinausgehen.

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In den USA sieht man das mit andern Augen, wie soviel anderes auch.

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